Brexit sei Dank: Londons horrende Immobilienpreise brechen ein!

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Jetzt, wo der Brexit in der Krise steckt, wittern manche Propagandamedien erneut Morgenluft und malen Schreckens-Szenarien über dessen Auswirkungen. Welche Gruppe von Menschen da in Panik gerät, verrät die Immobilienbranche: reiche Globalisten. Für den Rest der Bevölkrung aber könnte sich der Brexit als wirksame Mietpreisbremse erweisen. Weitere Hintergünde zum Brexit und über die Möglichkeiten eines Dexit lesen Sie in COMPACT 4/2019) vollständig bei COMPACT Digital+ lesen – bitte hier klicken zum Einloggen oder Registrieren.

Seit der Brexit-Erklärung 2016 herrscht in Londons Immobilienbranche miese Stimmung. David Salvi, Besitzer der Maklerfirma Hurford Salvi Carr, stellt fest: „Wir sehen, dass mehr Leute bei Maklern um eine Neubewertung ihrer Immobilie bitten“ und „einen kontinuierlichen Rückgang von Käufern“. Zuvor hatte Londons Markt geboomt und Kunden sowie Investoren aus aller Welt angelockt.

Der Spiegel beschreibt diese Kunden so: Sie „sind kinderlos, beide berufstätig und können für eine Wohnung mit zwei Schlafzimmern bis zu eine Million Pfund ausgeben.“ Es sind jene globalen Hipster, die auch Berliner Bezirke wie den Prenzlauer Berg mit ihrem Lifestyle okkupiert haben. Die für Gentrifizierung, hoffnungslose Überteuerung und Verdrängung ärmerer Schichten sorgen. Dass dieser Schicht jetzt eine Krise droht, dürfte jedoch ein Großteil der Londoner Bürger wenig kratzen. Im Gegenteil: Auch der Spiegel muss zugeben, dass es Menschen gibt, „die darüber nicht unglücklich sind.“

Um einen Eindruck über den bisherigen Stand zu vermitteln: Im Londoner Finanzviertel Canary Wharf werden derzeit Luxuswohntürme mit 58 Stockwerken erbaut, deren obere Etagen mit 95 qm Wohnfläche circa 1,5 Millionen Pfund kosten. Die Kunden vergleichen ihr Wohneigentum mit den weltweit besten Hotels, lässt ein Verkäufer wissen. Sie seien „jung, global, viel mobiler und immer reicher an Cash“.

Und jetzt kommt die große Sorge: Wenn sich diese tollen Kunden nach dem Brexit anderweitig nach Objekten ihrer (Wohn-) Begierde umschauen, wird der arme Luxusmarkt die Preise nicht mehr hochtreiben, sondern möglicherweise sogar senken müssen. Bei größeren Wohnungskäufen in London kann ein Berliner Immobilienkonzern derzeit bis zu 20 Prozent Rabatte rausschlagen, weil die Anbieter unter Verkaufsdruck gestanden hätten. Außerdem plant Theresa Mays den Kaufpreis für ausländische Investoren um drei Prozent (Steuer) zu erhöhen. Schließlich sei es nicht akzeptabel, dass es für ausländische Investoren „genauso leicht ist, Häuser zu kaufen, wie für hart arbeitende Briten.“

Privatleute profitieren bereits: So erwarb eine Britin eine Wohnung in Londons Süden mit 130 qm für 350.000 Pfund. Zuvor war ein Wohnungskauf für sie aufgrund wesentlich höherer Preise unmöglich. Jetzt hatte sie sich zum Kauf entschieden, weil ihre Miete nach einer Modernisierung um 350 Euro erhöht wurde. Das alles ist von einem sozialverträglichen Niveau noch weit entfernt, aber die Tendenz stimmt: Jetzt kündigte Londons Bürgermeister Sadiq Khan an, dass bei Neubauten mindestens 35 Prozent erschwinglicher Wohnraum entstehen soll.

