Danke, Ungarn, danke, Orbán! – Vor 30 Jahren riss bei Sopron der Eiserne Vorhang

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Vor 30 Jahren gärte es schon in der damaligen DDR. Bei den Kommunalwahlen vom 7. Mai 1989 gelingt es der DDR-Bürgerrechtsbewegung erstmals, die massiven Wahlfälschungen flächendeckend zu dokumentieren, dennoch gilt die DDR bis in den Sommer des Jahres 1989 auch ausländischen Beobachtern als stabil. Unbeherrschbar wurde die Lage für die DDR-Machthaber dann aber ganz schlagartig durch die Erosionsprozesse in anderen Ostblockländern.

Am 2. Mai 1989 hatte die ungarische Regierung angekündigt, die Grenzbefestigungen zwischen Österreich und Ungarn abzubauen. Am 16. Juni dann die nächste Zäsur: Imre Nagy, der Regierungschef Ungarns zur Zeit des Volksaufstandes des Jahrs 1956, der nach seiner Hinrichtung von seinen kommunistischen Henkern ohne Sarg in ein Massengrab geschleudert und dort nochmals mit Säure übergossen wurde, wurde nach Budapest überführt und in einem Staatsbegräbnis, an dem 200.000 Menschen teilnahmen, feierlich beigesetzt und rehabilitiert.

200.000 DDR-Bürger hielten sich in Ungarn auf

Am 27. Juni schließlich durchschnitt der ungarische Außenminister Gyula Horn und sein österreichischer Amtskollege Alois Mock in der Nähe von Sopron symbolisch gemeinsam ein erstes Stück Stacheldrahtzaun. Die DDR-Machthaber wurden von der Wucht dieser historischen Bewegung regelrecht überrollt, denn schnell wurde klar, dass der gesamte „Eiserne Vorhang“ nicht zu halten war, wenn er nur an einer Stelle löchrig wird.

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Bald hielten sich 200.000 DDR-Bürger in Ungarn auf, viele mit dem Ziel, in die Bundesrepublik zu fliehen. In der DDR selbst gab es bald kein anderes Thema mehr als diese Fluchtbewegung, auf die der Staatsratsvorsitzende Erich Honecker mit einer hölzernen Rede reagierte, in der er beschwörend ausrief: „Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf.“

Genau vor 30 Jahren, am 19. August 1989, kam es an der österreichisch-ungarischen Grenze zu einem Ereignis, das deutlich machte, wie erschüttert das gesamte europäische Block- und Bündnissystem mittlerweile war, das zuvor über Jahrzehnte hinweg vollkommen festgefügt zu sein schien. An der österreichisch-ungarischen Grenze fand in der Nähe der Stadt Sopron (Ödenburg) ein von der Paneuropa-Union sowie von Mitgliedern der oppositionellen Fidesz-Bewegung organisiertes Paneuropäisches Picknick statt. Schirmherren waren der damalige CSU-Europaabgeordnete Otto von Habsburg, der Sohn von Karl I., dem letzten österreichischen Kaiser, sowie der ungarische Staatsminister Imre Pozsgay.

Kurz vor 15 Uhr wurde symbolisch ein Stück Stacheldrahtzaun durchtrennt, danach ein zuvor noch bewachtes Grenztor geöffnet. Die ungarischen Grenzsoldaten unter der Leitung des Grenzoffiziers Árpád Bella schritten nicht ein, als insgesamt bis zu 700 DDR-Bürger in drei Wellen durch das Grenztor auf die österreichische Seite der Grenze rannten. Ein später hinzugekommener Vorgesetzter von Bella versuchte zwar noch hektisch, einige DDR-Bürger aufzuhalten, konnte aber angesichts der Masse nichts mehr ausrichten.

Rolle der Fidesz wird zu wenig gewürdigt

In der ganzen Welt wurde über diesen geradezu ungeheuerlichen Vorgang berichtet, es war die größte Fluchtbewegung aus der DDR seit dem Mauerbau 1961.

