Es ist das Juwel des deutschen Kinos – und kehrt nun als Serien-Adaption zurück auf die Bildschirme. Damit wird erneut unter Beweis gestellt, dass sich heimische Produktionen inzwischen durchaus gegenüber der übermächtig scheinenden US-Konkurrenz behaupten können.

    Heute zeigt SKY 1 ab 20:15 Uhr in einer Doppelfolge von insgesamt acht die Fortsetzung dieses Kino-Klassikers. Lesen Sie vorab in der November-Ausgabe von COMPACT alles über den Blockbuster, der Geschichte geschrieben hat. 

    _ von Sven Reuth

    Als Wolfgang Petersens Das Boot 1981 in einem Kino in Los Angeles erstmals in den USA aufgeführt wurde, hatte der damals noch unbekannte Regisseur einen Riesenbammel vor der Premiere. Der Film beginnt mit einem Lauftext, der besagt, dass von den 40.000 deutschen U-Boot-Fahrern im Zweiten Weltkrieg 30.000 – also 75 Prozent – nicht mehr zurückkehrten. Diese Botschaft löste damals, wie sich Petersen 2006 erinnerte, beim Publikum einen «Riesenapplaus» aus. Als die Vorführung dann aber beendet war, «gab es erst ein kurzes Schweigen und dann einen ungeheuerlichen Applaus». Dies, so der aus Emden in Ostfriesland stammende Filmemacher, war «ohne Zweifel der schönste Moment meiner Karriere».

    In der Atlantikschlacht

    Das Boot hat nicht nur Geschichte geschrieben – die ebenso dramatische wie tragische Erzählung um eine deutsche U-Boot-Besatzung während der Atlantikschlacht im Zweiten Weltkrieg dürfte auch kaum jemanden unberührt lassen. Als im Februar 1985 eine Fernsehfassung als Dreiteiler gezeigt wurde, war dies ein regelrechter Straßenfeger – die letzte Folge erreichte 24 Millionen Zuschauer. Bei vielen wurden damals wieder persönliche Kriegserlebnisse wach. In einer Hörersendung des Saarländischen Rundfunks zeigten sich Anrufer «erschüttert», und eine Frau sagte, sie habe «drei Nächte nicht schlafen können».

    Der Film spielt im November und Dezember 1941 und schildert die Ereignisse während der Feindfahrt des Unterseeboots U 96, wie sie Lothar-Günther Buchheim selbst miterlebt hat und später in einem Roman verarbeitete. Obwohl die Produktion international größte Anerkennung fand – was sich unter anderem in sechs Oscar-Nominierungen niederschlug –, und einer ganzen Generation junger Schauspieler zum Durchbruch verhalf, geriet Petersen im eigenen Land ins Visier der Gesinnungswächter. In einem Interview erinnerte sich der Regisseur: «Der Film wurde damals von der Kritik in Deutschland extrem brutal behandelt: Er sei ein Kriegsfilm und Kriegshetzerei, wir könnten doch nicht einfach nur einen Soldaten im U-Boot zeigen, sondern er müsse doch in einem Schuldkomplex eingebettet sein.» Aber gerade dieses vermeintliche Manko macht den Film so einzigartig – gezeigt werden Menschen in einer Extremsituation, keine klischierten Abziehbilder.

    «Der Film wurde damals von der Kritik in Deutschland extrem brutal behandelt.» Petersen

    Im Mittelpunkt steht Leutnant Werner, der den Kriegsberichterstatter Buchheim verkörpert. In Petersens Film wird er von Herbert Grönemeyer so überzeugend dargestellt, dass sich einem die Frage aufdrängt, ob dieser nicht lieber Schauspieler hätte bleiben sollen, statt sich aufs Pop-Metier festzulegen. In Nebenrollen spielten sich Mimen wie Klaus Wennemann, Heinz Hoenig, Uwe Ochsenknecht und Claude-Oliver Rudolph in die Herzen der Zuschauer. Über allem aber schwebte Jürgen Prochnow in der Rolle seines Lebens als wortkarger «Herr Kaleu» (Kapitänleutnant) und Kommandant, der von der Besatzung nur «der Alte» genannt wurde. Genau wie für den Regisseur, so bedeutete Das Boot auch für den Hauptdarsteller den Sprung nach Hollywood, wo Prochnow später in Filmen wie Dune – Der Wüstenplanet (1984), Das siebte Zeichen (1988) oder Judge Dredd (1995) glänzte. Selbst die Musik des Films wurde legendär: Das Grundmotiv von Klaus Doldinger mit dem unverkennbaren suchenden Echolot schwappte 1991 als Techno-Stück durch die deutschen Diskotheken.

    U-612 im Heimathafen La Rochelle. Die Fortsetzung von Petersens Kassenschlager beginnt im Herbst 1942. Foto: Bavaria Fiction, Sky Deutschland
    Auf geheimer Mission

    Der populäre Streifen wird jetzt allerdings nicht mehr länger nur Gegenstand cineastischer Retrospektiven oder des Streits darüber bleiben, welche der insgesamt fünf existierenden Schnittfassungen denn nun die Beste sei.

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    37 Jahre nach der deutschen Erstaufführung des Kinofilms bringt der Bezahlsender Sky ab dem 23. November 2018 eine achtteilige Serien-Adaption auf die Bildschirme, deren Drehbuch an die beiden Romane Das Boot und Die Festung von Lothar-Günther Buchheim angelehnt ist. Die Handlung knüpft an die klassisch gewordene Schlussszene von Petersens Blockbuster an, in der die Besatzung des U 96 in ihren Heimathafen La Rochelle an der französischen Atlantikküste zurückkehrt und dort zum Ziel eines alliierten Bomberangriffs wird. Der Blick des sterbenden «Alten» ist auf das untergehende Boot gerichtet, neben ihm kniet der verletzte Leutnant Werner. …

    … Weiterlesen in COMPACT 11/2018

     

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