Der Verlust der Privatheit

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Facebook sammelt zwischen fünfzig und einhundert Angaben über jeden ihrer fast zwei Milliarden Nutzer. Die Angaben können enthalten: ethnische Herkunft, Geschlecht, Familienstand, Einkommen, Vermögen, Marktwert meines Hauses, meine Kinder, ob meine Kinder zur Schule gefahren werden, Kreditwürdigkeit, ob ich Ramadan feiere, wann ich meinen Wagen gekauft habe usw. – Und alle glauben, sie hätten „nichts zu verbergen“…

Wo kommen diese Angaben her? Einige gebe ich selbst bei Facebook an wie: Familienstand, Alter, Ausbildung, wo studiert usw. Facebook hat für gewöhnlich auch ein Bild oder mehrere von mir; Facebook erkennt mich auch auf anderen Bildern, wie solchen aus Ferien, von Abschlussfeiern (z.B. an der Universität). Facebook verfolgt mich im Netz, erkennt mich dort auf Bildern und sammelt weitere Angaben, besonders solche, die ich mit „gefällt mir“ bezeichnet habe. Von den Behörden erfährt Facebook über mich alles von Wahlberechtigungen bis zu Autozulassungen; dazu kommen noch Treuekarten von Geschäften, Gewährleistungen…

Auf Anfrage führt Facebook als Grund für diese Sammelwut die eigene genauere Zuordnung zwischen persönlichen Daten und Werbung an. Allerdings verkauft Facebook seine Daten auch an Werbeagenturen und Agencies, die fortgeschrittener in der Datenauswertung sind als Facebook. Trotz eines gigantischen Datensatzes scheint Facebook keine mächtige Auswertungssoftware zu haben. Es weht dort immer noch ein Hauch des ursprünglichen Anspruchs von Facebook: Die große Gemeinde von Freunden. Doch wie lange noch?

Als Facebook ankündigte, dass es eine neue Form von Content einführen will, haben alle hingehört. Die New York Times, Buzzfeed, NPR (National Public Radio) und Al Jazeera stellten Videos ohne Werbung zu Verfügung, die zum Teil durch einen Grant von Facebook in Höhe von 50 Millionen Dollar finanziert wurden. Facebook hat erst einmal nichts daran verdient, aber auf dem „Markt der Beachtung“ zugelegt (siehe „The Attention Merchants: The Epic Scramble to Get Inside Our Heads“, Tim Wu, Knopf Verlag. Ungefähr: Die Händler in Beachtung). Der hohe Aktienpreis von Facebook ist eine Investition in die Zukunft, wenn Facebook die „Beachtung“ von 1,7 Milliarden Nutzern verkauft, die schon heute im Schnitt 50 Minuten am Tag auf Facebook verbringen.

Der Markt für persönliche Daten und deren Auswertung ist unübersichtlich. Es gibt erstaunliche Beispiele, aber die vorderste Front der Möglichkeiten bleibt unklar. In England wird ein System getestet, das die Preisschilder von Waren an die Personen anpasst, die gerade auf das Preisschild blicken. Die Hintergrundinformationen dafür zieht das System aus dem Smartphone des Kunden.

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Die privaten Genanalysen, mit denen Menschen Verwandtschaftsverhältnisse feststellen lassen, stehen auf dem Markt als Datenbasis zur Verfügung (eine Anwendung: Verbrechensbekämpfung).

Die persönlichen Daten, die in Aufzeichnungen durch tragbare Fitness-Monitoren („Fitness Trackers“) anfallen, gelten als hoch aussagekräftig und stehen in Datenbanken zur Verfügung, wo differenzierte Gesundheitsdaten gefragt sind, z.B. bei Lebens- und Krankenversicherungen, aber auch bei Einstellungen in Konzernen.

Wenn Sie bei einem in Facebook angebotenen Test „Was sagt Ihre Handschrift über Sie aus?“ mitmachen, landen die Ergebnisse wahrscheinlich bei Cambridge Analytica, der Firma, die für Präsident Trump die automatisierte und personalisierte E-Mail-Kampagne durchgeführt hat – mit unerwartet großem Erfolg. Man kann davon ausgehen, dass dort die vorderste Front der massenhaften Datenauswertung von persönlichen Daten und deren manipulative Anwendungen zu finden ist.