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Zu wenig wird heute die Rolle des am 30. März 1988 vom heutigen ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán gegründeten „Bund junger Demokraten“ (Fidesz) bei den damaligen Ereignissen gewürdigt. Diese war eine der ersten Organisationen im Ostblock, die völlig unabhängig von allen kommunistischen Staatsorganen agierte. Es waren die jungen Fidesz-Aktivisten, die sich am 19. August 1989 um die lokale Organisation vor Ort in Sopron kümmerten und die somit maßgeblich für den Ablauf der Ereignisse an diesem Tag verantwortlich waren.

Die Massenflucht von Sopron war ein entscheidender Meilenstein auf dem Weg zum Fall der Mauer in Berlin knapp drei Monate später. Stasi-Chef Erich Mielke hatte den richtigen Instinkt, als er am 31. August im Kreis der Generalität seines MfS mit Blick auf das mitteldeutsche Aufstandsjahr 1953 die berühmte Frage stellte: „Ist es so, dass morgen der 17. Juni ausbricht?“

 

 

 

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23 Kommentare

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    Heinrich Wilhelm am

    Der jüngsten Entwicklung zum Trotz:
    Danke Ungarn! Es gehörte Mut dazu und es war richtig.

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    Jeder hasst die Antifa am

    Vor allem die Ostdeutschen wissen es noch zu Schätzen was die Ungarn damals für sie getan haben und werden ihnen immer dankbar sein und Ungarn und Orban voll unterstützen.

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    Roswitha Ripke am

    Die Ungarn waren die die uns den Grenzübertritt ermöglicht hat. Frau Merkel sollte den Ungarn dankbar sein das sie das getan haben, statt ständig zu hetzen. Denn ohne die Ungarn wäre sie wahrscheinlich immer noch FDJler oder Stasi-Spionin. Denn Erich hätte sie garantiert nicht in die Regierung gebracht.

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      @ Roswitha ..

      Selten so einen Schwachsinn gelesen!

      Leider sind hier keine Verlinkungen zugelassen, aber gehen Sie mal z.B. zu ET, dort können Sie in Wort und Bild die Zonenwachtel und Orban per Handschlag und lächeln zum Jahrestag der Öffnung der Grenzen
      durch Ungarn 1989 sehen!

      Pfui Deibel, Pack schlägt sich, Pack verträgt sich, elendes Schauspielergesindel!!

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    Ja, aber anders als das Arschloch Trump behandelte Orban heute unsere Bundeskanzlerin anständig. COMPACT ist sogar irritiert, wie nett er mit ihr umging. Mit überraschend viel Lob für Merkel und einem Bekenntnis zur stetigen Arbeit am Zusammenhalt der EU hat Orban versucht, das angespannte Verhältnis beider Staaten zu entkrampfen. Merkel genieße „die Wertschätzung der ungarischen Nation“, zumal sie stets für den europäischen Zusammenhalt gearbeitet habe und mehrfach zur Bundeskanzlerin gewählt wurde, sagte Orbán bei einem Festakt aus Anlass des 30. Jahrestags der ersten Massenflucht von DDR-Bürgern über die ungarische Grenze nach Österreich. Deutschland und Ungarn verbinde ein „besonderes Verhältnis“, so Orbán.

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      Mutti ist toll am

      Dir scheint offensichtlich wichtiger zu sein wie Mutti behandelt wird, als wie sie ihre Kinder behandelt.

