Deutsche Bank: Weitere 9.000 Beschäftigte verlieren ihren Job

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Der Arbeitsplatzabbau bei der letzten verbliebenen deutschen Großbank geht ungebremst weiter, die Beschäftigten zahlen nun die Zeche für die Fehlspekulationen, die die Investmentbanksparte in den vergangenen Jahrzehnten vorgenommen hat.

 Es ist eine weitere Hiobsbotschaft für den deutschen Arbeitsmarkt in diesem Herbst: Laut einem Bericht der Agentur Bloomberg plant die Deutsche Bank einen Stellenabbau in der Größenordnung von 18.000 Beschäftigten, die Hälfte davon soll in Deutschland gestrichen werden.

Niedergang durch Spekulationsexzesse

Schon im vergangenen Jahr wurden 6.000 Stellen abgebaut. Das Institut gilt deshalb schon lange als Übernahmekandidat und hätte seine Selbstständigkeit wohl schon lange verloren, wenn potentielle Investoren – so die Schweizer Großbank UBS – nicht im letzten Moment immer wieder kalte Füße wegen der möglicherweise in der Bilanz versteckten Risiken bekommen hätten.

Die Verluste, die fast ausschließlich von den Investmentbankern in London und New York sowie den Auslandstöchtern der Bank eingefahren wurden, haben das Institut heute an den Rand des Abgrunds geführt. Der Journalist Dirk Laabs bezeichnete die Deutsche Bank einmal als Unternehmen, das „mehr als 15 Jahre von Teilen ihrer Belegschaft systematisch ausgeplündert“ wurde.

Tatsächlich haben die britischen und US-amerikanischen Investmentbanker der Deutschen Bank die riesige Bilanzsumme des Instituts häufig nur genutzt, um damit riskante Finanzwetten an den internationalen Märkten abzusichern.

Mitarbeiter müssen für falsche Strategie büßen

Der Niedergang begann, als die Deutsche Bank im Jahr 1989 drei Tage vor der Ermordung Herrhausens die Londoner Investmentbank Morgan Grenfell übernahm. Hier führte ab dem Jahr 1995 der US-Banker Edson Mitchell das Kommando und etablierte eine neue Kultur des aggressiven Investmentbanking, die nichts mit den Wurzeln der Deutschen Bank zu tun hatte.

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Tragischerweise gab es in der Frankfurter Zentrale über einen Zeitraum von Jahrzehnten hinweg nie eine Führungspersönlichkeit, die dem Wahnsinn ein Ende gesetzt und endlich den überfälligen Strategiewechsel eingeleitet hätte – dies blieb dem neuen Vorstandsvorsitzenden Christian Sewing vorbehalten, der das Institut seit dem April vergangenen Jahres leitet. Der Kern der Bank müsse „neu definiert“ werden, verkündete Sewing schon im vergangenen Jahr.

Für viele der Beschäftigten bedeutet dies nun offensichtlich den Verlust ihres Arbeitsplatzes.

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8 Kommentare

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    Der Leiter einer kleinen Filiale der DB meinte zu mir vor 30 Jahren, als die Geldautomaten erfunden wurden, daß das eine tolle Erfindung wäre – er hatte wohl wenig Lust auf Ein- und Auszahlungen zu tätigen – und ich sagte ihm, das ihn das seine Arbeit kosten könnte. Kurz darauf ging das Sterben dieser kleinen Filialen los, auch ihn hat es erwischt.
    Als Schröder amerikanische Geschäfts- und auch Bankpraktiken zulies, meinten da alle den Amibanker machen zu müssen, obwohl sie da kaum Ahnung von hatten. Das galt wohl für die meisten europäischen Banken! Die wurden von den Anikollegen reihenweise aufs Glatteis geführt oder über den Tisch gezogen (Griechenland). Statt solides Tagesgeschäft als Gelddienstleister Anlagebankgeschäft!
    Seit mit Zins und Zinseszinz kein garantiertes Geschäft mehr zu machen ist, wird das immer weniger, kommt man mit der abschaffung des Bargeldes durch, entfällt auch das Tagesgeschäft. Ein Bankier braucht nur noch einen großen Computer unterhalten, Filialen schließt, Angestellte entläßt er. Bankangestellter ist ein aussterbender und kein sicherer Beruf mehr! Es kommt darauf an, ob die Kunden das mit sich machen lassen!!! Massenentlassungen bei den Banken gefährden auch ihre Arbeit – irgendwie!

