Editorial von Jürgen Elsässer aus der druckfrischen COMPACT-Märzausgabe. Jetzt am Kiosk und im COMPACT-Shop.

    Die SPD hat die deutsche Sprache bereichert. Über Nacht ist «schulzen» zum Synonym für lügen geworden, und traditionelle Sprichwörter wurden entsprechend angepasst: «Da hat er uns einen dicken Schulz aufgebunden» oder «Der schulzt, bis sich die Balken biegen» oder auch «Wer einmal schulzt, dem glaubt man nicht».


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    Die Münchhausiade des gewesenen SPD-Vorsitzenden – nach der Wahl einen neuerlichen Eintritt in ein Merkel-Kabinett strikt abzulehnen und sich dann in das lukrative Außenamt der GroKo drängeln zu wollen – findet freilich ihresgleichen in den Wendungen der Kanzlerin. Die hatte nämlich nach dem 24. September 2017 im Brustton der Überzeugung verkündet, die Sozialdemokraten seien «nicht regierungsfähig» – aber schmiss sich doch den roten Strolchen an den Hals, um die eigene Macht zu sichern. «Merkel schenkt der SPD die Regierung», titelte die Bild-Zeitung zu Recht. Trotzdem wird niemand vergessen, dass es die Springer-Presse war, die sich zum Propagandainstrument des «Refugees-Welcome»-Kurses der Rautenfrau gemacht hat – und auch bis zuletzt für das schwarzrote Bündnis warb.

    Die Sozen haben so viele Ministerien bekommen wie 2005 – damals aber lagen die Genossen mit 33 Prozent fast gleichauf, diesmal mit 20 Prozent weit abgeschlagen. Hinterher höhnte Lars Klingbeil, der Generalsekretär der SPD: «Einen Tag länger, und sie hätten uns das Kanzleramt auch noch übergeben.» Doch das ist eine Übertreibung: Diese Frau hat Wolfgang Schäuble, Thomas de Maizière und einen Gutteil
    ihrer Wähler verkauft und würde im Falle eines Falles sicher auch ihren Gespons Joachim Sauer in Zahlung geben – aber ihre eigene Position ist ihr Sanktuarium, dafür geht Lady Macbeth über Leichen.

    Während Schulz seine schamlose Postengeilheit den Kopf gekostet hat, muss die CDU-Vorsitzende nicht um ihre Ämter fürchten. Sie profitiert davon, dass sie in Partei und Staat tatsächlich eine «Monarchie» errichtet hat, wie nun auch Jens Spahn erkannte: Am Hof der Sonnenkönigin wird kein Widerspruch geduldet. Der Unmut in den Reihen der Christdemokraten mag stärker geworden sein, doch die Kanzlerin wird im Bundestag gewählt – und da kann sie auf die Zustimmung auch der Wadenbeißer setzen, weil die im Falle von Neuwahlen ihre fetten Diäten verlieren würden.


    Das war ein Textauszug. Das komplette Editorial finden Sie in COMPACT Patriot Putin – Partner für Europa. Jetzt am Kiosk und im COMPACT-Shop.

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