Der Spiegel erklärt Terroranschläge für volkspädagogisch wertvoll

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Die Spiegel-Redaktion ist begeistert: Die Zeiten, in denen die Franzosen noch panisch auf Anschläge reagierten, ist vorbei. Das Gebombe hat sie cool und „reif“ gemacht.

Dass beim Spiegel nicht gerade die geistige Elite in die Tasten haut, hat sich herumgesprochen: Sinkende Verkaufszahlen beweisen es. Jetzt hat das Chefblatt für Kriecher und Konformisten zudem gezeigt, dass es ein bisschen Volkstod für pädagogisch durchaus nützlich hält: Endlich lernen die Bürger mal, richtig zu relaxen.

Vor wenigen Tagen sonderte Autor Georg Blume den Artikel «Frankreich nach dem Anschlag von Trèbes – „Alle sind ruhig geblieben“» auf Spiegel-Online ab. Schon in der Einleitung wird dem Leser erklärt, dass islamistische Anschläge als volkspädagogisch wertvoll einzustufen sind: „Die Franzosen reagieren auf den islamistischen Terror in ihrem Land anders als nach den Anschlägen vor drei Jahren. Das Attentat von Trèbes deutet an: Frankreichs Demokratie ist offenbar reifer geworden.“ Welch ein Glück: Das Bomben hat die Franzosen „reifen“ lassen. Endlich lernt der dauergestresste Europäer die echte Coolness. War ja nicht auszuhalten, diese Hysterie, als Pariser Cafés in die Luft geflogen sind.

Nur noch, so geht es „blumig“ weiter, die zurückgebliebene Marine Le Pen regt sich über aktuelle Anschläge und das Selbstopfer eines Polizisten auf: „Marine Le Pen, Parteichefin des rechtsextremen Front National (…): ,Wann wird diese Regierung begreifen, dass wir im Krieg sind?‘ twitterte die erfolglose Präsidentschaftskandidatin des vergangenen französischen Wahljahrs. Le Pen hat aber offenbar nicht begriffen, dass sich ihr Land seit dem ersten, großen Terrorattentat gegen die Redaktion des französischen Satire-Magazins Charlie Hebdo vor drei Jahren weiterentwickelt hat.“ Tja, wenn Populisten die neueste „Weiterentwicklung“, die neue „Reifung“ verpassen, werden sie erfolglos.

Damals, nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo, gingen noch Tausende solidarisch auf die Straße, forderten ein Ende des Terrors – so amüsiert sich der Autor. „Und heute? ,Wie jeden Tag‘, antwortete der Zeitungsverkäufer auf dem Pariser Boulevard Voltaire“ – Hat das Establishment also Recht gehabt: Auch mit dem Terror lässt sich leben. Alles eine Frage der Einstellung.

Auch die Supermärkte und Krankenhäuser haben sich vorbildlich auf die – sagen wir vorsichtig – „neue Situation“ eingestellt: „Schon am Tag nach der Tat fragte sich die Leiterin des Supermarkts in Trèbes, in dem drei Menschen getötet wurden, die 25-jährige Samia Menassi, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP, wann sie wohl ihr Geschäft wiedereröffnen könne“, lobt der Spiegel. Und: „Im Rathaus von Trèbes hatte ein psychologisches Beratungsteam Menassi und sämtliche Mitarbeiter und Kunden des Supermarkts empfangen, die das Drama am Vortag unmittelbar miterleben mussten.“

Und im Krankenhaus? „,Alle sind ruhig geblieben‘, berichtete eine Krankenschwester aus dem zum Tatort nächstgelegenen Krankenhaus in der südfranzösischen Stadt Carcassonne. ,Wir haben schnell Betten freigeräumt und Verstärkung für die Wiederbelebungsexperten gerufen. Die Organisation lief gut. Man merkte sofort, dass sich unsere regelmäßigen Notfallübungen auszahlten.'“ – Na, da macht Terror doch so richtig Spaß. An dem Autor ist ein Satiriker verloren gegangen. Aber leider meint er es ernst…

Absoluter Höhepunkt ist der Bericht über Pariser Medien: „Laurent Joffrin, der gewöhnlich etwas konservative Chefredakteur des Pariser Linksblatts ,Libération‘, war von der Stimmung nach dem Attentat geradezu begeistert: ,Was einen umhaut, ist die bemerkenswerte Gelassenheit, welche die ganz große Mehrheit der französischen Bevölkerung an den Tag legt.'“ Cool, die Franzosen. Haben kein Problem, wenn man sie weg bombt. An der „Begeisterung“ des linken Chefredakteurs sollten sich die hysterischen Deutschen mal ein Beispiel nehmen.

