Die gewalttätigen Proteste in Hongkong wollen einfach kein Ende nehmen. Am vergangenen Mittwoch besetzten Demonstranten eine U-Bahnstation, bewarfen Polizisten mit Feuerlöschern und blockierten die Ausgänge mit Mülltonnen.

    Den bisherigen Höhepunkt der Gewalt hatte die Millionenmetropole bislang am 13. August erlebt. Die in den westlichen Medien völlig unkritisch bejubelten Demonstranten hatten den Flughafen besetzt und zwei Männer, die beschuldigt wurden, Agenten zu sein, über Stunden hinweg gefangen gehalten und mit Kabelbindern gefesselt. Einige Demonstranten versuchten sogar, die gefesselten Männer zu schlagen. Später schrieb Hu Xijin, der Chefredakteur der chinesischen Zeitung Global Times, dass es sich bei einem der Männer um einen Reporter seiner Zeitung gehandelt habe.

    In den deutschen Medien werden die Proteste weiter verharmlost, so schwärmte Friederike Böge beispielsweise in der Frankfurter Allgemeinen Woche ganz begeistert „Aktivisten“, die ihr erzählen, „sie seien bereit, mit ihrem Leben für die Freiheit Hongkongs zu bezahlen“ und stellt einen Absatz weiter in einer Zwischenüberschrift ganz ernsthaft die Frage „Ist Gewalt immer falsch?“.

    Mit Brandsätzen gegen Polizeistationen

    Gewalt hat die Küstenmetropole am chinesischen Perlflussdelta in den vergangenen Wochen nun freilich im Übermaß erlebt. So berichtete die South China Morning Post (SCMP), die größte englischsprachige Tageszeitung des Landes, in einem Artikel vom 6. August: „Demonstranten entfesselten am Montag in Hongkong im Zuge einer beispiellosen Eskalation radikaler Aktionen gegen Regierung und Polizei Chaos und Gewalt .Nach einem Streik in der ganzen Stadt, der den Verkehr und das Tagesgeschäft lahmlegte, belagerten die Demonstranten tagsüber und in der Nacht Polizeistationen in Tin Shui Wai, Tai Po, Sha Tin, Wong Tai Sin, Sham Shui Po und Tuen Mun Tsuen Wan und griffen einige von ihnen mit Brandsätzen an.“

    Die SCMP gilt dabei übrigens nicht als Sprachrohr der Regierung in Peking, sondern als das Medium Hongkongs, dem laut einer Meinungsumfrage die höchste Glaubwürdigkeit überhaupt nachgesagt wird. Auch die „Streiks“, die in den westlichen Medien so gefeiert werden, sind wohl hauptsächlich Aktionen von teilweise gewalttätigen Demonstranten, die mit Regenschirmen über Stunden hinweg das Schließen der Türen in den S- und U-Bahnen verhindern und so den öffentlichen Nahverkehr zum Zusammenbruch bringen.

    Auch die 2015 gegründete Zeitung Hong Kong Free Press, die ganz klar zu den in Opposition zur Zentralregierung in Peking stehenden Hongkonger Medien zählt, bestätigt den gewaltsamen Charakter der in der Millionenmetropole ablaufenden Proteste. Schon in der Überschrift eines am 5. August veröffentlichten Artikels hieß es: „Eine Stadt am Rande des Zusammenbruchs: Hongkong wurde von Zusammenstößen erschüttert, es entstand Chaos, Tränengas wurde in 8 Bezirken eingesetzt und im Norden der Stadt kam es zu Angriffen des Mobs.“

    Welche Aktivitäten entfaltet die Stiftung NED?

    Man bekommt fast den Eindruck, dass der gewaltbereite Teil der Demonstranten ein militärisches Eingreifen der Volksrepublik pünktlich zu deren 70. Jahrestag am 1. Oktober regelrecht provozieren will. Schon lange gibt es Spekulationen über mögliche Hintermänner und Drahtzieher der gegen die Zentralregierung gerichteten Bewegung.

    Kein Geheimnis ist das Engagement der aus dem US-Bundeshaushalt finanzierten Stiftung National Endowment for Democracy (NED), die vom Internetlexikon Wikipedia als „halbstaatlicher Arm der US-Außenpolitik“ beschrieben wird, in Hongkong. Wer die Internetseiten des NED aufruft, der findet dort gleich mehrere Projekte, die die umstrittene Stiftung in Hongkong im vergangenen Jahr finanzierte.

    So gibt die Stiftung selbst an, mit immerhin 200.000 Dollar eine „Erleichterung des Engagements für Hongkongs wachsende Bedrohung der garantierten Rechte“ gefördert zu haben. Weitere 155.000 Dollar sind laut der Darstellung in die Unterstützung von Gewerkschaftsarbeit geflossen, was auch immer das genau heißen soll.