Wann immer Sie Google Maps benutzen, verraten Sie Ihren Standort und hinterlassen einen Pfad für Polizei, Verbrecher, Hacker und möglicherweise für Kriminelle, in jedem Fall immer für die Datensammler und die „Händler in Beachtung“.

In diesem Terrain ist die Frage der „Datensicherheit“ eine Farce geworden. Unsere Privatheit (Privacy) ist uns entglitten. Wir haben sie der Wirtschaft übergeben. Damit kann im Ernstfall auch die politische Führung auf sie zugreifen. Der Verlust ging so langsam und unspektakulär vonstatten, dass er nicht einmal bewusst wahrgenommen wurde. Wenn man heute Leute auf diese Situation anspricht, antwortet die Mehrheit: Ja, aber dafür haben wir uns vernetzt; unser Horizont hat sich erweitert; wir denken und leben global und möchten auch die tausend Bequemlichkeiten nicht mehr missen. Der Radikalste gesellschaftliche Umschwung drückt sich in dem Satz aus: „… und außerdem habe ich nichts zu verbergen.“ Wir leben in einem benevolenten Überwachungsstaat, der aber auf jeden Einzelnen zugreifen kann, wenn er will.

Huxleys „Brave New World“ aus den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts ist wahr geworden. Alle sind zufriedene Zombies. Nur der komische „Wilde“ will souverän sein. Er liest längst vergessene Bücher wie solche von Shakespeare.

Anmerkung: Der Ausdruck „Brave New World“ ist von Shakespeare übernommen und hat heute eher die Bedeutung: „Wackere neue Welt.“

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Über den Autor

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Dr. Hartmut Grebe hat 20 Jahre lang in den USA gelebt, an Universitäten geforscht und im Silicon Valley gearbeitet. Außerdem betreibt Dr. Grebe die Webseite www.lebensschmiede.com

30 Kommentare

  1. Avatar

    Wieso wundert sich eigendlich keiner, daß die Erfindung von Fratzenbuch aus einem blassem Oberstufenhänfling einen mehrfachen Millionär gemacht hat – und das ratzfatz? Da muß doch ein dicker Haken dran sein, daß das so schnell möglich war: Klar, der Bursche vertickt die Daten! Und jedes Wirtschaftsunternehmen freut sich, wenn es die (teure) Werbung nicht an die Falschen verschicken muß, um ein paar Richtige zu erwischen.
    … aber andererseits hat jede Null, die rumläuft, darin ein Forum gefunden, wo sie sich so richtig wichtig machen kann – und das im ganz großem Stil! Wenn man die Nase nämlich nicht vor sich sieht …, das reale persönliche Umfeld nicht kennt, kennen kann …. Angeberportal!!!

    Die nächste Falle sind Rabattkarten, die geben lächerliche 1% und sammeln dafür Daten, die sie nicht wirklich brauchen. Emscherland-Rabattbüchern genügte Name und Adresse, und das konnte auch der Haushaltsvorstand sein – auch nur für den Fall, daß ein Märkchen fehlte – und gaben 3%! Jedesmal wenn die blöde Frage nach der Karte kommt – wobei die Leute sogar zu blöd sind, Karte richtig zu schreiben, nämlich vorne mit K und hinten mit te – sage ich, nur Emscherland-Rabattmarken anzunehmen!

    Die nächste Unmöglichkeit sind diese unsäglichen Mobiltelephone! Als der W66 noch Norm war, haben die Kollegen einem wichtigtuerischen Chef mal einen Anschluß auf das WC legen wollen. Überall telephonisch erreichbar zu sein, galt da selbstverständlich als das, was es auch ist: Eine Zumutung!
    Was nach dem W66 kam, ist mir ohnehin zu kompliziert – ich wünsche keine eierlegende Wollmilchsau, und nichts, was nicht fest installiert ist – und eben ein Personenüberwachungsgerät – also eine Zumutung hoch 3!

