Darm mit Charme?

10

Durch ihn muss alles hindurch. Er ist das Tor zur Energiezufuhr für unseren Organismus. Fristete das größte Immunorgan unseres Körpers bisher mehr ein Schattendasein, erfreut es sich seit geraumer Zeit gestiegener Aufmerksamkeit. Die Rede ist vom Darm. Mit besserer Darmgesundheit steigt unser Wohlbefinden und umgekehrt. Viele Erkrankungen – so viel weiß man inzwischen – haben ihre Ursachen in einer Störung des Magen-Darm-Trakts. Oft unterschätzt, dafür aber umso wichtiger ist eine ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen, insbesondere mit Magnesium.

Es ist das Verdienst einiger weniger Autoren eines der wichtigsten Organe unseres Körpers aus dem Mauerblümchendasein erweckt zu haben. Es geht um den Darm oder besser gesagt um unser Verdauungssystem. Schon geringste Störungen, Irritationen können dazu führen, dass der Darm seinen Aufgaben nur noch eingeschränkt nachkommen kann. Verdeutlicht man sich dazu noch, dass der Darm auch unser größtes Immunorgan ist, sollte spätestens jetzt das Interesse geweckt sein.

Zwar gilt immer noch der alte Spruch: Du bist, was du isst. Jedoch muss das Essen auch verdaut werden können. Auf normalem Wege ist dies die einzige Möglichkeit unserem Organismus Energie zuführen zu können. Erst über den Stoffwechsel wird die Nahrung in ihre Grundbestandteile zerlegt und, diese können anschließend in den Zellen zu Energie umgewandelt werden. Sämtliche Körperfunktionen sind davon abhängig. Das Fatale daran ist, dass auch das Verdauungssystem selbst Energie braucht, um seinen Aufgaben nachzukommen. Die Muskulatur auch des Darms will versorgt werden. Ohne Energie herrscht Stillstand, auch im Darm.

Glaubt man der Bestseller-Autorin Giulia Enders, so fristet der Darm und alles was mit ihm zusammenhängt, im Medizinstudium immer noch ein Schattendasein. Mit der Folge, dass Sie relativ wenige Mediziner finden werden, die sich auf dieses Thema spezialisiert haben. Eigentlich müsste es umgekehrt sein: Jeder Allgemeinmediziner sollte zuerst ein Darmspezialist sein, bevor er auf die Allgemeinheit losgelassen werden kann. Die Befürchtung ist nicht von der Hand zu weisen, dass viele Erkrankungen vom Darm ausgehen und, die unspezifischen Symptome die Ärzte oft im Dunkeln tappen oder gar in die Irre führen lassen.

Insofern ist der Darm auch ein Phänomen. Neben verschiedenen anderen Ursachen für eine Darmstörung muss oft auch ein zu wenig an Bewegung oder ein Mangel an Mineralstoffen konstatiert werden. Darmbeschwerden können von leichtem Unwohlsein über Bauchschmerzen und -krämpfen bis zu einer wesentlich geschwächten Immunabwehr reichen. Gerade letzteres lässt viele Ursachen zu, da die Symptome oft nicht zur Ursache führen und unser Gesundheitssystem gerne zur Verschreibung von Medikamenten greift, statt Ursachenforschung zu betreiben.

Wer von der Bedeutung von Magnesium für Muskulatur und die Erregungsleitung der Nervenbahnen weiß, wird verstehen, dass ein Magnesiummangel besonders die Darmmuskulatur negativ beeinflussen kann. Haben wir doch schon in der Schule gelernt, dass der Darm eigentlich auch ein riesiger Muskel ist und sich ständig bewegt. Peristaltik ist die Bewegung, die der Darm ausdauernd durchführt, um seinen Inhalt weiterzuleiten. Da Magnesium unentbehrlich für den Energiestoffwechsel der Zellen ist, ohne den unsere Muskeln nicht arbeiten könnten, hängt die Beweglichkeit des Darms ganz unmittelbar auch von der ausreichenden Versorgung mit Magnesium ab. Magnesium wirkt als natürlicher Gegenspieler des Kalziums stabilisierend und erregungsdämpfend auf Nervenzellen, die Impulse an den Muskel übertragen. Während Kalzium für die Anspannung der Muskeln verantwortlich ist, sorgt Magnesium dafür, dass die Muskelzellen sich rasch entspannen, wenn keine Anspannung mehr erforderlich ist.