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    Sachsendreier am

    Meine Güte, 89 – das war eine Anhäufung unfassbarer Geschehnisse – kaum fassbar, dass dies 30 Jahre her sein soll! Man kann sich noch so genau an einige Momente erinnern, als wären sie letzte Woche passiert. Und dazu gehört auch die Szene am ungarischen Stacheldrahtzaun. Wir müssen wirklich einen Moment in Dankbarkeit erstarren und Ungarn, besonders den Fidesz-Aktivisten, ein großes Chapeau zu erkennen. Denn alles hätte einen völlig anderen Weg nehmen können, hätten die Ungarn nach Vorschrift reagiert!
    Ich vermute, dass zum Jahrestag bei all denen, die live vor Ort waren, somit diese Chance nutzen konnten, nach Österreich zu kommen, feuchte Augen die Regel sind. Was wohl aus ihnen geworden ist und ob sich ihre Hoffnungen erfüllten? Keine Ahnung, man hofft es jedenfalls.

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    Demnaechst wird Merkel Urban besuchen und wenn sie wiederkommt ist er ein anderer Mensch. Nicht vergessen, dass Urban das Zuenglein an der Waage war, welches U.v.d. Leyen zur EU-Kommissarin machte. Wer sagt mir, das Urban und Fidesz nicht Teil des Planes waren Deutschland zu versenken? Wer glaubt denn, dass Urban ein Freund Deutschlands ist? Ich kann der Euphorie nicht folgen. Mag sein, dass er der Underdog ist aber das hat seinen Preis.

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      Orban, Salvini….

      die sind für ihre Leute da und möchten auch wiedergewählt werden.

      Die schei… auf die Deutschen,…verständlicher Weise.

      Allerdings etwas kurzfristig gedacht. Auf ewig werden sich die kleinen gallischen Dörfern im Osten nicht halten können. Mittelfristig werden auch die von Afrasien geschluckt. Alles nur eine Frage der Zeit.

      Soll heißen, dass sich andere keinen Gefallen tun, wenn sie dabei helfen Schland zu zerstören, bzw. wenn es ihnen egal ist. Das wird sie einholen.

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        Yamashita Tomoyuki am

        Richtig! Wenn die Europäer Hirn hätten, verstünden sie, dass es in ihrem Interesse ist, das Zentrum Europas stabil zu halten und zu verhindern, dass fremde Truppenverbände Position beziehen, die sich dann strahlenförmig ausbreiten und z.B. Italien mit den vom Mittelmeer kommenden Verbänden in die Zange nehmen.
        Der Kampf um Deutschland ist für sie genauso wichtig wie jener um ihr eigenes Land. Zumal in Europa eine Symbiose besteht.

        Das Problem ist, dass diese ganze ständig gefeierten Volkstribunen meist hochgespielte Kleinhirne, Opportunisten und Marionetten (auch unbewußt) darstellen. Geopolitik ist nicht ihre Sache. Gilt übrigens auch für Zar Putin und seine Agitprop. RT ist auch so eine Schwachmattentruppe, die uns ständig primitive
        russische (militärische) Selbstdarstellung serviert. Ob selbige möglicherweise der Bildung einer antiglobalistischen Koalition als Formation im Wege steht, weil sie auf mögliche Partner in mehrfacher Weise negativ wirkt und somit Potential kostet, scheint man in Moskauer Vodka-Trinker-Kreisen nicht zu berücksichtigen.
        Alles Idioten.

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      Yamashita Tomoyuki am

      Urban war es auch nicht, der Asotthalom dicht gemacht. Es war eine Initiative der Magyarischen Plattform in Jobbik, namentlich des Bürgermeisters Laszlo Torozkaj, die Urban gezwungenermaßen aufnahm.

      Die IB in Ungarn steht auch unter Beschuß. Aktivisten werden gekündigt. Fidesz zeigt wenig Solidarität, steht vielleicht sogar dahinter?

      Urbans Vita ist auch einigermaßen aufschlußreich.

      Ich schätze Fidesz in etwa so ein wie ÖVP, Urban wie Kurz.

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    Merkel hat gerade gegenüber Orbán und den Ungarn gar nichts anzumahnen (s. t-online).
    Sie sollte sich lieber um ihren eigenen Saustall kümmern.

