Endlich, endlich: Heute stellte Sahra Wagenknecht die programmatischen Umrisse ihrer Bewegung #Aufstehen vor. Und konnte weitere B-Promis präsentieren, die die Sammlungsbewegung unterstützen, allerdings nur zwei halbwegs bekannte: den Grünen Ludger Volmer, der mir in sehr unangenhmer Erinnerung ist, weil er sich in den 1990er Jahren immer als Oberpazifist wichtig machte – aber 1999 seinen Außenminister Joschka Fischer doch beim Bombardieren Jugoslawiens unterstützte. Und Simone Lange, die SPD-Oberbürgermeisterin von Flensburg, die voll Stolz verkündete, dass AfD-Infostände in ihrer Stadt keine Chance hätten. Dazu passt, dass Wagenknecht selbst zu Chemnitz vor allem Hitlergruß etc. einfiel – kein Wort zu Daniel und den anderen Opfern der offenen Grenzen.

    #Aufstehen bleibt am Ende eine relativ biedere altlinke Veranstaltung, die sich von neulinks immerhin dadurch unterscheidet, dass die ökonomischen Fragen im Mittelpunkt stehen – und nicht Minderheiten-Lifestyle-Schnullipulli. Aber genau das, was Wagenknecht in den letzten zwei Jahren Sympathien im Volk gebracht hat, nämlich ihre Hinweise auf die nationale Frage (“Wer das Gastrecht missbraucht, hat das Gastrecht verwirkt”) ist in den Hintergrund getreten. Die Bewegung will die Unzufriedenen sammeln, aus jedem Dorf ein Hund – und die Unverträglichkeiten in der Programmatik soll die Software Pol.is überbrücken, mittels derer die Spät-#Aufsteher gemeinsam an den endgültigen Formulierungen arbeiten können. Klingt sehr nach Piratenpartei, oder?

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    Eine ausführliche Analyse des neuen Wagenknecht-Projektes lesen Sie in COMPACT 9/2018: “Que sera, Sahra? Wagenknechts Sackgasse”, von Martin Müller-Mertens.

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