Von einem Mangel an diesem wichtigen Mineral sind inzwischen immer mehr Menschen bei uns betroffen. Man spricht derzeit von 25 Prozent, Tendenz steigend. So vielfältig wie die Funktionen des Magnesiums im Organismus sind die möglichen Symptome von Magnesiummangel. Weithin bekannt sind Muskelverspannungen und Muskelkrämpfe wie nächtliche Wadenkrämpfe oder Lidzucken. Magnesiummangel macht sich aber häufig auch durch ganz unspezifische Symptome bemerkbar. Auf der körperlichen Seite sind das Müdigkeit, Schwäche und Magen-Darm-Beschwerden mit Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Krämpfen sowie Kopfschmerzen und Schwindel. Manchmal kommt es aber zunächst auch nur zu psychischen Symptomen wie Unruhe, erhöhte Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen, Interessenverlust und Teilnahmslosigkeit oder Nervosität.

 

Magnesium Brain - gut fürs Gehirn und gegen Demenz

Es kann auch zu Herzrhythmusstörungen, Herzmuskelinsuffizienz und beschleunigten Herzschlag kommen. Hiervon sind oft Ältere betroffen, die eh zu der Gruppe der von Mineralstoff- und Vitalstoffmangel am meisten betroffenen zählen. Zwei Ursachen für Magnesiummangel lassen sich herauskristallisieren: Zum einen ist die tägliche Ernährung zu magnesiumarm und zum anderen ist der Verbrauch an Magnesium zum Teil stark erhöht. Eine dritte Möglichkeit könnte auch sein, dass der Darm, der das Magnesium aufnehmen, resorbieren soll, erkrankt ist und Magnesium gerade nur vermindert aufnehmen kann. Dass man beim Sport oft sehr viel Magnesium verliert und entsprechend „nachtanken“ muss, ist vielen bekannt. Dass aber auch Stress, womöglich Dauerstress ganz besonderes zu einem Raubbau an Magnesium führt, erweitert die Risikogruppe doch schon erheblich. Wer (zu) viel Alkohol trinkt, abführende oder harntreibende Medikamente nimmt, sollte sich seines erhöhten Bedarfs an Magnesium bewusst sein.

Nach letzten Untersuchungen klagen bis zu 60 Prozent der Deutschen über Stress, insbesondere dann, wenn Beruf und Alltag zu einer Doppelbelastung führen. Dauerstress ist gefährlich. Er verkürzt das Leben, lässt unsere Leistungsfähigkeit sinken und kann in Depression enden, die nur langwierig zu behandeln ist. Am leichtesten ließe sich Dauerstress vermeiden, wenn man seine Lebensweise rechtzeitig umstellt. Wer das nicht kann, sollte seinen Körper wenigstens in der Bewältigung von Stress unterstützen. Dazu gehören regelmäßig ausgleichende Bewegung wie z. B. Sport mit niedriger Intensität und erhöhte Mineralstoffzufuhr, insbesondere Magnesium. Da unsere Lebensmittel oft nicht (mehr) genügend davon enthalten, sollte man mit Nahrungsergänzung nachhelfen.

