Anlauf zum Weltkrieg? – COMPACT-Ticker zum Krieg USA-Syrien dokumentiert wie alles begann

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Hier halten wir Sie über den Ablauf der Konfrontation auf dem Laufenden…

Sonntag, 15.04.2018, 11:30 Uhr: Explosion im Norden Syriens. Israelischer Luftangriff?

Gestern am späten Abend kam es im Norden Syriens, innerhalb der Provinz Aleppo, zu einer schweren Explosion. Spekulationen ranken um ein explodierendes Waffenlager oder einen Luftangriff. Für die zweite Möglichkeit spräche, dass in der betroffenen Region neben afghanischen auch iranische Militärs stationiert sind, von deren Anwesenheit sich Israels Regierung bedroht glaubt:

Heute Vormittag kündigten zwei israelische Minister ein Vorgehen gegen die Anwesenheit von iranischem Militär in Syrien an. Gilad Erdan, Minister für innere Sicherheit, erklärte im Armee-Radio, dass eine militärische Dauerpräsenz des Iran dort eine Gefahr für Israels Sicherheit darstelle. Bildungsminister Naftali Bennett ergänzte, Israel erlaube sich diesbezüglich vollkommene Handlungsfreit und gestehe dem Iran diese militärische Dauerpräsenz nicht zu.

Spekulationen ranken um die Frage: Könnte also die gestrige Explosion bereits ein erster israelischer Luftangriff gewesen sein? Der regierungsnahe syrische TV-Sender Al-Mayadeen allerdings dementierte diese Vermutung.

Samstag, 14.4.2018, 13:48 Uhr: 70 Prozent der Marschflugkörper wurden von syrischer Luftabwehr abgefangen

Der russische Generalstab berichtete laut Nachrichtendienst sputnick.de, dass die syrische Luftabwehr 71 Marschlflugkörper der westlichen Bombardierer abfangen konnte.

Insgesamt sollen USA, Großbritannien und Frankreich 103 Marschflugkörper auf syrisches Territorium abgefeuert haben. Demnach hätten „nur“ 32 ihr Ziel erreicht.

Samstag, 14.4.2018, 8:12 Uhr: Trump hat es getan! Er befahl den Erstschlag auf Syrien. Alles dazu lesen Sie ausführlich hier:

Erstschlag um 4:10 Uhr: US-Angriff mit über 100 Raketen

 

Freitag, 13.4. 23.00 Uhr: Mein Betthupferl: Trumps schärfste TV-Moderatorin, Tomi Lahren von Fox News, ermahnt ihren Boss: Stay out of Syria!

https://www.youtube.com/watch?v=nwg2xTVnENw

 

Freitag, 13.4. 22.25 Uhr: Die US-Armada nähert sich der syrischen Küste. Daily Mail listet auf: Zum einen die 11 Zerstörer und Kreuzer,  die den Flugzeugträger USS Harry S Truman begleiten, der 90 Kampfflugzeuge hat. Dazu vier weitere Zerstörer und zwei atomgetriebene U-Boote. Insgesamt ist das die höchste Schlachtschiff-Konzentration seit dem Irakkrieg 2003. Ein russischer Ex-Admiral äußerte sich auf RT sehr skeptisch über die Möglichkeiten der russischen Flugabwehr, einen geballten Raketenangriff aus dieser Feuerkraft abzuwehren. Daily Mail berichtet, Russland habe Ende März eine Rakete getestet, die US-Militärsatelliten ausschalten und damit die gesamte elektronische Kommunikation bei einem Angriff lahmlegen könne.

Macron hat Putin in einem Telefonat heute Nachmittag weitere Friedensgespräche angeboten. Wackelt er, blufft er? – In London steht Labour-Führer Corbyn gegen den Krieg, hält die russische Darstellung eines von London gefakten Giftgasangriffes in Duma für möglich.

Freitag, 13.4.20.15 Uhr – AfD: Gauland, Bystron und Kotré protestieren gegen US-Kriegspolitik. Gerade in der Tagesschau endlich eine klare Stellungnsahme aus der AfD-Bundestagsfraktion: Der Abgeordnete Petr Bystron sprach sich gegen die Kriegstreiberei aus und sagte, eine Lösung ohne Assad sei nicht vorstellbar. Fraktionschef Alexander Gauland hat sich ebenfalls von der Wild-West-Politik von Trump distanziert, wie im Falle Skripal müsse erstmal untersucht werden, ob es überhaupt einen Chemiewaffenangriff gegeben habe. Gauland betonte aber auch, dass es keine abgestimmte Position in der AfD gebe. Das erschwert natürlich das Agieren: Während die Linksfraktion heute fast geschlossen mit Friedensplakaten vor die amerikanische und russische Botschaft zog, vermisst man ein offensives Auftreten der AfD gegen die US-Aggression schmerzlich. Am Sonntag wird außerdem der AfD-Bundestagsabgeordnete Steffen Kotré in unserer TV-Sendung „Die Woche COMPACT“ klare Worte gegen die Kriegstreiber und für die Freundschaft mit Russland sprechen. Hier das Gauland-Statement:

