Länger leben – ein paar Tipps gefällig?

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Dass Bewegung unser Herz-Kreislauf-System in Schwung hält, dürfte bekannt sein. Dass Bewegung darüber hinaus noch viel mehr kann, zeigt dieser Artikel. Insbesondere Effizienz, immer mehr viel schneller zu erledigen, erfährt dadurch eine neue Bewertung: Öfter mal zu Fuß gehen oder das Rad nehmen, lässt uns manches langsamer erledigen. Die dafür mehr gebrauchte Zeit ist am Ende mehr wertvolle Lebenszeit. Dass man dem Tod auch davonlaufen kann, klingt utopisch. Die dafür notwendige Schrittgeschwindigkeit haben Wissenschaftler jetzt ermittelt.

Dass nur ein toter Körper sich nicht mehr bewegt, gleicht einer Binsenweisheit. Dass mit mehr Bewegung die Lebenszeit verlängert werden kann, lässt aufhorchen. Unser Alltag, insbesondere der in der Arbeitswelt ist auf Effizienz getrimmt. Alles muss noch schneller, noch geschmeidiger, in noch kürzerer Zeit vonstatten gehen. Effizienz ist die Göttin der Arbeitswelt. Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir uns beträchtliche Hilfsmittel geschaffen. Auf der Strecke bleiben wir am Ende selber.

Eine der schlimmsten Folgen der modernen Arbeitswelt für uns selbst ist der Bewegungsmangel. Verbunden mit unnatürlichen Körperhaltungen, die vom stundenlangen Sitzen im Büro herrühren, werden Folgen sichtbar, die am Ende die Lebenszeit verkürzen. Haben wir für unsere Kommunikation immer schnellere Hilfsmittel erschaffen, so gilt gleiches in der Möglichkeit der Fortbewegung. Natürlich könnten wir auch wieder viele Wege zu Fuß unternehmen. Doch mit dem Auto geht es schneller, mit dem Aufzug ist es bequemer und nur mit dem Flieger kommen wir schnell ans andere Ende der Welt.

Wechselt man die Perspektive und stellt sich mehr aktive Lebenszeit mit möglichst guter Gesundheit zum Ziel, so spielt hier Bewegung eine entscheidende Rolle. Effizienz wird plötzlich anders buchstabiert. Denn am Ende kommt es auf die Qualität an. Auf die Qualität des eigenen Lebens mit Wohlbefinden und Zufriedenheit.

Wenn Arbeitsmediziner durch die Büros fegen, werden allerorten Regeln aufgestellt. Die sitzende Tätigkeit am PC ist mindestens jede Stunde zu unterbrechen, dafür mal den Blick in die Ferne zu richten, aufstehen, bewegen, mindestens 10 Minuten pro Stunde. Sie werden das bereits kennen. Wie viele halten sich jedoch daran? Der Berg Arbeit, der nur am PC zu erledigen ist, drückt und lastet schwer auf den Schultern. Abends soll alles geschafft sein und der pünktliche Feierabend noch genügend Freiraum für Familie und Freizeit lassen.

Wofür ist Bewegung gut?
Wer stundenlang am Computer sitzt, droht zu verspannen. Die sitzende Haltung ist unnatürlich, legt die Muskeln lahm, das Becken verliert an Stabilität, die Wirbelsäule an Elastizität, den Bandscheiben wird die Nährstoffzufuhr unterbunden. Die Folgen hieraus sind krumme Wirbelsäulen, Verspannungen, Kopfschmerzen, Bandscheibenvorfälle etc.
Haben Sie alles schon mal gehört? Nun denn, Bewegung hilft auch unserem Organismus. Wie neuere Studien gezeigt haben, kann Bewegungsmangel für einen trägen Lymphfluss verantwortlich sein: Toxine und andere Abfallprodukte, insbesondere des Stoffwechsels, man könnte auch Schlacke sagen, werden nicht rechtzeitig abgeleitet. Die Folge: die Abfallstoffe werden „zwischengelagert“. Der Körper übersäuert. Inzwischen weiß man, dass der Alterungsprozess jedweder Art auf eine Übersäuerung unseres Körpers zurückzuführen ist. Bewegungsmangel verstärkt diese Übersäuerung noch. Gelingt es uns die „Schlacke“ immer und restlos aus unserem Körper zu tilgen, können wir den Alterungsprozess aufhalten bzw. verlangsamen.

