Eine Krankheit namens Mann: Raubtierfeminismus in den Medien

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Der Feminismus triumphiert auf allen Kanälen: Für die postmoderne Eva ist der Adam ein Würstchen, ein Unmensch, bisweilen sogar ein Untermensch. Doch eine Konsequenz dieser Killerideologie haben die Emanzen nicht bedacht. – Es folgen Auszüge aus dem Artikel „Eine Krankheit namens Mann“, den Sie in der aktuellen COMPACT 01/ 2019 vollständig lesen können. Sie erhalten die neue Ausgabe am guten Kiosk, können sie aber auch hier bestellen

_ von Gerhard Wisnewski

Haha – lustig, diese Kerle! Nehmen wir zum Beispiel Hannes. Hannes ist ein echter Trottel – wie er da so auf dem Tisch steht und die Lampe repariert. Prompt gibt es einen Knall, die Sicherung fliegt raus, und alle sitzen endgültig im Dunkeln. «Das ist Hannes», heißt es in einem Filmchen über den Vorfall spöttisch: «Er repariert Dinge – oder versucht’s zumindest.» Als Nächstes liegt Hannes unter der Küchenspüle und doktert am Abfluss herum, als ihm natürlich das ganze Dreckwasser ins Gesicht klatscht. Herrlich! Kurz darauf sehen wir ihn zuversichtlich den linken Daumen hochrecken, während der rechte Arm tief in der kaputten Waschmaschine steckt. Wenig später erscheint er, geschafft, aber glücklich, im Wohnzimmer, während in der Küche die Waschmaschine aufgeht, sich eine Schaumlawine über den Raum ergießt und das außer Kontrolle geratene Gerät schließlich mit dem ganzen Schaum wackelnd ins Zimmer gewabert kommt. Das totale Chaos bricht aus. Tja – eine Haftpflichtversicherung kann eben jeder brauchen, lautet die Botschaft in diesem Werbespot, den die AXA-Versicherung am 28. Februar 2018 auf ihrem Youtube-Kanal veröffentlichte.

Die hintergründige Botschaft: Männer sind eben einfach zu doof, um das Leben zu meistern. Während Frauen in der Reklame regelmäßig als schlau, überlegen und eben einfach «cool» dargestellt werden, bevölkert schon seit Jahren ein Heer von männlichen Versagern, Tölpeln und Idioten die TV-Werbung. Auch hier hat nicht etwa eine «Emanzipation» der Frau stattgefunden, sondern eine neue Diskriminierung des Mannes. Beschränkte sich die angebliche «Diskriminierung» der Frau in der Werbung früher hauptsächlich auf ihre Darstellung als liebende und besorgte Hausfrau und Mutter, die für Produkte wie Windeln, Backmischungen, Waschmittel und Fertigsuppen sozusagen zuständig war, wird heute mit beißendem Spott auf Männer eingedroschen.

Ein sogenannter Slutwalk im Juli 2014 im kanadischen Vancouver. die Selbstbezeichnung als «Schlampe» ist ironisch gemeint. Foto: Sergei Bachlakov / Shutterstock.com

Der Tod des Marlboro-Mannes

Ja, im Rückblick kann man sogar konstatieren, dass das Verschwinden der Marlboro- und Camel-Helden kein Zufall war, sondern ein Paradigmenwechsel in der globalen Lifestyle-Propaganda im Allgemeinen und in der Zigarettenwerbung im Besonderen. Marlboro gab den Marlboro-Mann auf, obwohl er die Marke zur erfolgreichsten Zigarette aller Zeiten gemacht hatte. Er hatte die Werbung für immer verändert, denn seitdem geht es in den Spots kaum noch um das Produkt, sondern um den Lebensstil: «Die Leute möchten kein Produkt verkauft bekommen. Die Leute möchten ein Gefühl verkauft bekommen, eine Assoziation.» (siehe Youtube: «How Marlboro Changed Advertising Forever», 6.4.2017). Und das ist das Gefährliche daran: dass uns die Werbung Produkte in der Regel nur noch über den Lebensstil «andreht» – und damit diesen gleich mit verkauft. In diesem Lebensstil kommen männliche Männer allerdings nicht mehr vor. Nicht, dass wir diese Vorbildraucher zurückhaben wollten – aber danach ist der männliche Mann ja in fast jedem Werbespot, in jedem Film und als Vorbild überhaupt ausgestorben. Ja, man findet fast keinen einzigen Mann mehr, der wirklich männlich aussieht und sich auch so verhält.

«Wir müssen weg von der toxischen weißen Männlichkeit.» Schumacher

Zwar lässt «mann» sich gerne mal auf den Arm nehmen, aber die systematische Verhöhnung des Mannes in der Werbung hat mit Humor nichts mehr zu tun. Darunter sind schließlich auch bösartigste Botschaften: «Migros ist super», schwärmte zum Beispiel einst eine alte Dame in einem Werbespot der Schweizer Supermarktkette: «Die nehmen alle Flaschen zurück, egal, woher man sie hat!» Dazu sah man eine Phalanx von Frauen zur Flaschenrücknahme marschieren – mit Einkaufswagen voller Männer. Botschaft: Erstens sind Männer alte Flaschen – und zweitens sind alte Flaschen schließlich Müll, oder nicht?

