„Babylon Berlin“ – COMPACT-Geschichte als Begleitbuch, dann macht die Serie noch mehr Freude

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Viele von Ihnen haben sicherlich die Serie „Babylon Berlin“ gesehen und genossen – oben die Hauptdarstellerin Liv Liesa Fries. Ich als vielbeschäftigter Chefredakteur bin leider etwas hintendran und erst in der Mitte der zweiten Staffel angelangt.

Mit Verspätung aber dennoch großer Freude habe ich festgestellt, dass „Babylon Berlin“ von COMPACT publizistisch begleitet worden ist – unsere aktuelle Ausgabe COMPACT-Geschichte „Versailler Vertrag – Der Pakt, der Hitler an die Macht brachte“ liest sich wie das Begleitheft zu dieser Fernsehserie: Eben dieser Versailler Vertrag bildet nämlich den geschichtlichen Hintergrund zu „Babylon Berlin“. Die packende Kriminalgeschichte ist nur auf dem Hintergrund des Diktats der Siegermächte denkbar: Deutschland wurde mit strengen Rüstungsauflagen belegt, während die Westmächte ungeniert weiter aufrüsteten. In dieser Situation fanden Berlin und Moskau zusammen: Es begann eine geheime Rüstungszusammenarbeit zwischen der eigentlich streng antikommunistischen Reichswehr und den Bolschewisten im Kreml. Die Deutschen lieferten Know How für Stalins Armee – und bekamen im Gegenzug die Möglichkeit, vom Versailler Vertrag verbotene Waffensysteme auf sowjetischem Territorium auszuprobieren.

In „Babylon Berlin“ läuft ein sowjetischer C-Waffen-Zug in der deutschen Hauptstadt ein – und es beginnt ein blutiger Kampf um dessen Besitz zwischen Stalins Geheimdienst und Reichswehrleuten auf der einen Seite – und der sozialdemokratischen Polizei Berlins und Trotzkisten auf der anderen. Veritable Querfronten eben, die in COMPACT-Geschichte zum Versailler Vertrag am Beispiel des Kapp-Putsches ausgeleuchtet werden: Auch damals bündelten die putschenden Militärs mit Moskau, um den Versailler Vertrag auszuhebeln. Ein englischer Geheimdienstler vereitelte den Umsturz – und damit das eurasische Bündnis gegen das weltumspannende Empire.

Wer den politischen Hintergrund von „Babylon Berlin“ verstehen will, kommt um COMPACT-Geschichte „Versailler Vertrag. Der Pakt, der Hitler an die Macht brachte“ nicht herum. Die reich illustrierte Schmuckausgabe ist so spannend wie die Krimi-Reihe und vermittelt die – im Film manchmal verwirrenden – historischen Fakten auf verständliche Weise.

Als Lektüre in der ruhigen Zeit „zwischen den Jahren“ empfehle ich Ihnen aber nicht nur diese Ausgabe (hier bestellen), sondern die Reihe COMPACT-Geschichte insgesamt, im Abonnement. Dann bezahlen Sie, anders als bei der Einzelbestellung, kein Porto und erhalten noch ein Abo-Geschenk dazu, etwa COMPACT-Spezial „Klimawandel – Fakten gegen Hysterie“.

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Sie können das Abo von COMPACT-Geschichte mit der aktuellen Ausgabe zum Versailler Vertrag beginnen – dann wartet Ende Februar schon die nächste Nummer „Deutsche Frauen. Die Besten aus 2000 Jahren“ auf Sie (von Thusnelda bis Leni Riefenstahl). Oder Sie können das Abo auch rückwirkend beginnen lassen, dann erhalten Sie die wunderbaren vorherigen Ausgaben dazu: „1000 Jahre Deutsches Reich“, „Deutsche Helden“, „Mythisches Deutschland“ und „Der Krieg, der viele Väter hatte“.

COMPACT-Geschichte gibt es im Inlandsabo schon für 26,40 Euro pro Jahr (drei Ausgaben).

Über den Autor

Jürgen Elsässer

Jürgen Elsässer, Jahrgang 1957, arbeitete seit Mitte der neunziger Jahre vorwiegend für linke Medien wie Junge Welt, Konkret, Freitag, Neues Deutschland. Nachdem dort das Meinungsklima immer restriktiver wurde, ging er unabhängige Wege. Heute ist er Chefredakteur von COMPACT-Magazin. Alle Onlineartikel des Autors

9 Kommentare

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    Auch in dieser Serie werden die üblichen Klischees transportiert.

    1. Der böse Russe, der Giftgas nach Deutschland bringt und geltende Verträge verletzt.

    2. Diese illegalen Geschäfte werden mit Gold getätigt, um es als Zahlungsmittel zu diskreditieren und in den Kontext des Illegalen zu setzen.

    3. Die aufrechten Sozialdemokraten, die als Opfer von rechten Sturmtruppen dargestellt werden. Die Sozialdemokraten werden sogar von der NSDAP missbraucht, die eine False-Flag-Operation gegen die aufrechten Demokraten der Weimarer Republik durchführen. Besonders infam, ist die Kombination mit der Liebe einer naiven Deutschen zu einem Sozialdemokraten.

    4. Das Recht eines souveränen Staates seine eigene Landesverteidigung zu organisieren, wird kritiklos als illegitim kolportiert.

    5. Das Märchen der gerechten Leistungsgesellschaft in Kombination mit Feminismus. Die weibliche Protagonistin schafft es mit Ausdauer und Beharrlichkeit als erste Frau in Berlin zur Kripo zu kommen.