Insbesondere Stress und andere Belastungen wie übermäßiger Sport verstärken die Übersäuerung, also die Abfallbildung. Werden die „Abfälle“ eingelagert, z. B. im Bindegewebe, verstärken diese dort den oxidativen Stress. Geschieht dies unter der Haut, bilden sich Falten, die Haut altert (vorzeitig). Müll und Schlacken lassen unsere Zellen altern und schließlich sterben! Das gilt generell: Studien haben ergeben, dass Zellen, die nicht von diesem Müll entsorgt werden, vorzeitig altern. Und da der ganze Organismus aus Zellen besteht, altert man schneller, je mehr Müll in und um die Zellen gelagert wird. Selbst wenn täglich 99 Prozent aller Schlacken entfernt werden können, selbst wenn also nur ein einziges Prozent übrig bleibt, summiert sich dieses Prozent im Laufe der Jahre.

Der Alterungsprozess ist schleichend

Unser Körper verfügt über viele Selbstreinigungs- und -heilungskräfte. Diese sorgen für Entschlackung, für den Abbau von Giften, lassen uns am Ende ziemlich lange ungestört ungesund leben, bis wir die ersten Anzeichen bemerken. Da dies oft erst mit zunehmenden Alter beginnt, werden sie als typische Begleiterscheinungen dieser Lebensphase wahrgenommen. Wer jetzt erst „aufwacht“, hat es zum einen schwerer sein Leben umzustellen und zum anderen haben unsere Heilungskräfte auch an Energie verloren.

Jede einzelne Körperzelle ist auf die ausreichende Zufuhr von Sauerstoff angewiesen – insbesondere auch die Gehirnzellen. Die Bewegung einzelner Muskelgruppen stellt einen optimalen Reiz dar, die Leistungsfähigkeit der Organe und Organsysteme zu entwickeln und zu erhalten. Hier ist besonders das Herz-Kreislaufsystem zu nennen, dessen Aktivierung die Sauerstoffaufnahme des Körpers deutlich erhöht und für eine Aktivierung des Stoffwechsels sorgt.

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Bewegung unterstützt Entsäuerung
Bewegung hilft dem Körper bei seiner Entsäuerung. Das gilt jedoch nur solange wir nicht „blau“, sprich in den anaeroben Bereich gehen. Eine Faustregel besagt, dass wir bei jeglicher sportlichen Bewegung uns noch normal unterhalten sollten. Wir sollten also noch so viel „Luft“ haben, um ein Pläuschchen zu führen. Das ist auch ein gebräuchlicher Indikator, ob wir noch mit Sauerstoffüberschuss (aerob) bewegen.

Bewegung macht auch glücklich und schön
Bei der richtigen Bewegung werden nicht nur die Stresshormone abgebaut, sondern auch Glückshormone (Endorphine) ausgeschüttet. Die Durchblutung wird angeregt, was sich besonders positiv auf das Hautbild auswirkt. Zudem werden Körperenergien in Fluss gebracht, die Energieblockaden auflösen können.
So haben Forscher festgestellt, wer zu Fuß oder mit dem Rad zur Arbeit kommt, ist glücklicher als jene, die täglich mit dem Auto zur Arbeit fahren. Ein angenehmer Nebeneffekt: Sie haben ein um 40% geringeres Risiko für Diabetes, auch die Gefahr von Bluthochdruck sinkt signifikant. Das ergab eine wissenschaftliche Studie aus dem Jahr 2013. Zudem konnten sie sich besser konzentrieren und fühlten sich weniger gestresst – ganz abgesehen davon, dass Bewegung natürlich auch gut für die körperliche Gesundheit ist.

