Offener Brief von COMPACT-Chefredakteur Jürgen Elsässer an den mutigen Deutschen, der den Haftbefehl gegen den mutmaßlichen #Chemnitz-Mörder veröffentlicht hat

    Sehr geehrter Daniel Zabel!

    Innerhalb weniger Stunden sind Sie zum Helden geworden, im Internet und in den sozialen Netzwerken sprechen Zehntausende über Sie. Ihr Arbeitgeber, das sächsische Justizministerium, sieht das nicht so: Ihnen wurde am Donnerstag “mit sofortiger Wirkung vorläufig die Führung der Dienstgeschäfte verboten”. Die “Bild”-Zeitung hat auch schon mit dem Zaunpfahl gewedelt: Auf Geheimnisverrat stünden “fünf Jahre Haft oder Geldstrafe”.

    Ja, Sie haben eine Straftat begangen. Aber Sie sind trotzdem ein Held: Sie wussten, dass Sie Ihren Job riskieren und nahmen das Risiko dennoch im Kauf – weil Ihnen Ihre Mitbürger, Ihre Stadt, Ihr Sachsen, Ihr Deutschland wichtiger war als Ihr persönliches Schicksal. Nur weil Sie den Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Chemnitz-Mörder veröffentlicht haben, ist die übliche Vertuschungsstrategie des Merkel-Regimes nicht aufgegangen. Nur durch den von Ihnen fotografierten und weitergegebenen Haftbefehl wurde bewiesen: Der Tatverdächtigte ist nicht irgendein “junger Mann” und es war auch kein “Unglück”, sondern hier war wieder einmal ein sogenannter Flüchtling der Täter, der Iraker Yousif A., der schon viele Straftaten auf deutschem Boden begangen hat und seit zwei Jahren hätte abgeschoben werden müssen.

    Für Ihre mutige Tat gebührt Ihnen der Dank des deutschen Volkes. Während Millionen nur die Faust in der Tasche ballen und höchstens im privaten Kreis lospoltern, haben Sie sich ein Herz gefasst und in der Stunde der Gefahr den sprichwörtlichen Mut zur Wahrheit gezeigt. Das nennt man zivilen Ungehorsam! Was Ihnen als Verbrechen angerechnet wird, ist eine Gesetzesübertretung, die in Notlagen erforderlich ist, um Schlimmeres zu verhüten. Auf der Linken hat Günter Wallraff dieses Recht für sich in Anspruch genommen – er wurde von denselben Leuten bejubelt und mit Preisen ausgezeichnet, die Sie heute verdammen.

    Fürchten Sie sich nicht! You never walk alone, heißt es beim FC Liverpool. Einer für Alle heißt auch: Alle für Einen! Wenn es zu einem Prozess kommt, werden wir – am besten mit Hilfe unserer Freunde von “Ein Prozent” – dafür sorgen, dass Sie die besten Anwälte bekommen. Und wenn aus Ihrer Suspendierung vom Dienst ein Berufsverbot wird, steht COMPACT bereit, Ihnen einen neuen Job zu besorgen. Das ist mein persönliches Versprechen als Chefredakteur.

    Sie, der 39-jährige Justiz-Hauptsekretär Daniel Zabel, haben sich in das Buch der Geschichte eingeschrieben. Andere werden vergessen werden, Sie nicht.

    Hochachtungsvoll, Jürgen Elsässer

    *** Grenzen dicht – dann kommen Messermörder nicht mehr rein! Die Septemberausgabe von COMPACT-Magazin stellt dieses Thema in den Mittelpunkt. Bitte unterstützen Sie uns mit einem Abo.***

    Hier das Bekennerschreiben von Daniel Zabel im Wortlaut:

    “Mein Name ist Daniel Zabel. Ich habe mich gemeinsam mit meinem Verteidiger, Herrn Rechtswalt Hannig dazu entschlossen, mit der folgenden Erklärung an die Öffentlichkeit zu gehen:

    Ich bin Justizvollzugsbeamter und habe im Rahmen meiner Tätigkeit Kenntnis von dem Haftbefehl gegen einen der Tatverdächtigen des Tötungsdelikts in Chemnitz an dem
    Herrn Daniel Hillig erhalten. Ich habe mich entschlossen, dieses Dokument, den vollständigen Haftbefehl, zu
    fotografieren und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Mir war dabei klar, dass ich damit Dienstpflichten verletze und ich habe auch gewusst, dass ich dadurch mit hoher Wahrscheinlichkeit meinen Job verlieren werde. Mir war allerdings nicht klar, dass ich mich mit dem Veröffentlichen dieses Dokuments möglicherweise auch strafbar gemacht habe. Dies habe ich vor allem deshalb nicht geglaubt, weil spätestens mit Eröffnung des
    Hauptverfahrens die Angelegenheit ohnehin in einer öffentlichen Verhandlung stattfinden muss und ich da davon ausgegangen bin, die Öffentlichkeit früher oder später die Wahrheit ohnehin erfährt. Ich habe mich aus folgenden Gründen dazu entschlossen, den Haftbefehl öffentlich zu machen und damit der Öffentlichkeit ein für alle Mal zu zeigen, welche Tat nach vorläufiger Ansicht der Staatsanwaltschaft in Chemnitz stattgefunden hat:

    Ich möchte, dass die Öffentlichkeit weiß, was geschehen ist. Ich möchte, dass die Spekulationen über einen möglichen Tatablauf ein Ende haben und ich möchte, dass die Medien nicht mehr die Hoheit haben, den tatsächlichen Tatablauf in Frage zu stellen, zu manipulieren oder auf einen ihnen jeweils genehme Art und Weise zu verdrehen. Ich möchte, dass die gesamte Öffentlichkeit ausschließlich die zum heutigen Zeitpunkt bekannten harten Fakten kennt.
    Ich bin als Justizvollzugsbeamter tagtäglich im Brennpunkt eines Geschehens, dass es in unserem Land vor einigen Jahren in dieser Intensität und Weise nicht gegeben hat.
    Trotzdem beobachte ich jeden Tag, dass die meisten Menschen über die Veränderungen in unserem Land belogen werden oder die Wahrheit nicht wahrhaben wollen. Zumindest im Hinblick auf den Totschlag oder Mord von Chemnitz wollte ich aber nicht mehr Teil dieser schweigenden Masse sein, sondern dafür sorgen, dass die Wahrheit, und ausschließlich die Wahrheit ans Tageslicht kommt.

    Dafür stehe ich.

    Dies ist auch der Grund, warum ich mich hier öffentlich äußere. Die Konsequenzen sind mir bewusst. Ich gebe zu, dass ich durchaus Angst habe, dass der Rechtsstaat nicht mehr funktioniert und ich trotz dieses öffentlichen Geständnisses in Haft genommen werde. Dieses Risiko muss ich leider in Kauf nehmen. Ich vertraue aber
    darauf, dass ich ein faires und rechtsstaatliches Verfahren kriege, auch wenn die Wahrheit, die ich veröffentlicht habe, manchen Menschen in Deutschland nicht passen
    wird. Ich habe nicht die Absicht, etwas zu Verdunkeln oder zu Vertuschen und ich habe nicht die Absicht zu fliehen. Ich stehe zu dem, was ich getan habe.

    Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an meinen Verteidiger

    Herrn Rechtsanwalt Hannig.
    Hannig.Rechtsanwälte / Lockwitztalstraße 20 / 01259 Dresden hannig@hannig-rechtsanwaelte.de
    Telefon: 0351-481870.”

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