Ein linker Patriot – Zum Tode von Egon Bahr

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_von Martin Müller-Mertens

Es war die Selbstverständlichkeit des Satzes, die beeindruckte: „Wir wollen Deutsche sein, so viel von Deutschem noch übrig geblieben ist. Ja was denn sonst?“, sagte Egon Bahr im November 2014 auf der COMPACT-Konferenz. Es war die Quintessenz eines politischen Lebens. Eine Bilanz. Egon Bahr konnte sie ziehen, denn seinen Teil trug er bei. Jetzt ist der Vordenker der neuen Ostpolitik im Alter von 93 Jahren verstorben.

Er war immer ein kritischer Geist, ein politischer Querdenker. Als regelrechter Kalter Krieger, wie er sich selbst nannte, lehnte Bahr etwa 1956 das KPD-Verbot ab. Als Willy Brandt 1974 der SPD-Fraktion seinen Rücktritt erklärte, sah man Bahr weinen. Doch weniger über die Demission des Freundes und Weggefährten, als über die zynische Heuchelei des Fraktionschefs Herbert Wehner: Der Alt-Stalinist und Intrigant hatte Brandts Erklärung mit einem lautstarken „Willy, du weißt, wir alle lieben dich“ kommentiert. In der Ukraine-Krise waren Kritik an der Politik Russlands und gleichzeitig die klar benannte Mitverantwortung des Westens für ihn kein Widerspruch. Noch vor wenige Wochen unterzeichnete er eine Resolution gegen die Eskalationspolitik – die Krieg in der Ukraine könne in die Katastrophe führen, „wenn die bereits drehende Spirale des Wettrüstens, der militärischen Provokationen und konfrontativen Rhetorik nicht gestoppt wird“, heißt es darin.

Nach dem Krieg ging Bahr – der wegen seiner jüdischen Großmutter aus der Wehrmacht ausgestoßen wurde – als Journalist erst zur „Berliner Zeitung“ im sowjetischen Sektor, dann jedoch bald zum von den USA gegründeten Rundfunksender RIAS, später in den diplomatischen Dienst. 1956 trat er der SPD bei – noch vor dem verhängnisvollen Godesberger Programm. Die Ernennung zum Leiter des Presseamtes im West-Berliner Senat unter dem Regierenden Bürgermeister Willy Brandt wurde zu einer Schicksalsentscheidung.

Wendepunkt in Bahrs – wie Brandts – Leben waren die Tage nach dem 13. August 1961. Die DDR – und damit die Sowjetunion – errichteten eine Mauer mitten in Berlin. Ein Messerstich aus Zement ins deutsche Herz. Und die Westalliierten, angebliche Schutzmächte West-Berlins, taten: Nichts. US-Präsident John F. Kennedy soll beim Eingang der Nachricht im Weißen Haus erklärt haben, die Berlin-Krise sei nun beendet. Es gibt Hinweise, er sei im Vorfeld über die geplanten Sperrmaßnahmen informiert gewesen.

In diesem Moment muss der sozialdemokratischen Denkfabrik im Rathaus Schöneberg bewusst geworden sein: Auf die Westmächte ist kein Verlass. Die Deutschen selbst müssten die Teilung überwinden. Das ging nur im Dialog miteinander – und den wollten beide Seiten. Anfang Dezember 1963 hatte der stellvertretende Ministerpräsident der DDR, Alexander Abusch ein Passierscheinabkommen für die Besuche von West-Berlinern im Ostteil der Stadt angedeutet – Brandt und Bahr nahmen den Strohhalm dankbar an. Nur Wochen später konnten 700.000 West-Berliner erstmals seit dem Mauerbau Verwandte im Ostteil besuchen.

Doch für wirkliche Deutschlandpolitik war Berlin zu klein. Bahrs Chance bot der Wechsel Brandts nach Bonn. Während dessen Zeit als Außenminister (1966—1969) war er als Ministerialdirigent Leiter des Planungsstabes im Auswärtigen Amt. Als vielleicht engster Freund, jedenfalls wichtigster Berater wurde er zum Architekten der Ost-Verträge. Später hatte er als Bundesminister für besondere Aufgaben praktisch ein eigenständiges Ressort für die Kontakte nach Ost-Berlin und Moskau. Sein Credo „Wandel durch Annäherung“ und „Politik der kleinen Schritte“ prägte eine langfristige angelegte Strategie einer deutschen Lösung – deren Ausgangspunkt die Verträge mit der Sowjetunion, Polen und schließlich der DDR waren. In Washington wurden Brandt und Bahr für diesen Kurs stets beargwöhnt.

