Georg von Frundsberg (1473-1528) war Soldat und Landsknechtsführer in kaiserlich-habsburgischen Diensten. Er gilt als einer der wichtigsten deutschen Infanterietaktiker der Frühen Neuzeit. Sein Name ist eng mit den langwierigen Kämpfen der Habsburger, insbesondere Kaiser Karls V., um die Vorherrschaft in Oberitalien verbunden. Frundsberg ist unter anderem bekannt für seinen zum geflügelten Wort gewordenen Wahlspruch „Viel Feind’, viel Ehr’!“

    In der Schlacht bei Pavia errang Fundsberg einen großen Sieg über die Franzosen, in der es ihm gelang, Frankreichs König Franz I. gefangenzunehmen und zum Kaiser zu bringen.

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    Es folgt ein Auszug aus COMPACT-GESCHICHTE Nummer 2: Deutsche Helden (hier bestellbar) über Georg von Frundsberg und seine Zeit:

    Vater der Landsknechte – Georg von Frundsberg (1473–1528)

    Krieger haben eine ganz besondere Ehre im Leib. Diese und andere fast vergessene Tugenden brachte der „Vater der Landsknechte“ wieder ins Bewusstsein der deutschen Heere zurück. Darüber wurde er freilich zum armen Mann.

    Georg von Frundsberg (Darstellung von 1500), public domain

     

    Brodelnd und aufgeregt ist die Atmosphäre an diesem denkwürdigen 17. April 1521. Durch die engen Straßen von Worms schreitet ein hagerer Augustinermönch. Dieser bestaunte und beschimpfte Geistliche ist niemand anderes als Martin Luther, der seine ketzerische Lehre vor dem Kaiser und den höchsten Würdenträgern des Reiches verteidigen soll. Unterliegt er, dann droht ihm der Tod auf dem Scheiterhaufen. In einer Gasse nahe dem Sitzungssaal im bischöflichen Palast nähert sich ein hünenhafter Krieger, klopft Luther auf die Schulter und sagt: „Mönchlein, Mönchlein, Du gehst jetzt einen Gang, dergleichen ich und meine Obristen auch in der allgefährlichsten Schlacht nicht getan haben. Bist Du aber rechter Meinung und Deiner Sache gewiss, so fahre in Gottes Namen fort und sei getrost.“ Luthers Fürsprecher in dieser kritischen Stunde war der deutsche Feldhauptmann Georg von Frundsberg, einer der berühmtesten Feldherren seiner Zeit.

    „So gab der greise Degen
    Am heißen Kampfestag
    Dem Luther seinen Segen,
    Den Hand- und Ritterschlag“,
    schrieb der dichtende Theologe Karl Rudolf Hagenbach.

    Frundsberg entstammte einem Tiroler Adelsgeschlecht, das 1467 nach Mindelheim in Schwaben umzog. Mit 18 Jahren, im Frühjahr 1492, unternahm er seinen ersten Kriegszug, 1497 den zweiten. Es waren eher unbedeutende Scharmützel, doch auf diesen Unternehmen konnte man wichtige Erfahrungen sammeln. Vor allem das Lagerleben erwies sich als sehr lehrreich. Hier beobachtete Frundsberg das Treiben des Fußvolks, der weiland „Landsknechte“ genannten Söldner. Es war eine buntscheckige Truppe mit frühdemokratischen Organisationsformen, gewählten Vertrauensleuten und eigener Gerichtsbarkeit. Frundsberg bemerkte schnell, dass unter diesen Landsknechten Trunkenheit, Glücksspiel und Prostitution grassierten, dass nicht Ehre sie zum Kampf trieb, sondern Beutemachen, Saufen und Prassen. Er registrierte, was fehlte an der Zucht dieser Krieger, was faul war an ihrer Moral und was den Sieg erschwerte.

    Wer sich um die Heerbanner der Landsknechte scharte, war meist weder eine gescheiterte Existenz noch der Bodensatz des Volkes. Arm durften die Bewerber schon deshalb nicht sein, weil sie Ausrüstung und Bekleidung selbst stellen mussten. Den gemeinen Landsknecht kostete eine zweckdienliche Ausrüstung 12 bis 14 Gulden (etwa 4.800 bis 5.600 Euro). Zu den Fahnen eilten häufig Lehrlinge und Gesellen, die wegen der strengen Zunftgesetze keine Aussicht auf eine Meisterstelle besaßen, junge Adelssöhne, die von der Erbfolge ausgeschlossen waren, oder Bauern, denen der vergleichsweise immense Lohn des einfachen Landsknechts (bis zu 8 Gulden = 3.200 Euro monatlich) imponierte.

    Die Besoldung bildete aber auch den Schwachpunkt der damaligen Armeen. Oft mangelte es den Kriegsherren am nötigen Geld, so dass die Landsknechte sich ihren Lebensunterhalt gewaltsam sichern mussten, was wiederum die Moral untergrub. Georg von Frundsberg, seit 1504 in kaiserlichen Diensten, gab als Heerführer seinen Männern eine feste Ordnung. In den „Artikelbriefen“ legte er Rechte und Pflichten für Führer und Mannschaft fest, regelte das Gerichts-, Proviant- und Soldwesen ebenso wie Musterung, militärische Ämter und Befehlshierarchien. Ein gemeinsames Exerzieren war damals nahezu unbekannt, auch feste Marschordnungen gab es kaum. Frundsberg lehrte nun, wie der Landsknechtshaufen sich vor dem Feind in Vorhut, Hauptmacht und Nachhut zu teilen habe, wie man die Waffen zum Stoß ansetzt, Schützen zum Feuerüberfall bereitstellt und Schwachpunkte des Feindes erkennt. Seine Untergebenen redete er stets als „Söhne“ oder „Brüder“ an, und diese sahen in ihm den „Vater der Landsknechte“.

    Wie es weitergeht, erfahren Sie in COMPACT-GESCHICHTE Nummer 2: Deutsche Helden, das Sie hier bestellen können.

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