Das Wort der Menschenrechte wird in Deutschland überall im Munde geführt. Man staunt nicht schlecht, was heutzutage so alles zu den Menschenrechten gehört, und wie sich das Inhaltliche, von dem noch zu sprechen sein wird, verändert hat. Oftmals wird das Postulat der Menschenrechte in der Kombination unveräußerliche Menschenrechte benutzt. Der Zusatz macht zwar den Inhalt des Postulats nicht eben klarer, sondern bedeutet lediglich, dass hier etwas erwähnt wird, was einfach da ist und folglich nicht diskutiert werden kann. Nun denn, diskutieren wir es.

    Mit der Ansicht, dass jeder Mensch der Träger individueller Rechte sei, betritt der neuzeitliche Mensch das Panoptikum der Weltgeschichte, jedenfalls in dem Teil der Erde, der sich damals als der Nabel der Welt wähnte. Ich reite auf dieser geografischen Einschränkung herum, weil ich gleich aufzeigen werde, dass die Sache mit den Menschenrechten tatsächlich örtlich begrenzt war und keineswegs universell (= überall auf der Welt geltend) ist.

    Mit den Menschenrechten untrennbar verbunden war die Erkenntnis des Ich: Ich bin der Träger dieser Rechte. Sie gelten speziell für mich. Der mittelalterliche Mensch (in unseren Breiten) hätte über diese Aussagen gestaunt, wenn er sie denn überhaupt verstanden hätte. Um auf dem Teppich zu bleiben, sollte man hinzufügen, dass die Erkenntnis des Ich nicht das Anknipsen einer neuen Beleuchtung des Menschscheins war, sondern ein mühsamer, langwährender Prozess, den man heute als Aufklärung bezeichnet.

    Die Aufklärung ist Gegenstand von Lob und Abscheu. Vor allem Konservative haben viel Tinte verspritzt, dass Negative herauszustreichen. Doch wie immer man schmollen mag, es ist kaum zu leugnen, dass die Aufklärung und die in ihrem Gefolge postulierten Menschenrechte in der Neuzeit in unseren Breiten einen ungeheuren Siegeslauf genommen haben. Die abendländische Kultur war mit diesen neuen Bausteinen so erfolgreich, dass ihre Protagonisten in der Lage waren, den Versuch zur Beherrschung der Welt zu wagen. Auch das geschah nicht mit einem Schlag, sondern entwickelte sich über einige wenige Jahrhunderte.

    Einen ersten Ausflug in die praktische Politik unternahmen die Menschenrechte in der US-amerikanischen Unabhängigkeitserklärung von 1776. Sie blieben – bei Lichte betrachtet – zunächst US-zentriert. Erst später nahmen sie als Teil des missionarischen American way of life ihren Weg in die Welt. Marksteine wurden das amerikanische Eingreifen in den im wesentlichen europäischen Ersten Weltkrieg und dann erst recht in den Zweiten Weltkrieg. Diese Aktivitäten beruhten auf dem Glauben, einen Kreuzzug zur Durchsetzung der Menschenrechte führen zu müssen.

    Mit dem US-Präsidenten Franklin Roosevelt (Amtszeit 1933-45) kamen die Menschenrechte auf der Weltbühne an. Roosevelt schwebte die Einsetzung einer Weltregierung (unter seiner Leitung) vor. Die sollte die Fackel der Menschenrechte auch den letzten dunklen Winkel der Welt bringen. Zu diesem Zweck betrieb er die Gründung der Vereinten Nationen, die heute noch so genannt werden, obwohl sie gar nicht so heißen.

    Roosevelt erlebte das Scheitern seiner Idee nicht mehr, denn im April 1945 starb er. Nunmehr setzte der sowjetische Diktator, den die Amerikaner in ihrer Menschenrechts-Verblendung Uncle Joe nannten, durch, dass von der Weltregierungsidee nicht viel übrig blieb, sondern nur ein Staaten-Club, die UNO, in der fünf Staaten – einer davon war die Sowjetunion – das Sagen haben würden. Und damit er nicht überstimmt werden konnte, ließ Stalin sich ein Veto-Recht einräumen.

    Derart organisatorisch abgesichert, hatte er wenig einzuwenden, dass sich die Mitglieder der UNO den Menschenrechten verpflichteten und an der einschlägigen Erklärung berauschten. Es war für ihn und zahlreiche andere nichts als eine Absichtserklärung ohne Folgen. In den nächsten Jahrzehnten schien die amerikanischen Menschenrechtsoffensive unaufhaltsam Land um Land zu gewinnen. Zumindest sah es so aus. Das lag daran, dass Menschenrechte und Wohlstand wie ein Tandem auftraten.