Unklar ist bis heute Bahrs Rolle im Misstrauensvotum der Union gegen Brandt im April 1972. Immer wieder gab es Gerüchte, sowohl der geheime Verbindungsmann der DDR-Regierung Hermann von Berg, als auch der DDR-Unterhändler beim Grundlagenvertrag Michael Kohl hätten seine Haltung zu Bestechungen von CDU/CSU-Abgeordneten ausgelotet. Bahr bestritt dies zeitlebens. Klar ist, dass sich Brandt damals tatsächlich nur durch den Kauf von zwei Oppositionsparlamentariern durch die Staatssicherheit im Amt halten konnte.

Der Rücktritt Willy Brandts 1974 markierte auch für Bahr den weitgehenden Bedeutungsverlust. Dem neuen Bundeskanzler Helmut Schmidt diente er bis zum Ende der Legislaturperiode als Entwicklungshilfeminister. Einige Jahre war er Bundesgeschäftsführer der SPD. Sein Glaube an eine deutsche Einheit wurde in den 1980er Jahren schwächer – doch ganz erloschen ist er nie. Als schließlich zusammenwuchs, was zusammengehört – wie es Brandt nach dem Mauerfall formulierte – war Bahrs Vision die einer Friedensmacht Deutschland, die ihren Einfluss in der Welt geltend machen sollte. Doch dieser Wunsch hat sich nicht erfüllt.

In einem seiner letzten Interviews sagte Bahr, er erinnere sich, „dass Brandt über sich selbst sagte: ‘Je älter ich werde, um so linker werde ich.’ Wenn ich sehe, wohin dieser Kapitalismus treibt, habe ich das Gefühl, dass es bei mir ähnlich ist.“ Nun ist er gegangen: ein kritischer Geist, ein linker Patriot.

30 Kommentare

  1. Russland und die Nato bereiten sich auf den Ernstfall vor. Bei den Manövern in Osteuropa wird scharf geschossen: http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/europa/europaeische_union/770126_Gefaehrliche-Kriegsspiele.html

  2. Erwischt: „Putin-Troll-Aussteigerin“ entpuppt sich als Agent von Soros und der CIA-nahen NED : http://de.sott.net/article/18973-Erwischt-Putin-Troll-Aussteigerin-entpuppt-sich-als-Agent-von-Soros-und-der-CIA-nahen-NED

  3. „mittendrinstattnurdabei am 22. August 2015 12:17
    das polemisieren ist mehr als nötig, denn es braucht in Deutschland“““….
    Stepher rät:
    Dann schalt das Radio ab und deinen Verstand ein, und arbeite für das was der Mensch wirklich braucht:
    Nahrung, Kleidung, Wohnung und und gib Jesus Christus die Ehre. Laß das Polemisieren – wir haben genug dieser Nichtsnutze in unserem Deutschland. Es ist keine Zeit mehr zu vergeuden und für dich mein Gruß:
    ORA ET LABORA!
    Gruß Stepher

  4. der Bahr war sicher Vieles…
    Nur ein “ Patriot “ war er mit absoluter Sucherheit nie !!!!!

  5. Gott sei Dank, muss Egon Bahr, (der wegen seiner jüdischen Großmutter aus der Wehrmacht ausgestoßen wurde), dies nicht mehr miterleben, was in diesem TOTAL VEROTTETEM, von einer totalitären Militär-Macht, mit 150 Atombomben besetztem LAND gerade passiert : „In Deutschland werden wieder Bücher verb(r)annt“ – unter: http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2015/08/in-deutschland-werden-wieder-bucher.html