Ein Leserkommentar brachte es auf den Punkt: „Man merkt, Herr Blume, wie Ihnen das Spiel mit Worten gefällt. Der Euphemismus „Weiterentwicklung“ ist nämlich nichts anderes als Abstumpfung, die Gleichgültigkeit, das Phlegma einer Gesellschaft, die sich offenbar an den Terror gewöhnt hat, ihn als unabwendbares Übel hinnimmt. Jeder einzelne zumindest so lange, wie es ihn nicht persönlich trifft. Und was Sie als „Reife“ bezeichnen, die Frage der 25-jährigen Marktleiterin, wann sie denn endlich ihren Laden wieder öffnen kann, in dem gerade eben erst zwei Menschen ermordet wurden, nenne ich kaltherzigen Zynismus.“ – Dem ist nichts hinzuzufügen.


Über den Autor

25 Kommentare

  1. Der Spiegel möchte also das man sich an den Islam-Terror gewöhnt. Man kann sich auch daran gewöhnen nicht mehr den Spiegel zu kaufen.

  2. Wenn etwas oft genug geschieht, wird es "normal", wird es alltäglich! Entsprechendes Verhalten ist aus der Hexenvervolgung, dem 30-jhrg. Krieg, den Weltkriegen überliefert! Das Verhalten in Frankreich zeigt, daß das immer gilt! In Zeiten. da solch eine Abstumpfung zum individuellem Überleben nicht nötig war, ist man entsetzt über diese historischen Epochen, hält dies Verhalten für archaisch und heute überlebt. Das Beispiel zeigt, daß dem nicht so ist, die Zivilisation nur eine dünne Decke. Wenn an der gekratzt wird, kommt die Steinzeit voll durch und sobald es ums Überleben geht, ist jeder sich selbst erst einmal der Nächste!
    Selbstlose Menschen wie der frz. Polizist sind die absolute Ausnahme, die kann man mit der Lupe suchen!
    Denn unsere Gene sind darauf programmiert, erst einmal selber zu überleben.

  3. Harald Kaufmann am

    "Der Spiegel erklärt Terroranschläge für volkspädagogisch wertvoll"

    Und ich erkläre dass der Spiegel wie viele nadere Schmierenblätter schon einmal bessere Zeiten erlebt hatte und alles andere als volkspädagogisch wertvoll sind. Das beweisen allein schon die rückläufigen Umsatzzahlen. Das Volk beginnt allmählich aus seinem Tiefschlaf zu erwachen und ist nicht mehr bereit, solche Schmierenblätter zu kaufen.

    Alles hat mal ein Ende nur die Wurst hat zwei.

  4. Herbert Weiss am

    Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Hinzu kommt der Umstand, dass weitaus mehr Menschen der Hektik des Straßenverkehrs zum Opfer fallen oder von rücksichtslosen motorisierten Vollpfosten totgefahren werden. Vom ganz "normalen" Sterben mal abgesehen.

    Es war auch früher unvorstellbar, dass man den Briefschlitz in der Außenwand unserer örtlichen Post aus Sicherheitsgründen zumauern würde. Und dass wir seit mehreren Jahren kein Postamt mehr haben.

    Es mag tatsächlich einen Trend zur Abstumpfung geben. Wahrscheinlich ist auch eine gehörige Portion Resignation dabei. Wir sollten uns davon nicht unterkriegen lassen und weiterhin das absurde als absurd bezeichnen und das normale als normal. Einfach mal dem Zeitgeist widerstehen, so gut es geht.

  5. Der Gute hat doch recht,
    Auch die Deutschen hatten sich an Krieg und den Bombennächten gewöhnt.
    Zum Schluss waren es drei Millionen Tote.
    Diesmal werden es mehr. Auch dran werden wir uns gewöhnen. Durchhalten bis zum letzen Mann.
    Entschuldigung, Frau vergessen.
    Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier.

  6. Wilhelm Friedrich am

    Nicht umsonst habe ich mich nach vielen Jahren vom Spiegel-Abo getrennt!
    Von Zeit zu Zeit sollte man alle seine “lieben Gewohnheiten“ auf den Prüfstand stellen, man wird sich wundern wie viele Änderungen erforderlich sind, oder wie beim Wahlverhalten einen scharfen Richtungswechsel geradezu unumgänglich machen!

