Deutsche Sternstunden: Paul Beneke wird gefunden (1440)

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Paul Beneke war ein deutscher Kaperkapitän der Hanse und Ratsherr aus Danzig. Zu Unrecht stand er im Schatten von Klaus Störtebeker. Der mutige Seemann betätigte sich nämlich nicht als Pirat, sondern kämpfte stattdessen für die deutsche Hanse. Richtig berühmt wurde Beneke besonders als Kapitän der mächtigen Kraweel Peter von Danzig, die er ab Juni 1472 führte. Sein ganzes Leben bot Stoff für spannende Legenden. Dies begann schon mit seiner Auffindung.

Helden Geschichte

In diesem Heft widmet sich COMPACT zahlreichen bekannten und einigen fast vergessenen Helden des deutschen Volkes.

Lesen Sie dazu einen Auszug aus „COMPACT-GESCHICHTE Nummer 2: Deutsche Helden“ über Paul Beneke:

Beherrscher der Meere _ Paul Beneke (um 1440–1480)

Einst besaß Deutschland ein gewaltiges Handelsimperium. Die Herren der Hanse waren versierte Geschäftsleute. Wenn aber ausländische Mächte sie bedrohten, dann schlug ihre kampferprobte Flotte mit harten Männern zurück.

Der Danziger Kapitän Kurt Bokelmann bemerkt den Unfall sofort. In dieser nebligen Oktobernacht
1442 hat sein Kriegsschiff „Mariendrache“ auf der Ostsee versehentlich ein Boot gerammt und
versenkt. Obwohl er schnellstens mehrere Ruderboote aussetzen lässt, wird kein Überlebender gefunden. Erst im letzten Moment entdeckt man einen Weidenkorb, der zwischen Wrackteilen eingeklemmt auf dem Wasser treibt. In dem Korb liegt ein etwa anderthalbjähriger Junge. Bokelmann nimmt das Kind mit nach Danzig undübergibt es seinem Schwager, dem Ratsherren Johannes Beneke. Der gibt ihm den Namen Paul. Seine Eltern werden nie ermittelt, sodass Paul Beneke mit Recht von sich sagen kann: „Ich bin ein Kind der See.“

Schon mit 14 Jahren, nachdem er Lesen und Schreiben gelernt hat, beginnt seine Laufbahn als Schiffsjunge. Er nimmt an einer Seeschlacht gegen die Dänen bei der Ostseeinsel Bornholm teil und rettet seinem Kapitän im Nahkampf das Leben. Die Stadt Danzig (übrigens bis 1945 zu keinem Zeitpunkt Bestandteil Polens) gehört zum mächtigen deutschen Bund der Hanse, ein germanisches Wort, das soviel wie Gesellschaft oder bewaffnete Schar bedeutet. Seit Mitte des 14. Jahrhunderts ist es ihren Kaufleuten gelungen, einen gesamteuropäischen Markt zu schaffen, man besiegt die gefürchteten Piraten und kann sogar eine Großmacht wie Dänemark niederringen. Kontore und Handelshöfe der Hanse, zu der mehr als 80 Städte gehören, erstrecken sich von Oslo bis Nürnberg und von Nimwegen bis Nowgorod, ihre gemeinsame Verkehrssprache ist niederdeutsch.

Die gewerbliche Hanse-Schifffahrt wird immer wieder von feindlichen Mächten bedroht. Ihre Handelsflotte benötigt daher militärischen Schutz auf dem Wasser. Während in den Binnenstädten der Bürger nur dann zur Waffe greift, wenn seine Stadt unmittelbar bedroht ist, sonst aber den Kriegsdienst Söldnern überlässt, besteht die seemännische Besatzung der Hanse-Kriegsschiffe aus einheimischen Bürgern. 1356 tritt der erste Hansetag, die „gesamthansische Tagfahrt“, zusammen. Es ist eine Konferenz, an der fast alle Städte des Bundes teilnehmen und wo man sich zur Wahrung der Handelsprivilegien zu einem gemeinsamen Vorgehen verpflichtet. Danach wird die „düdesche hanse“ zur Großmacht in Nordeuropa.

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