    Auch in Hongkong läuft der Kampf der beiden Supermächte USA und China. Lesen Sie mehr zu dem Thema in COMPACT-Spezial 16 “USA gegen China – Endkampf um die neue Weltordnung”.

    Die NED ist eine auch in den Vereinigten Staaten äußerst umstrittene Organisation. Der republikanische US-Politiker Ron Paul, der dem US-Kongress für 37 Jahre angehörte, äußerte beispielsweise schon 2003 über die Organisation: „Was die NED in fremden Staaten unternimmt, wäre in den USA illegal. Wie würden die Amerikaner reagieren, wenn die Chinesen mit Millionen von Dollar bestimmte pro-chinesische Politiker unterstützen würden? Wäre das eine ,demokratische Entwicklung‛?“

    1984 finanzierte die NED beispielsweise den Wahlkampf des späteren panamesischen Präsidenten Nicolás Ardito Barletta Vallarino, der als Strohmann des von der CIA gesteuerten späteren Diktators Manuel Noriega agierte. Das war damals sogar dem US-Kongress zu viel, der ein Gesetz verabschiedet, das den Einsatz von NED-Mitteln für „die Finanzierung von Kampagnen für Kandidaten öffentlicher Ämter“ verbot.

    Aus der Sicht vieler Chinesen stecken Stiftungen wie die NED oder andere sogenannte zivilgesellschaftliche Organisationen aus westlichen Ländern hinter den Unruhen in Hongkong, die im Res fast einhellig verurteilt werden.

    Die westlichen Medien hingegen, die am liebsten einen Volksaufstand gegen die Regierung in Peking herbeischreiben wollen, heizen mit ihrer völlig einseitigen Berichterstattung zugunsten der teilweise gewalttätigen Demonstranten die Situation in der Stadt verantwortungsloserweise auch noch an.

    17 Kommentare

    1. Andreas Walter am

      Es würde mich wundern, wenn es nicht so ist.

      Schließlich ist Deutschland, äh, ich mein’, China das Reich des Bösen.

      Wie die Apachen, oder die Oglala, oder Palästina, äh, ich mein’, der Iran.

      Alle böse. Wollen einfach nicht ihr Land hergeben, ihre Heimat und ihre Bodenschätze.

      "The "Indian Problem"", auf YouTube

      ‘America is a stolen country’, auf YouTube

    2. Danke fuer den Artikel COMPACT. Sehr objektiv. Schreiben werde ich nichts dazu, denn ich habe genug dazu geschrieben. Ich frage mich nur wo die vielen Chinaexperten geblieben sind die sonst so das Forum unterhalten.

      • Sorry, Manschuli, aber seit auf diesen Seiten dauernd das COMPACT Cover von "Der Osten steht auf" eingeblendet wird, komme ich hier kaum noch zur inhaltlichen Arbeit.

        Duibuqi!

    3. Gernulf Schalow am

      In Westeuropa, SIEGFRIED fragte gerade danach, ist die Verantwortung für den Völkermord, doch bereits hinlänglich bekannt, den Finanzeliten anzulasten, und dies für beide, wie auch den kalten Krieg betreffend. Jene hatten sich dann eben Kriegswillige aus den Regierungen, wie etwa den Briten Ch., hinzugenommen.
      Einer der beiden Leiter des Dokumentationszentrum in der Pariser rue Geoffroy l´Asnier nach der Lektüre der im Anhang der Geheimakte Gestapo-Müller aufgeführten UBS-Konten, wer den den zweiten Weltkrieg wirklich gewonnen hätte: "Dafür wurden wir nicht bezahlt!"
      Und im großen deutschen Bauernkrieg hatten die Steuereinnehmer die gekauften Söhne gegen die Väter marschieren lassen und die direkte Konfrontation der Familienmitglieder durch einige Wechsel der Angriffsorte verdeckt.
      Und verdeckt wird fast alles: Die beiden Schützen in Texas hatten viele Millionen deutscher Frauen gesehen. Trotzdem schrieb die Warrenkommission ihre Geschichte.
      Einen Tage nach dessen Eintritt in die Pension erhielt der fragende Journalist vom verantwortlichen Staatsanwalt die Antwort bezüglich der Schreibtischmörder des Olof Palme. Die Presse meldete nichts.
      Die Finanzeliten werden gerade auch in China, Honkong und im Lande der vielen freien Völker der vereinigten Staaten von Nordamerika tätig sein !
      Gewinnen wird jener, der das Bedeutendste nicht völlig verliert. Für die Ostseeanrainer ist es die Kultur…

    4. Hä?

      Die Amis leisten evtl. Schützenhilfe, damit China die Protest in Hongkong gewaltsam niederschlagen kann?