  6. Jeder von den alternativen Medien-Journalisten und nicht gekauften freien Journalisten sollte jetzt „ein Egon Bahr werden“ – damit nicht alles von dem abscheulichen Verbrecher-Abschaum in Berlin und Brüssel mit ihrer US-NATO-hörigen Kriesgtreiberei kaputt gemacht wird, was Brandt und Bahr mühsam an Vertrauen und Freundschaft mit Russland aufgebaut haben ! ES STERBEN TÄGLICH ZIVILISTEN IN DER UKRAINE – DIE ZEIT DRÄNGT SEHR – SEHT HIER: „Die Anna Tuf Story – ein Kriegsverbrechen in Gorlowka“ – unter: http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2015/08/die-annaanna-tuf-story-ein.html

  7. WDR = NATO-Kriegstreiber-Propaganda-Abschaum-Ideologie. Der jämmerliche, zwangsfinanzierte WDR vernichtet das Lebenswerk des Toten schon mit der Einleitung zum Nachruf ____ Artikel: „WDR anlässlich des Todes von Egon Bahr: Russland ist unser „Erzfeind“ – unter : http://www.rtdeutsch.com/29613/headline/wdr-anlaesslich-des-todes-von-egon-bahr-russland-ist-unser-erzfeind/

  8. mittendrinstattnurdabei am

    Liebes compcat-Team und Konsorten,

    ich hoffe nun in aller Innigkeit, das ihr nicht Egon Bahr und seine Liebe zu Deutschland missbraucht, um den Bogen total zu überspannen. Sachlicher Journalismus, das wäre etwas das Deutschland braucht.

    • An „mittendrinstattnurdabei“
      Wenn du derart polemisierst, dann bring bitte auch nachvollziehbare Fakten und lass das „Konsorten“ weg -es ist in dem Zusammenhang und auf dieser WebSite unangebracht, denn COMPACT legt tatsächlich den Finger in die Wunde!!
      Weiter oben habe ich den Egon als Bilderberger-Urgestein dargestellt und auch seine Abneigung gegen die deutsch-deutsche Vereinigung – er war ein fremdgesteuerter „Politiker“ – widerlege es mir mit Beweisen oder halt die Klappe!
      Gruß Stepher

      • mittendrinstattnurdabei am

        das polemisieren ist mehr als nötig, denn es braucht in Deutschland eine echte Streitkultur ohne Pöbel und ohne martialisches Geschrei, es soll sachlich und nüchtern ablaufen, sodass endlich mal die leiseren Stimmen der Seele durchdringen können. Wenn die ganze Zeit das teuflische Radio läuft, dann kann man nie die Wahrheit kristallklar erkennen. Also bitte Niveau anheben!!! Ich weiss für gewisse Leute wirkt das schwächlich, ich stehe zu dieser sogenannten Schwäche. Mahlzeit!!!

  9. Heut sagte der Bundes- Wirtschaftsminister Gabriel, daß der Egon Bahr ein guter Deutscher war der für die Wiedervereinigung beider deutscher Staaten eintrat, und das klang bei Egon so:
    Egon Bahr nur acht Tage vor dem Mauerfall: „Lasst uns um alles in der Welt aufhören, von der Einheit zu träumen oder zu schwätzen.“
    Und als Mitglied des SPD-Präsidiums am 13. Dezember 1989:
    „Unerträglich wäre Sonntagsrederei, wonach die Wiedervereinigung vordringlichste Aufgabe bleibt. Das ist Lüge, Heuchelei, die vergiftet, und politische Umweltverschmutzung.“

    Klar, der Egon und der Hermann Axen waren IntimFreunde.
    Und sein Chef Willy Brandt: „Lebenslüge“
    Willy Brandt als SPD-Vorsitzender am 15. September 1989 in der Frankfurter Rundschau:
    „Die Hoffnung auf Wiedervereinigung wird gerade zur Lebenslüge der Zweiten Republik.“
    Diese Leute waren drauf und dran die DDR als souveränen Staat anzuerkennen, nur Franz Joseph Strauß ging dagegen in Karlsruhe vor Gericht – und gewann, gegen Bahr, Brandt, Rau & und andere Sozi’s.
    Als die Wiedervereinigung dann real wurde mauserte sich Brandt auf der Tribüne in Berlin neben Kohl mit dem Satz:
    „Jetzt wächst zusammen was zusammen gehört!“
    Ja was soll ich nun glauben?
    „MUT ZUR WAHRHEIT“, so sehe ich das.
    Mehr solcher verlogenen Parolen unter:
    http://kpkrause.de/2013/10/02/nicht-vergessen/

