Der Kommunismus war nie wirklich weg, er hat sich nur versteckt

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Gerade wir Konservativen sollten bei der dringend gebotenen Analyse der aktuellen Fehlentwicklungen in Politik und Gesellschaft unser Augenmerk nicht allein auf die Beschreibung der Phänomene richten, sondern gleichzeitig auch die Erforschung der Ursachen immer im Blick haben. 

_ Gastkommentar von Regine Stephan

Schon seit geraumer Zeit hört man in keiner Debatte oder kritischen Analyse des Ist-Zustandes unserer Gesellschaft mehr den Begriff „Kommunismus“. Das ist merkwürdig, denn war es neben dem Nationalismus nicht die Ideologie des Kommunismus, die das 20. Jahrhundert entscheidend prägte? Das 70-jährige Bestehen der Sowjetunion mit all seinen Begleiterscheinungen kann doch nicht plötzlich so gar keine Rolle mehr spielen, oder?

Genau diesen Eindruck könnte man aber gewinnen, analysiert man einmal die Presse unserer Tage. Da findet man viel Gerede über soziale Gerechtigkeit, Antifaschismus, multikulturelle Gesellschaft und ähnliches mehr. Doch eine tiefergehende Ideologiekritik findet praktisch nicht statt. Und schon gar nicht in der Tagespolitik. Dabei könnte man viel über „sozialistische“ Taktiken und Vorhaben wissen und entsprechende Maßnahmen ergreifen, um den heutigen Kommunismus zu erkennen und ihm wirksam zu begegnen.

Denn nach dem Zusammenbruch des Ostblocks geriet die Linke –  um einen Sammelbegriff für alle kommunistisch denkenden Menschen zu verwenden, die gleichlautende Partei ist nicht (nur) gemeint – in eine tiefe Krise. Hauptsächlich Gregor Gysi war es dann, dem es gelang, mit einem Rückgriff auf den schon von Stalin in den 1950er Jahren mit Erfolg beschworenen Antifaschismus die Reihen neu zu schließen und einen gemeinsamen Nenner für alle zu finden. Hatte doch schon die alte DDR, angeführt von der kommunistischen Partei, sich immer selbst moralisch aufgewertet, indem sie einfach behauptete, „Wir sind die Antifaschisten“, obwohl in der DDR selbstverständlich nicht mehr, aber auch nicht weniger „Alt-Nazis“ als im Westen zu finden waren.

Marx‘ Erben

Doch zunächst einmal ein paar Worte zur Entwicklung des Kommunismus im 20. Jahrhundert. Nach der erfolgreichen Oktoberrevolution 1917 und der Machtübernahme durch die Bolschewiki in Russland versuchten die Kommunisten in Westeuropa ähnliches. Doch sie scheiterten, unter anderem auch deshalb, weil das sogenannte Proletariat sich keineswegs mit den Revolutionären solidarisierte oder gar zum Träger der Revolution wurde.

Doch schon 1923 fanden die Protagonisten etwas Neues. Mit der Gründung des „Instituts für Sozialforschung“ in Frankfurt, später kurz „Frankfurter Schule „ genannt, gelang den europäischen, hier überwiegend deutschen Kommunisten, eine Erneuerung des Kommunismus, gewissermaßen eine Verwissenschaftlichung und Modernisierung der alten orthodoxen Marx‘schen Lehre. Von Felix Weil finanziert, waren es vor allem Max Horkheimer, Friedrich Pollock, Herbert Marcuse, Karl Landauer und andere, die völlig neue Wege für einen modernen Kommunismus fanden.

Der entscheidende Kunstgriff gelang Horkheimer, indem er die marxistische Ideologie mit der Freud’schen Psychoanalyse verband. Zum Leitstern des Instituts wurde nun neben Karl Marx auch Siegmund Freund. Aus Freuds Psychoanalyse wurde nach und nach die „marxistische Milieutheorie“, seine (Freuds) „Triebtheorie“ wurde grundlegend politisiert und als Mittel des Klassenkampfes aufbereitet. Wir haben ja dann bei den Hippies der USA und anderswo in den 60er Jahren die praktische Umsetzung des Neomarxismus  erleben können und die Einflüsse in der Frauenbewegung bis heute sind ja unübersehbar.

Den wenigsten Frauen heutzutage ist ja bewusst, dass ihre Anstrengungen um Gleichheit, Freiheit und Selbstverwirklichung nur geschickt getarnte kommunistische Parolen sind, um die bürgerliche Gesellschaft zu zerstören, den „Kampf gegen das Bestehende“(Horkheimer) auf allen Ebenen zu führen. (So konnte ich vor gar nicht langer Zeit einer Veranstaltung beiwohnen, wo ahnungslose CDU-Frauen knallharte marxistische Redner gar nicht in Frage stellten, sondern artig beklatschten!!)