https://www.youtube.com/watch?v=xwG4Wi3rXyU

Freitag, 13.4.2018, 18.10 Uhr: Russland präsentierte heute Nachmittag Augenzeugen, dass der Chemiewaffeneinsatz in Duma eine Fake-News- und False-Flag-Operation war. Diese Zeugen sind zwei medizinisch-technische Assistenten des einzigen Krankenhauses der Stadt, die mit ihrem vollen Namen Zeugnis ablegten. Danach gab es überhaupt keinen Chemiewaffeneinsatz in Duma. Der Ablauf war so: Am Samstag, 7. April, begannen die Terroristen aus der Stadt heraus mit massivem Beschuss von Damaskus. Beim Vergeltungsangriff der syrischen Luftwaffe gerieten Gebäude in Brand, Menschen wurden mit Rauchvergiftungen in die Klinik eingeliefert. „Es gab keine chemische Vergiftung“, betonten die Zeugen. Trotzdem begannen Mitarbeiter der sogenannten Weißhelme, einer Propagandatruppe der Dschihadisten, sofort damit, die Patienten mit Wasser zu übergießen, Sauerstoffmasken zu verteilen und Kindern Asthmamedikamente zu verabreichen, alles garniert durch die Verbreitung von Giftgas-Geschrei. Angeblich soll von den Briten im Vorfeld Druck auf die Weißhelme ausgeübt worden sein, die gesamte Aktion zu inszenieren, so das russische Verteidigungsministerium.

Seit gestern ist übrigens Ost-Ghuta, zu dem Duma gehört, komplett befreit. Die Dschihadisten verlieren damit ihren letzten Stützpunkt in Zentralsyrien. Das Video zeigt, wie Bewohner die russische Militärpolizei, die ab sofort auf den Straßen patrouilliert, mit Jubelrufen begrüßen.

Freitag, 13.4.2018, 15:08 Uhr: Während auf westlicher Seite das Säbelrasseln einerseits und dann die Versendung irritierend zweideutiger Aussagen andererseits unvermindert weitergeht, warnt Russland im Falle eines Krieges vor neuen Flüchtlingswellen: Russlands Außenminister Sergej Lawrow erklärt, dass selbst kleinste Fehleinschätzungen in Syrien „neue Migrationswellen“ auslösen könnten. 

Brisant: Russland verfügt laut eigenen Aussagen angeblich über Beweise, wonach der mutmaßliche Chemiewaffenangriff in Syrien „mit Hilfe eines ausländischen Geheimdienstes inszeniert wurde“, fasst Die Welt zusamen. Lawrow erklärt dazu: „Wir haben unwiderlegbare Beweise dafür, dass dies ein weiterer inszenierter Vorfall war“. Er verurteilte die derzeit herrschende Kommunikationskrise und betonte, dass Moskau alle Gesprächskanäle oggen halten will. „Gott bewahre, dass nach den Erfahrungen in Libyen und im Irak in Syrien nicht etwas Abenteuerliches passiert.“ 

Freitag, 13.4.2018, 10:16: Britischer MI6-Agent und ehemaliger Leiter des Geheimdienstbüros (2009 – 2014) Sir John Sawers wirbt in BBC-Interview für den Krieg. Doch er wirbt nicht nur dafür, er drängelt geradezu. Nach seiner Aussage hätte einer frühere Intervention des Westens viele Leben gerettet, die jetzt leider verloren seien. Heißt im Klartext: Worauf warten wir noch? Er sagte allen Ernstes wörtlich: „Mehr Menschen wurden getötet und mehr Schaden wurde angerichtet im syrischen Bürgerkrieg, in dem wir nicht intervenierten, als im Irak, wo wir eingegriffen haben.“ Eine dreiste Lüge, die auch noch über die Tatsache hinwegtäuscht, dass auch der Irak-Krieg auf einer (heute offenkundigen) Lüge basierte. Oder weiß der Geheimdienst-Mann das etwa nicht?

Sawer erklärte dem BBC-Moderator, der ihm in keiner Weise widersprach außerdem, dass die Welt nun entscheiden müsse, ob man Giftgasattacken gegen Zivilisten ungesühnt lassen wolle oder nicht. Dass es immer noch keine belastbaren Beweise für die behauptete Attacke gibt und vieles auf eine Inszenierung hindeutet, will Sawer also auch nicht wissen. Fazit: Traue keinem Schlapphut!

Freitag, 13.4.2018, 9:09 Uhr: Wie The Guardian berichtet, soll die britische Premierministerin Theresa May nun die Unterstützung führender Minister für einen Kriegseintritt haben. Unscharf formuliert das Medium, dass das Kabinett „einstimmig“ entschieden habe, dass der „Giftgasanschlag nicht unbeantwortet bleiben“ könne und damit den Weg für eine „militärische Aktion gegen das Regime Baschar al-Assads“ frei gemacht. Aus dem Regierungssitz in der Downing Street sei außerdem z vernehmen gewesen, dass sich führende Politiker „sehr sicher“ seien, dass der „schreckliche und barbarische“ Giftgasanschlag auf das Konto von Assad gehe.

