Immer mehr Städte sind von Dieselfahrverboten betroffen. Sie zu kontrollieren, wurden jetzt elektronische Überwachungen ins Gespräch gebracht (COMPACT berichtete, auch darüber, dass die von den Verboten betroffenen Zonen, die Umwege vonnöten machen, am Ende die Emissionen erhöhen, anstatt sie, wie beabsichtigt, zu senken). Wer ist für diesen Wahnsinn, diesen Feldzug gegen die Autoindustrie verantwortlich, der die Bürger entmündigt und enteignet, den bedeutendsten Wirtschaftszweig Deutschlands in Geiselhaft nimmt? Die Deutsche Umwelthilfe (DHU).

    Und es wird Zeit, diese Organisation einmal unter die Lupe zu nehmen: In seiner Selbstdarstellung schreibt der 1975 gegründete Verein, die DUH sei eine nichtstaatliche Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation in Deutschland, eines der Deutschen Mitglieder des Europäischen Umweltbüros (EEB) in Brüssel – und gleichzeitig ein klageberechtigter Verbraucherschutzverband nach dem Unterlassungsklagegesetz (UKlaG).

    Ein gemeinnütziger Öko-Verein, der zudem ein Abmahnbüro ist? Dazu schreibt der Berliner Tagesspiegel am 3. April unter dem Titel „Millionen mit Abmahnungen – Die guten Geschäfte der Deutschen Umwelthilfe“, wie der Öko-Verein DUH mit zahlreichen Abmahnungen seine Kasse füllt – und dies mit dem Versagen des Staates rechtfertigt. Und in der Tat: „Mit dem Abmahngeschäft nimmt die Umwelthilfe Millionenbeträge ein. Von Jahr zu Jahr wird es mehr: 2014 waren es 2,323 Millionen Euro, im Jahr zuvor 1,790 Millionen, 2009 waren es noch 676 000 Euro. Diese Gelder haben zunehmend mehr Anteil am Etat der Organisation. Die Einnahmen aus dem ,Verbraucherschutz‘, wie sie die Umwelthilfe in ihren Jahresberichten nennt, machten 2014 insgesamt 28 Prozent aller Einnahmen aus, 2013 waren es 22 Prozent.“

    Und ihre Gallionsfigur, Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch, erläutert, wie die Umwelthilfe vorgeht: „Wir haben ständig etwa fünf Mitarbeiter dafür im Einsatz.“ Sie seien fest angestellt, arbeiteten nicht auf Provisionsbasis. Insgesamt sind es mit Ehrenamtlichen rund 100. Sie durchforsten das Internet auf Angebote mit Verstößen gegen allerlei Verordnungen. Es werden Mahnverfahren eingeleitet, wenn die Rücknahmepflicht von Elektroaltgeräten verletzt wird, Makler ihren Informationspflichten aus § 16 a Energieeinsparverordnung (EnEV) nicht nachkommen, bei Wettbewerbsverstöße und vielem mehr. Es sind Mitarbeiter auch im Außendienst tätig, besuchen Autohäuser, den Einzelhandel. Und die für Abmahnungen zuständige Abteilung ist durchaus fleißig: 2015 gingen 1265 Abmahnungen heraus, von denen es 438 Mal ins Gericht schafften. Im Jahr davor waren es 1234 bei 386 Verfahren.

    Dabei schießt die DUH wohl auch weit über den „guten Geschmack“ hinaus, um Gelder zu generieren: So hat sich der Zentralverband des Kfz-Gewerbes bereits bei EU-Klimakommissar Miguel Arias Canete über das Geschäftsgebaren beschwert. Sie reklamiere Verstöße, die nicht nachvollziehbar seien. Aufgrund der unsicheren Rechtslage, die sie für das eigene Geschäftsmodell missbrauche, habe die DUH allein bei Autohändlern in den vergangenen sechs Jahren rund vier Millionen Euro mit Abmahnungen kassiert; selbst banalste Verstöße würden geahndet. Die EU-Kommission sei hier gefordert, dieser „Abmahnindustrie den Nährboden zu entziehen“.