    Körperliche und organisatorische Faulheit braucht auch niemend, denn sie macht dick und ist ungesund, die geistige begünstigt auch noch Alzheimer! (Was nicht benutzt wird, verkümmert und das Geld für das Fitneß-Studio kann man sich sparen, wenn man weitestgehend wie früher lebt – die gabs übrigens damals auch garnicht.) Um erwachsen zu werden, wird Kindern die Spontanität abgewöhnt und durch vorher überlegen, Umsicht und Planung ersetzt; jedenfalls bei meiner Generation – aber ich habe es auch weitergegeben, nicht gerade zum Nachteil des Nachwuchses.

    Durch die Geschichte läßt sich verfolgen, daß es schon immer 2 Dinge gab, mit denen einige Wenige die große Masse über den Tisch gezogen haben: Herdentrieb und Faulheit (geschönter Begriff: Bequemlichkeit).

    Wenn der Nachbar etwas hat / benutzt, muß ich das auch haben – ohne vorher bis zu Ende darüber nachzudenken – und sooo viele können sich doch garnicht irren! ( Milliarden Fliegen fressen Sch… , also muß die doch lecker sein!) — Und Faulheit sowieso … , —- und Angeberei finden wir schon bei unseren nächsten Verwandten, den Affen …
    Schon immer haben sich Menschen auf diesen Füßen erwischen lassen! Und schon immer haben sie nach Regelungen gerufen, wenn sie irgendwann den Haken gefunden haben ….
    Dabei ist die Lösung ganz einfach: NEIN dazu sagen, NICHT mitmachen! Wenn keiner (mehr) mitmacht, ist die Geschäftsidee dieser Herrschaften im Eimer!

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    Harald Kaufmann am

    @Treets,

    ist schon richtig. Aber wer garantiert mir, dass es in unserem Staate gegewärtig nicht auch hierzu kommen könnte? Gewisse Tendenzen sind schon erkennbar und es ist nur eine Frage der Zeit, bis solches bei uns noch möglich sein wird. Nichts ist gegenwärtig unmöglich.

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    Knut Viesner am

    Zu den Kritiken, daß ich mich so schlau dünke, Facebook mit Fake-Accounts austricksen zu können, Folgendes:

    – zum Ersten nehme ich dieses ganze Konstrukt eines "sozialen Netzwerks" überhaupt nicht ernst. Meine "Freunde" sind samt und sonders keine Leute, denen ich im Real-Life begegnen werde. Niemand wird durch mich kompromitiert. Warum sind ein Dennis Schulz und ein Oberbürgermeister von Leipzig, ein ausgemachter Gutmensch übrigens, gleichzeitig meine "Freunde" auf ein und demselben Account? Die maximale "Strafe", die ich erwarte, ist Ausschluß aus der Facebook-"Gemeinde".

    – Ich lese, daß "Profilunehrlichkeit" ein Bundesdelikt sei! Wie heißt denn der Paragraph? Oder auf welchen Staat bezieht sich denn dieses Verbrechen? Ich finde das Ganze einfach amüsant. Weiter so!

    – Früher oder später würde mir Facebook auf die Schliche kommen. Wenn ich ehrlich bin, legte ich es eigentlich ursprünglich darauf an. Aber weil bis jetzt keine Sondereinsatzkommandos von Zuckerberg vor meiner Wohnungstür mit Kuhfuß erschienen, denke ich, daß er einstweilen Wichtigeres zu tun hat.

    – Eine kritische Stimme habe ich so verstanden, daß ich mit meinen Fake-Accounts Facebook und Co. unterstützen würde. Da kann man geteilter Meinung sein. Wenn sämtliche Daten gefakt sind (alle!), und Facebook auf diesen Daten sein Geschäftsmodell aufbaut, dann gute Nacht! Das produziert nur heiße Luft im System, aber keinen effektiven Nutzen, vielmehr unnützen Aufwand, wenn auch im quasi nichtmeßbaren Bereich. Und solange mich Facebook auf meinen verschiedenen Fake-Mail-Adressen weiterhin regelmäßig mit "Du-hast-mehr-Freunde-auf-Facebook-als-Du-denkst"-Botschaften belästigt, solange ist alles im grünen Bereich, und ich habe weiterhin mein Amüsement.