Freitag, 13.4.2018, 6:49 Uhr: Immer noch keine Beweise für Giftgasanschlag: Nachdem Frankreichs Präsident Macron (siehe unten!) bereits behauptet, die „Beweise“ für den Giftgaseinsatz des syrischen Präsidenten zu haben (ohne sie vorzulegen), tappt die US-Kriegsmaschinerie noch im Dunkeln. Das hat Verteidigungsminister James Mattis jetzt selbst zugegeben: Man „suche noch nach den eigentlichen Beweisen“. Das ist höchst interessant, da bereits andere Medien gestern anonyme Quellen aus dem Geheimdienstbereich zitieren, die ebenfalls über nahe 100-prozentige Beweise verfügen wollen. Auf Euronews war zu lesen:

„Die USA haben jetzt Blut und Urin-Proben vom Angriff letzten Samstag in Syrien gesammelt, die positiv auf Chemiewaffen getestet wurden, erklärten zwei US-Beamte, die mit den Informationen vertraut sind.“ Und weiter: „Die Beamten sagten, dass sie in Bezug auf die Informationen ‚zuversichtlich‘ seien, jedoch nicht 100 Prozent sicher.“ Heißt im Klartext:: Bullshit!

Freitag, 13.4.2018, 6:14 Uhr: Russische Flotte verlässt syrischen Hafen – und droht mit dem Angriff auf US-Flugzeugträger. Das berichtet soeben das Handelsblatt und erklärt: „Satellitenaufnahmen belegen den eiligen Abzug der russischen Flotte aus dem syrischen Mittelmeerhafen Tartus.“ Zur Flotte gehören sieben Schiffe, zwei Patrouillenbote und ein U-Boot. Diese Flotte kreuze jetzt vor der syrischen Küste und zeige damit „Kampfbereitschaft“ In russischen Medien gibt es bereits einen Countdown bis zu einem „“möglichen Beginn einer amerikanischen Luftwaffenoperation“.

In Deutschland geht das Kriegsgeheul derweil weiter. Nachdem Maas zunächst die Bereitschaft zum Mitmachen auf der Seite der NATO-Alliierten signalisiert hat, dann doch wieder eine militärische Beteiligung relativierte, wird in Berlin noch gefeilscht. Merkel schließt „Beteiligung an Militärschlag“ jetzt offiziell aus – und wird dafür von FDP-Politiker Lambsdorff scharf kritisiert. Der Politiker, der auch im Vorstand der Atlantik-Brücke sitzt, erklärte: „Ich finde es bedauerlich, dass die Bundeskanzlerin in ihrer Äußerung sofort jede Unterstützung an dieser Stelle ausgeschlossen hat“. Und weiter: „Sollten unsere Partner Unterstützung brauchen und eventuell anfordern, dann sollte das zumindest nicht von vorneherein ausgeschlossen sein.“

Und dann spricht Lambsdorff den entscheidenden Satz, der die FDP für immer erledigen und ihm die Strafversetzung zur Müllabfuhr einbringen sollte:

„Wenn Frankreich, Großbritannien und Amerika der Meinung sind, in einer solchen Situation ein militärisches Signal senden zu müssen, dann ist das vor dem Hintergrund dieses fürchterlichen Chemiewaffenangriffs eine Entscheidung, die wir als Freie Demokraten auch nachvollziehen können.“

Besonders die nun veröffentlichten aber kaum groß berichteten Aussagen von UN-Chemiewaffenexperten zeigen die Absurdität dieser Aussage. Das ZDF schreibt dazu schon vor einigen Tagen  „Über einen mutmaßlichen Chlorgasangriff in Syrien wird weiter heftig diskutiert. Nun heißt es von UN-Mitarbeitern vor Ort, es gebe dafür keine Beweise.“ Und weiter: „UN-Mitarbeiter in Syrien können Berichte über einen mutmaßlichen Chlorgaseinsatz in der Rebellenregion um Duma nicht verifizieren. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden in der Region Menschen mit Atembeschwerden behandelt. Ob diese durch Chemiewaffen ausgelöst wurden, könnten die Mitarbeiter vor Ort aber nicht beurteilen, hieß es.“ Wo sind also die Beweise?

Foto: Screenshot Twitter

 

Donnerstag, 12. April, 18.30 Uhr: Rothschild-Agent Macron übernimmt die Führung im Kriegstrio. Nachdem Trump heute Nachmittag seine Kriegsandrohung mit einem erneuten Twitter abgeschwächt hat („bald oder viel später“), gibt es ein gewisses Aufatmen. Aber das könnte trügerisch sein: Im Kriegstrio Frankreich-USA-GB kann die Führungsposition schnell wechseln, ohne dass das Tempo nachlässt. Im Augenblick scheint Emmanuel Macron wieder die Nase vorne zu haben: Ohne jede weitere Prüfung durch Experten sprach er davon, er habe „den Beweis“ für den Gifteinsatz in Duma durch die Assad-truppen. Auch Theresa May, die angesichts von 80 Prozent Ablehnung im Volk am Dienstag schwächelte, zeigt sich heute wieder hart: Sie ließ den Kriegseinsatz durchs Kabinett absegnen und umging eine Abstimmung im Parlament. Außerdem präsentierte sie heute wieder ominöse Beweise für die vermeintlkiche russische Schuld bei der Skripal-Vergiftung.

Apropos Macron: COMPACT hat über seinen Hintergrund in der Ausgabe 6/2017 ein Dossier veröffentlicht. Auszug: „Während seiner Tätigkeit in der Kommission gelang es ihm [Macron], die Sympathie von Attali zu gewinnen, der ihm seinem Freund Francois Enron vorstellte. Enron ist wiederum der beste Freund und Hauptpartner von David de Rothschild. Im selben Jahr 2008 wurde Macron von der Rothschild-Bank angeheuert, wo er schnell Karriere machte und in nur vier Jahren vom Analysten zum Partner aufstieg. Seine Provisionen überstiegen mehr als eine Million Euro pro Jahr, aber viel wertvoller waren die neuen Verbindungen in der Geschäftswelt und der neu erworbene Ruf eines „finanziellen Mozarts“.

