„Die Wanne ist voll“ – Staatsschutz ermittelt gegen „jecke“ Asylkritiker

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Im Karneval, der fünften Jahreszeit, fühlt sich der Rheinländer frei und sorglos. Da wird getrunken, gelacht, gesungen und – mutig vom Bier, anonym durchs Kostüm – vieles gesagt, was man sich sonst nicht wagt. War der Karneval ursprünglich noch Festakt der Befreiung und der Herrschaftskritik, so ist er in Merkels DDR 2.0 zur systemkonformen Haltungsolympiade geworden. Echte Systemkritik ist verboten, wie der jüngste Fall zeigt….

Ein kleiner Karnevalsumzug im Stadtteil Dudweiler bei Saarbrücken: Am Straßenrand stehen Kinder mit ihren Eltern, Cowboys, Prinzessinnen, Marienkäfer und Clowns. Vorbei fährt ein Mottowagen, fast unscheinbar, künstlerisch im Bereich eines Gemeinschaftsprojektes der 7b. Doch die Botschaft des Wagens, die erregt die Gemüter. Bundesweit wird nun diskutiert über die Konstruktion aus Pappe und Uhu. Auf dem Wagen zu sehen ist eine Badewanne, darin sitzen offenbar „bärtige Gestalten mit Turbanen“ (Rheinische Post), die sich im Schaum wälzen. Auf der Badewanne prangt der Schriftzug: „Die Wanne ist voll!“. Eine eindeutige Anspielung auf das „volle Boot“, die MS Deutschland…. Eisberg voraus!

Oh, oh, oh… Hat sich da etwa eine Karnevalstruppe nicht an die Regeln gehalten? Abgesprochen war doch, regierungs- und systemkritische Mottowagen vorher beim „Reichsleiter für buntdeutsches Schrifttum“ Heiko Maas anzumelden und dabei keinesfalls „echte“ Kritik an der herrschenden Merkel-Diktatur zu üben – vor allem die Asylpolitik von St. Angela sollte tabu bleiben! Warum fällt es den Rheinländern nur immer so schwer, beim politisch korrekten Limbo unter der Stange durch zu tänzeln? Wissen die denn nicht, wo die Grenze ist? Können die denn nicht zwischen demokratischen „Schenkelklopfern“ und blankem Rassismus unterscheiden?

Foto: Screenshot Facebook

Die Rheinische Post kommentiert ebenfalls empört: „Wegen der mutmaßlich fremdenfeindlichen Botschaft sei auch der Staatsschutz eingeschaltet worden, sagte ein Polizeisprecher der Saarbrücker Zeitung. Ob ein Straftatbestand vorliege, müssten die Ermittlungen ergeben.“ Was der wohl noch so gesagt hat, der Polizist? Mal gucken… In der Saarbrücker Zeitung heißt es zum „Delikt“:

„Auf dem Zuber steht: „Die Wanne ist voll“ – eine Umwandlung des Ausspruchs „Das Boot ist voll“, den Gegnern des Flüchtlingszuzugs verwenden. Da das Motiv den Verdacht der Fremdenfeindlichkeit erfülle, sei auch der Staatsschutz der Polizei eingeschaltet worden. „Wir nehmen die Sache sehr ernst“, sagte ein Polizeisprecher der SZ. Ob und wenn ja welcher Straftatbestand vorliege, müssten die laufenden Ermittlungen zeigen.“ (Hervorhebung COMPACT)

Vergeblich sucht man hier den Hinweis, dass es sich bei diesem Artikel um Satire handelt. Der erste April ist auch noch paar Monate entfernt. Bleibt nur ein Schluss: Die meinen das ernst! Nur damit das nochmal klar wird: Während die Kollegen der Polizei in den Karnevalshochburgen links und rechts des Rheins alle Hände voll zu tun haben mit jungen Zuwanderern, denen die Karnevalszeit offenbar besondere Freuden bereitet, und Besoffskis aller Art, denen die dritte Flasche Korn offenbar besondere Probleme bereitet, soll sich die Republik über diesen Mottowagen aufregen. Vor dem geistigen Auge springt das Maas-Männchen auf die Straße: Halt, Stop! Alles anhalten! Musik aus! Und hört auf, Bonbons zu werfen, verdammt nochmal! So! Wer hat diesen Wagen gebaut? Sie? Mitkommen! *Handschellen klicken*…

Frau von Storch gehörte zu den wenigen Kommentatoren, die die richtigen Worte fanden:

Foto: Screenshot Twitter

Und jetzt, liebe Leser, passen Sie mal auf, welche ECHTEN Skandale in der ganzen künstlichen Aufregung um den Asyl-Protest aus Pappmaschee hinten runter gefallen sind. Übelste Hetze gegen die AfD ist nämlich auf praktisch allen Karnevalsumzügen der letzten Jahre Pflicht gewesen, wie Sie hier sehen:

Foto: Screenshot Twitter

Foto: Screenshot Twitter

Foto: Screenshot Twitter

Ja, so mag das der Herr Maas! Da kullert dem Reichszensurminister sogar die ein oder andere Freudenträne, bei soviel „Haltung“ und „Mut“ und „Zivilcourage“. Und die AfD, ganz ehrlich, die hat das doch auch voll verdient, so in Endlosschleife als kackbraune Nazi-Truppe vorgeführt zu werden. Ist ja auch nicht so, als wenn diese Verleumdungskampagne durch die endlose Wiederholung irgendwie Reiz, Wirkung und Witz verlieren würde. Nein, da muss immer voll drauf gehauen werden mit der Nazi-Keule, Gott sind wir demokratisch! Haaach, schön!

Ähh… hat da nicht mal jemand was von Stasi 2.0 gesagt?

Compact-Magazin Februar 2018 Stasi 2.0

Über den Autor

Marc Dassen

Marc Dassen wurde 1989 in Aachen geboren und hat Anfang 2015 sein Studium der Geschichte und Philosophie mit dem Bachelor-Grad abgeschlossen. Seither arbeitet er als Journalist für COMPACT-Magazin.

 

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