Blut, Boden und Bürgerkrieg – Interview mit Lauren Southern über den Genozid in Südafrika

17

Das brandaktuelle COMPACT-Magazin hat in seinem Dossiers ein besonders heißes Eisen angepackt: Den Krieg gegen weiße Farmer in Südafrika. Seit einigen Jahren schon spielen sich am südlichsten Zipfel Afrikas unfassbare Szenen ab: Menschen europäischer Abstammung, die seit Jahrhunderten das Land dort besiedeln, werden von militanten Afrikanern ausgegrenzt, attackiert und immer wieder bestialisch ermordet. Die südafrikanische Regierung sieht zu – und feuert die Gewalttäter an. Die kanadische Journalistin Lauren Southern reiste ins Kriegsgebiet und erstattete COMPACT Bericht.

Dies ist ein Auszug aus dem Interview mit Lauren Southern, dass Sie in voller Länge in unserer April-Ausgabe lesen können. Hier bestellen

Wie sind Sie auf die Zustände in Südafrika aufmerksam geworden?

Vor knapp einem Jahr drangen die ersten Gerüchte an mein Ohr. Man sprach von Rassenunruhen und Gewalt – und davon, dass die von Mandela gegründete Regenbogennation, dieser angebliche Leuchtturm sozialer Gerechtigkeit, in Wahrheit nicht das ist, was sie zu sein schien. Es war eine Fassade, ein falsches Götzenbild. Tatsächlich faulte sie von innen und begann, in sich zusammenzufallen. Immer häufiger hörte ich von einem «Genozid an Weißen». Das klang für mich zunächst sehr spektakulär, doch dann gab es eine Meldung über einen Farmmord hier, einen Bericht über eine gefolterte Familie da. Gleichzeitig las man im Mainstream nichts darüber.

Wann sind Sie dann in Südafrika gelandet und wer hat Sie bei Ihren Dreharbeiten unterstützt? Man darf davon ausgehen, dass es dort nicht ganz ungefährlich war.

Der erste Anlauf, nach Südafrika zu reisen, scheiterte noch aus familiären Gründen. Ich hatte das Flugticket schon in der Tasche, dann kam etwas dazwischen. Heute denke ich, dass es Schicksal war. So hatte ich mehr Zeit, mir ein Filmteam zu suchen und engen Kontakt zu einer Gruppe namens Sidelanders aufzubauen. Die haben uns dann Anfang Januar dort empfangen, und ihre «großen Jungs» haben mich und mein Team beschützt. So hatten wir die Möglichkeit, diesen Dokumentarfilm zu drehen, der visuell und auch inhaltlich das Beste geworden ist, was ich in meiner bisherigen Karriere zustandegebracht habe. Dabei habe ich alle Ausgaben aus meiner eigenen Tasche bezahlt. Zum Glück war die Spendenbereitschaft unserer Fans und Zuschauer für das Projekt phänomenal.

Wie stellten Sie dann den Kontakt zu den Farmern her?

Wir haben auf unserer Reise die gastfreundlichsten und nettesten Leute getroffen, die man sich vorstellen kann. Diese Farmer sind wirklich starke, anständige und gottesfürchtige Menschen, die uns sofort eingeladen haben, ihre Familien kennenzulernen, und die gerne bereit waren, uns ihre Geschichten zu erzählen. Von da an war es ein Erdrutsch echter Erfahrungsberichte: Jeder in Südafrika kennt jemanden, der von diesen schwarzen Gewalttätern diskriminiert, verwundet, gefoltert oder getötet worden ist. Es war nicht so, dass wir die Nadel im Heuhaufen suchen mussten, diese Geschichten fielen uns einfach so in den Schoß. Manche sagen, die Situation ist heute schlimmer als zu Zeiten der Apartheid.

Der Dokumentarfilm Farmlands von Lauren Southern zeigt die Wahrheit über den Krieg gegen Weiße:

Klassenkampf und Rassenkampf

Ihr Film zeigt eine Welle unvorstellbarer Gewalt, die über das Land fegt. Woher kommt der derzeitige Gewaltausbruch?

Die Regierung hat eine zweiteilige Ideologie. Der eine Teil ist eine rassistisch motivierte Wut- und Rachepolitik gegen Weiße. Da geht es nur darum, «was der weiße Mann uns angetan hat». Der andere Teil ist ebenfalls von Wut und Rachegefühlen getrieben, denn die Leute in der Regierung sind Hardcore-Marxisten. Die Regierungspartei African National Congress (ANC) und all ihre Mitglieder sagen das öffentlich – und sie alle folgen einer marxistischen Klassen-Ideologie.

Weiße Farmer arbeiten hart, sehr hart, und sie verdienen deshalb auch eine Menge Geld. Die Bantus sehen das und denken sich: Die sollten das nicht haben, das alles sollte uns gehören. Wenn dann noch so ein Unterdrückungs-Narrativ eingebaut wird, dann erhält man Schwarze, die einfach nur noch wütend sind auf den Erfolg der Weißen. Das führt dazu, dass Weiße nicht nur ausgeraubt, sondern auch noch stundenlang gefoltert werden. Es ist so viel Hass in diesem Land, das immer noch von Stammesdenken beherrscht wird.

Jemand brachte diese Ideologie mir gegenüber mal folgendermaßen auf den Punkt: Man will lieber hundert Prozent eines Scheißhaufens besitzen, als zehn Prozent Anteil an einer prosperierenden Nation zu haben. Selbst wenn die Produktivität der weißen Farmer der Gemeinschaft hilft, zum allgemeinen Wohlstand beiträgt, Arbeitsplätze und Perspektiven schafft, will man lieber weiter wütend darüber sein, dass die Schwarzen nicht alles besitzen.

Dies ist ein Auszug aus dem Interview mit Lauren Southern, dass Sie in voller Länge in unserer April-Ausgabe lesen können. Hier bestellen

Lachnummer SPD - COMPACT-Magazin April 2018

Lachnummer SPD. Von der Volkspartei zur Kasperbude
COMPACT-Magazin April 2018

Über den Autor

COMPACT-Magazin

 

Bitte beachten Sie unsere Kommentarregeln.

Empfehlen Sie diesen Artikel