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    Spätestens in den 1980-er Jahren wurde die Diskrepanz offensichtlich: Menschenrechte und Wohlstand waren nicht voneinander abhängig. Das Tandem wurde beiseite gestellt, nur noch besonders hartgesottene Menschenrechts-Missionare glaubten an seine Funktionsfähigkeit. 1995 ist der US-Politologe Samuel Huntington mit einer spektakulären Studie The Clush of Civilizations (dt. Titel: Kampf der Kulturen) gegen die
    amerikanischen Weltbeherrschungs-Phantasien aufgetreten. Bei diesem Rundumschlag wurde auch mit der Legende von den universell geltenden Menschenrechten aufgeräumt.

    Die Erkenntnisse aus Huntingtons Mammutwerk, in wenigen Sätze zusammengefasst, lauten so: Die Ideologie der Menschenrechte ist ausschließlich eine Veranstaltung der westlichen Welt. Andere Kulturen, namentlich die orthodox-russische, die chinesische, die indische, die japanische, die mohammedanische stehen dem Postulat der Menschenrechte ablehnend bis feindselig gegenüber. Vertreter dieser anderen Kulturen halten die Menschenrechts-Ideologie für eine Propagandawaffe, um ihnen den westlichen Willen aufzuzwingen. Die wirtschaftlich steile Aufwärtsentwicklung, vor allem in Ostasien zeige, dass Menschenrechte und Wohlstand nichts miteinander zu tun hätten.
    Diesem Befund ist wenig entgegenzusetzen.

    Im Gegenteil: die von den Menschenrechts-Offensiven der USA betroffenen Länder geben klar zu erkennen, dass sie sich gegen Beglückungen der genannten Art mit der Waffe in der Hand wehren werden. Im Nahen und Mittleren Osten und in Ostasien wird diese Lektion derzeit für jedermann erkennbar erteilt. In den USA haben die dortigen strategischen Chefdenker bereits kurz nach der Jahrhundertwende die theoretischen und praktischen Konsequenzen gezogen: Sie vertreten nunmehr, dass es für die USA vorteilhafter sein kann, mit stabilen Diktaturen (die mit den Menschenrechten nichts am Hut haben) zusammenzuarbeiten, denn mit instabilen Demokratien.

    Apropos instabile Demokratie. Deutsche Politiker halten an der Fiktion der universalen Geltung der Menschenrechte gusseisern fest. Außen wie innen. Das Mantra der Menschenrechte geistert durch Absichtserklärungen und Belehrendes, wenn sich Medienschaffende, Politikdarstellende, Menscheninslandholende und CO2-Absondernde in einer Art Dauerschleife ans niedere Volk wenden, das – selbstredend aufgehetzt durch Populisten – die Einhaltung des Rechtsstaats fordert. Denen gegenüber spricht man von den universalen Menschenrechten, die es zu beachten und einzuhalten gelte.

    Menschenrecht auf Dauerversorgung aus Steuer- und Sozialkassen, Menschenrecht auf ungebremste Einreise, Menschenrecht auf sexuelle Handlungen an Kindern und Tieren, Menschenrecht auf Ehe mit Jedermann und Jedersache und beliebig Vielen, Menschenrecht auf Gewalt gegen Andersdenkende (allerdings nur von Fall zu Fall), Menschenrecht auf Manipulation von Wahlen, Menschenrecht auf Lüge (wenn’s der guten Sache dient), Menschenrecht auf gewaltsame Herstellung von Menschenrechten in Afrika und Asien (weil alle so schrecklich gleich sind, und die armen Eingeborenen nicht wissen, was für die gut ist), Menschenrecht auf Leugnung von Naturgesetzen, Menschenrecht auf die Verbreitung von Geschichtslügen. Die Liste lässt sich fortsetzen.

    Die Geltung der Menschenrechte ist, der Leser weiß es, zur öden Propaganda verkommen. Wer die Menschenrechte in den Mund nimmt, will dirigieren, verbieten, die freie Meinung und deren Äußerung beschneiden. Wer das Mantra der Menschenrechte hinterfragt, ist – na raten Sie mal – ein Rechtsextremist (vulgo: Nazi, Faschist oder sonst noch was). Stimmt nicht? Doch stimmt. Ich empfehle die offizielle Homepage des Bundeamtes für Verfassungsschutz. Da steht es: Unter Rechtsextremismus werden Bestrebungen verstanden, die sich gegen die im Grundgesetz konkretisierte fundamentale Gleichheit der Menschen richten und die universelle Geltung der Menschenrechte ablehnen.

