DHL-Express fährt Berliner Kampfkieze nicht länger an

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Fahrer werden bedroht und beraubt. Der Zustelldienst erklärt multikriminelle Gewaltbezirke zu No-Go Areas.

Leben im Angstraum: Mehr als eine halbe Million Straftaten listet die offizielle Polizeistatistik Berlins für das Jahr 2015. In den Bezirken Mitte, Tiergarten, im Wedding, in Spandau und Neukölln ist die Gefahr, auf der Straße Opfer eines Raubes oder einer Körperverletzung zu werden, am höchsten.

Auch für Paketzusteller gehören Drohungen, Erpressungen und Überfälle zum Alltag. Der Paketdienst DHL-Express zieht jetzt Konsequenzen und stoppt teilweise die Zulieferung in Gewaltkiezen.

Eine Sprecherin des Konzerns erklärte dem RBB: „Es ist leider zu Übergriffen auf Kuriere gekommen in der Vergangenheit, und es gab auch Betrugsversuche. Um sicherzustellen, dass die Sicherheit der Kuriere gewährleistet ist und die Sendungen der Kunden sicher ankommen, haben wir uns im Einzelfall zu dieser Maßnahme entschieden.“

Einzelfall? Ein Fahrer, der anonym bleiben möchte, offenbarte gegenüber dem Berliner Kurier: „Ich fahre alleine. Mir ist es nicht nur einmal passiert, dass ich in der Prinzenallee halte und kurz darauf drei Personen um mich herum stehen, mir ein Messer entgegen. Ich musste noch nicht zugestellte Pakete herausrücken.“

Nach Informationen des Kuriers „verweigert“ DHL-Express die Anlieferung von Paketen „in mindestens drei Berliner Kiezen, bestimmte Postleitzahlenbereiche werden angeblich nicht mehr angefahren“. Weiter heißt es: „Alle sollen sich im Wedding befinden.“ Diese Schilderung dementiert das Unternehmen. Nach Absprache mit den jeweiligen Versendern werde „fallweise entschieden, bestimmte Sendungen nicht mehr auszuliefern“, heißt es in einer Stellungnahme.

Der Standarddienst DHL-Paket stelle weiterhin alle Sendungen zu. Express-Kunden in unzustellbaren Bezirken müssen jedoch weite Wege auf sich nehmen. Wer im Wedding auf seine Sendung wartet, muss diese im 15 Kilometer entfernten Wilmersdorf abholen.

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http://www.berliner-kurier.de/25150218
http://www.rbb-online.de/panorama/beitrag/2016/11/dhl-boykott-berlin-wedding-raubueberfall.html

Über den Autor

Jürgen Elsässer

Jürgen Elsässer, Jahrgang 1957, arbeitete seit Mitte der neunziger Jahre vorwiegend für linke Medien wie Junge Welt, Konkret, Freitag, Neues Deutschland. Nachdem dort das Meinungsklima immer restriktiver wurde, ging er unabhängige Wege. Heute ist er Chefredakteur von COMPACT-Magazin. Alle Onlineartikel des Autors

 

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