Worauf ist hier zu achten? Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine tägliche Aufnahme von bis zu 400 mg reines Magnesium. Magnesium kommt nicht als alleine, sondern nur in Verbindungen z. B. als Salz vor. Da in den meisten Präparaten nur rund 15 Prozent davon enthalten sind, muss man ungefähr das Siebenfache der entsprechenden Magnesiumverbindung zu sich nehmen, um die angestrebte Dosis zu erreichen. In Phasen des erhöhten Magnesiumverbrauchs steigt der Bedarf locker auf das Doppelte und mehr. Da die DGE nur den Durchschnittsverbrauch ermittelt und ihrer Empfehlung zugrunde legt, ist diese für eine optimale Versorgung zu niedrig angesetzt, was zunehmend auch renommierte Ernährungswissenschaftler monieren. Dabei ist eine Überdosierung kaum möglich: Zum einen sollten Menschen mit Nierenerkrankung lieber zunächst ihren Arzt befragen, zum anderen ist als einzige Nebenwirkung einsetzender Durchfall bekannt. Hier hilft es, die Dosierung auf den Tag zu verteilen. Im Übrigen gilt, dass bei Verstopfung höchstwahrscheinlich die Darmmuskulatur unter Magnesiummangel leidet.

Unser Verdauungssystem ist extrem komplex: Schon kleinere Irritationen können dazu führen, dass der Darm seinen Aufgaben nicht wie gewohnt nachkommen kann. Vor allem falsche Ernährung und Stress sind Faktoren, die sich negativ auf die Verdauung auswirken können. Von leichtem Unwohlsein über Bauchschmerzen und Krämpfe bis zu einer nachhaltig geschwächten Immunabwehr reicht die Bandbreite der möglichen Beeinträchtigungen. Sensibel reagiert unsere Darmtätigkeit aber auch auf zu wenig Bewegung und auf Mineralstoffmängel, zum Beispiel bei einem Defizit an Magnesium. Um die Komplexität einmal zu verdeutlichen: Auch das Gegenteil, nämlich Durchfall kann eine Folge von Magnesiummangel sein. Beides, sowohl Durchfall als auch Verstopfung, zeigt eine Störung der Darmaktivität an. Die vorbeugende Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln hilft nicht nur der Darmgesundheit und steigert das Wohlbefinden, sondern insbesondere stärkt Magnesium auch unser Herz und Gehirn.

Zusammenfassung
Der Darm als unser größtes Immunorgan erfährt zunehmend mehr Beachtung. Weniger durch die Medizin als durch ein gesteigertes Interesse an Gesundheit und Ernährung. Der Zusammenhang zwischen beidem ist von grundlegender Bedeutung. Wer auf Darmgesundheit wert legt, wird auch durch ein gesteigertes allgemeines Wohlbefinden belohnt. Andererseits haben viele Erkrankungen ihren Anfang in unserem Verdauungssystem. Dem Wissenden scheint dieser Zusammenhang ziemlich einleuchtend, ja trivial. Dass oft ein Magnesiummangel mit im Spiel ist, wird meist nicht sofort erkennbar, da die Symptome eher unspezifisch sind. da Magnesium an einer Vielzahl von Stoffwechselvorgängen beteiligt ist, sollte einem Mangel unbedingt vorgebeugt werden.
Noch ein Wort zu Giulia Enders, die ihren Weltbestseller als angehende Medizinstudentin landete. Sie hat ihr Studium fortgesetzt und ist inzwischen promoviert. Tatsächlich praktiziert sie als Ärztin und das, obwohl ihr die Medienhäuser zu Füßen liegen, um ihren publizistischen Erfolg zu wiederholen. Enders dazu, sie möchte sich lieber Ihrem erlernten Beruf widmen, statt „seicht dahin zu leben“, wie sie unlängst dem stern verriet. Ihre Zukunft sieht sie halb in der Forschung, halb als Ärztin. Wenn das der weiteren Aufklärung über Darmgesundheit dient, dann viel Erfolg, Frau Enders!