Und weiter wird die FAZ zitiert: „Eine besonders schillernde Gestalt in der Galerie der Macron-Förderer ist David de Rothschild. ,Einen großen Bruder‘ soll Macron ihn einmal genannt haben. Der Mann (…) hält nicht nur große Stücke auf Macron. ,Ich bin ihm tief verbunden‘, wird Rothschild von Fulda zitiert. (…) Am Wahlabend in der Messehalle an der Porte de Versailles jubelten ihm einige Rothschild-Banker begeistert zu.“ COMPACT packt die heißen Eisen an! Unterstützen Sie COMPACT.

Donnerstag, 12. April, 17.30 Uhr: Ex-Generalinspekteur der Bundeswehr Kujat warnt vor „Hineinschlittern“ in den Weltkrieg: „Wir haben einen unerfahrenen französischen Präsidenten, der sich an der Eskalation beteiligt, eine britische Ministerpräsidentin, die innenpolitisch unter starkem Druck steht und einen erratischen amerikanischen Präsidenten, der der nuklearstrategischen Supermacht Russland nicht nur droht, sondern einen Schlag ankündigt.“

Das Ganze erinnere an die Situation im Sommer 1914, „wo die Mächte auch wie Schlafwandler in einen Krieg hineingeschlittert“ seien.

Donnerstag, 12. April 2018, 12.55 Uhr: Stoppt Putin den irren Trump? 11 russische Kriegsschiffe, darunter zwei U-Boote mit Marschflugkörpern, sind vor der syrischen Küste in Stellung gegangen. Wichtigste Verteidigungswaffe sind aber die S-400-Abwehrraketen, die ganz Syrien wie ein stählerner Regenschirm (Daily Mail) schützen. Jede Rakete hat eine Reichweite von etwa 300 Kilometer, fliegt 10.000 km/h schnell und kann 80 Ziele gleichzeitig abschießen! Das Geschoss kann auch umprogrammiert werden, so dass es nicht als Boden-Luft-Waffe anfliegejnde Objekte bekämpfen, sondern in der Boden-Boden-Variante auch Stützpunkte offensiv angreifen kann. Achillesferse: Wenn die US-Tomahawks zu dicht über dem Boden anfliegen, werden sie vom Radar der S.400 nicht erkannt.

Donnerstag, 12. April 2018, 12 Uhr: Nachdem nun die USA zumindest verbal den Fuß kurzzeitig vom Gaspedal genommen hat, mehren sich die Stimmen, die den konstruierten Grund für den Krieg in Frage stellen. Einer davon ist Günter Meyer. Hier seine Aussagen im ARD-Mittagsmagazin:

Link: http://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/mittagsmagazin/videos/ard-mittagsmagazin-video-348.html

https://twitter.com/BlondJedi/status/984342075960328193?s=19

Donnerstag, 12. April, 8.35 Uhr: DIE WELT fordert Deutschland zum Mitbomben auf. „Warum kneift Deutschland mal wieder?“, ist ein brandaktueller Kommentar überschrieben. Die NATO, die EU und auch Deutschland müssten die US-Aggression gegen Syrien unterstützten – anstatt sie einer kleinen „Koalition der Willigen“ (derzeit: USA, Großbritannien, Frankreich und eventuell Saudi-Arabien sowie Israel) zu überlassen.

Donnerstag, 12. April, 7.25 Uhr: Dirk Müller: „Die Gefahr eines 3. Weltkriegs ist so groß wie nie zuvor“. Video des bekannten Brsengurus von gestern.

Donnerstag, 12. April, 6.30 Uhr: Britische Medien gehen von Kriegsbgeginn HEUTE ABEND aus. Der Telegraph berichtet, Premierministerin Theresa May habe U-Boote an die syrische Küste beordert. Eine Abstimmung im Unterhaus (wo die Mehrheit unsicher ist) sei abgesagt – May genüge die Unterstützung des Parlaments. Wie hektisch die Kriegsvorbereitungen sind, beweisen die Vorgänge an der diplomatischen Front: Das Weiße Haus gab bekannt, dass Trump gestern Abend mit Erdogan telefoniert hat. Offensichtlich wollen die USA die Türkei, die am letzten Wochenende mit Russland und Iran einen Syrien-Gipfel abhielt, wieder auf ihre Seite ziehen. Fast parallel telefonierte Putin mit Netanjahu. Er habe seinen israelischen Amtskollegen gewarnt, nichts zu unternehmen, was „die Stabilität Syriens beeiinträchtigen könnte“, berichtet die Jerusalem Post. – Bereits gestern Abend demonstrierten Dutzende vor der US-Botschaft in Berlin.Man kann nur hoffen, dass der Protest bis heute Abend noch machtvoll wird. COMPACT hält Sie auf dem laufenden. COMPACT ist die Stimme der schweigenden Mehrheit: Das deutsche Volk will den Frieden. Unterstützen Sie COMPACT!

Donnerstag, 12. April, 5.25 Uhr: Eine Galgenfrist. Die Kriege gegen Jugoslawien 1999 und den Irak 2003 begannen in den frühen Morgenstunden, auch der 2. Weltkrieg („ab 5.45 Uhr…“ usw). Deswegen hat die Welt wohl noch eine Frist bekommen. Sowohl in Moskau als auch in Washington waren über Nacht relativierende Aussagen zu hören. Aber der Aufmarsch der US-Flotte ist in vollem Gang.