    Ich würde ja auch weiter fabulieren, was für Unsinn ich der Datenkrake alles schon angedreht habe, aber das ist hier nicht das eigentliche Thema. Lassen wir es dabei!

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    Finde es absolut lächerlich, wenn "Persönlichkeiten", Parteien, Regierung, Firmen
    usw. sich auf Facebook präsentieren und wenn die Reaktionen nicht passen, bösartig werden und sich dazu dümmst, nach meiner Meinung, in den Mediendarstellen.
    Erwähnen tue ich auch als Beispiel, dieser Selfie -Präsentator mit Merkel, der sich bei Facebook mit Wollust präsentiert hat und nun, auf unsere Kosten, gegen Facebook klagt. Wo ist die Eigenverantwortung geblieben?
    Dann muß das "Abwehrzentrum" für Zensur und schärfere Gesetze ran.
    Warum kann ich, als zivilisierter Mensch, nicht selbst entscheiden, was ich lese, was mir gut erscheint und was ich ignoriere?
    Bürger in anderen Staaten können das auch nicht z.B. Nordkorea, China, Russland, Türkei uvm..
    Ich bin in keinem "social media" und sie werden meine Daten nicht bekommen, mit meinem Willen.
    Es reicht, wenn ich den Explorer, Google und Telekom benutzen muß.

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    Harald Kaufmann am

    @Knut Viesner,

    da habe ich sehr grosse Zweifel, ob Ihnen dieses auf Dauer auch gelingt. Am besten ist, man nutzt Google und soziale Netzwerke nicht mehr.

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    Rick Sanchez am

    Eine "Brave New World" gibt es nicht. Und der Grund dafür ist, dass Menschenleben viel zu irrelevant sind und es kein großes Gesamtbild gibt. Hört auf euch alle so wichtig aufzuspielen, euer Leben ist genau so wenig wert wie meins.

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      Knut Viesner am

      Ihr Blickwinkel ist mir nicht recht, ich bin der Meinung, daß das Leben der Anderen genau so VIEL Wert ist mein eigenes.

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    FakeBook-User machen die Deprivatisierten bei solchen Netzwerken mit, da sie sich einen wirtschaftlichen Vorteil davon erhoffen. Wenn jerder sieht wie klug, attraktiv und gutverdienend sie sind, erwarten sie Vorteile bei Bewerbungen, der Partnersuche und exklusiven Werbebotschaften.
    Naja, wenn sie wiklich so smart wären, hätten sie den Schwindel längst durchschaut.

    Für das Internet im Allgemeinen gilt das nicht oder nur bedingt. Es hat eine Informations-Lawine ermöglicht, die zuvor nicht möglich gewesen wäre.

    Mondlandung, JFK, alternative Archäologie, COMPACT – wunderbar.

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    Vor einiger Zeit haben die Sicherheitsbehörden einen Ganoven überwacht. Sie haben nichts herausgefunden.
    Er und seine Kumpane haben Briefe geschrieben.

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      Graf von Stauffenberg am

      Es ist absurd, aber wahr: Briefe, Flaschenpost und Rauchzeichen sind sicherer als 128-Bit-verschlüsselte Internet-Daten.