      Mag schon sein, nur der Sinn dahinter erschließt sich mir nicht. Was hätte der Ami davon, außer kurzfristig schlechte Presse für die weitere Erstarkung der Volksrepublik China?

      Ach was solls, ich muss ja nicht alles verstehen.

      PS
      Als ob China (oder HK-Regierung) bei Bedarf nicht selber Provokateure entsenden würde und dazu die Amis bräuchte.

      • Ich bin ja sonst auch Fan der Artikel, aber hier fehlt mir etwas Pro und Contra der Argumente. Vor allem das Entsenden von Provokateuren aus den USA macht keinen Sinn, ohne den vermuteten Hintergrund zu beleuchten. So bleibt es schlicht eine Behauptung.

        Dazu sollte man, bei aller Feinseligkeit gegenüber der Demonstranten, auch nicht vergessen das die Regierung in Hong Kong dieses Fass selbst geöffnet hat und das denen jetzt um die Ohren fliegt. Etwas was man für Deutschland sich auch wünschen würde, aber nie passieren wird, weil der fette Deutsche alles mit sich machen lässt.

    5. Der Fernaufklärer am

      Kleiner Nachtrag zum Thema: Youtube löscht derzeit fleißig Videokanäle, die das wahre Gesicht der "friedlichen Proteste" in Hongkong zeigen .. Ein Schuft, wer böses dabei denkt!

    6. Der Fernaufklärer am

      Danke Compact, dass dieses heiße Thema endlich aufgegriffen wird!

      Wie Bilder in privaten Posts in den chinesische sozialen Medien (ich meine hier wirklich privat, keine vermeintlichen "Propagandabilder der chinesischen Regierung", wie es die Lügenpresse wieder herabspielen würde) zeigen, sind die "friedlichen Protestler" in Hongkong bis an die Zähne bewaffnet. Da würde sogar unsere Buntes Wehr neidisch .. Und hinsichtlich Gewaltbereitschaft und Übergriffen gegen unbeteiligte Mitbürger sind die Antifanten hierzulande Kindergärtner ..

      Eindeutig durch Fotos belegbar: Die Ausrüstung und Steuerung der "friedlichen Studenten" durch Westler!

      Was in diesem Zusammenhang im Westen noch nicht berichtet wurde: Hongkong-Aktivisten haben bereits auch in Sidney, Auckland, Vancouver, Melbourne, New York, Paris, Edinburgh, London aber auch z.B. in Köln, Hamburg und Berlin Protestaktionen durchgeführt!! Die Seuche breitet sich also schon aus ..

    7. DerSchnitter_Maxx am

      Die üblichen Verdächtigen … sind nunmal -immer- auch … die #1 Protagonisten der Destabilisierung-en Weltweit ! ;)

    8. OT:
      Irgendwie rödelt der Server von Compact in der letzten Zeit mächtig schwer … Probleme wie Hadmut Danisch sie beschrieben …

      # Danisch.de » Leser mit alten Browsern | 03.07.2019

      … oder geht der gesammte Datenverkehr nun über Pullach? (Zentrum Technische Aufklärung in Pullach)

      • Wenn ich nicht direkt gehe, sondern … ob das beim "Free Proxy – Hide.me" & Co. genauso ist? Hat da schon mal wer angetestet?

        • Wenn der Hahn kräht am

          PS
          Wenn die Verbindung mal wieder wacklig ist, einfach 3x Osama, bzw. Anetta Anetta Anetta schreiben, dann springt der Turbo an.

      • System meldet bei dieser Verbindung sofort Fehler … da ist Compact ganz abgeklemmt.

    9. Ein gutes Beispiel für die antichinesische Fremdenfeindlichkeit der BRD-Schmierfinken.
      Die Frage für Deutsche (und Europäer) lautet beim Amerika-Asien-Konflikt schlicht:
      "Welche Fremdmacht hat den demographischen, mentalen und kriminellen Völkermord" in Westeuropa eher zu verantworten?"

      • Am deutschen Wesen am

        Deswegen muss man marxistische Regime immer noch nicht gut finden und sich auf deren Seite schlagen.

        • Hat Compact einen Journalisten vor Ort?
          Anscheinend nicht – sonst würdet ihr nicht auf die Chinesische Propaganda hereinfallen.
          Ich war die letzten zwei Monate in Hong Kong und auch auf dem besetzten Flughafen. Viele friedliche junge Menschen – Gewalt war die Ausnahme. Die Polizeikräfte greifen unglaublich hart durch und zwar gegen friedliche Demonstranten – das schafft Gegengewalt.
          Schade, ich dachte Compact steht für Mut zur Wahrheit. Lasst euch nicht von einer ausgeklügelten Desinformationskamagne der chinesischen Regierung blenden.
          Ich weiß was ich gesehen habe.