    Und hier der sog. Ölpreisschock und die Bilderberger:
    „Einem Zufall und einem richtigen Riecher war es zu verdanken, daß die Einzelheiten der Bilderbergertagung vom Mai 1973 auf der schwedischen Insel Saltsjöbaden, die der schwedischen Familie Wallenberg gehört, ans Tageslicht kam. Organisator dieser Tagung war Robert D. Murphy. Als er starb, vermutete der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler F. William Engdahl, daß in Murphys Nachlaß Unterlagen über diese Tagung zu finden sein müßten. Er bat eine Murphy-Sekretärin um Fotokopien dieser Aufzeichnungen, die sie ebenso ahnungslos wie freigiebig herausrückte. Engdahl, der viel über Energiepolitik veröffentlicht hat, beschreibt diese Tagung und deren Folgen in seinem 1992 erschienenen Buch
    „MIT DER ÖLWAFFE ZUR WELTHERRSCHAFT“ ‑ der Weg zur neuen Weltordnung“. Interessant ist, wer von deutscher Seite teilnahm: Egon Bahr, Birgit Breuel, Otto Wolff von Amerongen, Theo Sommer („Die Zeit“) und Helmut Schmidt. Dieser letztere war von den Bilderbergern bereits zum nächsten deutschen Bundeskanzler vorgesehen. Willy Brandt hatte sich nämlich den unvorsichtigen Scherz erlaubt, den amerikanischen Botschafter in Bonn darauf hinzuweisen, daß sich Deutschland im Nahostkonflikt neutral verhalte und daher nicht dulden könne, daß die USA von deutschen Stützpunkten aus die israelische Armee aufrüste. Er erhielt daraufhin von Nixon eine scharfe Protestnote, die gewiß aus der Feder Henry Kissingers stammte…“
    Mehr darüber in:
    http://www.luebeck-kunterbunt.de/Verschwoerung/Heimlichtuer.htm

    Also MUT ZUR WAHRHEIT und immer daran denken, daß Jesus Christus der Herr ist – es gibt keine „Religionen“ sondern nur eine!
    Gruß Stepher

    • Gisela Veigel am

      Danke für Ihre Darstellung von Bahr’s Reden zur nicht gewollten Wiedervereinigung. Ich weiß noch, daß mich seine Worte damals sehr empört haben, ich hatte nur keine Belege mehr dafür. Umso mehr wunderte mich nun die Meinung der Presse, die haben das wohl vergessen. Es ist ja auch lange her…. Umso mehr danke ich Ihnen, daß Sie das offen darlegen und meine Erinnerung bestätigt wird.
      Mit freundlichem Gruß
      Gisela Veigel

      • …danke Gisela Veigel für den Zuspruch. Ich legte oben dar, daß auch die Banksterstochter Birgit Breuel an der 1973er Zusammenrottung der Bilderberger teilnahm, auf der ein inszenierter Israel- Konflikt zum Ölpreisschock in der BRD folgte; zum ersten Mal wurde nach dem Krieg ein diktatorisches „Fahrverbot“ der fleißigen Steuerzahler verhängt wurde. Gisela, erinnerst du dich noch an die „Abwicklung“ der DDR? Detlef Rohwedder wollte das sozialverträglich für die Menschen in der DDR machen. Doch es war längst ein Kampf um die Pfründe entbrannt, wie z.B. um AutobahnRaststätten. Im HaiBecken des Turbokalismus darf es keine Verzögerung geben und Rohwedder mußte schnellstens „entsorgt“ werden. Warum hieß es damals es war die RAF? Die hatten sich doch alle erselbstmordet!?
        Warum wurde der Mörder nie ermittelt? Und warum wurde ausgerechnet Birgit Breuel Rohwedders Nachfolgerin???
        War vielleicht der NSU- Geheimdienst am Werk?
        Es sterben Leute hin und wieder unter erstaunlichen Umständen:
        Was hatten der DeutscheBank-Chef Alfred Herrhausen und der Chef der Dresdner Bank Jürgen Ponto gemeinsam? Beide hatten einen gesunden Draht in die hochverschuldeten Entwicklungsländer und wollten diese mit einem MasterPlan entlasten. Bei Herrhausen wurde damals am Hinrichtungstag das SicherungsFahrzeug abgezogen – da hat wohl die RAF angerufen beim Geheimdienst und darum gebeten!?! Hätten die beiden Fachleute ihren Plan verwirklicht sähe es heut nicht so düster aus mit den Invasoren nach D und EU!!! Doch dem Freimaurer- und Bilderberger- Gesoxx wären die hegemonistischen Felle davon geschwommen
        Ja und die Rüstungsdeals der BRD mit Südafrika über SchleswigHolstein? Uwe Barschel wollte das nicht und starb in einer Badewanne im Beau Rivage in schlechter Nachbarschaft des BiZ (Bank für internationalen Zahlungsausgleich), der GoldmanSachs dominierten FinanzMafiaZentrale in der Schweiz!?! Als der Deal dann nach Schweden verlegt werden sollte sperrte sich Olof Palme dagegen und überlebte nicht, daß er dem US- Präsidenten die Einreise verweigerte und ihn zur persona non grata erklärte – war da der Henry (Kissinger) beteiligt?
        Manchmal geht auch ein Fallschirm nicht auf.
        Es wird halt immer ein bißchen nachgeholfen seitens der rot-grün-faschistischen „GUTMENSCHEN“. Wußte Egon von alle dem als Bilderberger?!
        Jürgen Elsässer, ich bin nur ein Fernfahrer der Fakten zusammenstellt – bitte ignoriert sie nicht,
        Gruß Stepher

