Druck aus Washington? Veto gegen Goldwährungen

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Land der unbegrenzten Möglichkeiten, so heißt es ja immer wieder über die USA. Eine ganze Bewegung hat sich diesen Leitspruch für ein revolutionäres Projekt der Geldpolitik zu Nutze gemacht. Es geht um die Umwertung aller Werte. Zahlreiche Gesetzesinitiativen in den US-Bundesstaaten haben ein Ziel: die Einführung von Gold- und Silbermünzen als gesetzlichem Zahlungsmittel.

Die innenpolitische Dimension dieser Vorhaben ist brisant, stellt sie doch den Dollar – ursprünglich ja selbst ein Gewicht – als inflationäre und potentiell wertlose Papierwährung an den Pranger und entzieht so auch der US-Notenbank das Vertrauen. Auch der «Goldcrash» vom April hat an der grundsätzlichen Möglichkeit, Gold als Geld zu benutzen nichts verändert. Goldmünzen sind in den USA gerade jetzt gefragt und an vielen Verkaufsstellen bereits ausverkauft.

Die wohl größte Geldrebellion im Westen hat noch immer zahlreiche Fürsprecher – darunter namhafte Politiker, Journalisten und Rechtsanwälte. Den Geldrebellen geht es dabei nicht um Spekulation oder die um das kurzfristige Horten von Gold, sondern darum, das «bessere» Geld laut den Goldbefürwortern auch praktisch in Umlauf zu bringen. Hierbei wehrt sich die Bewegung gegen das Image, man wolle die Zeit zurückdrehen und dass nur elektronisches Geld modern sei.

Natürlich würde die Infrastruktur eines Staates die zeitgemäße Neuordnung des Geldwesens ermöglichen. Als gesetzliche Zahlungsmittel würden Goldmünzen auch keiner Steuer unterliegen. Zudem wären begleitende Maßnahmen wie elektronische Zahlungssysteme auf Goldbasis lukrativ und damit wäre schlussendlich ein System denkbar, dass sogar ganz ohne Banken auskommt.

In den letzten Tagen gab es bei dem amerikanischen Goldprojekt allerdings einen empfindlichen Rückschlag. Die Gouverneurin von Arizona, Jan Brewer, hat kurz vor Einführung der neuen Währung in Arizona ihr Veto eingelegt. Sie teile zwar den Zweifel am Wert des Dollars, meinte die Politikerin, sehe aber noch steuerrechtliche und budgetrechtliche Probleme. Es wird jetzt natürlich spekuliert, ob die Republikanerin auch Druck aus Washington bekommen habe.

Die Demokraten in Arizona hatten bereits Anfang Mai die Ablehnung des Projektes angekündigt, sich aber parlamentarisch nicht durchsetzen können. Ihr Argument war dabei, dass die US- Bürger nicht ein «offizielles» Signal erhalten sollten, wonach Gold und Silber sicherer wären als der US-Dollar. Der demokratische Senator Steve Gallardo verkündete dann auch kurzerhand, das Projekt sei «zu extrem» und «es werde nicht gebraucht».

Die politischen Debatten gehen in den USA weiter, aber die handfesten Argumente, die nur ein erfolgreicher Praxistest bringen könnte, lassen noch auf sich warten. De facto hat – trotz intensiver Bemühungen einiger weiterer Bundesländer entsprechende Gesetzgebungen einzuleiten – nur Utah die Goldwährungen bisher offiziell anerkannt.

Auch dort gibt es Rückschläge, denn der Staat hat bisher keine offizielle «Tauschstationen» eingerichtet und noch immer akzeptiert der Einzelhandel im Land kein Gold. Es bleibt also spannend, ob die Goldbewegung in den USA den Praxistext besteht und sich ihre alternative Geldpolitik trotz aller Widrigkeiten wirklich durchsetzt.

Weitere Hintergründe zur Rolle der Währungen und dem letzten «Goldcrash» in der nächsten COMPACT-Ausgabe.

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