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    Volker Spielmann am

    Eine wahre Höllenmaschine wird da zusammengebastelt

    Bislang hielten ja viele den Schelmenroman 1984 für eine Parodie auf das marxistische Rußland, weshalb auch die marxistischen Tyrannenknilche in Ostelbien jeden in den Kerker werfen ließen, der mit dem Büchlein erwischt wurde. Durch die Digitalisierung der Nachrichtenverbindung und die Vernetzung sämtlicher elektronischen Geräte ist aber die Schreckensvision des Engländers Georg Oderguts nun durchaus keine futuristische Vision mehr, sondern wirkt schon äußerst real. Erlaubt es doch die teuflische EDV alle die gesammelten Daten zu speichern und auszuwerten. Bisher scheiterten alle Überwachungssysteme am Faktor Mensch, weil der Mensch nun einmal denkbar ungeeignet ist andere Menschen zu überwachen. Schläft dieser doch ein, interessiert sich für andere Dinge als er soll oder langweilt sich. Alle diese Schwächen hat die EDV nicht und so ist auch das Gedankenverbrechen nicht mehr fern, wo es keinen Unterschied macht, ob man nun „Nieder mit dem großen Bruder!“ schreibt oder nicht.

    Im Übrigen bin ich dafür, daß der Euro zerstört werden muß!

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      Werner Wolff am

      Der Roman „1984“ war nie eine Parodie auf die kommunistische Sowjetunion und auch nie als solche gemeint. Warum sollte eine Parodie auf die Sowjetunion in England spielen, wo es doch damals die Sowjetunion gab? Wo wäre da der Sinn?

      Wer den Roman gelesen hat, weiß, die Romanhandlung spielt in einem England Zukunft. Wenn der Roman in England spielt und dabei vom Künstler das System der kommunistischen Sowjetunion idealtypisch kategorial über England gestülpt worden ist, dann sollte das doch schon mal die Frage aufwerfen: Was hat der Künstler uns wohl damit sagen wollen?

      • Avatar
        Volker Spielmann am

        @Werner Wolff

        Dann wäre das Büchlein wohl kaum in Mitteldeutschland von den marxistischen Tyrannenknilchen als Hetze verboten worden oder? https://www.welt.de/kultur/article3883735/Wer-Orwells-1984-las-wanderte-in-den-DDR-Knast.html Wer halbwegs mit der Geschichte des marxistischen Rußlands vertraut ist, der weiß, daß viele der dortigen Gepflogenheit vom Autor übernommen worden sind. Namentlich die beständige Geschichtsfälschung, die allmächtige Geheimpolizei und die Herrschaftslehre eines Arbeiterstaates.
        Doch es ist in der Tat die große Frage, ob der Autor in seinem Schelmenroman der Befürchtung Ausdruck hat verleihen wollen, daß sich solche Zustände auch bei den Angelsachsen einstellen könnten oder nicht. Seitdem ich das Büchlein gelesen habe, komme ich mir allerdings immer mehr so wie in diesem vor, wenn vorerst noch der große Bruder zur Überwachung und zur Neusprache zu fehlen scheint.

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    Als hätte ich es nicht geahnt: Das sind doch genau dieselben Spionagetechniken bei FB & Co., mit denen Chryssa Kouveliotou ihre Magnetographen Magnetare aufspühren läßt, oder?

  11. Avatar

    naiv ist der sich nicht bewusst ist ausspioniert zu werden
    das hat damit zu tun das viele nicht nachdenken was sie tun

  12. Avatar

    Je tiefer die Benutzer in diesem sozialen Mediensumpf drinstecken, desto weniger merken die, wozu/wem das eigentlich alles dient. WhatsApp: "sag uns, was du gerade machst". Eine SMS- 6 Antworten. Das ist wie das verdoppeln von Reiskörnern auf dem Schachbrett. Am Ende kann man mit dem Produkt angeblich den ganzen Erdball bedecken.
    Da werden System updates gefeiert wie die neueste Errungenschaften in Sachen Freiheit. Stattdessen wurde die Fussfessel noch fester geschnallt. Wir stehen bereitwillig Schlange, um endlich den Nasenring der Erkenntnis verpasst zu bekommen.

  13. Avatar

    Ich habe zwei FacebookAccounts. Wenn ich auf sie einlogge, werde ich jedes Mal gebeten, mein Profil zu ergänzen. Mache ich nicht.