    • Hallo @Stepher!

      Auch von mir vielen Dank für den denkwürdigen Kommentar! Ich fand ihn wert, verbreitet zu werden und tat es prompt, denn wenn die „Qualitäts“-medien jemanden über Gebühr loben, ist Vorsicht angesagt! Obwohl ich Bahrs Verhalten in seinen letzten Jahren lobenswert fand, muß trotzdem alles, das zur Wahrheit gehört, gesagt werden.

  10. Willi Winzig am

    Meine Anteilnahme. Einer der wenigen Deutschen Politiker, vor dem ich großen Respekt für seine Lebensleistung wie seiner Persönlichkeit habe. Ja, Egon Bahr war neben Willy Brandt und Helmut Schmidt und wenigen anderen eine wirkliche Persönlichkeit in der Politik, Persönlichkeiten, wie wir sie heute so schmerzlich vermissen. Dabei blieb Egon Bahr immer ein Mensch, wirkte nie abgehoben oder elitär, ein Mann aus dem Volke mit Lebenserfahrung und das machte ihn gerade so sympathisch. Einer, der um Ideen wie gute Ratschläge nie verlegen war und bei Diskussionen immer wertvolle Beiträge leisten konnte. Ruhe er in Frieden.

  11. Rainer Eigendorff am

    Jetzt wo die USA einen neuen Krieg vorbereiten, wird uns die Stimme Egons fehlen.

  12. karlfriedrich am

    Danke für den Nachruf!

    Sein (Bahrs) Credo „Wandel durch Annäherung“ gehört zu den größten Qualitäten praktischer Politik, denen ich begegnet bin, zugegeben oft genug als Skeptiker. Die wichtigen heutigen Politiker scheinen über diese Fähigkeit, die starke moralische Kompetenz, Authentizität und unendliche Geduld voraussetzt, nicht mehr zu verfügen. Oder sie sind nur noch blanke Zyniker, vielleicht auch bloße Dummköpfe.

    So sind wir zu dem Stand der Welt gekommen, wie er ist und wie er mit den Ereignissen eines jeden Tages predigt, dass es zu jenem „Credo“ / Leitgedanken eigentlich keine Alternative gibt.

  13. Johannes Heckmann am

    Ruhe in Frieden, lieber Egon!

