Der Mietenwahnsinn hat das Stadium der Existenzvernichtung erreicht: Berliner Job-Center können den Mietenwahnsinn kaum mehr bezahlen. Was dann folgt, hat das Beispiel der Stadt Westerburg kürzlich gezeigt.

    Die Mietenexplosion hat den Wohnungsgesellschaften inzwischen fast unbegrenzte Macht beschert. Wer in Berlin eine Wohnung sucht, und sei es nur ein überteuertes Rattenloch, muss inzwischen oft Bewerbungen schreiben, hat unzählige Konkurrenzten – wie beim Rattenrennen um den Job. Vor allem sollte der Bewerber kein Freiberufler sein; in Zeiten sinkender Festanstellungen ist das dem Vermieter zu unsicher. Zur Info: Früher reichten für Freiberufler meist Einkommensnachweise der letzten drei Monate…

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    Man braucht keine Begabung zur Prognose, um zu wissen: Dieser Wahnsinn geht auf Kosten der finanziell Schwachen. Die Allerschwächsten hat es bereits erreicht: In der Stadt Westerburg (Westerwald) schob das Amt einen 84-jährigen Sozialrenter zur Miete in einen Wohnwagen auf einem Campingplatz ab. Obwohl gehbehindert, muss er selbst im kalten Winter für Wasser, Dusche und Toilette den gesamten Campingplatz überqueren. Und er ist nicht der einzige: 30 Job-Center-Opfer müssen dort vegetieren (COMPACT-Online berichtete). Interessierte aber kaum jemanden.

    Jetzt ist der Horror in der rot-rot-grünen Hauptstadt angekommen. Laut deren Tageszeitung B.Z. kann das Job-Center die 85.000 Wohnungen der Hartz-IV-Sklaven kaum mehr bezahlen. Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke, was sonst?) bestätigt, dass die Mieten für neubezogene Wohnungen leider schneller steigen als die Job-Center-Zuschüsse. (An wem das wohl liegen mag?) Breitenbach zur B.Z.: „Die Mieten galoppieren uns davon.“

    In solcher Notsituation greifen auch „Linke“ gern zu neoliberalen Konzepten: Die Mieter sollen die Mieten künftig eigenverantwortlich, das heißt aus dem Hartz-Grundsicherungssatz bezahlen, dessen gigantisches Ausmaß legendär ist. Der Vorschlag ist so zynisch, dass er von Christian Lindner (FDP) hätte stammen können. Denn dass die Mieten für Bedürftige damit schlicht unbezahlbar werden, gibt selbst die linke Sozialsenatorin zu. Jetzt dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis das Stichwort „Campingplatz“ fällt…

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    Tatsächlich gab es einen ähnlichen Begriff bereits in der Weimarer Republik. Ein Film entstand zu diesem Thema: „Kuhle Wampe oder Wem gehört die Welt“ (1932) von Bertolt Brecht und Slatan Dudow. Der erzählt über die Berliner Familie Boehnke, die aufgrund ihrer Arbeitslosigkeit die Wohnung verlassen und in die Zeltsiedlung „Kuhle Wampe“ am Müggelsee ziehen muss. Mit 70 Minuten Länge ein geeigneter Wochenendfilm.  Auch „Neulinken“ sei das Werk angeraten: Als Lehrfilm darüber, was Linke einmal wirklich waren. Wiederentdeckung eines Filmklassikers aus aktuellem Anlass könnte man sagen:

    https://www.youtube.com/watch?v=p8Kc2ez_5e4

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