    Bislang jedoch lässt sich die Regierung am Nasenring durch die Manege einer „Firma“ führen – und von Leuten wie deren Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch, der nicht einmal 0,0003 Prozent der Bevölkerung dieser Republik vertritt und dazu auch gar nicht legitimiert ist. Der sich ein ganzes Land samt seiner rund 82 Millionen Bürger sowie die gesamte Autoindustrie zur Beute genommen hat, der vermeint, die Geschicke unseres Landes zu lenken. Das nennt man Größenwahn. In der Süddeutschen liest sich das so: „Zuweilen wird der DUH mangelnde Trennschärfe zwischen gemeinnützigen und kommerziellen Aktivitäten vorgeworfen. So hatte die Umwelthilfe jahrelang über ihre Umweltschutz-Service GmbH den Autokonzern Daimler-Chrysler in Umweltdingen beraten. Gleichzeitig durfte die Deutsche Umwelthilfe e.V. jedes Jahr im Geschäftsbericht des Konzerns dessen ökologische Aktivitäten unzensiert bewerten.“

    Bei ihrem Kampf um das Dosenpfand erhielt sie Geld von mittelständischen Brauern und einem norwegischen Unternehmen, welches Apparate für die Rücknahme der Pfandflaschen herstellt. Bei ihrer Kampagne für rußfreie Dieselautos floss Geld von Firmen, die Rußpartikelfilter herstellen. Da hat man anders als die herausgestellte „Gemeinützigkeit“ keine Berührungsängste, wenn solche „Allianzen uns helfen, unsere Ziele durchzusetzen“, wie es in einem internen Selbstverständnis-Papier der DUH von 2012 heißt. „Es führt immer in Interessenkonflikte, wenn ein Umweltverband Geld aus der Wirtschaft nimmt“, kritisiert Tobias Münchmeyer von Greenpeace Berlin.

    In der Tat: Es riecht nach Geschmäckle. Dazu zitierte die Financial Times Deutschland Resch bereits 2009: „Wir haben ein gutes Netzwerk, feine Drähte in die Politik und die Wirtschaft.“ Lobbyist aber sei er nicht, so sich der als fünfte Gewalt im Staate aufspielende Resch. Das sieht die Süddeutsche Zeitung anders: „Von ,guten‘ Unternehmen nahm und nimmt man bereitwillig Spenden an, ,schlechte‘ Unternehmen werden gnadenlos an den Pranger gestellt.“ Dennoch betont Resch, für das Gemeinwohl zu kämpfen. Darunter verstehen er und seine Mannen das Logieren in schlossähnlichen Residenzen am Bodensee und elitären Anwesen in Berlin und Hannover.

    Darunter versteht die DUH, die durchschnittlich etwa 250.000 Euro pro Jahr für die Förderung von kleinen und mittleren Natur- und Umweltschutzprojekten ausgibt, den Bruchteil dessen, was sie einnimmt. Denn laut Tagesspiegel verfüge die DUH über ein Jahresbudget von rund 8,1 Millionen Euro, wovon knapp 17 Prozent von Spendern, 38 Prozent aus Projektzuschüssen (Steuergeldern) und 30 Prozent vom Verbraucherschutz stammten. Laut NABU gibt die Deutsche Umwelthilfe aber gerade einmal drei Prozent der ihnen anvertrauten Gelder für konkrete deutsche Umweltschutzmaßnahmen aus. Da darf man wohl die Redeweisheit anwenden: Nepper, Schlepper, Bauernfänger.

    Die Deutsche Umwelthilfe? Eine Mogelpackung mit einem Geschäftsführer, der sein Studium der Verwaltungswissenschaft abbrach, der sich selbst als „Vielstflieger“ bezeichnet – und damit zu den größten Umweltverschmutzern des Landes gezählt werden darf: „Meine persönliche Klimaschutzbilanz ist schlecht, daraus mache ich keinen Hehl. Das ist aber leider eine Folge meiner nationalen wie internationalen Umweltarbeit“, rechtfertigt sich der Mann gegenüber spiegel.online. Vielstflieger zwischen seinem „Schloss“ am Bodensee und seinen gediegenen Hauptstadt-„Büros“. Wir sind beeindruckt und dankbar, wie sehr dieser Umweltschützer um unser Gemeinwohl bedacht ist und verzeihen ihm, wenn er dabei Wasser predigt und Wein säuft. Man könnte aber auch den Spieß umdrehen und ihn ersteres saufen lassen – mit einem Stück Brot dabei, wenn sich einmal Transparency International seiner dubiosen Geschäfte annimmt und sie der deutschen Staatsanwaltschaft ans Herz legt, um zu durchleuchten, wie Reschs One-Man-Show zur Vernichtung von Mittelstandsunternehmen und ganzer Industriezweige samt der dort Beschäftigten und ihrer Familien führt.

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