    “In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt.”

    https://lampedusasolidarity.wordpress.com/2013/12/07/egon-bahr-schockt-schuler-ich-ein-alter-mann-sage-euch-dass-wir-in-einer-vorkriegszeit-leben-hitler-bedeutet-krieg-habe-sein-vater-1933-zu-ihm-gesagt-als-heranwachsender-habe-er-das-n/

  14. Wo sind heute die Politiker die das umsetzen was die Mehrheit der biobevölkerung will?!? Es ist mittlerweile erschreckend wieviel der NPD hinterher rennen…. Es wird noch ganz böse enden

    • @PT

      „Es ist mittlerweile erschreckend wieviel der NPD hinterher rennen….“

      Klar. Sieht man ja an den erschreckenden Wahlergebnissen mittlerweile.
      So um die 3 Prozent …

      Was allerdings nicht an den Haaren herbeigezogen scheint: In der BRD wird bei den Wahlen mittlerweile ähnlich manipuliert wie damals in der DDR. Anders ist die Diskrepanz zwischen dem NPD-‚Gespenst‘ und den Wahlergebnissen kaum zu erklären.

      Und wie sollte etwas nicht böse enden, wenn es (wie hier in der faschistischen EU) böse angefangen hat?

      • Schau wieviele Demos von NPD Mitglieder organisiert werden… Natürlich nicht offiziell versteht sich dann reden wir weiter

      • Wo soll ich schauen?
        Bitte helfen Sie mir.
        Ich war seit Ende vergangenen Jahres auf ungefähr 40 Demos, keine war von der NPD organisiert.

        Verfahren Sie nach dem Guilty-by-Association-Prinzip des Aaron Trainin?

        Ist 2 + 2 nicht = 4, weil Adolf Hitler gesagt hat: 2 + 2 = 4.

        Assoziieren Sie NPD mit NSDAP, mit Adolf Hitler, mit Zyklon B?
        Ich assoziiere die CDU nicht gleich mit Truman und der Atombombe.

        Denken Sie, ich erschrecke vor der Voodooformerl N – P – D?

        Wie wär’s mit Argumenten?

        Ich bitte um Argumente dafür, dass die NPD nicht grundgesetzkonform ist und lasse mich dann gerne von Ihnen überzeugen, dass sie es nicht ist. Immerhin steht sie noch auf den Wahlzetteln der BRD.

      • klar Aristoteles, an jedem Wahltag stehen die Ergebnisse pünktlich um 18h fest. Upps… keine Manipulation?! Meine Frage. „hat die NPD als RegierungsPartei 1999 Jugoslawien gebombt oder waren das rot-grüne Faschisten? Schröder? Fischer? Roth &Cons.
        Was ist eigentlich ausländerfeindlich? Menschen in anderen Ländern totzubomben wie es der faschistische rot-grüne Klüngel im Auftrag der CIA tut?
        Gruß Stepher

      • @Stepher

        Sehr gut.

        Sie können das proportional sehen:

        Je mehr Zeugen im NSU-Prozess umgebracht werden,
        desto öfter hören wir (z.B. bei Guido Knopp, RTL und Deutschlandfunk)
        von der ‚Nacht der langen Messer‘.

        Bei den heutigen Statistiken (s. Anjas Kommentar) wäre es wahrscheinlich nur ein privater Spaß, Listen zum Vergleich aufzustellen.

        Man purzelt in diesem Staat von Heuchelei zur Verdrehung zur Lüge etwa in dem Maße, wie das Geld entwertet wird (und die BRD-Bunzelköpfe immer vernebelter werden).

    • Eine NPD wird sich niemals mehr durchsetzten können, da sie sich im besonderen Maße durch Feindbilder definiert. Ein NPD-Staat kann nicht autark leben. Es müsste Krieg um Ressourcen betreiben. Rechnen sich die Chance gegen Amerika, Russland, Israel und den islamischen Länder.

    • @PT

      Laut ZDF-Politbarometer der Lügenmedien sollen es 65 % der Deutschen sein, die sich f ü r weitere Zuwanderung aussprechen.

      Da stellt sich mir schon die Frage, warum ich nur die restlichen 35% kenne!? Wir sind also demnach eine schützenswerte Minderheit… – wer´s glaubt!

      „Eine deutliche Mehrheit der Deutschen hält die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte für notwendig.“

      Man achte auf die Formulierung der Umfrage und klar: wer hat schon etwas gegen die eine oder andere Fachkraft, wenn sie nicht von unserem Sozialsystem alimentiert wird, ggf. auf unabsehbare Zeit…!?

      http://www.heute.de/mehrheit-zuwanderung-ist-notwendig-und-fremdenfeindlichkeit-weit-verbreitet-38063160.html

      Im übrigen dürfte sich die Angst vor der NPD in engen Grenzen halten.

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