Mittwoch, 11. April, 21.15 Uhr: Wer schießt zuerst? Ein Facebook-Freund hat sich schlau gemacht: „Das russische S400 System, das in Syrien stationiert ist, kann nur durch Tomahawk Raketen ausgeschaltet werden. Eigentlich holt S400 alles runter, vom Kampfbomber bis zur kurz- mittel- und Langstreckenrakete, selbst die modernen Tarnkappenbomber, die angeblich nicht durch Radar erkannt werden können, und angeblich viel zu hoch fliegen, kann S400 runter holen. Nur Tomahawks haben halt die Eigenschaft, 20 Meter über dem Boden anzufliegen, und werden als Bodenunebenheit erkannt und können nicht anvisiert werden. Diese sind aber extremst teuer und müssen aber aus nächster Distanz abgefeuert werden. Dafür die näher rückenden Kriegsschiffe. Wenn Russland nicht seine kompletten S400 Systeme zerstört haben will, muss es die Kriegsschiffe ausschalten mit anderen Waffen. Alles keine schöne Vorstellung, über was die da reden.“

Mittwoch, 11. April, 20.50: Russische Medien geben Vorsorgetipps für den Atomkrieg. In der Tagesschau gab es eine Übersicht über russische Medien: Ein Sender führte aus, welche US-Stützpunkte in Nahost die russische Luftwaffe im Visier habe; ein anderer gab Hinweise, was die Bürger im Ernstfall in den Bunker mitzunehmen hätten. Sputniknews zitiert den Militärexperten Valeri Garbusow: „Die Situation ist wirklich kritisch, vielleicht sogar kritischer als während des Vietnamkriegs oder der Kubakrise. Damals war alles irgendwie getarnt, und nun gibt es direkte Drohungen und es besteht nicht einmal die Angst, dass es zu einem direkten Konflikt (zwischen Russland und den USA – Anm. d. Red.) kommen könnte.“ Auch Trump sagte, das Verhältnis zu Russland sei „schlechter als jemals in den Zeiten des Kalten Krieges“. Man muss bedenken: sowohl im Koreakrieg (1950 bis 1953) als auch während der Kubakrise (1962) und wegen eines Fehlalarmes Anfang der 1980er Jahre stand die Welt am atomaren Abgrund. Und jetzt steht es noch schlimmer… COMPACT hält sie auf dem Laufenden. Unterstützen Sie COMPACT.

Weltkrieg gegen Putin – Die NATO marschiert

Mittwoch, 11. April, 19.50 Uhr: Israel kündigt Kriegseintritt an der Seite der USA an. „Iran und Syrien werden von der Landkarte verschwinden, falls Israel oder seine Interessen (was immer das sein mag) im Zuge der Kampfhandlungen ‚verletzt‘ wird, meldet die Jerusalem Post. Wörtlich sagte ein hoher Vertreter des israelischen Verteidigungsestablishments: „Assad’s regime and Assad himself will disappear from the map and the world if the Iranians do try to harm Israel or its interests from Syrian territory.“ Hintergrund: Iranische Drohen haben, von Syrien kommend, mehrfach israelisches Territorium überflogen. Ein israelischer Gegenschlag gegen die syrische Luftwaffenbasis Homs am Montag tötete sieben Iraner, angeblich Drohen-Techniker. Israel geht im Falle eines US-Angriffes auf Syrien davon aus, dass pro-iranische Kräfte in Syrien, zum Beispiel die Hisbollah, über den Golan Israel angreifen könnten. Man sei in „engstem Kontakt“ mit den USA über die militärischen Operationen.

Mittwoch, 11.4.2018, 19.33 Uhr: Auch in der WELT rät man von einem einmaligen Militärschlag gegen Syrien ab und stellt einen richtigen Krieg mit Bodentruppen zur Diskussion: „Krieg gegen Assad sollte mit einem Ziel und der Frage geführt werden: Lässt sich das Assad-Regime mit einem Waffengang auslöschen? Sind Amerikaner und Europäer bereit, dafür mit Hunderttausenden von Soldaten in dieses Land zu ziehen und im schlimmsten Fall gegen Russen und Iraner zu kämpfen?“ Wissen diese Idioten nicht, dass das zu einem Weltkrieg mit Russland führt?

Mittwoch, 11.4.2018, 15:55 Uhr: In einem Beitrag auf n-tv.de (Titel: „Halbherzige Vergeltung bringt nichts“) wird erklärt, dass Trump nicht erneut den gleichen Fehler machen dürfe wie vor einigen Monaten, als er eine Raketen-Attacke auf eine Flugbasis der syrischen Armee befahl. Der Autor schreibt: „Der Angriff auf al-Schairat muss Trump allerdings eine Lehre sein, wenn er nun angesichts des angeblichen Giftgasangriffs auf den Ort Duma wieder über einen Vergeltungsschlag nachdenkt. Die Wirkung verpuffte fast so schnell wie die Marschflugkörper nach ihrem Einschlag.“