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      Profilunehrlichkeit ist ein Bundesvergehen. Sei froh, daß der Laden noch immer nicht richtig funktioniert!
      http://www.blick.ch/news/ausland/trump-haessig-wegen-leaks-das-fbi-ist-komplett-unfaehig-id6276805.html

    • Avatar

      Ich habe keinen FacebookAccount. Hatte ich noch nie und werde ich auch nicht haben. Mir fehlt nichts! Wenn sich das durchsetzen ließe und sich ausnahmslos jeder dieser Maxime stellen würde, hätten wir einige Probleme weniger.

  14. Avatar

    Die Schöne neue Welt ist genau die Scheiße, die wir heute haben. Und um das herauszukriegen, brauchte der angebliche Widerstand 25 Jahre!
    15 Jahre lang herrschte in Deutschland das totale Schweigen im Walde. Diese 15 Jahre waren die längsten 15 Jahre meines Lebens. Erst 2005 regte sich ein bißchen Widerstand und der phrasierte sofort Fama. Ulfkottes und Kopps toller Plan war: lauft einfach mal ins offene Messer. Statt anzugreifen, bezichtigte man sich 10 Jahre lang mit Inbrunst selber als Nazis.
    Ja, wie werden alle überwacht – in Zeiten von Facebook und Google, einer Bürokratie, die alles miteinander vernetzt, von Indiskretion und Drohnentod ist das nun wirklich keine aufregende Erkenntnis.
    Und was machen wir jetzt, Herr Dr.? Das Handy auch mal liegen lassen?

    • Avatar

      "Ulfkottes und Kopps toller Plan war: lauft einfach mal ins offene Messer"

      ‚Wieso haben die gemeint, dass man einfach ins offene Messer laufen soll, sonst sind diese Quellen doch kritischer, als andere Medienherausgeber?

  15. Avatar

    Die Datensammelwut interessiert mich nicht im geringsten, wer FB nutzt macht sich zu einer öffentlichen Person und das sollte jedem klar sein.
    Als sehr viel schlimmer sehe ich die Zensurwut von FB und aus diesem Grunde benutze ich FB nicht mehr. Ein social media das mit Regierungen zusammenarbeitet um ZENSUR zu betreiben ist ASOZIAL. Wenn FB seine Macht nutzen würde um Zensur zu verhindern, das wäre sinnvoll.

    Bsp: DLand fordert Zensur
    FB sagt nein
    BRD reagiert: Sperrung von FB
    Am nächsten Tag sind alle vom Teenie bis 25 oder 30 auf der Strasse und protestieren gegen die Regierung.

    Aber ein Mark Zuckerberg kriecht lieber den Regierungen in den Hintern.
    Naja, im wird ja auch schon Bilderbergnähe nachgewiesen, was soll man erwarten.

  16. Avatar
    brokendriver am

    Fatzebuch (facebook), Gockel (google), Instand-Brühe (Instagram), Snapshot (primitives Wort)
    oder die moderne Stasi oder Gestapo "Whats App" und all die anderen der Digital-Mafia haben
    leichtes Spiel:

    Millionen Nutzer (User oder Loser-Verlierer) lassen sich tagtäglich samt ihrer Privatsphäre
    regelrecht einen Kopf kürzer machen und legen ihre persönlichen Daten zum Ausschlachten
    für Werbe-und Konsum-Zwecke unter das Fallbeil dieser Daten-Räuber.

    Wer immer noch glaubt, das Internet hat etwas mit Schutz der Privatsphäre zu tun,
    sollte sich langsam aber sicher mal in ärztliche Behandlung begeben und zu Risiken
    und Nebenwirkungen des Internets auch mal den Apotheker seines Vertrauens fragen.

  17. Avatar

    Weshalb kündigen denn die Leute ihren Facebook-Account nicht einfach ? Oder besser, weshalb eröffnen sie denn mit diesem Wissen dennoch ein Konto ?

    Ich hab jedenfalls keines, und lebe dennoch in einem interessantem sozialen Umfeld.

    • Avatar
      Knut Viesner am

      Ich habe sogar mehrere Facebook-Accounts. Leider sind alle gefakt! Und warum habe ich das überhaupt gemacht? Damit es nicht ganz so gefährlich ist, wenn ich überall auf Fratzenbuch kommentiere, wie mir der Schnabel gewachsen ist.

