Im Dortmunder Stadtrat herrscht Inquisitionsstimmung: CDU-Ratsfrau Regine Stephan schrieb für COMPACT-Online über den Einfluss neomarxistischer Kulturideologie und solidariserte sich mit der AfD.  Eine Tageszeitung bezeichnet das als “Tabubruch”.

    Es herrscht Panik auf der Titanic, oder genauer: Im Dortmunder Stadtrat. Dort versuchte der Grüne Wolfang Frebel einen Hexenprozess zu triggern, zeigte auf die CDU-Ratsfrau Regine Stephan – ganz so als sei sie die leibhaftige Antichristin.

    Davon ist die 66jährige Ex-Geschichtslehrerin allerdings weit entfernt. Selbst Fraktionschef Ulrich Monegel muss zugeben, dass Frau Stephan eine „sehr liebenswerte, ältere Dame“ sei, die zwar manchmal konservative Positionen einnehme, „sonst sehr dezent“ sei. Sein Fazit: „Bis jetzt gab es wenig Auffälligkeiten.“

    Welcher Tabubruch aber versetzte die grünen Demoktratiefeinde dann in Hassstimmung? – Es sind exkat zwei. Erstens: Frau Stephan schrieb kürzlich für COMPACT-Online den Artikel Der Kommunismus war nie wirklich weg, er hat sich nur versteckt und ließ sich auch noch mit Chefredakteur Jürgen Elsässer auf der Leipziger Buchmesse fotografieren (s.o.). Gipfel des Grauens: Sie postete das Foto auch noch stolz auf ihrer Facebook-Seite.

    Schon schichtete die RheinRuhr-Zeitung in einem Artikel gehorsamst den Scheiterhaufen für die publizistische Hexenverbrennung. Dazu zitierte sie einen besonders ,anstößigen’ Abschnitt aus Frau Stephans Gastkommentar: „Den wenigsten Frauen heutzutage ist ja bewusst, dass ihre Anstrengungen um Gleichheit, Freiheit und Selbstverwirklichung nur geschickt getarnte kommunistische Parolen sind, um die bürgerliche Gesellschaft zu zerstören“.

    Die Autorin führt als Beispiel an: „vor gar nicht langer Zeit“habe sie einer Veranstaltung beigewohnt, „wo ahnungslose CDU-Frauen knallharte marxistische Redner gar nicht in Frage stellten, sondern artig beklatschten!!“ Angeblich handelt es sich um eine Anspielung auf die jüngste Veranstaltung der Frauenverbände, denen Stephans Ratskollegin, Justine Grollmann (CDU), vorsitzt.

    Diese Veranstaltung – wie auch die vorherige – galten dem originellen Thema „Frauen gegen Rechtspopulismus“ Auf ihr hatte u.a. der Autor Daniel Pascal Zorn über den „Umgang mit Rechtspopulisten“ referiert. Männer durften diese Veranstaltung übrigens nur als Redner, nicht aber als Zuhörer betreten… (Das erinnert an den rassistischen „Cotton Club“ im New York der 1920er Jahre: Dort erhielten Farbige nur als auftretende Musiker und Tänzer Einlass, nicht aber als Publikum.)

    Der zweite Vorwurf bezieht sich ebenfalls auf das Frauen-gegen-Rechtspopulismus-Event. Für die AfD war dies nämlich eine „einseitig polemisierende Anti-AfD-Veranstaltung“, folglich eine „Verletzung der staatlichen Neutralitätspflicht durch die Stadt Dortmund“. Die Parteien NPD/Rechte teilten diese Auffassung und wollten sogar eine Resolution verabschieden gegen die Schikanierung missliebiger Parteien unter dem Deckmantel des Anti-Rechts-Kampfes.

    Als es zur Abstimmung kam, stimmte Frau Stephan für die Resolution. Als Fraktionskollegen sie darauf ansprachen, erklärte sie, sich vertan zu haben. Mag sein. Aber selbst, falls nicht: Wenn man einer Solidaritätsaktion für Neutralität und gegen Diskriminierung einer demokratischen Partei (AfD) zustimmt, ist man noch lange kein NPD-Fan!

    Hier ging es um Unterstützung der AfD, die eigentlich von den anderen Parteien des sogenannten demokrataischen Spektrums hätte kommen müssen! Aber leider ist denen ihr Ideologiekrieg wichtiger als die gebotene Neutralität. So oder so: Es ist eine Schande für CDU, SPD, Grüne, FDP, Linke, diese notwendige Erinnerung an demokratische Spielregeln ausgerechnet der NPD überlassen zu haben.

    Lachnummer SPD - COMPACT-Magazin April 2018

    Lachnummer SPD. Von der Volkspartei zur Kasperbude
    COMPACT-Magazin April 2018

    Kommentare sind deaktiviert.