Die Wartburg ist eine Burg in Thüringen, über der Stadt Eisenach am nordwestlichen Ende des Thüringer Waldes. Stolz ragt sie aus dem Wald hervor. Auf ihr wurde gleich mehrmals deutsche Geschichte geschrieben. Martin Luther übersetzte hier die Bibel in unsere Sprache. „Für meine Deutschen bin ich geboren. Meinen lieben Deutschen will ich dienen“, soll er einmal gesagt haben.

    Worte, die sich viele heutige Politiker zu Herzen nehmen sollten, zumal sie sich „christlich“ nennen.Die Wartburg wurde um 1067 von Ludwig dem Springer gegründet und gehört seit 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Wie kaum eine andere Burg Deutschlands ist die Wartburg mit der Geschichte Deutschlands verbunden. Neben Luther weilte auch Johann Wolfgang von Goethe hier, erstmals im Jahre 1777.

    Und am 18. Oktober 1817 fand auf Einladung der Jenaer Urburschenschaft anlässlich des 300. Jahrestages des Thesenanschlags Martin Luthers und im Gedenken an die Völkerschlacht bei Leipzig auf der Burg das erste Wartburgfest statt. Es folgt ein Auszug aus COMPACT-GESCHICHTE Nummer 3: Mythisches Deutschland (hier bestellbar):

    COMPACT-Geschichte, 24. März 2018 im Handel, Mythisches Deutschland
    COMPACT-Geschichte – Mythisches Deutschland

    Luthers komfortabler Kerker: Die Wartburg

    Drei Glanzpunkte unserer Geschichte verbinden sich mit der stolzen Wartburg bei Eisenach. Im Sommer 1206 veranstaltete Landgraf Hermann von Thüringen hier einen poetischen Wettstreit zwischen den berühmtesten Dichtern deutscher Sprache. Als sogenannter Sängerkrieg ging das Geschehen in die Historie ein. Sieben Barden sollten sich mit Liedern über den ruhmwürdigsten Fürsten messen. Unter den Wettstreitern waren Walther von der Vogelweide, Heinrich von Ofterdingen, Wolfram von Eschenbach und Reinmar von Hagenau, genannt die Nachtigall. Ofterdingen, der das Loblied über Herzog Leopold von Österreich sang, verlor im Finale gegen Walther, der mit seinen Versen sicherheitshalber den Gastgeber Hermann pries.

    Dieser Sängerkrieg steht symbolisch für die dichterische Blüte im Deutschland des Hochmittelalters. Erste Berichte entstanden um das Jahr 1240. Ob er tatsächlich so stattgefunden hat, ist strittig. Aber gerade die Häufigkeit, mit der dieses Sängerkrieges in der späteren Literatur gedacht wird, deutet darauf hin, dass er tatsächlich zum höfischen Leben des als Mäzen gefeierten Landgrafen Hermann I. von Thüringen (1190–1217) gehört hat. Noch 1843 verarbeitete Richard Wagner den Stoff in seiner Oper „Tannhäuser und der Sängerkrieg“ auf der Wartburg.

    Luther und das Tintenfass

    Drei Jahrhunderte später. An einem Adventstag 1521 griff Martin Luther zur Feder. Ihn plagten nach eigenen Worten Langeweile und Darmträgheit. Also widmete er sich „einer Last, die über meine Kräfte ist“–der Übersetzung des Neuen Testaments ins Deutsche. Als Junker Jörg erinnerte Luther kaum noch an den hageren Mönch, der im Mai 1521 auf die Wartburg kam. Statt Kutte und Tonsur trug er Vollbart, vornehme Gewänder und ein Schwert an der Seite.

    Auf dem Reichstag zu Worms im April 1521 hatte Luther sein mutiges Glaubensbekenntnis abgelegt. Vom kirchlichen Bannfluch ereilt, drohte ihm auch noch die weltliche Ächtung. Sein Landesherr, Kurfürst Friedrich der Weise von Sachsen, hielt es für angebracht, den aufsässigen Mönch zu seinem eigenen Schutz für einige Zeit aus der Schusslinie zu nehmen.

    In der Nacht vom 4. zum 5. Mai 1521 ließ er Luther von einem Trupp Bewaffneter im Thüringer Wald ergreifen und zur Wartburg bringen. Die war damals – ganz anders als heute – ein ziemlich verfallenes Gemäuer. Doch Burghauptmann Hans von Berlepsch versuchte alles, seinem 38-jährigen Zwangsgast das Leben zu erleichtern. Die Kost war so reichlich bemessen, dass der bis dato asketische Mönch kräftig zunahm.

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