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    Poliklatsche am

    Wie sagte ein gewisser A. Gaulandt : Merkel ist wie Honnecker…… Nein Alexanderchen – sie ist schlimmer,verlogener und noch mehr staatsschädigend und betreibt hochverräterisch die Zerstörung Deutschlands- fehlen nur noch die Bruderküsse mit Orban und Nethanjahu.

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    Natürlich muß man Ungarn dankbar sein. Aber Angesichts von Merkel und Gauck, die ohnedem in ihrer DDR versunken wären, denn ohne Ungarn hätte es möglicherweise keinen Startschuß für eine deutsche Wiedervereinigung gegeben, ist das "Danke Ungarn" sehr mit Wermutstropfen benetzt. Und die komplette Wiedervereinigung auch.

    Was wollten die Ostdeutschen damals? Die DM und ein vereintes Deutschland. Was haben sie bekommen? Den Euro und ein sich auflösendes Land, welches von einer DDR-Funktionärin geleitet wird und die Millionen Ausländer ins Land läßt. Das haben die Ostdeutschen so nicht gewollt! Und viele Westdeutsche auch nicht! Es ist schon längst an der Zeit diese Verräter*innen abzuwählen. Der Osten hat am 1. September die Chance dazu.

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    Poliklatsche am

    Aha und jetzt zum pösen Rechtsradikalen Orban, hat man vielleicht als Mitbringsel ein paar Milliönchen im Gepäck, als Dankeschön für das Mitstimmen für die unfähige Dreiwettertaft nach Brüssel ?

    Anders gesagt, zwei Diktatoren treffen sich zum Smalltalk.

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    Nachdem sich die Einkreisungsmächte vor mehr als 100 Jahren daran gemacht hatten, das Herz Europas zu zerstören, wurde nach einer Blaupause von etwa 40 Jahren (Kalter Krieg) zum endgültigen Fanal gegen dieses Herz (und damit Westeuropa) geblasen.
    Die Paneuropa-Union (Coudenhove-Kalergi plus OSS/CIA) im Dienste Amerikas und Asiens.
    Was wie Freiheit aussah, war der Beginn des (vorübergehenden) Untergangs.
    Noch nie waren die Deutschen als Volk so unfrei wie heute.

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      Michael Theren am

      genau der richtige Ansatz, der Verkauf der DDR und der dann folgende Untergang der BRD (Europas) war eine vollkommen durchgeplante Geheimdienstoperation, ein Compactheft wäre hierzu angebracht.
      Das ändert nicht die persönlichen Widerstandsleistungen von damals, aber solange auch die Patrioten in Geheimdienstmärchen der Gegner träumen, wird sich wenig ändern können.
      Ein amüsantes Beispiel, selbst der Südtiroler Journalist, der Herrn Schabowski die entscheidende Frage zur Grenzöffnung auf der PK stellte, war von der CIA dazu beauftragt, wie er selbst Jahre später veröffentlichte und der DLF (in etwas freieren Zeiten) sendete.

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        Man lese sich nur den Artikel des Auftragsschreibers Jürgen Liminski in der JF zu diesem Thema durch:
        Als von den USA gesteuerter Katholik hat er nichts Besseres zu tun als die Grenzöffnung als großen Akt der Freiheit zu preisen, obwohl er genau weiß, wie kurzsichtig diese Deutung ist.
        Als ob nicht damals von Vornherein geplant war, dass der Grenzöffnung und ‚Einheit Deutschlands‘ die innere Aushöhlung, Ausdünnung und Auflösung in der EU (Vereigte Staaten von Europa!) folgen sollte.
        Wer das am 9.11.1989 noch nicht wissen konnte, der ahnte es – wie der Vater Björn Höckes.

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      Yamashita Tomoyuki am

      Vor allem waren sie geistig und biologisch noch niemals derart erodiert!

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