Es war ein bedeutender und bewegender Moment, als Karl der Große am 25. Dezember des Jahres 800 vom Papst zum Kaiser des Frankenreichs gekrönt wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Monarch einen weiten Weg hinter sich. Um die Einheit seiner Nation zu sichern, hatte er seinen Bruder bezwingen müssen, aber schließlich war es ihm gelungen, eine Spaltung des Frankenreichs zu verhindern. Wenige Jahre nach seiner Kaiserkrönung beendete er schließlich den Krieg gegen die damals noch heidnischen Sachsen. Es war ein grausamer Kampf gewesen, aber langfristig gesehen war es gut für die Sachsen, dass sie Teil des Frankenreichs wurden. Als sich das Frankenreich nach Karls Tod schließlich doch aufteilte, entstand dadurch das ostfränkische Reich, aus dem später Deutschland hervorging. Dessen erster Kaiser wurde Otto der Große, der in der Tradition Karls des Großen ebenfalls in Rom zum Kaiser gekürt wurde. Wenn Sie mehr über die Zeit Karls und Ottos des Großen und die deutsche Geschichte erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen COMPACT-GESCHICHTE: hier zu abonnieren.

    COMPACT-Geschichte, 24. März 2018 im Handel, Mythisches Deutschland
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    Es folgt ein Auszug aus „COMPACT-GESCHICHTE Nummer 3: Mythisches Deutschland“ über Karl den Großen:

    Karl der Große verkörpert überhaupt den klassischen Mythos. So sehr, dass es eine kleine aber enthusiastische Gruppe von Historikern gibt, die ihn für eine fiktive Figur halten, erfunden von phantasievollen Chronisten. Wie kann denn ein einzelner Mensch, so fragen sie, zugleich Feldherr, Staatsmann, Jurist, Gelehrter, Kunstförderer, Theologe und Sprachwissenschaftler sein? Das behaupten zumindest seine Biografen.

    Der Sachsenschlächter?

    Überhaupt hegten die Deutschen etliche Schwierigkeiten mit Karl dem Großen alias Charlemagne, wie ihn die Franzosen für sich in Anspruch nehmen. Insbesondere das sogenannte Blutgericht von Verden ist hierfür verantwortlich. Im Jahre 782 habe der Herrscher nahe Verden an der Aller angeblich 4.500 gefangene Sachsen an einem Tag köpfen lassen. Diese Zahl ist, wie so manch andere in unserer Geschichte, höchst zweifelhaft. Schon der gesunde Menschenverstand spricht dagegen. Eine Anzahl von 4.500 Kriegern, nach damaligen Verhältnissen eine komplette Armee, hätte sich kaum freiwillig ergeben. Hinrichtungen per Kopfabschlagen können im Freien nur im Hellen erfolgen. Selbst wenn wir annehmen, das grausige Geschehen hätte an einem langen Sommertag stattgefunden (das genaue Datum ist unbekannt), so standen für die Massenexekution allenfalls 16 Stunden zur Verfügung. Das bedeutet, pro Stunde hätte es 281 Hinrichtungen gegeben – fast fünf je Minute. Wie wahrscheinlich ist das?

    Eine originelle Erklärung lautet: Der vermeintliche Mordbefehl beruht schlicht auf einem Abschreibfehler. Im lateinischen Text der Fränkischen Reichsannalen heißt es, die Sachsen „de collati sunt“ (sind enthauptet worden). Doch es könnte ebenso gut im Original „delocati sunt“ heißen – sie wurden umgesiedelt. Das würde auch besser ins politische Konzept von Karl passen, der mehrfach Umsiedlungssanktionen gegen die aufständischen Sachsen verhängte. Nehmen wir also des Königs Ruf als sogenannter Sachsenschlächter als einen historischen Irrtum.

    Sein Grabmal, das wie oben geschildert, Kaiser Otto III. als Inspirationsquelle diente, ist heute verschollen, ebenso der weiland erwähnte „goldene Bogen mit seinem Bild und einer Inschrift über dem Grab“.

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