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        Keine Frage, Ihre Entscheidung. Ich jedenfalls will solch Instrument nicht untertsützen.

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        Na, Sie sind ein echter Insider, hm?

        Sie glauben, weil Sie sich auf FB "Mausebär69" nennen, sind Sie aus’m Schneider? Ihr Spitzname ist für niemanden von Interesse.

        Ihre "mehreren Accounts" werden sicher immer schön mit den selben Endgeräten eingelogt. Denn kaum vorstellbar, dass Sie regelmäßig Ihre Smartphones und PC’s wechseln.

        Die Identifizierung findet über die ausgelesenen Geräte-ID’s statt, deren Konfigurationsprofil und unzähligen anderen (einmaligen) Datensätzen bis hin zur IP-Adresse, welche bestenfalls einmal täglich providerveranlasst wechselt.

        Verwetten Sie Haus und Hof, dass FB genau weiß, welche Accounts Ihnen gehören und wer ein und derselbe User ist. Eine Software bei FB verknüpft diese Infos sehr zielsicher. Aber nicht nur Ihre Aktivitäten werden verfolgt. Auch passiv wird über Sie gesammelt – bei Ihren "Freunden".

        Einfachstes Bsp.: Ihr Freund ‚huber29‘ schreibt: "Sitze gerade mit ‚mausebär69‘ in der Seeklause auf ein Bier." Schwups kann FB über die Geokoordinaten die Kneipe eindeutig identifizieren und das Bewegungsprofil auch von ‚mausebär69‘ mit Uhrzeit ergänzen. Zudem fällt als Info an, dass ‚mausebär69‘ ebenfalls dem Alkohol nicht abgeneigt ist.

        Ist jetzt der Groschen gefallen?
        Selbst, wenn Sie FB jetzt kündigen und nie wieder benutzen, wird Ihr Datensatz weiter gepflegt werden – wenn auch nicht ganz so qualitativ hochwertig.

        Wer FB & Co. nutzt, ist am A*rsch ! So ist die digitale Realität.

    • Avatar
      Harald Kaufmann am

      @Treets,

      gute Frage, nächste Frage.

      Da könnte man gleich seine Bankdaten öffentlich auf dem Marktplatz herausschreien.

      Auch ich lebe in einem interessantem sozialen Umfeld.

      Dumm an der ganzen Sache ist nur, dass auch Ämter und Behörden über meine Daten ohne mein freiwilliges Zutun verfügen und diese weiter ohne mein Einverständnis an andere veräussern können.

      Auch die Jobcenter haben leider uneingeschränkt Zugriff auf die Bankdaten ihrer "Kunden", wie ich zu lesen bekam.

      Wer etwas auf der hohen Kante hat, sollte bevor er entsprechende Anträge stellt, besser sein Erspartes verjubeln und verprassen oder in Sicherheit bringen, bevor diese es bis auf einem Eigenbehalt ausplündern.

      Und wer weiss schon, bei den gegenwärtigen Verhältnissen, was man über mich alles so weiss.

      Wahrscheinlich sogar mehr als ich über mich selbst weiss.

      Honeckers Stasi hätte vor lauter Freude einen sportlichen Saldo und dreifachen Lutz hingelegt, wenn die über die technischen Mittel, wie wir sie heute haben verfügt hätten.

      Und selbstverständlich dient das Datenmaterial natürlich nur unserer eigenen Sicherheit.

      Die Erde ist eine Scheibe.

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        @Harald Kaufmann

        Nur hätte Mielke´s Stasi mit diesem Informationsgewinn alle Gegner gnadenlos eingebuchtet.

        Im Übrigen sollte man nicht so dumm sein und nur deshalb alles mitmachen, weil andere es eh tun.

        Wenn schon Behörden/JobCenter/Banken etc. freien Zugriff haben sollten, muß man doch noch lange nicht freiwillig allle Infos über einen selbst in die Welt posaunen !

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