Jetzt, so soll der Leser begreifen, müsste ein Militärschlag wesentlich härter treffen, damit dessen Wirkung nicht so einfach „verpufft“.  Es soll endlich richtig Blut fließen. Und so schreibt der N-TV-Journalist: „Es zeichnet sich ab, dass sich die Vergeltungsschläge auch dieses Mal wieder auf die Infrastruktur für den Giftgaseinsatz richten werden. (…) Doch Angriffe auf die Infrastruktur für Giftgaseinsätze haben, das zeigt nicht nur al-Schairat, vor allem symbolischen Charakter. Sie bringen nichts, wenn es darum geht, Assad abzuschrecken.“

Es wird aber noch besser: N-TV hat auch gleich einen Hardliner einer US-Denkfabrik aufgetrieben, der nicht nur militärische Anlagen, sondern auch das dazugehörige „Personal“ zerstören will: „Michael Eisenstadt von der amerikanischen Denkfabrik Washington Institute geht so weit, zu fordern, dass Trump gezielt militärische Hauptquartiere Syriens und ihre Mitarbeiter angreifen sollte. „Russland und der Iran können die Ausrüstung des Assad-Regimes ersetzen, aber sie können nicht sein Personal ersetzen, und Personal ist, was ihm am meisten fehlt.““

 

Mittwoch, 11. April, 15:05 Uhr: Der verbale Schlagabtausch zwischen den USA und Russland geht weiter. Trump erklärte in einem Tweet heute um 13:37 Uhr, dass die Beziehungen seines Landes zu Russland „so schlecht seien wie noch nie – den Kalten Krieg eingeschlossen“. Bedanken kann sic Trump dafür bei sich selbst. Viele Menschen weltweit hatten geglaubt, dass der neue US-Präsident eine Verbesserung der Beziehungen zu Russland bewirken würde. Eine naive Hoffnung, wie sich spätestens jetzt herausstellt. Derweil kündigte Putin mit Bezug auf das Kriegsgeheul in Washington an, man werde „alle Raketen abschießen, die auf Syrien geschossen werden“.

Dass die Gefahr von Luftangriffen konkret wird, will man auch dadurch unterstreichen, dass die europäische Flugsicherungsbehörde Eurocontrol „vor Flügen über das östliche Mittelmeer“ warnt. Auf der Webseite Handelsblatt heißt es:  „Die Flugsicherungsagentur rechnet offenbar mit Luftangriffen in den kommenden 72 Stunden, geht aus der auf ihrer Webseite veröffentlichten Warnung hervor. Für möglich erachtet Eurocontrol Angriffe durch Lenkflugkörper – Waffen mit eigenem Antrieb, die entweder selbständig gelenkt oder von einem menschlichen Schützen ans Ziel gesteuert werden sowie einfache Luft-Boden-Angriffe.“

 

Mittwoch, 11. April, 13:25 Uhr: „Mach Dich bereit, Russland!“ Trump kündigte soeben per Twitter den Raketenangriff auf Syrien an. „Mach dich bereit Russland“, schrieb er, „denn sie [die Raketen]werden kommen, hübsch und neu und ‚intelligent!'“ Russland hat heute früh angekündigt, alle Raketen abzuschießen und auch die Abschusstationen – vermutlich US-Schiffe im Mittelmeer – anzugreifen.

Mittwoch, 11. April, 13.20 Uhr: Merkel gibt dem US-Druck nach! Die Bild-Zeitung meldet heute, dass Merkel die Nordstream-Pipeline zur Disposition stellt. Dabei ist die Röhe, die russisches Gas nach Deutschland bringt, gerade erst letztinstanzlich von den Gerichten genehmigt worden! Jetzt will sie es von der Zustimmung der Ukraine abhängig machen – das bedeutet: Das Projekt ist so gut wie gecancelt. Im Hintergrund steht massiver US-Druck: Die US-Multis wollen Deutschland lieber selbst mit Flüssiggas-Tankern beliefern. Bemerkenswert: Mitten in der Skripal-Hysterie wurde Nordstream-2 vor kurzem beschlossen. Jetzt kommt der Syrien-Krieg dazu: Das ist zu fett, jetzt wird Merkel ultimativ zum Gehorsam gezwungen.

Mittwoch, 11. April, 11.50 Uhr: Britische Presse warnt vor „Weltkrieg, wenn Putin in die Ecke gedrängt wird.“ Das Boulevardblatt Express adressiert die Warnung direkt an die Adresse des US-Präsidenten: „Donald Trump ist gewarnt“. Im weiteren zitiert das Blatt Igor Yurgens, den Berater des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew: Die Reaktion Putins könnte „schwerwiegend“ sein. – Derweil versuchen die deutschen Mainstreammedien das Thema Kriegsgefahr weiträumig zu umschiffen. Offensichtlich warten sie auf genaue Anweisungen aus dem Kanzleramt. Da Merkels Wunschpartner Macron der Antreiber bei diesem Wahnsinn ist, andererseits Deutschlands Wirtschaft von Russland profitiert, dürfte die Regierungschefin gerade mächtig unter Druck stehen. Wir halten Sie auf dem laufenden! Lesen Sie COMPACT, die Stimme des Friedens!Weltkrieg gegen Putin – Die NATO marschiert

Mittwoch, 11. April, 11 Uhr: Die Londoner Times schreibt heute: „Theresa May hat gestern dem Präsidenten Trump gesagt, dass Großbritannien mehr Beweise für eine mutmaßliche C-Waffen-Attacke durch Assads Regime brauche, ehe es sich einem Militärschlag gegen Syrien anschließen könne.“ Nun wird sich zeigen, ob das faktische britische Veto die USA wie im August 2013 in einer ähnlichen Situation vom Zuschlagen abhält – oder ob Trump, anders als Obama damals, allein mit Frankreich in den Krieg zieht.