    Ja, da staunt der Laie, und der Fachmann wundert sich. Denn im bislang noch geltenden Grundgesetz ist weder von der fundamentalen Gleichheit der Menschen die Rede, sondern nur davon, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind (Art. 3 Abs. 1 GG), geschweige denn von der universellen Geltung der Menschenrechte, sondern ganz im Gegenteil vom örtlichen Geltungsbereich des Grundgesetzes. Dieses gilt nicht universell, sondern in den ausdrücklich und namentlich aufgezählten Bundesländern und nur dort. Doch aufgepasst, wenn Sie es wagen, das festzustellen, und zudem die Dreistigkeit besitzen, sich aufs Grundgesetz zu berufen, sind Sie ein Rechtsextremist. Willkommen im Club der Nazis.

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    13 Kommentare

    1. Gesslers Hut an

      "frauenrechte"

      Sind diese den "Menschenrechten" übergeordnet, untergeordnet oder ist das nur was völlig anderes? Sofern frauenrechte Bestandteil der Menschenrechte sind, fehlte allen anderen da nicht ein großes Stück vom Gesamtkuchen? Männer hätten dann (eingeschränkte?) Menschenrechte, alle außer die, die explizit für frauen gedacht sind?.

      Kann es sein, dass frauen keine Menschen sind und deshalb eigene Rechte brauchen? Und überhaupt, warum gibt es dann keine "Männerechte"?

    2. Die Idee daß der Mensch der Natur übergeordnet ist und sich deshalb alles gegen die Natur erlauben kann, kam mit der Christianisierung auf! Diese – rein europäische – Ideologie lehnte ja die traditionellen Naturgötter ab und stellte den Menschen in den Mittelpunkt: "Der Mensch ist die Krone der Schöpfung", "Macht euch die Erde (Natur) untertan", "Lehret alle Völker" (Mission, Weltvormachtstellung), "Seid fruchtbar und mehret euch" (Der "richtige" Glaube benötigt mehr Gefolgsleute als andere (Religionen), sowie Glaubenskämpfer, Folge: Verbot der Geburtenkontrolle, Überbevölkerung, mit Mission: Gründung von Kolonialreichen, Nichtchristen = Menschen 2. Klasse)
      Der Kampf der französischen Revolution richtete sich anfangs auch sehr stark gegen die Kirche, die Vormachtstellung des Menschen gegenüber der Natur wollte man aber nicht aufgeben! Deswegen erfand man die Menschenrechte als Ersatz. Das führte letztlich dazu daß die christliche Ideologie nicht aufgegeben, die Naturreligion nicht wiedrerstarkt ist. Spätestens mit der Krönung Napoleons durch den Pabst war ein wichtiger Teil der Revolution vergessen.
      Die USA sind ein durch und durch christlich-monotheistischer Staat und von der Misionsidee besessen. Aber es macht und tarnt sich besser, sich auf die Menschenrechte zu beziehen un seine Weltherrschaftsgelüste zu realisieren.
      Weil der Islam ähnlich tickt hat er das auch am gründlichsten durchschaut.

      • 2. Die anderen Kulturen treibt eher ein instiktiver Mißtrauen dem gegenüber, ähnlich dem chinesischen Kaiser, der sich im MA die christliche Religion ansah und dann verbot.

        Monotheismus oder Menschenrechte, es läuft auf das Gleiche hinaus: Weltbeherrschung durch eine alleinige Macht, hier die USA. Und um die Gleichheit aller Menschen zu realisieren muß man sie idealfalls gleich machen! American way of living ersetzt alle gewachsenen Kulturen der Völker. Und das geht am Einfachsten indem man sie in einem Völkerbrei auflöst.

        Das ist aber nicht alles! Die Eistellung gegen die Natur, die Höherstellung des menschlichen Lebens über alles Andere hat schon heute zu einer katastrophalen Übervölkerung des Planeten geführt. Alle Umweltprobleme der heutigen Zeit lassen sich einzig DARAUF zurückführen. Aber kein Umweltschützer spricht das an! Das Problem wird totgeschwiegen. Im Gegenteil, es gibt noch Traumtänzer, die behaupten, der Planet könne auch 14Mrd. vertragen! Ohne jeden Rest von Natur!

        • Gesslers Hut an

          Sie selber haben sich der Natur doch am weitesten übergeordnet und kriegen es nicht mal mit.

          Oder was ist "erzwungene Geburtenkontrolle", oder die irre Anmaßung, Föten geschlechtsspezifisch in gut oder schlecht zu unterteilen?

