Der Leidensweg der Sudetendeutschen – Gerd Schultze-Rhonhof berichtet in COMPACT-Geschichte

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Dem Vergessen entrissen: In unserer Geschichtsausgabe „Verbrechen an Deutschen: Vertreibung, Bombenterror, Massenvergewaltigungen“ berichten wir, worüber andere Medien nicht (mehr) schreiben dürfen. (Wer diese Ausgabe oder einen anderen Artikel in unserem COMPACT-Shop bestellt, erhält COMPACT-Geschichte „Panzerschlachten. Blitzkrieg-Legenden von Erwin Rommel bis Moshe dayan“ kostenlos als Zugabe – wenn die Bestellung bis Dienstag, 3.12., 23.59 Uhr bei uns eintrifft).

Die Sudetendeutschen waren einst in der Bundesrepublik wohlgelitten – die CSU bezeichnete sie gar als „vierten Stamm“ der Bayern und nahm gerne ihre Wählerstimmen. Doch das ist lange vorbei: Seit der Wiedervereinigung ist das grausame Schicksal der Vertriebenen allenfalls noch eine Sonntagsrede wert. COMPACT hat mit dem „Mut zur Wahrheit“ den Golgathaweg der aus der Tschechoslowakei Verjagten nachgezeichnet – in unserer Geschichtsausgabe „Verbrechen an Deutschen: Vertreibung, Bombenterror, Massenvergewaltigungen“ schreiben der ehemalige Bundeswehrgeneral Gerd Schultze-Rhonhof („Der Krieg, der viele Väter hatte“) und Daniell Pföhringer über eines der grausamsten Kapitel der Jahre 1945/46 und den antideutschen Rassismus des ersten CSSR-Präsidenten Edvard Benes. Hier ein Auszug:

„Nach dem Prager Aufstand vom 5. Mai 1945 beginnen dann Terror und Massenaustreibungen durch tschechoslowakische Verwaltungsbeamte und die sogenannte Revolutionsgarde unter General Ludvik Svoboda. Der überwiegende Teil der Sudetendeutschen weiß dabei nichts von Benes‘ Plänen. Die von staatlichen tschechischen Stellen organisierten Banden überziehen viele Orte mit Gewalttaten, Raub, Mord und Schändungen, darunter Saaz, Brüx, Aussig oder Landskron, wo es zu Blutbädern und Massenhinrichtungen kommt. Diese Exzesse sind maßgeblich auf hetzerische Aufrufe im Prager Rundfunk und Reden von Edvard Benes zurückzuführen. Teilweise nehmen die Untaten so schreckliche Formen an, dass die sowjetischen Besatzungstruppen dem tschechischen Furor Einhalt gebieten müssen.

«Alle Deutschen müssen verschwinden. Was wir im Jahre 1918 schon durchführen wollten, erledigen wir jetzt». Edvard Benes

Wo Recht zu Unrecht wird

In einer Rede vom 3. Juni 1945 in der Stadt Tabor führt Benes unverhohlen aus: «Ich erteile allen den strengen Befehl, unseren Leuten im Grenzgebiet Platz zu verschaffen. Werft die Deutschen aus ihren Wohnungen und macht den unsrigen Platz. Alle Deutschen müssen verschwinden. Was wir im Jahre 1918 schon durchführen wollten, erledigen wir jetzt. Damals schon wollten wir alle Deutschen abschieben, Deutschland war aber noch nicht vernichtet, und England band uns die Hände. Jetzt aber muss alles erledigt werden. Kein deutscher Bauer darf auch nur einen Quadratmeter Boden unter seinen Füßen haben, kein deutscher Gewerbetreibender oder Geschäftsmann darf sein Unternehmen weiterführen.» Eigens für die Vertreibung erlässt Benes 1946 Dekrete, die die Täter für ihre Handlungen noch rückwirkend straffrei stellen. Sie sind nicht parlamentarisch abgesegnet worden, sodass sie als direkte Dienstanweisungen des neuen Präsidenten angesehen werden müssen. Die Benes-Dekrete verfügen die Enteignung und Entrechtung der Sudetendeutschen sowie den Übergang deutschen Besitzes in tschechische Hände – bis heute sind sie vom tschechischen Staat nicht außer Kraft gesetzt worden.

