Deutsch ist Trumpf – Klaus Johannis siegt haushoch in Rumänien

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Ein Siebenbürger Sachse bleibt Rumäniens Präsident. Der deutschstämmige Klaus Johannis hat die Stichwahl der Präsidentschaftswahl nach Angaben der Wahlbehörde in Bukarest mit einem Volkskammerergebnis von 63,1 Prozent gegen seine Gegenkandidatin Viorica Dancila von der sozialdemokratischen Partei PSD gewonnen.

Der Aufstieg des deutschstämmigen Politikers vollzog sich parallel zum Wiederaufstieg der siebenbürgischen Metropole Hermannstadt, die über Jahrhunderte hinweg das Zentrum der Rumäniendeutschen im Lande war – und wieder ist! Das „Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien“ (DFDR) spielt eine große Rolle in der Kommunalpolitik.

Ein Aufbau- und Wirtschaftswunder in Siebenbürgen

Im Jahr 2000 wurde Klaus Johannis als Kandidat des DFDR mit 69 Prozent der Stimmen erstmals als Bürgermeister von Hermannstadt gewählt, obwohl nur noch knapp zwei Prozent der Einwohner der deutschen Nationalität angehörten. Im Jahr 2004 wurde Johannis sogar mit 88,7 Prozent der Stimmen wiedergewählt.

Der frühere Hermannstädter Gymnasiallehrer erlangte große Beliebtheit, weil er mit der Altstadtsanierung, der Erneuerung der städtischen Infrastruktur sowie dem 2007 abgeschlossenen Ausbau des Flughafens nach westeuropäischen Standards zahlreiche wichtige Projekte für die Stadt verwirklichte und dazu noch Ansiedlungen zahlreicher internationaler Unternehmen wie Siemens, ThyssenKrupp, Continental oder den Ziegelhersteller Wienerberger nach Hermannstadt holte.

Die Jugend begehrt auf – Patriotismus ist Pop! Ein heimatverbundener Rapper wie Chris Ares stürmt die Download-Charts, die AfD wird bei den Jungwählern in Sachsen und Thüringen zur stärksten Partei und die neue Shell-Studie zeigt, wie viel Boden die Linken und Liberalen bei der Jugend schon verloren haben. Außerdem wird im neuen Heft ein sachkundiger Blick nach Syrien geworfen, wo nun endlich ein möglicher Neuanfang in greifbarer Nähe scheint, nachdem Putin die Türken gestoppt hat. Lesen Sie alles zu diesen Themen in der Dezemberausgabe des COMPACT-Magazins, jetzt abrufbar auf COMPACT-Digital+ oder als Druckausgabe erhältlich im Shop.

„Er ist groß, blond, pragmatisch und hat aus Sibiu ein Erfolgsmodell gemacht“, schrieb die Financial Times Deutschland am 15. Oktober 2009. Als „unbestechlicher Politiker“ komme er „im Rumänien der Securitate-Seilschaften“ fast schon einer Sensation gleich. Im Jahr 2007 konnte Johannis Hermannstadt als Europäische Kulturhauptstadt präsentieren.

Kampf gegen die Korruption auch als Präsident

Im Februar 2013 wurde Johannis zum stellvertretenden Vorsitzenden der Nationalliberalen Partei (PNL) gewählt. Im August 2014 wurde Johannis von der Christlich-Liberalen Allianz (ACL), einem Wahlbündnis von PNL und der „Demokratisch-Liberalen Partei“ (PDL), als Kandidat für die Präsidentschaftswahlen nominiert.

Obwohl er im ersten Wahlgang noch einen Rückstand von zehn Prozent auf den Kandidaten der postkommunistischen PSD und amtierenden Ministerpräsidenten, Victor Ponta, hatte, wurde er im zweiten Wahlgang am 16. November 2014 mit mehr als 54 Prozent der Stimmen zum rumänischen Staatspräsidenten gewählt.

