Kurzmeldung: Die Flüchtlinge aus Ellwangen glauben sich in den Skandalmeldungen der letzten Tage missverstanden und wollen heute per Demonstration ihre Perspektive auf das Geschehen kundtun. Dabei wollen sie auch erklären, weshalb Italien für sie nicht akzeptabel sei.

    Organisator der Protestkundgebung ist Hassan Alassa. Als die Polizei am 30. April den Togolesen Yussif O. auf Anweisung des Verwaltungsgericht Stuttgart aus der Erstaufnahmeeinrichtung in Ellwangen nach Italien zurückzuführen versuchte, war Alassa persönlich anwesend. Jetzt beteuert er gegenüber t-online: „Wir haben keine Polizisten angegriffen”.

    Als die Polizei Yussif O. mitnehmen wollte, habe der als Panikreaktion laut geschrien, worauf die anderen Flüchtlinge ihre Zimmer verlassen und nachgeschaut hätten. Zwar habe man sich empört, aber „wir haben die Polizei nicht attackiert, wir waren friedlich. Wir haben auch deren Autos nicht umkreist”. Die Presse habe dagegen von einer „extrem aggressiven und gewaltbereit empfundenen Konfrontation” gesprochen.

    Laut Alassa habe es sich um eine bürgerkriegsartige Inszenierung gehandelt: „Bis dahin dachten wir, Deutschland ist ein sicherer und besserer Ort.” Zusammen mit einem weiteren Flüchtling verfasste er eine Erklärung, die „unsere Seite darstellen“ soll. Und „dahinter stehen alle Afrikaner hier.” Für die heutige Demo erwartet Alassa rund 300 Teilnehmer: „Alle aus dem Camp und einige Unterstützer.” Einer dieser Unterstützer ist die Freiburger Initiative „Aktion Bleiberecht“.

    Man wolle auch über die Zustände in Italien reden: „Italien gibt dir keine Chance. Ich brauche das nicht, auf der Straße zu schlafen.”

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