Einführung von neuem Gift für Bienentod – Bundesamt verweigerte Information!

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Die Agrarindustrie hat unsere Felder erobert. Ihre Waffen: Insektizide, Nicotinoide. Ihren Krieg führt sie gegen Insekten, Bienen, Schmetterlinge, Hummeln – und in Folge gegen Vögel, Fledermäuse, Frösche, Rehe, Hasen und letztendlich den Menschen. Sie drängt die bäuerliche Landwirtschaft zum Rückzug, ebenso die Hecken und Wiesen. Sie vergiftet das Trinkwasser. Bayer-Monsanto ist erneut auf Bienenjagd. Zwar hat die EU gerade erst drei Neonicotinoide verboten. Doch der Chemiegigant ist gewitzt, hat an einer neuen Waffe gebastelt.

Flupyradifuron heißt sie – die Pestizidmischung aus Nervengift. Und wieder ist sie tödlich für Bienen. Und sie ist besonders perfide: Eingebracht ins Saatkorn, vergiftet sie sämtliche Teile einer Pflanze: Blatt, Blüte, Stängel. Und die Tierwelt!

Zwar hatten aufgrund massiver wie teilerfolgreicher EU-weiter Proteste noch im vergangenen Frühjahr Agrarministerin Julia Klöckner und Umweltministerin Svenja Schulze im EU-Rat für ein Verbot beziehungsweise die Einschränkung eines hochgradigen Vernichtungsmittels wie Glyphosat gestimmt. „Was der Biene schadet, muss vom Markt“, hatte sich Klöckner mit markigen Worten einsichtig gezeigt. Die allerdings wenig Bedeutung haben, wenn für jeden verbotenen Wirkstoff ein weiterer giftiger entwickelt und obendrein zugelassen wird, der dem vorangegangenen an Gefährlichkeit nicht nachsteht. Dennoch befindet sich das neue Round-up-Gift kurz vor der Markteinführung, und Bayer-Monsanto hat es eilig.

Geheimhaltung des BVL: Auskunft musste erst eingeklagt werden

Diese Information stand bislang unter strenger Geheimhaltung, wurde verweigert vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Begründung: Geschäftsgeheimnis der Herstellerkonzerne. Das Umweltinstitut München musste ihr Auskunftsrecht erst in einem zwei Jahre währenden Prozess einklagen. Dem BVL lagen die Zulassungsanträge für das neue Insektengift nämlich längst vor. Dort ist auch bekannt, dass bereits geringe Mengen ebenso tödlich für Insekten wie Bienen und andere Bestäuber wirken wie Glyphosat, das nach wie vor auf den Feldern versprüht wird. Diese Gifte stören unter anderem den Orientierungssinn von Bienen und schwächen ihr Immunsystem. Wie das Umweltinstitut München meldet, habe man „außerdem erfahren, dass schon im August erste Insektengifte mit dem Wirkstoff auf den Markt kommen könnten“, so Christine Vogt, Referentin für Landwirtschaft beim Umweltinstitut.

„Flupyradifuron gilt zusammen mit den Wirkstoffen Sulfoxaflor und Cyantraniliprol als möglicher Ersatz für die Wirkstoffe Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam. Diese Insektengifte aus der Gruppe der Neonicotinoide wurden Ende April 2018 EU-weit für den Einsatz im Freiland verboten, da sie besonders bienengefährlich sind. Die drei neuen Insektengifte haben jedoch eine ähnlich verheerende Wirkung. Der Wirkmechanismus von Flupyradifuron und Sulfoxaflor ist sogar identisch“, schreibt bio-markt.info. Dennoch bekamen sie bereits vor einigen Jahren ihre Genehmigung auf EU-Ebene, wie aus einer Kleinen Anfrage der Grünen und Linken hervorgeht.

Triumphiert die Pharma-Lobby über die Vernunft – und über den Bürgerwillen?

Eingesetzt werden dürfen sie allerdings erst, wenn die einzelnen Mitgliedsstaaten zustimmen. Angesichts der Lobbyarbeit der Chemie-Konzerne, die sich in den Parlamenten die Klinke in die Hand geben und Einfluss ausüben auf Gesetzgebungen und Entscheidungen, dürfte Bayer-Monsanto einmal mehr triumphieren über den Verstand, über die Vernunft. Und über den Bürgerwillen!

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COMPACT-Magazin im Juni 2018, Mein BAMF- Merkels tiefer Sturz.

Rücksichtslos wird hier dem Gott des Geldes gehuldigt, dem schnöden Mammon, ihm das Opfer Natur, Tierwelt, Menschheit dargebracht. Besonders schändlich: Wir alle bezahlen auch noch für unsere schleichende Vergiftung, für das Artensterben: Durch die steuerfinanzierten Agrarsubventionen, die landwirtschaftliche Großbetriebe und Investoren zwecks Profitmaximierung obendrein abgreifen.

Über den Autor

Iris N. Masson

 

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