Internierung, Folter, Mord

Foto: Fischer-Verlag

Die letzte Phase der Vertreibung der Sudetendeutschen beginnt im November 1945. Die Ausreise wird allerdings sowohl durch die ungünstige Wetterlage in diesem Winter als auch ein Reiseverbot und die beginnende Zusammenfassung der deutschen Bevölkerung in Internierungslagern erschwert. Diese sind zuvor durch eine der ersten Verfügungen des tschechischen Innenministeriums eingerichtet worden. Die Zustände in diesen Lagern sind grauenhaft; Misshandlungen, Folterungen und Mord sind an der Tagesordnung. Laut der Ostdokumentation des Bundesarchivs bestehen in der Tschechoslowakei damals 1.215 Internierungslager, 846 Arbeits- und Straflager sowie 215 Gefängnisse, in denen insgesamt 350.000 Deutsche festgehalten werden.

Im Juli 1945 kommen Churchill, Stalin und Truman in Potsdam zusammen, um unter anderem auch über eine bessere Organisation der Vertreibung der Deutschen aus den Ostgebieten und dem Sudetenland zu beraten. Der anfängliche Gedanke einer nur teilweisen Vertreibung beziehungsweise eines Moratoriums kann im weiteren Verlauf dieses Jahres nicht mehr aufrechterhalten werden. Die Vertreiberstaaten nutzen die Gunst der Stunde und schaffen vollendete Verhältnisse. Nachdem man in Großbritannien und den USA auf die unhaltbaren Zustände in der Tschechoslowakei aufmerksam geworden ist, gibt es zumindest zwischen tschechischen und amerikanischen Vertretern eine Übereinkunft über die weitere Abwicklung der Aussiedlung von Deutschen, die jedoch von Prag nicht durchgängig eingehalten wird. Die Drangsalierungen und der Terror halten an. Am Ende kommen von den über drei Millionen Deutschen, die vor dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet der Tschechoslowakei lebten, mindestens 270.000 ums Leben. Dadurch hatten sich die Machthaber des neuen Staates nicht nur eines bedeutenden Teils ihrer Geschichte beraubt, sondern auch eines wichtigen Wirtschaftsfaktors, der dann vor allem der Bundesrepublik, aber auch der DDR zugutekam. Die Regierung in Prag hat die Unrechtsdekrete von 1946 nicht nur niemals aufgehoben, sondern brachte sie mit dem Beitritt Tschechiens zur EU 2004 sogar unverändert in die europäische Rechtslandschaft ein. (Ende des Auszugs)

Dem Vergessen entrissen: In unserer Geschichtsausgabe „Verbrechen an Deutschen: Vertreibung, Bombenterror, Massenvergewaltigungen“ berichten wir, worüber andere Medien nicht (mehr) schreiben dürfen. (Wer diese Ausgabe oder einen anderen Artikel in unserem COMPACT-Shop bestellt, erhält COMPACT-Geschichte „Panzerschlachten. Blitzkrieg-Legenden von Erwin Rommel bis Moshe dayan“ kostenlos als Zugabe – wenn die Bestellung bis Dienstag, 3.12., 23.59 Uhr bei uns eintrifft).

Über den Autor

Jürgen Elsässer

Jürgen Elsässer, Jahrgang 1957, arbeitete seit Mitte der neunziger Jahre vorwiegend für linke Medien wie Junge Welt, Konkret, Freitag, Neues Deutschland. Nachdem dort das Meinungsklima immer restriktiver wurde, ging er unabhängige Wege. Heute ist er Chefredakteur von COMPACT-Magazin. Alle Onlineartikel des Autors

22 Kommentare

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    Rumpelstielz am

    Das konnte man auch sehen, als Saddams Truppen aus Kuwait abzogen, da wurden die auf dem Rückzug von VS Amerikanischen Kriegsverbrechern zusammen geschossen. Verbrechen werden erst durch ein Geständnis des Besiegten, wie auch immer erpresst, zum Verbrechen – sonst ist es Notwendigkeit der Lage.

    Der Hirnamputierte Östereicher hat eine 10 000 Km lange Front aufgemacht – konnte das gutgehen NEIN

    Murksel hat ca 3Mio unberechtigte Anspruchsteller ins Land geschafft – kann das gutgehen – NEIN es ist eine Katastrophe für unser Land jeder weiß das

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    Das besonders Tragische:
    Die Sudeten haben sich selbst mittlerweile so sehr an das westliche Leben angepasst, dass sie ihren Überlebenswillen größtenteils aufgegeben haben.
    Lasse mich gern eines besseren belehren.
    Aber da besitzen andere Volksgruppen mehr Standhaftigkeit (z.B. die Samariter).