Mittwoch, 11. April, 9.20 Uhr: Sputniknews meldet soeben aus dem Kreml: „Russland wird Raketen abfangen und Feuerquellen attackieren“. Bereits in den vergangenen Tagen sollen russische Kampfflugzeuge demnach den US-Flugzeugträger Donald Cook und die begleitende französische Fregatte Aquitaine, die Kurs auf die syrische Küste genommen haben, im Tiefflug überflogen haben, Paris sprach von einem „aggressiven Akt“. Die Machtdemonstration soll die kriegslüsternen NATO-Alliierten an die gefürchteten EMP-Waffen in ihren Arsenalen erinnern, die 2014 bereits an demselben Flugzeugträger Dinald Cook ausprobiert wurde. In COMPACT 3/2018 beschrieben wir „Putins Superwaffe“: „EMP steht für elektromagnetischer Impuls. Eine damit bestückte Rakete kommt etwa 300 oder 200 Meter über das Position des Feindes zur Explosion. Jede höhere Technologie innerhalb des betroffenen Gebietes wird unbrauchbar gemacht – in einem Radius von 3,5 Kilometern fallen Computer, Radar, Kommunikationssysteme und sogar Lenkwaffen blitzartig aus. Das System mit dem Codenamen Khibiny soll 2014 im Schwarzen Meer ausprobiert worden sein. Tatsache ist, dass russische Kampfflugzeuge damals ohne Beschuss den hochmodernen US-Zerstörer Donald Cook vollkommen kampf- und manövrierunfähig machten. Der Schock war so traumatisch, dass anschließend 27 Navy-Offiziere ihren Abschied einreichten.“

COMPACT-Magazin März 2018 - Patriot Putin

Patriot Putin – Partner für Europa

Mittwoch, 11. April, 9.10 Uhr: Luftfahrtbehörde geht von Kriegsbeginn bis spätestens Freitag Abend aus! Die Dramatik der Zuspitzung in und um Syrien wird durch eine Meldung deutlich, die Reuters gestern Abend verbreitete: „Die europäische Flugsicherung mahnt Fluggesellschaften wegen möglicher Luftangriffe in Syrien zu Vorsicht im östlichen Mittelmeer. Innerhalb der nächsten 72 Stunden könnten Luft-Boden-Raketen und Marschflugkörper eingesetzt werden.“ Die europäische Flugsicherungsbehörde Eurocontrol bezog sich damit auf eine Mitteilung der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA). Für alle, die sich immer noch mit dem Sätzchen beruhigen“ Es wird schon nicht so schlimm kommen“ ist diese amtliche Warnung hoffentlich ein Weckruf.

Mittwoch, 11. April, 8.30 Uhr: Die britische Kriegsteilnahme wackelt, meldet BBC. Im Unterschied zu den Präsidialsystemen in den USA und Frankreich braucht die Premierministerin die Unterstützung des Parlaments. Im Unterhaus ist aber eine Mehrheit ausgesprochen wackelig, da bei Labour eine beträchtliche Mehrheit und bei den Tories zumindest eine Minderheit gegen diesen Wahnsinn sind. An dieser glücklichen Konstellation scheiterte schon ein Militärschag, den die USA im August 2013 gegen Syrien planten (damals mit demselben Vorwand wie heute: Chemiewaffen). Ohne die Briten wollte Obama damals nicht losschlagen.

Mittwoch, 11. April, 7.30 Uhr: Turbulente Nachtsitzung im UN-Sicherheitsrat: Die USA und ihre Verbündeten blockieren russische Resolution, den behaupteten Chemiewaffeneinsatz von der internationalen C-Waffen-Kontrollorganisation OPCW untersuchen zu lassen. Der russische Botschafter kommentierte: „Das spricht Bände, wer an der Aufklärung organisiert ist.“ Russland behauptet, bei dem angeblichen Chemiewaffeneinsatz in der Stadt Duma handele es sich um „Fake News“. Ein Reporter des russischen Senders „Erster Kanal“, des Pendants zur ARD, war zu Wochenanfang in der Stadt und fand keinen einzigen Bewohner, der ihm den Einsatz bestätigen konnte oder wollte. Nach US-Angaben starben über 50 Menschen. – Die Staaten, die die UN-Resolution zur Untersuchung des Falles blockierten, waren: USA, Großbritannien, Frankreich und Polen (die drei ersten planen derzeit den Militärschlag). Fünf Staaten stimmten für den russischen Vorstoß, neben dem Initiator China, Eritrea, Kasachstan und Bolivien). Sechs enthielten sich.