Über den Autor

Avatar

10 Kommentare

  1. Avatar

    Bin Masseur und med. Bademeister. Die Funktion und gesund Haltung des Darmes habe ich schon vor 50 Jahren in der Massageschule gelernt. Da aber Politiker, Pharma und Ärzteschaft unsere natürlichen Heilweisen abgeschafft haben, kommt es heute zu vielen Erkrankungen. Es ist egal welche Krankheiten der Mensch hat, zu aller erst muss der Darm saniert werden. Anschließend kann man schauen, was von der gerade durchlebten Krankheit noch übrig bleibt!

    • Avatar
      heidi heidegger am

      Ich höre-ich höre.. 🙂 Nun, Charme im Darm hin oder her: er ischd nunmal unser zweites Gehirn, gell? 2 Fingerbreit unterm Bauchnabel sitzt das Glücksdingens-befinden i. d. ostasiatischen "Wellness". In einem Buch sah ich mal abgebildet wie ein Freak aus Indien ein Band aus Gaze (zuvor salzwassergetränkt) Stück für Stück verschluckte und es ihn auf nat. Wege dann später wieder verliess. Ich finde, gesalztes warmes Wasser mit etwas Magnesium vermischt, ischd eine ganz gute Art der Desinfektion überhaupts bei Schnupfen und Heiserkeit (gurgeln!!).

      • Avatar
        heidi heidegger am

        OT: Ich mach’s!-Ick pack das noch hier mit rinn, denn bis zum nächsten Morgengagazin-Faden kann icke nich warten wohl – G a b i, gib mimimir und dem Forum ne dritte Schanngsé und komm‘ zrugg, Baby! Schau ma, ditt Majo ist ooch alleene..hihi:

        [Kiesel – Majo ist wieder da] /watch?v=oHbOm0SYG4s

      • Avatar
        Jeder hasst die Antifa am

        Wer an der Schleppscheiße wie du leidet, sollte es mit Rohrfrei oder Clorax versuchen es gibt durchschlagenden Erfolg.Aukidauki

      • Avatar
        heidi heidegger am

        @Tiffi, nanana-guter Ost-Släng zwar, aber etwas zuu rau für unser instellares Edel-PatrouillenBoot, heast?! und: Gib endlich Soki was ab von der letzten Klopapierrolle! *zifix* LOL

      • Avatar
        Jeder hasst die Antifa am

        Ich gebe kein Klopapier an Sofaklecks ab der soll als Grüner gefälligst Rhabarberblätter nehmen.zifix hahaha

    • Avatar

      @ ASSISI1

      Stimmt, aber bei unseren hirnkranken Politikern und Politikerinnen hilft eine
      Darmsanierung nicht mehr.
      Trotzdem muesste man denen jeden Tag einen Einlauf verpassen, bis deren Hirn
      hinten raus kommt.
      Bei Hirnprothesentraegern funktioniert das jedoch nicht.
      Aber man wird doch noch träumen dürfen.

      • Avatar

        Die natürliche Heilweise muss weg, da sonst die Pharma nicht so viel verdienen kann!
        Natürlich profitieren die Parteien der etablierten auch davon! Um ja auch keinen selbstverantwortlichen Menschen aus diesem System entfliehen zu lassen, hat man auch die "Zwangsmitgliedschaft" eingeführt! Man zahlt ein und bekommt nur noch minimalste oder schlechte Leistungen und natürlich überall Zuzahlungen!

    • Avatar
      HERBERT WEISS am

      Manchmal trifft es auch die Apparatschiks selbst. 2006 verstarb der damalige Chef der brandenburgischen AOK Wofgang Niebuhr. "völlig unerwartet" kurz vor seinem 58 Geburtstag. Man kann nur allen Lakaien dieses Systems raten: Denkt auch mal an euch selbst! Ein paar Krokodilstränen und hohle Phrasen an eurem Grab – soll das alles gewesen sein?

Bitte beachten Sie unsere Kommentarregeln.

Empfehlen Sie diesen Artikel