Chefredakteur des Wochenmagazins „Die Zeit“ gesteht kritiklose Übernahme von Regierungserklärungen

120

Nach der Berliner Landtagswahl bekannte Angela Merkel, dass sie die Uhr gerne zurückdrehen wolle, um sich dann besser auf die Massen von Flüchtlingen vorzubereiten. Politiker von CDU und SPD distanzieren sich ebenfalls vom „Wir schaffen das“. Die ödipale Nation erwacht aus ihrem „Mutti ist unfehlbar“-Rausch. Wenn aber Distanzierung im Establishment als chic gilt, warum sollte die Kriecherpresse dann nicht mitziehen? Nach dem Selbstentmündigungsrausch muss man den Namen „Lügenpresse“ doch irgendwie wieder loswerden.

_von V. Berger

So oder ähnlich könnte Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der Wochenzeitung „Die Zeit“, gedacht haben. Vergessen wir nicht: Die Zeit hat nicht nur die schlimmste Propaganda der letzten Jahre mitzuverantworten. Ihre Website „Netz gegen Nazis“ gehört zu den wirkungsmächtigsten Inquisitionsportalen des Establishments, übergießt zahlreiche Vertreter konservativer Opposition mit brauner Verschwörungssauce, und leistete gewichtige Beiträge zur neudeutschen Hetz-, Denunziations- und Angstkultur.

Jetzt hat Di Lorenzo auch die Lust an der Selbstkritik erfasst. Als Ex-Mitläufer der Merkel-Diktatur erklärt er gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Cicero“ seine damalige Faktenresistenz bei der Massenmigration 2015: „Wir waren aber zumindest in der Anfangszeit geradezu beseelt von der historischen Aufgabe, die es nun zu bewältigen galt.“ Wie lange dauerte denn dieser „Anfang“? Liest man die aktuellen Ausgaben der „Zeit“, könnte der Eindruck entstehen: womöglich bis heute… Di Lorenzo gibt zu: „All das hätten wir von Anfang an beschreiben und analysieren können.“ Und warum tat er es nicht? Weil Mutti Merkel doch versprochen hatte, dass es sich bei der Masseneinwanderung nur um eine kurze „Ausnahme“ handelte. Klar, als Propaganda-Journalist muss man Politiker ja auch nicht hinterfragen. Da reicht der pure Glaube an den Endsieg.

„Damit einher ging die Missachtung der Ängste in der Bevölkerung“, räumt Di Lorenzo schamhaft ein. Ach, Giovanni, wenn man als Pressefuzzi endlich mal von einer „historischen Aufgabe“ beseelt ist, fragt man doch nicht nach dem Willen des Packs… Angeblich ärgert es Di Lorenzo, dass man die Erklärung der Bundesregierung so kritiklos übernommen und alles möglichst schöngeredet habe. (Nicht traurig sein, Giovanni, dafür liebt die Antifa dich jetzt umso mehr.)

Vielleicht, so suggeriert Di Lorenzo, sei er ja sogar selbst ein Opfer? Vielleicht war er nur Mitläufer aus Angst? Denn es habe ihn schon „im zurückliegenden Jahr so sehr gestört (…), dass eine von der Politik der Bundesregierung abweichende Meinung, manchmal auch schon kritische Fragen, unter den Generalverdacht gestellt wurden, man habe etwas gegen Flüchtlinge oder betreibe das Geschäft der Populisten.“ Wenn das der Fall gewesen wäre: Wieso hat „Die Zeit“ dieses Verhalten ihrerseits praktiziert? Wieso hat sie auf die Opposition, wie COMPACT, eingedroschen und dem „gesunden Volksempfinden“ ihrer Leserschaft zum Fraß vorgeworfen?

Di Lorenzos Resümee: „Ohne Not haben wir uns wieder dem Verdacht ausgesetzt, wir würden mit den Mächtigen unter einer Decke stecken, wir würden so uniform berichten, als seien wir gesteuert; wir würden die Sorgen und Ängste der Menschen ignorieren, die nicht selbst zur Flüchtlingshilfe oder zur politischen Klasse gehören. Das ärgert mich, weil ich der Meinung bin, dass unsere Medien zu den besten und freiesten auf der Welt gehören.“ Falsch! Es war nicht nur ein Verdacht! Ihr habt mit den Mächtigen unter einer Decke gesteckt! Ihr habt Angst und Lügen verbreitet – und Ihr würdet es wieder tun! Oder Ihr entschuldigt Euch bei Euren Opfern und schaltet Eure Inquisitionsseite endlich ab.

(1)http://www.epochtimes.de/politik/deutschland/zeit-chefredakteur-medienberichte-in-fluechtlingskrise-zu-uniform-beispiellose-vergiftung-der-gesellschaft-mitverursacht-a1936894.html

Über den Autor

Avatar

 

Bitte beachten Sie unsere Kommentarregeln.

Empfehlen Sie diesen Artikel