Das Gift der Zersetzung

Den nächsten großen Coup landete die Frankfurter Schule dadurch, dass sie sich von der Marxschen Theorie, dass allein das Proletariat Träger der Revolution sein kann, löste und stattdessen die Intellektuellen zu den Vorreitern der gesellschaftlichen Veränderung im marxistischen Sinne machte. Und so kam es, dass der Marxismus Anfang der 60er Jahre, obwohl praktisch vielfach widerlegt, zur führenden geistigen Mode der westdeutschen jungen Intellektuellen wurde. Vielen der in großer Freiheit heranwachsenden Jungakademiker der Bundesrepublik Deutschland erschien danach die Räteherrschaft nach bolschewistischem Vorbild als der ideale Zustand, für den sie schließlich als 68er auf die Barrikaden gingen. „Die sexuelle, moralische, intellektuelle und politische Revolution in einem“ wurde das Ziel der verführten Studentengeneration der 60er Jahre.

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Über die dann von der neuen Politologie und Soziologie stark beeinflusste Politische Bildung gelangte das (angeblich) fortschrittliche Gedankengut der Frankfurter Schule in die Schulen und Volkshochschulen und erfasste allmählich alle Bildungsbereiche. Ab Anfang der 60er Jahre war die linke Geistesrichtung der Frankfurter Schule in der westdeutschen Intelligenz einfach „in“. Alle früheren und bisher als zeitlos geltenden Werte sollten hinterfragt und zerstört werden. Oskar Lafontaine klagte 1982 die „Sekundärtugenden“ wie Pflichtgefühl, Berechenbarkeit, Machbarkeit, Standhaftigkeit, die vom SPD-Bundeskanzler Schmidt durchaus noch vertreten wurden, an, dass man mit ihnen ja ein KZ leiten könne.

Medienmacht und Marxismus

Nur die lebenserfahrene Arbeiterschaft konnte durch die linken, wirklichkeitsfremden jungen Akademiker nicht (mehr) angesprochen und mit den überholten Klassenkampfparolen nicht zum „revolutionären Befreiungskampf“ gewonnen werden. Der nach diesen Erfahrungen beschlossene „Marsch durch die Institutionen“ der zunächst nicht erfolgreichen neuen Linken war vor allem im Bereich der Massenmedien, der Justiz und im Bildungsbereich erfolgreicher und hatte zur Folge, dass bereits Anfang der 1980er Jahre die maßgeblichen Stellen in Funk und Fernsehen von Linksliberalen und Neomarxisten besetzt waren (bis heute).

Die 68er fingen auch als erste mit der Verwendung von englischen Ausdrücken (Sit in, teach in, make love, not war) an und der Etablierung von Anglizismen im Alltag ( Sightseeing, Handy, City). Eine große Strafrechtsreform trat ab 1.10.1969 in Kraft. Das Hauptziel war nun die Rückführung des Täters in die Gesellschaft, die Bestrafung der Schuld wurde nachrangig. Das Zuchthaus wurde abgeschafft, einige Straftatbestände ( z.B. Gotteslästerung ) auch. Resozialisierung statt Abschreckung heißt bis heute die Parole im Strafrecht.

Fake News und Antifaschismus

Den Kampf gegen den Faschismus (wie eingangs schon erwähnt) bzw. nun vereinfacht „Kampf gegen rechts“ hat insbesondere Kanzler Schröder 2000 mit seinem „Aufstand der Anständigen“ richtig befeuert. Dabei war das zugrundeliegende Verbrechen – ein Brandanschlag auf eine Synagoge in Düsseldorf – zu dem Zeitpunkt noch gar nicht aufgeklärt und später stellte sich heraus, dass es ein Marokkaner und ein Jordanier waren.

Bezeichnend auch der Aufstieg der Partei „Die Linke“. Zunächst aus der alten SED der DDR hervorgegangen, nannte sie sich erst PDS, dann Die Linke. Ihre Strategie ist von Anfang an klar: In allen Medien werden konservative und rechte Parteien diffamiert und der Intoleranz beschuldigt.

Diese Intoleranz gegen alle Andersdenkenden ist ein kennzeichnendes Erbe der Frankfurter Schule, wie es vor allem Herbert Marcuse immer wieder betonte und mit dem Schlagwort von der „repressiven Toleranz“ seinen Jüngern mit auf den Weg gab. Die Linken predigen „Mehr Demokratie wagen“ wenn sie in der Unterzahl sind, und verbieten, selbst einmal an der Macht, sie kritisierende Parteien. Die multikulturelle Gesellschaft wir so zum unantastbaren Leitbild. Margarethe Mitscherlich formulierte schon 1989: „Dass die Deutschen aussterben, so wie sie bisher waren,…kann man eigentlich nicht bedauern. Gut deutsch sprechende Gastarbeiter könnten ihren ganzen kulturellen Reichtum einbringen…“

Die Autorin Regine Stephan mit COMPACT-Chef Jürgen Elsässer auf der Leipziger Buchmesse 2018. Foto: COMPACT (c)

* Regine Stephan ist ehemalige Geschichtslehrerin und aktuell CDU-Stadträtin in Dortmund. COMPACT-Chefredakteur Jürgen Elsässer lernte Sie am Stand der Leipziger Buchmesse 2018 kennen. Als Lektüreempfehlung zum Thema Frankfurter Schule und den 68ern empfiehlt Frau Stephan: „Rolf Kosiek: Die 68er Revolution und ihre Folgen “.

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