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    Rechtsstaat-Radar am

    Wenig bekannt ist auch, dass sich an den bestialischen Vergewaltigungen, Morden und Folterungen der Sudentendeutschen (besonders der Frauen) die Zigeuner besonders beflissen beteiligt haben. Dem Lügen- und Verdrehungskartell der Altparteien und ihrem öffentlich-rechtswidrigen Rundfunk, ist es gelungen, auch diese "Kleinigkeit" zu vertuschen. Ich möchte die Tschechen nicht rein waschen, im Gegenteil. Wir wissen auch über sie alles, werden nichts jemals vergessen. Bei den durchweg aus Ost- und Südosteuropa kommenden Zigeunern, die sich ja bei uns infolge der Merkel’schen Hochverratspolitik überall inzwischen breit machen, hat dies einen ganz besonders bitteren Beigeschmack. Die Zigeuner liegen uns auf der Tasche, lassen sich sofort bei der Ankunft in unser soziales Netz fallen. Mir sind Fälle bekannt geworden, die einem die Zornesröte ins Gesicht treiben. Eine Zigeunerfamilie aus Südosteuropa mit 15 Kindern, die sich in Hamburg festgebissen hat, deren Vater im Knast saß, deren Mutter dabei durch einen anderen Zigeuner geschwängert wurde und mit dem abgehauen ist, bindet allen vier Vollzeit-Sozialarbeiterinnen, wurde in ein großes Haus eingewiesen, das natürlich vom deutschen Volk bezahlt wird…. Alle diese Zigeuner werden von uns Deutschen alimentiert!

    Vor dem skizzierten Hintergrund ist das ganz besonders wenig akzeptabel.

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    Paul, der Echte am

    Exemplarisch für die Greueltaten an Deutschen seien hier nur zwei Augenzeugenberichte von Ereignissen erwähnt, die sich in Prag abgespielt haben:

    „Der Nachmittag des 10. 5. brachte mir das vielleicht grausigste Erlebnis dieser Tage.
    Es kam ein Trupp Bewaffneter herein und suchte sich die 6 jüngsten und kräftigsten Männer aus, darunter war auch ich.
    Nachdem diese Leute unserer Bewachung versprochen hatten, sie würden uns nach Möglichkeit lebendig wiederbringen, führten sie uns auf den Wenzelsplatz. (…) So kamen wir zur Einmündung der Wassergasse und sahen unsere Aufgabe:
    An der großen Reklametafel an dieser Ecke hingen drei nackte Leichen, an den Füßen aufgehängt und mit Benzin verbrannt.
    Die Gesichter bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt, die Zähne restlos herausgeschlagen, der Mund nur ein blutiges Loch.
    Die gekochte Haut klebte uns an den Händen, so mußten wir sie in die Stefangasse tragen und schleifen, als wir nicht mehr tragen konnten.“

    „Am 20. 5. 1945 wurden wir zur Arbeit auf den Wenzelsplatz geführt.
    Dort wurden vor unseren Augen deutsche Jungen und Mädel und auch Soldaten an den Füßen an Kandelabern und Bäumen lebend aufgehängt, mit Petroleum übergossen und angezündet.“

    Diese Untaten des Gesindels wurden dann in Nürnberg umgedichtet und unserer Waffen SS bzw. der Wehrmacht unterstellt.

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    Meine damals 23-jährige Mutter und ihre sieben Schwestern, sowie ihre Eltern wurden damals auch mit vertrieben. Von Neutitschein in Nordmähren mußten sie zu Fuß bis an die österreichische Grenze gehen. Meine Mutter wurde auf der Flucht vergewaltigt. In Wien im Lager verstarb mein Großvater. Und die Österreicher wollten ihre ehemaligen Staatsbürger auch nicht haben und setzten sie alle in einen Güterzug und verfrachteten sie in die amerikanische Zone der späteren BRD.

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      Deutschösterreicher aus dem Wienerwald am

      Nicht "die Österreicher", sondern die von den Alliierten eingesetzte Regierung. Schändlich, keine Frage! Umso mehr ärgert es mich auch, wer heute aller genommen wird. Beste Grüße!