  7. Haut in die gleiche Kerbe:
    "Terror attacks are ‚part and parcel of living in a big city‘, claims London mayor Sadiq Khan " (Daily Mail)

  8. Das Gebombe hat sie cool und „reif“ gemacht.

    Welch menschenverachtender Schwachsinn. Fehlt nur noch der Verweis auf den Bomber Harris.

    Wenn dieser Überflieger in der letzten Zeit in Frankreich gewesen wäre, wüsste er wie es dort tatsächlich aussieht und welch bedrückte Stimmung angesichts der überall patrouillierenden schwer bewaffneten Soldaten dort herrscht.

    Aber eines haben die Franzosen uns voraus.
    Der linke Politiker, der den kürzlich gemesserten Polizisten verwöhnte, wurde vom Staatsanwalt arretiert.

  9. Edmund Kisicki am

    Na bitte, dann haben sich die staatlichen Investitionen in Form zahlreicher False Flag Attentate doch gelohnt. Frankreich hat mittlerweile einen permanenten Ausnahmezustand, halb Afrika als Dauergast und ein demoralisiertes und frustriertes Volk … mucksmäuschenstill … von wegen reif, höchstens reif für den Schlachthof.

    Das haben wir noch alles vor uns. Merkels Horror-Kabinett ist die beste Voraussetzung dafür!

  10. pressenutten am

    "Frankreichs Demokratie ist offenbar reifer geworden". Mag sein. Ganz sicher ist: Herr Blume ist auch reif geworden. Reif für die Klapsmühle.

  11. Davon kann der Spiegel nur lernen. Frankreich hat eine positivere Presse. Man kann auch das Positive an Terroranschlägen mal erwähnen. Der Islamismus gehört zu Frankreich. Die Menschen rücken zusammen, Helden werden geboren, Willkommenskultur besteht die Probe.
    Die Deutschen sind immer gleich so griesgrämisch. Die nennen solch ein Verhalten bei uns Fatalismus, Apathie oder gar Resignation. Also, Kopf hoch, seht es wie ein Spiel, wie Russisch Roulette, z.B.

  12. Der Spiegel verbricht eine schamlose Volksverhetzung gegen das deutsche Volk, die jedoch in der brd nicht strafbar ist, da das deutsche Volk in der brd als minderwertig und verbrecherisch angesehen wird. Die Spiegel-Redakteure zeichnen sich zudem noch als verzweifelte Verstandes-Asketen aus, die der islamistische Terror auch noch selber erwischen könnte.

  13. HansHeinrich Klöker am

    Was wäre wenn?:DIE Spiegel-Redaktionsräume würden einem Sprengstoffanschlag zum Opfer fallen….Würde dann auch jeder dieser Redakteure, falls er oder sie dann überlebt haben genauso cool mit der Situation umgehen? Aber für dieser Damen und Herren wäre es, so glaube ich, viel schlimmer wenn die monatlichen Gehälter(die von George Soros eingeschlossen) nicht mehr oder nicht mehr regelmässig kommen würden…Dann wäre es mit der COOLNESS vorbei..

  14. Michael Höntschel am

    Wir sollen uns alle möglichst schnell daran gewöhnen mit Chaos und Diktatur zu leben. Es wird uns vorgegaukelt, die fast 60 Jahre relativer Frieden in Europa waren eher abnorm. Jetzt kommt die Normalität der früheren Jahrhunderte zurück. Kampf ums seelische und physische Überleben, die absolute Macht der Stärkeren und die absolute Unterordnung unter die Obrigkeit sind die alte und damit auch die neue Normalität.

  15. Michael Koch am

    "Spiegel-Leser wissen mehr." So wirbt dieses Blättchen im Winde für sich selbst. Was wissen Spiegel-Leser "mehr"? – GAR NICHTS MEHR! Es ist ein Blatt für Doofe, für Gutmenschen, für Augenverschließer und für Merkelisten. – Hätte das Papier – auf welches der Spiegel gedruckt wird – wenigstens eine gewisse Saugkraft, dann könnte man es ja noch für gewisse Dinge verwenden. Aber normales Klo-Papier ist wesentlich billiger!