    Mir gefällt die Serie zwar auch. Aber es wird dort eben auch der aktuelle Zeitgeist sehr gewitzt ins Unterbewusstsein transportiert.

    Viele Grüsse,

    HvH

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    "Babylon Berlin" reiht sich in die antideutschen Filmproduktionen ein. Sex und Gewalt. Total übertrieben. Am Schluss der böse Deutsche gegen den Heldendemokraten…

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      Das sehe ich ganz ähnlich. Die richtig Bösen sind natürlich die Nazis und die Kommunisten.

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    Mchael Theren am

    da ich über kein TV Gerät verfüge und mir moderne BRD Produktionen auch kaum kaufe, kann ich mich natürlich nicht qualifiziert zur künstlerischen Qualität der Serie äußern, allerdings habe ich zumindest einen der Romane gelesen; dieser war nicht schlecht, strotze aber vor historischen Plattheiten und den üblichen schwarz-weiß Mainstreamunterstellungen….

    Historisch bleibt festzustellen, das (wie Borchardts Buch gerade ausweist) Berlin durchaus auch vor dem Krieg "sinnenfroh" gewesen ist (aber freiwillig), was danach kam, mag den einen oder anderen Ansprechen ist aber eine menschliche Katastrophe, wie in diesen Jahren üblich, Versailles-bedingt.

    Nach der Revolution und den Bürgerkriegen kamen Flüchtlinge aus Ost- und Südosteuropa in Massen in die Stadt, wie es so ist übernahmen sie sehr schnell den Bereich der organisierten Kriminalität, etablierten unter den verarmten deutschen Mädchen eine sehr üble Form von Prostitution und den damals neuen Drogenmarkt (verboten erst 1926), die Kriminalität und insbesondere die damit verbundenen für deutsche Luden ungewöhnlichen Grausamkeiten, samt der Erniedrigung zum Puff Europas geworden zu sein, trugen wiederum ihren Teil zum Aufstieg des NS bei….

    Diesen Kontext sollte man bei aller möglichen cineastischen Glorifizierung nicht vergessen.

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      Mchael Theren am

      oder um es metapolitisch zu betrachten, "Babylon Berlin" ist die denkbetreute Begleitung für das heutige Berlin in den Händen orientalischer Clans, rechter Spinner und unfähiger Demokraten; nach dem Motto, es war ja schon immer so, ist also alles in Ordnung, sprich normal.

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    Anstatt für TV-Serien auch noch Reklame zu machen, sollte Compact für die völlige Abschaltung der TVs eintreten. Schließlich ist es DAS Propagandamittel der politischen Hauptstroms, auch als solches entwickelt worden. (Vom ReichsPROPAGANDAminister.)
    Ihr Compact-Heft läßt sich doch besser bewerben, indem man sagt, daß es das Wichtigste zum Thema vermittelt ohne sich die teuren dicken Wälzer zeitgeschichtlicher Proffesoren durchzulesen und deren Vorlesungen aus dem Netz zu ziehen.
    Eine TV-Abschaltung würde den Menschen nicht nur Lebenszeit schenken, die sie jetzt vor der Glotze verschwenden, sondern auch bewirken, daß sie eher nach ihrer Veranlagung leben und nicht Lerchen zu Eulen umerziehen, sodaß diese krank werden.

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      heidi heidegger am

      ämm, deshalb möchte ich bitte, dass du ne weste anziehst, dann den tv entstöpselst und unter der weste versteckst, auf den balkon gehst und schreist: "ich bin stinksauer und ertrage es nicht mehr!", dann den tv auf die strasse wirfst (tv-barrikade türmt sich auf, wenn die nachbarn mitmachen unn dat), dann zurück vor den ganzkörperspiegel gehst, die weste ausziehst und mir (darauf) antwortest: "wot do you see, girl?, häh?"..sorry, der RobertMitchum ging in und mit mimimir etwas durch, hihi.

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    heidi heidegger am

    d-d-der mund-das kinn-der unterkiefer-das herzige knubbelnäschen..bitte gib zu, dass die Fries Dich abhielt vom äh *gesamte serie schnell wegkuckään* unn dat, hihi.

    zacknweg

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      heidi heidegger am

      OT: @antif, Du musst nun ganz stark sein (und kannst Du mir evtl. quartier gebään in Deinem äh "Görlitz"?, denn Offenbach+Wiesbaden sind nun das allerletzte), als w-nachtsgeschenk haben die Hessen das hier:

      >>..Tarek Al-Wazir wird Superminister. Der stellvertretende Ministerpräsident ist seit fünf Jahren für Wirtschaft, Energie und Verkehr zuständig. Jetzt wandert auch noch die Wohnungspolitik von Priska Hinz in sein Ressort. Umfragen zufolge ist der 47-jährige Offenbacher Hessens beliebtester Politiker. Der Sohn einer deutschen Lehrerin und eines Jemeniten mit dem Doppelpass ist Vollblutpolitiker. Er trat 1989 bei den Grünen ein, blieb lange Stadtverordneter, auch nachdem er 24-jährig in den Landtag eingezogen war. Al-Wazir ist Diplom-Politologe und zweifacher Vater. Wohnt mit seiner Familie im Offenbacher Stadtteil Rumpenheim, der von Fluglärm stark betroffen ist…<<fr.de (olles spd-fänzine-wat-die rundschau-iss)

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