Die Bundesregierung hält den OPCW-Bericht über das Skripal-Attentat selbst vor Parlamentariern geheim, obwohl die darüber abstimmen müssen. Das ist nicht nur Sabotage demokratischer Prozesse, sondern nährt auch Zweifel an  der Version der britischen Regierung.

    Seit die antirussische Propaganda beim Skripal-Attentat auf Skepsis stieß und auch der Syrien-Angriff durch USA, England und Frankreich keinen Freudentaumel in den Bevölkerungen auslöste, hüllen sich Mainstream-Medien bei diesem Thema zunehmend in Schweigen.

    Dabei wird es jetzt erst richtig spannend. Denn laut Auswärtigem Amt soll Großbritannien die Bundesregierung gebeten haben, den vollständigen Bericht über den Anschlag geheim zu halten. Zwar dürfe die Bundesregierung den Bericht der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) in einer Geheimschutzstelle hinterlegen, hat von dieser Option aber (noch?) keinen Gebrauch gemacht, so schrieb die stellvertretende Vorsitzende der Linkspartei-Fraktion, Heike Hänsel.

    Hänsel hält es für hochproblematisch, dass das Parlament über einen Sachverhalt diskutieren und entscheiden müsse, ohne die dafür nötigen Informationen zu erhalten. Das mache eine seriöse Bewertung unmöglich. Vor allem stellt sich die Frage, weshalb der Bericht derartiger Geheimhaltung unterliegt? Weshalb man – ähnlich wie bei den Freihandelsverträgen – von ahnungslos gehaltenen Parlamentarierern die Abstimmung verlangt? Auch so lässt sich Demokratie aushöhlen. Vor allem nährt dieses Verhalten berechtigte Zweifel an der Version von May, Maas & Co.

    Die aktuelle COMPACT 5/2018 enthält einen ausführlichen Artikel über die Geheimhaltung im Falle des Skripa-Attentats. Es folgt ein Auszug:

    Gift und Galle

    _ von Alexander Sviridov

    Ein Doppelagent und seine Tochter werden vergiftet, und schuld ist wie immer der Russe… Weil die Pinkertons von Scotland Yard aber keine Beweise finden, wird die Medientrommel umso lauter geschlagen. Die Inszenierung ist zum Fremdschämen peinlich, aber dennoch brandgefährlich.

    Zugegeben: Es könnten die Russen gewesen sein, die den Doppelagenten Sergei Skripal und sei­ne Tochter Julia am 4. März im englischen Salisbu­ry vergiftet haben. Aber es könnten auch die Bri­ten selbst gewesen sein. Premierministerin Theresa May könnte persönlich den Auftrag gegeben haben – was Außenminister Boris Johnson übrigens tatsäch­lich Wladimir Putin unterstellte. Es könnten auch Amerikaner oder Deutsche gewesen sein, vielleicht sogar Osama bin Laden aus der Gruft oder Beate Zschäpe aus der Zelle.

    Könnte. Hätte… Alles Konjunktive. Es gibt kei­ne Belege. Keine Fakten. Keine Expertenanaly­sen, die in eine Richtung zeigen. Der Chef des bri­tischen Labors für chemische Kampfstoffe in Por­ton Down (zufällig nur acht Kilometer von Salisbury entfernt!), Gary Aitkenhead, bestätigte Anfang Ap­ril: Es gibt keine russische Spur. «Labor-Chef sorgt für Verwirrung», titelte Bild Online kleinlaut. Dar­aufhin löschte das britische Foreign Office seinen Tweet vom 22. März, in dem unverblümt behaup­tet worden war, eben dieses Labor habe eindeuti­ge Beweise für die Schuld Moskaus gefunden Wie peinlich!

    Wladimir Putin hat ebenfalls seine Fachleute be­müht: Es gebe mindestens 20 Länder, so der russi­sche Präsident, die einen solchen Kampfstoff her­stellen könnten. Die russisch klingende Bezeichnung «Nowitschok» (Novize), welche die Briten selbst dem Gas gegeben haben, sei noch kein Beweis für eine Beteiligung seines Staates. In den Kneipen zwischen Petersburg und Wladiwostok spottet man bereits: Wenn jemand mit einem iPad erschlagen würde, wä­ren die Täter ja auch nicht unbedingt Amerikaner.

    Inzwischen wurden angeblich Spuren des Ga­ses in einem Pub, in einem Restaurant, an Türklin­ken, im Auto und auch in Buchweizen (verdächtig: die Lieblingsgrütze der Russen!) gefunden. Als ob die Moskowiter aus einem Helikopter Nowitschok über Salisbury gesprüht hätten… Die Botschaft ist unverkennbar: Habt Angst vor dem Russen, Ihr bra­ven Briten!

    Die seriöse Times und das weniger seriöse Bou­levardblatt Sun berichten unisono über geheime Labors in Russland, die ngeblich Nowitschok her­stellen. Quelle: Geheime Kreise anonymer Geheim­dienstler! Fakten: Top Secret! Das offizielle Lon­don beteuert, es habe «zusätzliche Geheimdienst­erkenntnisse», rückt aber nicht damit heraus.

    Aber: Solange diese Erkenntnisse der Öffentlich­keit nicht bekannt gegeben werden, sind sie nicht überzeugender als ein Hase im Zylinder eines Zir­kus-Zauberers. Man zweifelt bereits am Grundsätz­lichen: Wurden die Skripals überhaupt vergiftet, da die britische Behörde doch keinen Zutritt zu den Op­fern gewährt? Vielleicht sitzen sie in einer gehei­men MI6-Villa, schauen fern und trinken Single Malt Whisky?

    Vielleicht ist alles nur eine bösartige Insze­nierung? Man erinnere sich an die geniale schwarze Komödie Wag the Dog – Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt, wo ein Krieg der USA gegen Albanien in Hollywood inszeniert wurde, um die Wahlchan­cen eines Präsidentschaftskandidaten zu erhöhen…

    Ende des Auszugs. Lesen Sie den Artikel vollständig in COMPACT 5 /2018 ab sofort am Kiosk! Brandfrische Nachrichten und Analysen für den Widerstand. Gleich hier bestellen. Oder noch besser: Starten Sie mit dieser Ausgabe Ihr Abo (auf das untere Bild klicken)

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