Oder nehmen wir eine Werbung für Computerbild : Ein Pärchen sitzt auf dem Sofa, er mit einer Zeitschrift, sie mit dem Laptop. «Hier steht ”Virus entfernen”. Was soll ich denn jetzt machen?», fragt sie ihn. Er, sichtlich desinteressiert und ahnungslos: «Mach, ok.» Plopp! – ist der Mann weg, öffnet sich das Schädeldach der Frau und wird Computerbild hineingestopft. Botschaft: Das Virus ist der Mann, und das Einzige, was dagegen hilft, ist Computerbild  (siehe: «Männerfeindliche Werbung: Computervirus», Youtube, 9.5. 2009).

Männer als Stewardessen bei einer Schwulen-Parade in Köln. Foto: CEphoto, Uwe Aranas

Der entmannte Macho

Womit wir bei dem Journalisten Hajo Schumacher wären, der 2018 ein Buch mit dem Titel Männerspagat herausbrachte und dabei doch nur die Beine für den Mainstream breitmachte. Auf dem Einband war der Autor nämlich in roten Pumps und Anzug zu bewundern. 2018 durften wir bei der Selbstkastration dieses eigentlich männlich wirkenden Menschen dabei sein: «Wir müssen weg von der toxischen weißen Männlichkeit», entfaltete er in einem Interview mit der Huffington Post  sein rassistisches und diskriminierendes Geschwurbel (26.10.2018). Fassungslos stand man vor der würdelosen Prostitution dieses maskulinen Mannes: «Selbstkritisch erzählt Hajo Schumacher, dass seine Frau und er in jungen Jahren wiederum in dieses klassische Rollenmodell reinrutschten», berichtete die Berliner Morgenpost über das Buch und zitierte den Autor: «Sie hat sich um unsere Söhne gekümmert, ich war Journalist und bin arbeiten gegangen.» Das ist natürlich ganz schlimm.

Abhilfe schaffte da zum Glück ein «Paar-Workshop», in dem Schumacher ein Sommerkleid anzog, «sie eine Hose, ein Karohemd und Stiefel». Dann spielte der Journalist so etwas wie einen transsexuellen Stricher und sollte «im Sommerkleid an anderen männlichen Teilnehmern vorbeilaufen, die ihn mit Blicken und Sprüchen penetrieren sollten …». «Ich empfand mich als selbstbewusster, aber auch verletzlicher», hauchte er laut Morgenpost. Ganz schrecklich findet der entmannte Macho auch den männlichen «Versorgerfimmel». Sein Vater zum Beispiel war ein ganz Schlimmer, denunziert er seinen Altvorderen: «Wenn Du als Junge einen Vater hast, der so eine toxische Männlichkeit vorlebt, ist es schwierig, sich da rauszubewegen. (…) Die natürliche Vorherrschaft des weißen Mannes habe ich von klein auf gelernt. Mein Vater war Versorger.»

Wovon es zu einem Verbrecher oder Nazi nicht mehr weit zu sein scheint. «Ein kleiner, aber wesentlicher Lernmoment» war für ihn ein Urlaubsfoto, auf dem er seinen Sohn im Arm hielt und wo ihm seine langen Haare ins Gesicht flatterten: «Meine Frau sagte ganz nebenbei: ”Da siehst du ja aus wie eine Frau!”» – und er habe das nicht einmal als herabsetzend empfunden. Wenn man da gratulieren dürfte…

«Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden.» SPD-Programm

Das heißt: Sexismus gegen Männer hat inzwischen sogar so atemberaubende Ausmaße angenommen, dass diese sich selbst würdelos als Frauen prostituieren, um sich dem Mainstream anzudienen. Unsere kommerzielle und politische Propaganda arbeitet eifrig an der medialen Geschlechtsumwandlung und wird von lächerlichen, schwachen und überflüssigen Männerfiguren bevölkert, die nichts auf die Reihe kriegen – oder von einst männlich erscheinenden Figuren, die sich plötzlich vor aller Augen zum Mädchen machen.

«Toxische Männlichkeit»

Zeitschriften wie Der Spiegel diskriminieren Männer auf eine geradezu volksverhetzende Weise: «Eine Krankheit namens Mann», lautete beispielsweise der Titel eines Artikels (38/2003). Nicht zu vergessen Spiegel Online : «Warum Männer früher sterben sollten.» Auf dem Titelbild der Ausgabe hieß es: «Warum gibt es eigentlich Männer?» Wie krank müssen eigentlich Journalisten sein, die so etwas schreiben? Und im Grundsatzprogramm der SPD hat der Journalist, Buchautor und Blogger Arne Hoffmann (Buchtitel: Not am Mann ) den Satz entdeckt: «Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden», der einen Gegensatz zwischen männlich und menschlich aufzeigt. Sollten Männer also nicht besser gleich aussterben? Oder umgebracht werden? Und ob: Nur ein toter Mann ist schließlich ein guter Mann, so ein Buchtitel von einer Gaby Hauptmann. Würde man einen solchen Satz auf Schwarze, Farbige, Frauen, Ausländer oder Migranten münzen, wäre der eigene gesellschaftliche Untergang gewiss. Aber nicht, wenn man gegen «weiße Männer» hetzt.

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COMPACT 1 / 2019: Revolution in Europa: Paris brennt, Berlin pennt


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