Der Berliner Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) vermisst bei den Bunten die Zeigefreudigkeit. Nur am Christopher Street-Day die Promenaden gendern? Zu wenig. Um die faulen Einwohner der „Regenbogenhauptstadt Berlin“ zur bunten Selbstdarstellung zu motivieren, greift Behrend auch gerne in den Steuertopf.

    Mit 3000 Euro will Behrendt nämlich den jährlich zu vergebenden Preis für „Lesbische Sichtbarkeit“ dotieren.In diesem Jahr soll’s losgehen. Auch im Haushalt für 2019 ist der Preis bereits eingeplant.

    Der Justizsenator erklärt den Zweck des Preises so: „Lesbisches Leben ist in unserer Gesellschaft noch immer (…) zu wenig sichtbar“. Das gehe in der„Regenbogenhauptstadt Berlin“ freilich nicht. Deshalb wolle er „die Sichtbarkeit lesbischen Lebens entschieden verbessern.“

    Schrill auf sich aufmerksam machen und damit als Wettbewerbskandidaten in Frage kommen – das dürfen Personen, die „sich als lesbisch* definieren und durch ihr Handeln zur Sichtbarkeit von Lesben*, lesbischem* Leben, lesbischer* Kultur oder Geschichte in Berlin beitragen.“

     

    Aber es dürfen sich auch Bewerber beteiligen, die nicht als Frauen geboren wurden, sich aber als solche fühlen und dabei auch noch lesbisch sind. – Das wird schwierig: Denn als gebürtiger Mann frage ich mich: „Okay, ich fühle mich jetzt als Frau und stehe auch auf Frauen. Wenn ich jetzt mit einer Lady auf der Siegessäule vögele, würde die Jury das dann als schrille Lesben-Performance anerkennen?“ Oder heißt es bloß: „Der Typ ist doch nur ein verkapptes Heteroschwein, das sich das Preisgeld erschleichen möchte“?

    Vertrauen wir einfach darauf, dass die „5-köpfige, lesbische* Expert*innen-Jury“ sich auf dem neuesten Stand der Queer-Theorie befindet.

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