Johannis stellte sich während seiner Präsidentschaft mutig gegen alle restaurativen Tendenzen und legte sich mehrfach mit der PSD-geführten Regierung an, wobei Rumäniens Sozialdemokraten ein Sammelbecken für rückwärtsgewandte Apparatschiks sind, denen wenig bis gar nicht an der Bekämpfung der Korruption, dem nach wie vor größten Problem des Landes, liegt.

In den ehemaligen Ostgebieten und den früheren deutschen Siedlungsgebieten in Osteuropa leben noch Zehntausende von Deutschen und pflegen ihre Sprache und Kultur. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in dem Artikel „Nicht nur die Steine sprechen deutsch“ in dem aktuellen Heft aus der Reihe COMPACT-Geschichte „Verbrechen an Deutschen – Das Tabu des 20. Jahrhunderts.“

Als die Regierung im Januar 2017 eine Verordnung verabschiedete, die die Bekämpfung von Korruption faktisch abschaffen und Teile der ehemaligen und aktuellen Parteispitze der PSD vor dem Gefängnis bewahren sollte, handelte Johannis schnell und entschlossen und setzte sich an die Spitze der Demonstrationen gegen die Regierung.

Am ersten Wochenende des Februars 2017 gingen in Bukarest dann rund eine halbe Million Menschen auf die Straße – eine so große Demonstration hatte die rumänische Hauptstadt seit dem Jahr 1989 nicht mehr gesehen. Die Regierung zog die Verordnung zurück, stemmte sich aber weiter mit allen Tricks gegen durchgreifende Maßnahmen zur Bekämpfung der Korruption. Im Land herrschte von nun an eine Art Patt zwischen der PSD-Regierung einerseits und dem Präsidenten Johannis, der bis heute die Straße hinter sich hat, andererseits.

An dieser Situation wird sich wohl auch bis zu den Parlamentswahlen im kommenden Jahr nichts ändern. Die Wiederwahl von Johannis hat Rumänien, das in den vergangenen Jahren zu den Ländern mit dem stärksten Wirtschaftswachstum in Europa zählte, aber die Möglichkeit erhalten, die 89er-Revolution zu vollenden und irgendwann einmal in der Zukunft vielleicht doch die korrupten Seilschaften loszuwerden, die sein Schicksal seit Jahrzehnten bestimmen.

 

 




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10 Kommentare

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    Gernulf Schalow am

    Meine Hochachtung für den Siebenbürger.

    Hoffentlich gehen die internationalen Finanzeliten nicht mit neuer Strategie gegen ihn vor.

    In D wird jedenfalls nicht gewählt, lediglich unter den diktierten Genossen abgestimmt. Im GG ist es doch genau beschrieben: Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus"! Das ist ein Gebot der Verfassung. Die Parteien betreiben also Hochverrat in D – wegen ihrer Versorgung, wie jeder, der es wissen will, auch wissen kann.
    Jeder an jene Abstimmurne Gehende macht sich mitschuldig an der Kulturzersetzung in D…

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    Zu ERHARDS Vergleich Deutschland, Rumänien, USA

    In Rumänien kann das Volk, im Gegensatz zu Deutschland, nicht nur seinen  Präsidenten wählen,  sondern es gibt auch  Volksentscheide auf Bundesebene!

    Hier will das nur die AFD einführen.

    Volksentscheide auf Bundesebene, wie in Rumänien oder der Schweiz, wollen unsere  "deutschen‘ "Machteliten" hier zu Lande nicht. 
    Aussage der CDU dazu: 
    "Pläbiszite sind nicht hilfreich, da das Volk die Zusammenhänge nicht versteht.." 

    Das ist eine Dummsprechung und beleidigung des Deutschen Volkes  ( mal abgesehen davon, daß die Nutzung des Wortes Pläbuszit schon beleidigend und herabwürdigend ist, da von  Pläbus  abstammend:  dumme Mehrheit / dummes Volk).