          Mit Naturverbundenheit hat das alles nichts zu tun. Es geht eher um die Angst davor, dass ihnen ein anderes Huhn die Körner wegpickt. Statt die Natur zu respektieren, diese entscheiden zu lassen (mit ihr in Einklang zu leben), rufen sie Frankenstein*innen zu, sie mögen doch bitte überflüssige Hühner im Suppentopf entsorgen, (damit sie selber sich weiterhin schön satt picken können).

        • Gesslers Hut an

          "frauenrechte"

          Sind diese den "Menschenrechten" übergeordnet, untergeordnet oder ist das nur was völlig anderes? Sofern frauenrechte Bestandteil der Menschenrechte sind, fehlte allen anderen da nicht ein großes Stück vom Gesamtkuchen? Männer hätten dann (eingeschränkte?) Menschenrechte, alle außer die, die explizit für frauen gedacht sind?.

          Kann es sein, dass frauen keine Menschen sind und deshalb eigene Rechte brauchen? Und überhaupt, warum gibt es dann keine "Männerechte"?

    3. Yamashita Tomoyuki an

      "Menschenrechte" sind das Alibi der Unzulänglichen zur Rechtfertigung ihrer schädlichen Existenz, zum Zwecke der moralischen Diskreditierung des Feindes und – ideologisch instrumentalisiert – zum Zwecke der Dekonstruktion des organisch-historischen und parallelen Rekonstruktion eines sozialtheoretisch bestimmten Menschentyps. Daher sind Begriffe wie "Mensch", "Menschlichkeit", "Menschenrechte" und "Mensch-Heit" niemals in ihrer ursprünglichen Bedeutung, sondern als ideelle und ideologische Kunst(be-)griffe zu sehen.
      Dass die große Masse jene Begriffe in ihrer ursprünglichen Bedeutung auffasst, ist ein gerne genutzter Trick des Feindes, um zu täuschen und seine Gegner als Schänder biologischen Lebens darzustellen.

    4. heidi heidegger an

      pah!, Art. 3 Abs. 1 GG override/(ist)überschriebäään durch Würde d. Menschen und ²StVO Art. 1: jeder Gastarbeiter hat sich (so) zu verhaltäään, dass kein Frollein uff da ²Gass an Silvester ditt Schmartfon geklaut wird usw.

      Die GVO (GV-Ordnung) regelt alles nähere äh weitere, hah! Also, Roewi: subsummierään und ableitään ischd das A&O bei die Juristerei wohl..tia-isso! Soki, hilf mir hier mal (bitte)! :-)

    5. DerSchnitter_Maxx an

      JA … correctement … da staunt der vermeintliche Fachmann und der Wunde leiert sich … !

      Diesem Artikel ist nichts hinzuzufügen – denn: "Nichts ist so wie es scheint, und manchmal scheint alles nichts zu sein" (M. Förster)

      "Menschenrecht" … ist nur ein hinterfotziges Mittel zum Zweck -von vielen- … der "Elite".
      Das ist -wirklich- alles ! ;)

      • heidi heidegger an

        sag ich auch immer zur Polizei nach d. Angaben zur Peron: *ansonsten verneinend!* LOL

    6. Unlängst stand ich (Ü 18) vor einem Tanzlokal in der Schlange.
      Mich ließ der Türsteher nicht rein,
      die Frau hinter mir ließ er rein.
      Begründung: Keine.

      War der Türsteher ein Rechtsextremist?

      • heidi heidegger an

        hihi, *Tanzlokal* – das ist WolfgangEggert old school Sprache. Nein, schuld war evtl. Dein donaldduck-outfit -> Matrosenbluse und untenrum nix! lel

    7. Sehr interessante Inhalte in diesem Beitrag.
      Überspringen wir die Analyse und fragen uns; was das denn jetzt bedeutet!?!
      Wahrscheinlich – gemäß dem letzten Absatz – den (quasi) Zirkelschluß, daß wir i.w.S. Mit der Ausübung wahrer Souveränität zwangsläufig zu einem Staatsfeind werden. Wie Paradox, so dies faktisch einer "politischen Autoimmunerkrankung" im diesen Staates entspricht – der ja angeblich nach Lehrmeinung maßgeblich auf dem Volk (Gesamtheit der Individuen) fußt.

      Dennoch bleibt festzustellen; daß ein jedes Gesetz einem Dogma gleichkommt, nur daß es sich im günstigsten Falle eben tatsächliCh mit dem gesellschaftlichen Konsens deckt.
      Ergo: ändert sich letzterer und die Ausgestaltung erstgenannter folgt entsprechend, löst sich beschriebener Widerspruch auf.
      Der ‘soziointelektuelle’ Entwicklungssprung, der wohl dafür nötig ist, erscheint mir allerdings gigantisch.