Erneuter Angriff auf Syrien – 18 Iraner wurden getötet. Israels Premier behauptet, Iran habe sein Atomwaffenprogramm nie eingestellt – legt aber keine Beweise vor.

    _ von Viktoria Volkova

    Mehrere Nachrichtenagenturen berichten unter Berufung auf syrische Behörden über heftige Raketenangriffe auf syrische Militärstützpunkte in den Provinzen Hama und Aleppo am Sonntagabend.

    Andauernde Raketenangriffe führten zu solchen gewaltigen Explosionen, dass in der Umgebung von Hama gar ein Erdbeben der Größe 2,6 auf der Richterskala registriert wurde, so die israelische Agentur Haaretz. Über die Opfer unter Zivilbevölkerung gibt es bis jetzt keine genauen Angaben.

    Mehrere Nachrichtenagenturen sprechen von insgesamt mindestens 26 getöteten regierungstreuen Kämpfern. Der TV-Sender Sky News Arabia geht von über 40 Toten aus. Laut dem unbestätigten Bericht dieses Senders wurden nicht nur Militäreinrichtungen der syrischen Regierungstruppen, sondern auch proiranische Milizen angegriffen, die bekanntlich auf der Seite der syrischen Armee in den betroffenen Gebieten gegen die IS-Terroristen kämpfen. Israelische Medien berichten über 18 getötete Iraner, unter denen auch ein hochrangiger Anführer der Revolutionsgarde war.

    Über konkrete Angaben darüber, welche Kräfte hinter den in der Nacht abgeschossenen Raketen stehen könnten, verfügen syrische Militärkreise momentan zwar nicht. Staatsmedien spekulieren darüber, die Raketen könnten die USA und Großbritannien von ihren Stützpunkten im Nordjordanien abgefeuert haben. Eine Sabotage wird auch nicht ausgeschlossen. Jedoch verdächtigt Damaskus israelische Militärkräfte als hochwahrscheinlichen Angreifer.

    Einige Stunden vor dem verübten Attentat hatte der israelische Verteidigungsminister Avigdor Liebermann erklärt, die Streitkräfte behielten sich weitere Einsätze in Syrien vor. Israel habe zwar nicht vor, die im Nachbarland stationierten russischen Kräfte anzugreifen, jedoch würde es im Bedrohungsfall auch das in Syrien stationierte russische Abwehrsystem S-300 unter Beschuss nehmen. Das sind aggressive Äußerungen, wie sie bisher gegenüber Moskau nicht zu hören waren.

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    Foto: COMPACT (c)

    Syrische Militäreinrichtungen sind bereits bereits Dutzende Male von Israel bombardiert worden. Erklärt hatte dies Tel Aviv mit Befürchtungen, dass High-Tech-Waffen bei der proiranischen Hisbollah-Miliz landen könnten. „Es geht uns darum, dass die Waffen, die Russland nach Syrien liefert, nicht gegen uns eingesetzt werden. Wenn sie gegen uns verwendet werden, werden wir darauf unverzüglich antworten“, erklärte Liebermann.

    Der Raketenangriff vom Sonntag wurde am Montag durch eine politische Kampfansage fortgesetzt. Premier Netanjahu präsentierte in einer dramatischen Pressekonferenz Raubgut in Form von Forschungsunterlagen und CDs, das der Geheimdienst Mossad in einer Geheimaktion aus Teheran entwendet hat. Die Botschaft war klar: Die Mullahs betreiben entgegen internationaler Zusagen ihr Nuklearwaffenprogramm weiter. Aber selbst die pro-israelische Tageszeitung „Die Welt“ wear enttäusch über die Präsentation: „Doch das, was Netanjahus Pressekonferenz letztlich in ein diplomatisches Instrument hätte verwandeln können, um den Atomvertrag eindeutig zu untergraben, fehlte in der rhetorisch beeindruckenden Präsentation des Premiers: Ein klarer, neuer Beweis dafür, dass der Iran auch heute den Atomvertrag verletzt.“ „Welt Online“ zitierte Dr. Emily Landau, Leiterin des Programms für Rüstungskontrolle am Institut für Nationale Sicherheitsstudien in Tel Aviv: „Die Informationen, die Netanjahu veröffentlichte, waren per se nicht neu.“

    Die Lage in der Region nähert sich einem Kulminationspunkt: Gibt Präsident Trump dem Druck Netanjahus nach und kündigt das Atomabkommen mit Iran, hat dieser mit Vergeltung gedroht. Sollte aber Trump vertragstreu bleiben, muss mit weiteren militärischen Alleingängen Israels gerechnet werden – in Syrien, im schlimmsten Fall auch gegen russische Ziele, und gegen Iran.

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