    Ein von Präsident Johannis initiierter Volksentscheid:

        
              unzensuriert.at

     

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    Jeder hasst die Antifa am

    Im Ausland weis man die Deutschen zu schätzen und sie machen dort gute Politik für die Bevölkerung nur in Deutschland hat man den Abfall übrig gelassen und der regiert uns.

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    Seit dem Mittelalter waren in Südosteuropa die Sinti und Roma das größte Problem. Im Rumänien des Ostblocks waren diese Leute ja festgehalten und die Familie Tschauschesku galt ihnen angehörig.
    Seit Mittel- und Westeuropa diese Voksstämme mit offenen Armen empfing, konnte sich Rumänien prächtig entwickeln, da sie diesen Klotz am Bein los waren.
    Die alten Sovietkommunisten sterben langsam aus und so ist es auch selbstverständlich möglich daß ein sibenbürger Schwabe gewählt wird – und das öfters solange er gute Arbeit leistet!
    Deren Problembürger haben wir inzwischen eher hier und die neue "Securitate" zeigt sich als deren kriminelle Clans. Als Alice Schwarzer die Warnhinweiszettel in ihrem rumänischem Hotel vermißte sagte ihr der Hotelier: "Die brauchen wir hier nicht mehr, die sind doch alle bei euch!"

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    Wir hier im Südwesten werden schon seit Jahren von hochkriminellen rumänischen Einbrecherbanden heimgesucht. Tausende bettelnde und betrügende Roma belagern die Innenstädte zwischen Flensburg und Mittenwald.

    Johannis war schon immer ein echter Freund der Deutschen. Ich bin mir sicher, dass er dieses Problem lösen kann. Allerdings nur in Zusammenarbeit mit unserer Regierung. Solange die Raute des Grauens noch Kanzlerin und der bayrisch Dampfplauderer Vollhorst Innenminister ist wird sich da wohl nichts tun. In Leipzig zeigten CDU/CSU sehr schön, dass sie von rückradlosen Gesellen, Duckmäusern und Schleimscheisser völlig unterwandert ist. Diese Veranstaltung war seit langem die beste Wahlwerbung für die AfD.

    Herrn Johannis wünsche ich weiterhin ein glückliches Händchen. Er wird es schaffen, das bisher schlechte Image Rumäniens schnell zu ändern.

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    DerSchnitter_Maxx am

    Tja, der Stich sitzt immer noch tief bei Neidern und Missgünstigen … an-getrieben vom steten Hass und Wut … auf jene, welche geistig und intellektuell, in allem, schon immer besser waren … 😉

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    Klaus Iohannis ist ein Präsident für das Volk, vom Volk gewählt und tut entsprechend auch alles
    für das Volk, im Gegensatz zum Deutschen Präsidenten!

    Iohannis bekämpfte die Korruption, er bekämpfte also bisher die Regierung Rumäniens und wird weiter gegen die Regierung, bestehend aus alten korrupten rumänischen Kommunisten und PSD ( = entspricht SPD in Deutschland) – Seilschaften kämpfen!

    Man muss seine Situation, mit der von Donald Trump gleich setzen:

    Trump, vom amerikanischen Volk gewählt, kämpft auch für das Volk und gegen den amerikanischen "deep state"!

    Johanniskraut, vom Volk gewählt, kämpft auch für das Volk und gegen den alten, korrupten kommunistischen Staats – Apparatschicks Filz!

    P. S.
    Der Präsident wird in Rumänien vom Volk gewählt (wie in Österreich übrigens auch), im Gegensatz zu Deutschland, wo die Regierenden sich weigern, dem Volk das Recht zur Wahl des Präsidenten zu ermöglichen…

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    Fein,aber eigentlich spielt es doch keine Rolle,wer in dem Pot de Chambre Rumänien Oberhäuptling ist.

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