Dienstag, 10. April, 20.30 Uhr: Pentagon will deutsches Kriegsschiff vor der syrischen Küste mit dabeihaben. Dazu gerade kein Wort in der Tagesschau von eben. Der drohende Krieg wird völlig ausgeblendet! Dabei meldet das US-Army-Portal Stars&Stripes heute, dass morgen eine Kriegsflotte der Supermacht ihre Heimathäfen in den Vereinigten Staaten verlassen und nach Nahost aufbrechen werde. „Nach Angaben von Stars & Stripes werden der Einsatzgruppe der Lenkwaffenkreuzer USS Normandy sowie die Zerstörer USS Arleigh Burke, USS Bulkeley, USS Forrest Sherman und USS Farragut angehören. Später würden sich der Gruppe die Zerstörer USS Jason Dunham und USS The Sullivans anschließen. An Bord der Schiffe sollen sich etwa 6.500 US-Militärs befindern.“ Und jetzt kommt’s: „Es werde außerdem erwartet, dass sich die deutsche Fregatte Hessen der Gruppe anschließen werde.“ Der Ami befielt deutsche Teilnahme – und kein Wort dazu in der Tagesschau, geschweige denn von der Kanzlerin. COMPACT hält Sie auf dem laufenden – unterstützen Sie COMPACT.

Dienstag, 10. April, 18.15 Uhr. Der syrische General Muhammed Mulhem beschuldigt im Interview mit der russischen Plattform Sputniknews die USA, sie hätten Israel zum gestrigen Angriff auf eine Basis bei Homs angestiftet. „Es gibt keine Zweifel, dass Israel diesen Aggressionsakt anstelle der USA umgesetzt hat, Russland kündigte an, es werde auf eine US-Aggression hart reagieren, deshalb wurde Israel zum Vollzieher gemacht. Israel konnte diese Operation ohne Koordinierung mit den USA nicht durchführen.“

Dienstag, 10. April, 17.37 Uhr: Die Bild-Zeitung lechzt nach Krieg. „Bestraft Trump Diktator Assad?“ lautet die aktuelle Schlagzeile. Militäranalyst Ruslan Trad sagte dem Schmierblatt: „Wenn die USA oder Frankreich keine massive Attacke ausführen wollen, sollten sie besser gar nicht angreifen.“ Begrenzte Angriffe würden „das Regime und sein Verbündeten sowohl militärisch als auch diplomatisch stärken“.

Dienstag, 10. April, 16.11 Uhr: „Ich gehe fest davon aus, dass Trump diesmal versuchen wird, fast alle rund 20 syrischen Militärflughäfen anzugreifen und zu zerstören. Alles andere ergibt militärisch keinen Sinn“, sagte der Militärexperte Albert Stahel gegenüber Focus Online.

Dienstag, 10. April, 15:44 Uhr: Trump sagt überraschend eine Reise nach Südamerika ab. Wie das Weiße Haus mitteilte, wolle der Präsident „die amerikanische Antwort auf Syrien beaufsichtigen“. (web.de)

Dienstag, 10. April, 15.29 Uhr: Die russische Agentur Sputniknews berichtet über die Vorbereitung der syrischen Armee auf den Militärschlag: „Zum einen setzt die syrische Luftwaffe MiG-25-Jäger ein. Diese Kampfjets sind mit IR-Suchköpfen und einem Radar ausgerüstet, das Luftziele auch vor dem Hintergrund von Bodenlandschaft orten kann. Durch infrarot- und radargelenkte Luft-Luft-Raketen können diese dann bekämpft werden. Die modernsten syrischen Kampfjets sind Mig-29SM. Davon besitze die syrische Luftwaffe jedoch nur wenige. Bei einem massiven Tomahawk-Angriff der USA sollten sich die Syrer deshalb vor allem auf ihre Fla-Systeme und die russischen Luft- und Weltraumstreitkräfte verlassen.“ Thierry Meysson („Voltairenet“) geht davon aus, dass die Russen EMP-Waffen einsetzen könnten, um die ganze US-Militärtechnik in der Region zum Erliegen zu bringen. (Mehr dazu in COMPACT 3/2018 im Artikel „Putins Superwaffen“).

Dienstag, 10. April, 8.24 Uhr: Die syrische Armee ist über Nacht in volle Alarmbereitschaft versetzt worden. Zum Teil wurden Waffensysteme aus Stützpunkten abgezogen und in Bunker verbrecht, um keine Ziele zu bieten. (Deutschlandfunk)

Dienstag, 10. April, 7.47 Uhr: Der Zerstörer USS Donald Cook hat seinen Ankerplatz in Zypern verlassen und fährt Richtung syrische Küste. Er soll laut der türkischen Tageszeitung Hurriyet nur noch 100 Kilometer vom russischen Marinestützpunkt Tartus entfernt sein und über 60 Marschflugkörper „Tomahawk“ verfügen. Mit Waffen dieses Typs hatte Donald Trump am 6.4.2017 bereits einen syrischen Stützpunkt als „Vergeltung“ für einen vermeintlichen C-Waffen-Angriff attackiert. (Sputnik-News)

Montag, 9. April: Präsident Trump kündigt eine militärische Antwort auf die zusammengelogene Giftgasattacke der syrischen Armee in der Dschihad-Hochburg Duma „innerhalb von 24 bis 48 Stunden an“ an. Die Verursacher würden „einen hohen Preis zahlen“, warnte er in Bezug auf Syrien und – das eskaliert die Lage besonders – Iran und Russland. Am gleichen Tag greift die israelische Luftwaffe einen syrischen Armeestützpunkt bei Homs an, 15 Tote. Brisant: Erstmals hat Israel Russland über einen solchen Angriff NICHT im Voraus informiert.

Über den Autor

Marc Dassen

Marc Dassen wurde 1989 in Aachen geboren und hat Anfang 2015 sein Studium der Geschichte und Philosophie mit dem Bachelor-Grad abgeschlossen. Seither arbeitet er als Journalist für COMPACT-Magazin.

 

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