Auch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel macht Menschen zufriedener und gesünder. Zu diesen Ergebnissen kam eine britische Langzeitstudie an fast 18.000 erwachsenen Teilnehmern. Das Gefühl, wertlos zu sein, Traurigkeit, Schlafprobleme und die Angst davor, Problemen nicht gewachsen zu sein, sind nur einige Faktoren, die die Forscher in ihre Analyse mit einbeziehen konnten. Während die meisten Studien zu diesem Thema an Teilnehmern durchgeführt werden, die entweder mit dem Auto oder aber mit einer Alternative zur Arbeit kommen, konzentrierten sich die Forscher nur auf Menschen, die mindestens einmal von einer Fortbewegungsmethode auf die andere umgestiegen waren. So war ein exakter Vergleich möglich.

Am glücklichsten waren diejenigen Teilnehmer, die nicht mehr mit dem Auto zur Arbeit fuhren, sondern stattdessen zu Fuß oder mit dem Fahrrad dorthin gelangten. Überrascht waren die Wissenschaftler darüber, dass auch das Pendeln mit Bus und/oder Bahn die Testpersonen glücklicher machte als Autofahren. Zugverspätungen und überfüllte Abteile sind offenbar weniger stressig, als selbst fahren zu müssen: Offensichtlich geben Bus und Bahn den Menschen Zeit, sich zu entspannen, zu lesen oder soziale Kontakte zu pflegen. „Wenn außerdem noch ein Fußweg zur Haltestelle dazugehört, scheint es die Menschen aufzumuntern“, so einer der Wissenschaftler über das Pendeln.

Dem Vergessen entrissen: Seit 2000 Jahren stehen deutsche Frauen als Mütter, Heldinnen, Künstlerinnen, Philosophinnen und Wissenschaftlerinnen ihren Mann. Ohne ihren Löwenmut und ihre Leidensfähigkeit hätte unser Volk nicht überlebt. Aber anders als in Frankreich, wo jedes Kind wenigstens von Jeanne d’Arc weiß, sind diese Vorbilder bei uns oft nur Experten bekannt. COMPACT-Autor Jan von Flocken setzt mit Deutsche Frauen – Die klügsten und tapfersten aus 2000 Jahren unserer besseren Hälfte ein Denkmal in 22 großen und 21 kleinen Porträts. Hier erhältlich.

 

Nicht nur die Art und Weise, wie sie zur Arbeit kommen, beeinflusst das psychische Wohlbefinden der Menschen, wie die Forscher feststellten. Auch die Zeit, die man für den Weg zur Arbeit benötigt, spielt eine wichtige Rolle. So empfinden Autofahrer ihren Weg zur Arbeit als umso stressiger, je länger sie fahren müssen. Umgekehrt stieg das psychische Wohlbefinden der Teilnehmer, wenn sie eine weitere Strecke zu Fuß zurücklegen mussten. Wenn wir öfter das Auto stehen lassen und stattdessen auf die Öffentlichen oder das Rad umsteigen oder gleich zu Fuß gehen, tun wir also nicht nur etwas für unseren Körper, sondern auch für unsere Seele. Die Wissenschaftler betonen, dass lange Autofahrten besonders schlecht für die seelische und körperliche Gesundheit seien.
Oha. Hier haben wir ein Beispiel für Effizienzumkehr. Denn welchen sinnvolleren Zweck kann unser Tun haben als uns glücklich und zufrieden zu machen? Die dafür mehr gebrauchte Zeit ist am Ende mehr wertvolle Lebenszeit.

