In Barcelona sind die Proteste gegen die Verurteilung mehrerer Anführer des katalanischen Unabhängigkeitsreferendums vom 1. Oktober 2017 auch gestern wieder in schwere und fast bürgerkriegsähnliche Gewalt umgeschlagen.

    Selbst der katalanische Innenminister Miquel Buch als Vertreter der separatistischen Regionalregierung sagte dem TV-Sender La Sexta in der Nacht zum Samstag, „eine solche extreme Gewalt“ habe es in Katalonien „noch nie gegeben“. „Das sind natürlich keine Separatisten, das sind Gewalttätige“, die es aber nicht schaffen würden, die Befürworter der Unabhängigkeit „zu besudeln“, äußerte er weiter.

     Linke Gewalttäter regieren die Straße

    Die katalanische Hauptstadt erlebt damit die fünfte Gewaltnacht in Folge. Wie die Tageszeitung Die Welt berichtete, errichteten „vermummte und dunkel gekleidete Antifa-Aktivisten“ brennende Barrikaden, rissen Verkehrsschilder aus, setzten Müllcontainer in Brand und bewarfen Polizisten mit Steinen und anderen Gegenständen.

    Der separatistische Regionalpräsident Quim Torra hatte die Gewalt in der Nacht zum Donnerstag erstmals kritisiert. „Das muss sofort aufhören. Es gibt weder einen Grund oder eine Rechtfertigung dafür, Autos in Brand zu stecken, noch für andere vandalische Aktionen“, sagte er in einer vom Fernsehen übertragenen Erklärung.

    Offensichtlich hat die sezessionistische Regionalregierung den gewaltbereiten linksextremistischen Flügel der eigenen Bewegung aber nicht einmal mehr ansatzweise unter Kontrolle.

    Immer mehr Bürger verlassen die Stadt

    Schon in den vergangenen Monaten hatte Barcelona als Spaniens Hauptstadt der Kriminalität für viele Schlagzeilen gesorgt. Das ganze Land stand unter Schock, als Ende Juni der südkoreanischen Vizekultusministerin, die zu einem offiziellen Besuch in Barcelona eingetroffen war, bei einem Raubüberfall die Handtasche von einem Motorradfahrer weggerissen wurde und diese dadurch so schwer stürzte, dass sie drei Tage später im Krankenhaus starb. Solche Meldungen häufen sich in letzter Zeit, auch wenn die meisten Vorfälle zum Glück weniger tragisch ausgehen als der Überfall auf die Asiatin.

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    Allein von Ende Juni, als der Überfall auf die Koreanerin stattfand, bis Mitte August wurden in einem Zeitraum von nur sechseinhalb Wochen acht Morde registriert, im Vorjahr zählte man insgesamt zehn. Schon 2018 stiegen die angezeigten Straftaten in der katalanischen Metropole im Vorjahresvergleich um 17,2 Prozent, im ersten Quartal dieses Jahres kletterten die erfassten Delikte nochmals um 12,2 Prozent.

    Mittlerweile führt Barcelona die nationale Kriminalitätsstatistik klar an. Hier wurden im vergangenen Jahr im Landesdurchschnitt 46 Straftaten pro 1.000 Einwohner gezählt, in Madrid waren es 75 und in Barcelona 121.Die Lage wird von vielen Bewohnern als so schlimm empfunden, dass sie der Stadt den Rücken kehren.

    Viele Bürger geben Barcelonas Bürgermeisterin Ada Colau, die der extrem linken Initiative Barcelona en Comú angehört, eine Mitverantwortung für die zunehmend aus dem Ruder laufenden Verhältnisse. Colau machte sich einen Namen, weil sie ab 2006 in der „Bewegung für ein würdiges Wohnen in Spanien“ (Movimiento por una vivienda digna en España) aktiv wurde, die gegen Wohnungsknappheit und ständig steigende Immobilienpreise protestierte. Außerdem war sie bei der Hausbesetzerbewegung okupa aktiv. Ihre Kritiker werfen ihr vor, zu nachsichtig auf die Kriminellen zu reagieren, die sich in immer mehr Stadtvierteln Barcelonas ausbreiten.

    Wie sich die jüngsten Gewaltexzesse auf das Ergebnis der spanischen Parlamentswahlen auswirken werden, die am 10. November stattfinden, lässt sich nur schwer vorhersagen. Die konservative spanische Volkspartei PP, die patriotische Vox und die liberalen Ciudadanos treten dafür ein, Katalonien erneut unter die Zwangsverwaltung des Zentralstaates zu stellen.

     

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