Der deutsche Journalist Billy Six ist frei. Nach 119 Tagen Isolationshaft (COMPACT berichtete) in Venezuelas berüchtigtem Geheimdienstgefängnis El Helicoide ist der 32-Jährige entlassen worden, wie die venezolanische NGO Espacio Público und die Pressegewerkschaft SNTP am Freitag mitteilten.

    Six war Mitte November festgenommen worden, nachdem er Präsident Maduro bei einer Parade fotografiert und sich für ein Interview mit den Rebellen der FARC getroffen hatte. Er sollte vor ein Militärgericht – der Vorwurf: Spionage und Rebellion. Darauf stehen im krisengeschüttelten Venezuela 28 Jahre Haft. Zwischenzeitlich trat er aus Protest gegen die unmenschlichen Haftbedingungen mehrfach in den Hungerstreik.

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    Nun darf sich Six offenbar frei bewegen. Nach Informationen von Espacio Público hat er aber die Auflage, sich alle 15 Tage bei den Behörden zu melden. Außerdem dürfe er seinen Fall nicht mit Journalisten diskutieren. Die Organisation forderte daher „volle Freiheit“ für den jungen Reporter. Die Eltern Ute und Edward Six hingegen scheinen andere Informationen zu haben. Sie sprechen von „Freispruch“ und hoffen auf baldige Rückkehr ihres Sohnes, frühestens Sonntag könne er wieder in Deutschland sein. Nun schlafe sich Billy erstmal in einem Hotel aus – nach vier Monaten habe er erstmals wieder duschen können. „Wir sind überglücklich“, freuen sich die Eltern. Sie hatten sich mit einer Solidaritätskampagne für ihren Sohn stark gemacht.

    Eltern von Billy Six: Heiko Mass wird sich für die Isolationshaft ihres Sohnes zu verantworten haben

    Zuvor war der umtriebige Kriegsberichterstatter auch schon in Syrien in Gefangenschaft geraten. Doch eine breite öffentliche Solidaritätswelle wie im Fall des in der Türkei inhaftierten Journalisten Deniz Yücel blieb beide Male aus. Das dürfte auch daran liegen, dass Six für rechtskonservative Zeitungen schreibt. Die AfD hatte der Bundesregierung vorgeworfen, sich nicht ausreichend für die Freilassung von Billy einzusetzen. Aus den Worten seiner Eltern klingt daher nicht nur Freude und Erleichterung, sondern auch scharfe Kritik: „Wir bedanken uns bei allen Unterstützern und Helfern, dass wir die Befreiung auch OHNE deutsche Regierung und sogar trotz intensiver Gegenarbeit der deutschen Botschaft in Caracas, des Auswärtigen Amtes und des Außenministers Heiko Maas freibekommen haben“, schreiben sie auf Facebook. Und weiter: „Die deutsche Regierung, insbesondere der Außenminister Heiko Maas, das Auswärtige Amt und die deutsche Botschaft in Caracas werden sich noch für die 119 Tage Isolationshaft von Billy Six zu verantworten haben!“

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    Stattdessen dankten die Eltern Russland für die Vermittlung: „Der #Dank für diese Entwicklung gebührt dem russischen Außenminister Sergej #Lawrow, der am vergangenen Donnerstag während eines schon länger geplanten Treffens mit der österreichischen Regierung in Wien auch seinen venezolanischen Amtskollegen Jorge #Arreaza  empfing. Die Regierung von Venezuela kam dem Wunsch der Russen nach sofortiger Freilassung ohne weiteres nach.“ Und weiter: „Wir sind erschüttert darüber, dass unser Sohn erst auf Fürbitte eines Außenministers eines fremden Landes freigelassen wurde.“ Den Kontakt zu Lawrow habe der AfD-Bundestagsabgeordnete Petr Bystron hergestellt.

    Zuerst einmal dürfen die Eltern ihren Sohn nach langer Zeit wieder in die Arme schließen. COMPACT beglückwünscht Familie Six – solche mutigen Reporter sind heutzutage selten geworden!

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