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      Gesslers Hut am

      Ich habe ähnliche Erfahrungen.
      Müßiggang ist aller Laster Anfang.
      Als damals diese ganzen modernen Haushaltsgeräte aufkamen, Staubsauger, Bügeleisen, Waschmaschine, Geschirrspüler, E-Herd, etc., selbst Mixer und Backmaschinen warnte ich davor, dass Elektrizität Millionen frauen arbeitslos macht.
      Wenn wir das alles durch rein mechanische Maschinen und ehrliche Handarbeit ersetzen würden, wären zumindest 100% der betroffenen Bänkerinnen sofort wieder in Vollzeit. Und nicht nur da wäre die Welt wieder in Ordnung. Kein (elektrischer) Föten-Utraschall mehr und einfach Mutter Natur das lebenswürdige Geschlecht bestimmen lassen. Bänkerinnen zu Hebammen!

      Nein das ist nicht "frauenfeindlich". Auch der moderne hausmann von heute entfiele. Der arbeitet künftig Tag und Nacht für die moderne Müllerin und schleppt Kornsäcke über die von ihr erfundene Schiefe Ebene hoch zum Mahltrichter und metzt Ökomehl.

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    Hauptsache die Manager bekommen ihre Boni, auch wenn diese Bankster den Laden an die Wand gefahren haben.
    Ist aber nicht nur bei den Bankstermanager so !
    Wenn ein kleiner Arbeiter oder kleiner Angestellter übelst Scheisse baut (Absichtlich oder Unabsichtlich) in einer Firma, dann setzt es Fix eine Kündigung und bekommt ein Minus-Boni in Form einer Strafe.

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    Nicht zur sehr bedauern. Diese Banken haben viel Unheil angerichtet.
    Zum Beispiel haben sie Kredite, auch gesunde, an Verbrecherfirmen verkauft, die die Immobilie in die Zwangsversteigerung gebracht haben und die Leute aus ihren Häusern gejagt.
    Ich war mal Immobilienmakler. Die traurigen Kinderaugen, wenn sie das Haus verlassen mußten habe ich noch vor Augen, wenn der Gerichtsvollzieher kam.
    Das ist zwar 2008 verbessert worden, aber sie machen es mmer noch.

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    Unser Geld- und Bankensystem ist fundamental falsch aufgestellt. Es ist nicht nur das "böse" Investmentbanking. Allein schon die Existenz einer Großbank in Privatbesitz ist falsch. Denn entweder kontrolliert die Politik das Geld, oder das Geld kontrolliert die Politik. Ich bin für ersteres.

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    Leider nicht wirklich neu, eine Ankündigung in den Zeiten bedeutet meist die Umsetzung.
    Trotz allem gut das der Stellenabbau weiter veröffentlicht wird.
    18. Juli 2019
    Im Zuge ihres radikalen Konzernumbaus streicht die Deutsche Bank nicht nur rund 18.000 Stellen, sondern sie steigt auch aus dem globalen Investmentbanking aus und will künftig nicht mehr für Hedgefonds tätig sein.

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    Jeder hasst die Antifa am

    Es geht voran das Merkelregime erbt langsam die Ergebnisse ihrer Antideutschlandpolitik.

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    Flaschensammler am

    Wie sollen wir nur ohne 9.000 zusätzliche Leistungsträger überleben?

    Was genau haben die nochmal "gearbeitet"?

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