  16. Jürg Rückert am

    Ruhe sei der Bürger erste Pflicht, so hieß es nach den Niederlagen in Jena und Auerstädt.
    Wenn einer ins KZ abgeführt wurde, sagten die Bürger: Nur Ruhe! Der muss was ausgefressen haben!
    Der Papst prüft wahrscheinlich derzeit, ob er den geschächteten Polizisten nicht für uns alle als Vorbild heroischer Liebe zur Ehre der Altäre erheben soll.
    Hören wir das Zischeln der Medien, die Täuschungen und Lügen ringsum, wenn sie gegen uns sich verschwören, darauf sinnen, uns das Leben in eine Hölle zu verwandeln? Nach Psalm 31 …

  17. Direkter Demokrat am

    Das ehemalige Nachrichtenmagazin wird mit solchen Beiträgen seine Auflage nicht steigern. Die wenigen Leser werden, angewidert von der Ausdrucksweise der Spiegelschmierfinken, das Blatt in die Mülltonne werfen.

  18. Deutsche Beobachtungstelle am

    Wenn hoffentlich bald ein Nürnberger Gericht 2.0 stattfindet, auf dem die politisch-mediale Verbrecherkaste der aktuellen BRD auf der Anklagebank sitzt, werden solche Maulhuren wie "Blume" zur Verantwortung gezogen. All die menschenverachtenden Presstituierten und Propagandisten der üblen BRD-Lügenpresse werden ihrer Strafe zugeführt! Ei, wird das ein Fest!! Merkt euch die Namen dieser Verbrecher und Ideologen! Der "SPEIGEL" ist das schlimmste Hetzblatt von allen – vor allem was die Kriegshetze gegen Russland betrifft. Goebbels wäre stolz auf dieses Pack! "Journalisten" sind das nicht!

    Ehre, Freiheit und Vaterland!
    Grüße aus dem alten Preußen!

  19. Der Antagonist am

    Wenn man sich Niveau als Limbostange vorstellt und sich denkt, weiter runter gehts nicht mehr, läuft die Lügenpresse aufrecht und mit geschwollener Brust unten durch.
    Ich staune.

  20. Natuerlich laesst sich mit Terror leben, da braucht man nicht nach Frankreich zu schauen. Die Deutschen machen es tadellos vor. Ob drueben ein paar Bomben Menschen zerreissen oder hueben ein paar abgestochen werden, der Alltag geht weiter. Auch im Bundestag. Da erinnert die rote Sarah die AfD an das Massaker von Oradour, obwohl sie doch wissen wuesste, dass die Wahrheit die Legende schon lange eingeholt hat. Marine Le Pen habe ich abgeschrieben nachdem sie ihren Vater aus der Partei warf. Wegen Geschichtsfaelschung wurde er gefeuert. So ist das wenn die Eier die Huehner belehren. Das Maasmaennchen wird verurteilen und verurteilen und verurteilen und die Hintertuer oeffnen, da er auf einer ganz anderen Payroll steht. Der Spiegel ist fuer abgebrochene Abiturienten. Sowohl als Redakteure als auch als Leser. Was war noch? Achja, das Maasmaennchen rutscht gerade durch Israel. Nicht fuer die Deutschen, sondern fuer sich. Weil Auschwitz ihn in die Politik brachte. Alles hat eine Ursache und eine Wirkung. Dans le monde, en France et en Allemagne.

  21. heidi heidegger am

    *aaah* die Blume (läuft rum wie ne transe *sorry*) ist ja schon länger d e r frankreich-überchecker, seit der tagesthemen-knilch Wickert geistig-publizistisch im altenheim gärt äh geriert äh egal, quasi. ganz schlimm ist Blume auch im koerberstiftungdingens auf youtube. was’n Hainz!

  22. Heiko Stadler, Steuerzahler aus Bayern am

    Der Spiegel ist reif für das volkspädagogisch wertvolle Verlagssterben von seiner schönsten Seite.

  23. Warum konnte Donald Trump der Nato – und damit auch Frankreich – vorwerfen, obsolet zu sein, weil sie sich gar nicht um den Terror kümmert?

    Warum wurde vor kurzem das "Anti-IS"-Mandat der Bundeswehr gegen Syrien klammheimlich verlängert?

    Warum hat Deutschland alles daran gesetzt, damit Syrer überall hinkommen, aber nicht in Ihre Heimat Syrien? Wer Syrer nicht zu Flüchtlingen macht, der musst auch nicht die deutschen Grenzen vor ihnen schützen. Wer Syrern nicht den Golan rauben will, der muss sie auch nicht zu Flüchtlingen machen.

    Wem dient diese ganze islamische Übergriffigkeit – und wer steckt im Einzelfall wirklich dahinter (vgl. Anis Amri)

    Warum will unsere Bundesregierung uns eine Vielfalt präsentieren, hält aber für Israel an einer Zwei-Staatenlösung fest? Die Vielfalt von Juden und Arabern gehört doch zuerst (!) in den Nahen Osten – und nicht hierher.

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