Der Spiegel: Gewinneinbruch bis zu 40 Prozent!

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Vor fast zwei Wochen publizierte der SWR einen „Innovationsreport“ über die Spiegel-Gruppe.

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_von Karel Meissner

Der Hamburger Magazin-Verlag rechnet für 2015 mit einem richtig krassen Einbruch bei den Verkaufszahlen. Der Gewinn dürfte „voraussichtlich um 35 bis 40 Prozent unter dem des Vorjahres 2014 liegen“. Die Reaktion des Spiegel-Verlagschefs Thomas Hass wird in seiner Agenda 2018 mit den Schlagworten „Wachsen und Sparen“ umrissen. Das „Wachsen“ dürfte dabei schwierig sein, denn laut  „Innovationsreport“ ist der immense Einbruch keineswegs unverschuldet, sondern die Frucht langer und harter Bemühungen.

Demnach habe der Spiegel „einen Teil unseres einstigen Nimbus verloren“. Richtig, aber wodurch? Zum einen hat der Spiegel jede Dynamik als Oppositionsblatt und das Aufdecken unangenehmer Wahrheiten aufgegeben. War er unter Rudolf Augstein der Schrecken der Politiker, so ist er jetzt zur Propagandapostille von Merkel und EU verkümmert. Unter diesen Aspekt lassen sich folgende zitierte Feststellungen subsumieren:

– „Alleinstellungsmerkmal Exklusivität und Hintergründe besitzen wir nicht mehr“.
– „überraschen zu wenig“
– „probieren zu wenig wirklich Neues“

Was folgt daraus? Die Leserschaft glaubt dem Blatt nicht mehr, ist angewidert von dessen Propaganda-Pädgogik. Darauf wiederum antwortet das Blatt mit Arroganz:

– „der Besserwisser ist nicht beliebt, unsere Überheblichkeit macht uns unsympathisch“
– „überhöhen unsere Wichtigkeit“
– „können Schwächen nicht eingestehen und erst recht nicht zeigen“
– „trugen (und tragen) eine Selbstherrlichkeit vor uns her“

Die verbliebenen Fans der Konformistenpresse dürften bei soviel Selbsterkenntnis ihrer Meinungsmacher schamrot werden. Man kann dem Blatt zu der ökonomisch erzwungenen Selbsterkenntnis nur gratulieren. Aber wird es daraus Konsequenzen ziehen? Muss die Alternativpresse einen neu erwachten Spiegel fürchten? Nein. Bei den Redakteuren, Autoren und Online-Kolumnisten ist das so gut wie ausgeschlossen.

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