Bin Ladens Leibwächter „versehentlich“ abgeschoben. Gericht: Im „Idealfall“ kommt er zurück!

28

Das Verwaltungsgericht entschied, dass Bin Ladens Leibwächter nicht nach Tunesien abgeschoben werden darf. Aber dieser Beschluss wurde zu spät durchgefaxt. Das BAMF hatte den Asylbewerber bereits ins Flugzeug gesteckt. Jetzt wird man ihn wahrscheinlich zurückholen.

Sami A., ehemaliger Leibwächter des Ex-Al Qaida-Führers Osama Bin Laden, hielt sich seit längerem als Asylbewerber in Deutschland auf. Da er als Salafistenprediger einen radikalen, antiwestlichen Islam unter seine Jünger streute, wurde er als „Gefährder“ eingestuft. Gegen eine von Horst Seehofer initiierte Abschiebung in sein Heimatland Tunesien klagte er. Mit Erfolg.

Tatsächlich erließ das Verwaltungsgericht am Donnerstagabend ein Abschiebeverbot, da ihm in Tunesien womöglich Folter drohe: Die dortige Regierung habe keine verbindliche Zusicherung gegeben, Sami A. Im Falle seiner Rückkehr davon zu verschonen.

Allerdings wurde dieser Beschluss des Verwaltungsgerichts zu spät ans BAMF gefaxt, genau genommen erst heute morgen um 08.27 Uhr. Knapp anderthalb Stunden zuvor, um 7 Uhr, war die Maschine mit Sami A. in Richtung Tunesien bereits gestartet.

Ein Gerichtssprecher verriet der Welt, dass der Ex-Leibwächter von Bin Laden nicht abgeschoben werden darf. Deshalb besteige er „im Idealfall“ bald wieder den gleichen Flieger „und kommt zurück“.

Mehr über den BAMF erfahren Sie in der aktuellen COMPACT 7/2018:

COMPACT-Magazin im Juni 2018

COMPACT-Magazin im Juni 2018, Mein BAMF- Merkels tiefer Sturz.

Sami A.s Aufenthalt in Deutschland (Zusammenfassung)

Bereits vier Jahre, bevor ein Sonderkommando der US-Streitkräfte den Terrorpaten im pakistanischen Abbottabad 2011 ausgeschaltet hatte, verschlug es den 42-jährigen Tunesier nach Bochum, angeblich zu Studienzwecken. Von seinem „Studium“ gönnte er sich allerdings eine Auszeit, um sie im Fach „Terror“ fortzusetzen: Nach Informationen der Welt soll Sami A. zwischen 1999 und 2000 in einem Ausbildungscamp von al-Qaida in Afghanistan als einer der Bodyguards des Massenmörders aufgetreten sein.

Nach Deutschland zurückgekehrt, setzte er seine Ausbildung fort: zum Salafisten-Prediger. Wie aus einer Antwort des nordrhein-westfälischen Innenministeriums an den Innenausschuss des Landtags 2012 hervorgeht, gelte der Ex-Leibwächter bin Ladens bei vielen jungen Muslimen inzwischen als „religiöse Autorität“.

Seine Lebensführung und sein Wirken als Propagandist des Salafismus – „einschließlich seiner militärischen Ausbildung in einem al-Quaida-Lager“ – werde von seinen Anhängern als „vorbildlich“ angesehen. Allerdings gebe es trotz umfassender Beobachtung angeblich keine „gerichtsfesten Hinweise“, dass der Tunesier seine Tätigkeit dazu nutze, gezielt Personen zu radikalisieren. Das weiß man sicherlich so genau, weil stets ein Dolmetscher bei seinen Vorträgen zugegen ist…

Seit 2006 muss Sami A. sich täglich bei der Polizei melden: ein „Vogelschiss“ bei monatlich 1167,48 Euro nach dem Asylbewerberleistungsgesetz zuzüglich Kindergeld zwischen 133 und 157 Euro für jeden seiner vier Ableger – also bis zu 628 Euro obendrauf.

Nicht zu vergessen die Kosten für seine bereits 2006 eingereichte Klage gegen den Ausweisungsbescheid der Stadt Bochum, mit der er 2011 vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen Erfolg hatte. Nach Berufung durch die Bochumer Ausländerbehörde entschied das Oberverwaltungsgericht sage und schreibe vier Jahre und mindestens 86.183,04 Euro Unterhaltskosten später, dass die Ausweisung rechtens sei.

Zugleich wurde ein Asylantrag des Tunesiers vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) abschlägig beschieden. Auch hiergegen hatte der Knecht des Terrorpaten vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf zunächst erfolglos, jetzt aber doch mit Erfolg geklagt.

Über den Autor

Online-Autor

 

Bitte beachten Sie unsere Kommentarregeln.

Empfehlen Sie diesen Artikel