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    Es gibt Deutsche die haben überhaupt kein Schamgefühl, da ist einfach nichts vorhanden, die kaufen und fahren Škoda

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      DerSchnitter_Maxx am

      Weil sie von nix ’ne Ahnung haben … außer dummdämlich-dummerzogen und abgestumpft durch eine, bekloppte, abartige, Welt zu gurken … ohne jedwedes, geistiges, Vermögen … es in irgendeine Art&Weise wahrzunehmen oder begreifen zu können 😉

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      Deutschösterreicher aus dem Wienerwald am

      Ja, der käme mir auch nicht in die Garage, solange die Benes-Dekrete nicht aufgehoben werden.

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    heidi heidegger am

    Einfach mal: Danke. Ihr seid die Besten.

    Und mein Elsässer, *kann&darf auch so*, ischd eh d e r Hammer-(Volks)Pädagoge, yo! Grüßle+Bussi!

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      heidi heidegger am

      HEIDERICH, du ZitterAal, wag‘ es nur nicht noch einmal: Ick zieh dir anne GummiStumpäään bis nach Neuschwabenland, heast!? *grummel-grunz* 😕

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        Jeder hasst die Antifa am

        Heidrich ist dein neuer Fan er huldigt dir, das macht er gut, weiter so. grummel grunz

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        heidi heidegger am

        Sei D u ma besser leise (lol) -> Das H(eavy) Burschi/Heiderich zuckt wie Zitteraal, immer wenn die heidi was schreiben tut. Ich petze das alles dem Soki, hihi.

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    2.Der damalige Deutsche Kaiser war ein anerkannter Blödmann, von Strategie und Taktik keinen blassen Schimmer. Bedenke die Entlassung von Bismarck der wirklich wusste wie es geht mit Deutschland und der Welt. Der wusste das in der Politik es nicht um Recht und um Gerechtigkeit geht, sondern um Interessen die mir nützen und solche die mir schaden. Und das damalige Deutschland, unter sorgfältiger Abwägung des anglo/ amerikanischen Potentials, Geld und Rüstung, im Vergleich mit Deutschland, dann hätte Deutschland vorher wissen können, mit wem die sich da einlassen. (!!!!!!!!!!!!) Wissen können, wenn sich Deutschland in den Krieg hineinziehen lässt, das es eine klug gestellte Falle ist. Und Blödheit wird bestraft, wenn einer mit einem Volkswagen sich gegen einen mit mit einem Rennwagen auf ein Rennen einlässt.
    Grenzen zu und auf Verteidigung umstellen, sich gute Bündnispartner suchen und abwarten. So sich verhalten würde Deutschland heute noch in den Grenzen von damals existieren.
    Und sich nicht in zwei Kriege verwickeln lassen, durch die Blödheit seiner Politiker auf einen kümmerlichen Rest zurück bombardiert zu werden. – Den Rest, dafür sorgen Merkel und die Grünen, auch der wird ohne Krieg noch verloren gehen. So schaut`s aus.

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      Deutschösterreicher aus dem Wienerwald am

      Was hat das alles mit den Verbrechen an unschuldigen Menschen zu tun?

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        Nichts hat das mit den Verbrechen der Tschechen zu tun, lieber DEUTSCHÖSTERREICHER. Und ganz wenig mit dem Kaiser, dessen ständiger Begleiter Theodor Herzl, ihn Hundert Mal bat in den Krieg gegen das Osmanische Reich zu ziehen um Palästina für die Juden freizuschiessen. Für Geschichte muss man ein Herz haben.

  9. Avatar

    mmnews 30.1.2019
    wichtig!! Was die National-Extremen, National-Reaktionäre und Braunen immer im faktenfernen Opfergetue (wie roh und dreist sich viele von denen seit dem Internet wieder aufführen können!!) abstreiten: Fehler deutscher Politik von Wilhelm II. über Hitler bis Herrhausen!!
    Siehe Leser-Beiträge bei mm-news zum Artikel Herrhausen-Mord
    1. Sich gegen den militärisch/ industriellen Komplex des Imperiums mit seinen Interessen zu stemmen, das haben schon einige versucht, mit mehr Einfluss als Herrhausen und sind alle kläglich gescheitert.
    Ich finde dieses imperiale US – Machtgefüge nicht richtig, aber wer das angreifen will der muss mindestens einen gleich großen Knüppel besitzen. Und den hatte Herrhausen nicht, niemals. Herrhausen, ein kleine Störstelle, mehr nicht.

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