Dass man nicht nur körperlich von moderater physischer Betätigung am Arbeitsplatz profitieren kann, zeigten US-Wissenschaftler. Ihrer Studie zufolge erhöhen Bewegungsangebote wie etwa Laufbänder am Arbeitsplatz nicht nur die physische Gesundheit, sondern verbessern auch die Leistungsfähigkeit und das allgemeine seelische Wohlbefinden. Studienteilnehmer, die während der Arbeitszeit aufs Laufband konnten, waren zufriedener mit ihrer Arbeit, motivierter und stressresistenter. Zudem schont regelmäßige Bewegung bei einer sitzenden Tätigkeit die Blutgefäße.

Die Schrittgeschwindigkeit von Gevatter Tod
Vor kurzem veröffentlichten Wissenschaftler einen Bericht, in welchem sie gewissermaßen die Schrittgeschwindigkeit des Sensenmannes berechneten. Dazu maßen die Wissenschaftler die Gehgeschwindigkeit sowie die Sterblichkeitsrate von 1705 Männern im Alter von über 70 Jahren und ermittelten so die Schrittgeschwindigkeit von Gevatter Tod. Die Schätzungen der Wissenschaftler ergaben, dass der Tod durchschnittlich mit einer Geschwindigkeit von 2,9 km/h voranschreitet. Männer, die schneller als 3,2 km/h liefen, zeigten im Vergleich zu langsameren Männern ein geringeres Risiko, innerhalb des Untersuchungszeitraums zu versterben. Erstaunlicherweise waren alle Teilnehmer, die eine Schrittgeschwindigkeit von mindestens 4,8 km/h aufwiesen, auch noch fünf Jahre nach den Messungen am Leben.

Die Forscher folgerten daraus, dass eine schnellere Schrittgeschwindigkeit vor dem vorzeitigen Ableben schütze. Zudem beschlossen die Wissenschaftler, dass eine Schrittgeschwindigkeit von mindestens 4,8 km/h optimal ist, um dem Tod von der Schippe zu springen.

Andere Studien bestätigen die Ergebnisse
Auch andere wissenschaftliche Studien belegten diesen Zusammenhang von Schrittgeschwindigkeit und Sterblichkeitsrate. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2011 wertete beispielsweise die Ergebnisse aus neun unterschiedlichen Studien zu diesem Thema aus. Dabei kam heraus, dass die Überlebensrate mit steigender Geschwindigkeit stieg. Eine weitere Untersuchung fand heraus, dass langsameres Gehen im Zusammenhang mit einem deutlich höheren Risiko eines vorzeitigen Todes stünde. Wieder eine andere Untersuchung ergab, dass eine Schrittgeschwindigkeit von unter einem Meter pro Sekunde als Gradmesser dafür gelten könnte, Individuen mit einem hohen Gesundheitsrisiko zu identifizieren.

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Aktiv und fit im hohen Alter
Wenn man altert, ist es daher von enormer Bedeutung, sich seine Fitness zu erhalten. Es ist sehr wahrscheinlich, dass das Schritttempo ein guter Gradmesser der allgemeinen Fitness darstellt. Es ist daher sehr wichtig, immer in Bewegung zu bleiben, wenn man sich seine Körperkraft, seine Ausdauer und Flexibilität sowie das Balancevermögen erhalten möchte.

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Schwimmen, Spazierengehen, Wandern, Wassergymnastik und Radfahren sind hervorragende Sportarten, die auch einen Nutzen für das Herz-Kreislauf-System haben. Ausgewogenes Krafttraining oder andere Übungen wie beispielsweise Pilates und Tai Chi tragen ebenfalls zur Erhaltung der Fitness bei. Unabhängig davon, für was genau man sich entscheidet, ist es einfach nur wichtig, aktiv zu bleiben, um dem Tod mehr als nur eine Schrittlänge voraus sein zu können.

Bewegung macht beweglich – sowohl in physischer, als auch in psychischer Hinsicht und hält länger jung.

 

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