Nicht bange machen lassen, liebe Briten – der Brexit kommt! Die Zeit für faule Kompromisse scheint abgelaufen. Jürgen Elsässer schreibt zur neuen COMPACT 4/2019:

In dieser aufgeheizten Stimmung konnte ich mit Alice Weidel ein Interview zu allen wichtigen Fragen machen, die Deutschland in dieser historischen Lage des Brexit betreffen:

  • Warum Frau Weidel im Unterschied zu anderen AfD-Spitzen für einen Dexit eintritt, und was sie darunter versteht.
  • Warum sie gegen einen Austritt Italiens aus dem Euro ist – aber für einen Austritt Deutschlands und anderer Überschussländer.
  • Warum sie Matteo Salvini wegen der italienischen Haushaltspolitik kritisiert hat – und ob das eine Kooperation AfD-Lega im Europaparlament gefährdet.
  • Wie sie die Rolle von Goldman Sachs, ihres früheren Arbeitgebers, in der Eurozone sieht.
  • Und last not least, außerhalb des Themas EU: Wie sie die sogenannte AfD-Spendenaffäre beurteilt – und ob auch sie Fehler gemacht hat.

Ich finde, es ist ein hochspannendes Interview geworden, und Alice Weidel hat die scharfen Fragen von mir schlagfertig und sachkundig pariert. Chapeau!

„Brexit und Dexit“ – Sie finden das Interview in der April-Ausgabe von COMPACT-Magazin, die am 23.3. bei den Abonnenten und am 30.3. am Kiosk sein wird. Aber SCHON JETZT können Sie das Interview (und alle anderen Artikel von COMPACT 4/2019) vollständig bei COMPACT Digital+ lesen – bitte hier klicken zum Einloggen oder Registrieren.

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4 Kommentare

  1. Avatar

    Das 1% braucht niemand wirklich und ärgert eher den Rest der Welt! Das kann sich aber wg, seines durch Geld bewirkten Einflusses überall so darstellen, daß es das, was ihm nicht paßt den Menschen als deren Nachteil verkauft – das Gegenteil dürfte richtig sein!
    Noch vor wenigen Jahrhunderten war es grundsätzlich nicht erlaubt, daß Fremde irgendwo Grund und Boden erwerben konnten! Den arbeitenden Einheimischen Wohnraum wegzunehmen damit Reiche sich an jedem Ort, an dem sie sich für ein paar Wochen aufhalten, einen Nebenwohnsitz zulegen können, geht garnicht!

    Der größte Fehler der technischen Entwicklung der letzten 500 Jahre war es den Transport immer SCHNELLER zu machen! Die meisten der heutigen Verwerfungen in Wirtschaft und sozialer Entwicklung sind nur dadurch möglich geworden. Höchst umweltschädlich und nicht nachhaltig ist es auch! Das Einschleppen fremder Arten in Fauna und Flora, die einheimische Arten verdrängen ist nur die Spitze des Eisberges!

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    Kapital schreit immer auch nach Zins- und/oder Devidenden. Zwar ist durch die Niedrigzinspolitik auch der Druck durch die Zinslast gesunken (die Abschöpfung der Kapitalerträge für entsprechende Geldanlagen), allerdings ist durch die Wanderung der Kapitalanlagen der Druck defakto gleich geblieben. D.h. die Abschöpfung von Kapitalerträgen erfolgt nicht mehr durch Zinsen sondern durch Devidenden. Für den Mieter am Ende unerheblich ob er Zins- oder Devidendenanteile mitzahlt. Durch den Brexit scheint der englische Immobilienmarkt auch Sicht der Anleger nicht mehr lukrativ zu sein. Eine "Abwertung" der Immobilien (man beachte das alle Immobilien, durch die Kapitalbündelung, überbewertet sind), könnte für die Menschen in England in der Tat enorme Vorteile bringen. Der größte Ausgabeposten für den "Normalbürger" sind eben die Mieten. Auch in England.
    Dummerweise wird sich das Kapital nun neue Immobilien suchen. Man muss nicht studiert haben, um sich vorzustellen, wo diese Immobilien stehen. D.h. ich gehe davon aus, dass sich der Druck auf unsere Mietpreise niederschlägt.

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    Hans Husten am

    Das britische Volk wird eh ein zweites Referendum erzwingen und sich dann gegen den Brexit entscheiden. Millionen und Abermillionen gehen bereits auf die Straße. Und die britische Regierung riecht bereits den Braten und bereitet den Abschied von May vor. Dann kann man sich nämlich für ein zweites Referendum bewähren. Ohne Gesichtsverlust. Die wahnsinnigen Immobilien Preise werden sich von daher halten. Nur der Londoner Bürgermeister macht alles richtig.

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      Jeder hasst die Antifa am

      Na klar wie es in Dikdaturen üblich ist es wird so lange gewählt bis das Ergebnis passt das hat man wohl von Merkel gelernt.

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