Bundeswehr geht das Essen aus – Kampfrationen „unter Sicherheitsbestand“

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In Flinten-Uschis „Buntewehr“ ist die Landesverteidigung schon lange nicht mehr gewährleistet. Jetzt kommt raus: Nicht mal für volle Mägen bei der Truppe kann ihr Ministerium noch sorgen.

Schimmel an der Heimat- und Besenstiele an der Ostfront – über seine Erfahrungen als Soldat in Uschis bunter Truppe berichtet ein Offizierlaufbahn der Reserve in der aktuellen COMPACT. Nun kam ans Tageslicht: Bei der Bundeswehr werden selbst die Kampfrationen, die so genannten Einmannpackungen (EPAs), knapp.

Das geht aus einem Schreiben des Verpflegungsamtes der Bundeswehr an ein Bataillon hervor, das diese EPAs für einen Übungsplatzaufenthalt angefordert hätte, wie man auf dem Fachblog augengeradeaus erfährt. Demnach sei die sogenannte Mindesbevorratungshöhe „unterschritten, die eine bestimmte Zahl dieser Kampfrationen für Einsätze und einsatzgleiche Verpflichtungen vorsehe“. Grund dafür seien „nicht verfügbare Einzelkomponenten“, welche die Produktion der EPAs „blockiert“ hätten.

„Ist die Versorgung durch eine Küche nicht möglich“, heißt es auf der Webseite der Bundeswehr, „so kann sich der Soldat durch EPa verpflegen“. Oder eben auch nicht. Das  zuständige Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr bestätigte auf Nachfrage: „Die EPa-Bestände liegen unter dem sogenannten Sicherheitsbestand.“ Und „nicht alle Anforderungen der Verbände ((können)) derzeit gleichrangig bedient werden.“

Erst im April könne sich die Lage wieder normalisieren, falls man bei dem, was von der Leyen aus der Truppe gemacht hat, dieses Wort überhaupt noch verwenden sollte…

Soldat schildert Verlotterung

„Selbst die 40 Soldaten, die mehr oder minder jeden Tag oder zumindest einmal in der Woche ihren Dienst leisteten, waren nicht ausreichend ausgerüstet“, schildert ein Soldat in der Offizierlaufbahn der Reserve, in der aktuellen COMPACT, „um ihren eigentlichen Kernauftrag, die Landesverteidigung, auszuführen. Es gab in unserem Waffenschrank nicht genügend G36 für alle Soldaten.“

Fast unglaublich klingt, was er über einen Besuch in der Waffenkammer mit seinem Stabsfeldwebel schildert: „Sofort schlug uns beißender Schimmelgeruch in Nase und Augen: Schnell wurde klar, dass der Schimmel auch die Pistolenholster erfasst hatte, die dort langsam verrotteten. Beim Aufnehmen eines Gummiknüppels zerbröselte dieser noch in meiner Hand und löste sich in grobe Körner auf. An den Schilden fehlten die Riemen.“

Welche Misstände der Soldat noch aufdeckt, lesen Sie in COMPACT. Erhältlich am gut sortierten Kiosk – und im COMPACT-Shop.

Compact-Magazin Februar 2018 Stasi 2.0

 

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Katja Wolters ist bekennende Lipstick-Feministin, selbstbewusst und betont weiblich zugleich. Die zweifache Mutter und freie Journalistin lebte lange in England. Die Abwesenheit schärfte ihren Blick auf die Heimat. Denkverbote kennt sie nicht, Probleme nennt sie sofort beim Namen. Dafür lieben wir sie.

 

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