In der Migrationsfrage hat sich Italiens Innenminister die internationale Asyl-Lobby zum Feind gemacht. Nun legt er sich auch mit der Finanz-Lobby an: Er will die Banco d’Italia entmachten und spielt mit der Idee, die nationalen Goldreserven beschlagnahmen zu lassen.

    Das hoch verschuldete Italien verfügt mit 2451,8 Tonnen nach den USA und der Bundesrepublik Deutschland über die drittgrößten Goldreserven der Welt. Diese lagern aber zum Teil im Ausland, etwa in den Tresoren der US-Notenbank Federal Reserve in New York oder bei der Bank of England in London. Doch auch auf die bei der eigenen Zentralbank, der Banco d’Italia, gelagerten Bestände hat die Staatsführung keinen direkten Zugriff. Das zeigte sich schon vor einiger Zeit bei den Plänen Roms, Teile der Goldreserven zum Abbau von Schulden zu verkaufen. Die scheiterten am Einspruch von EU-Behörden, weil diese dadurch die Unabhängigkeit der Notenbank gefährdet sahen.

    Italiens Innenminister Matteo Salvini, dessen Lega zuletzt gestärkt aus der Regionalwahl in den Abruzzen hervorging, ist offenbar bereit, sich über solche Bedenken hinwegzusetzen. „Das ist keine Angelegenheit, die ich verfolge, aber es könnte eine interessante Idee sein“, gab Salvini gegenüber Medienvertretern in Rom zu Protokoll, nachdem er gefragt wurde, ob Verkauf von staatlichen Goldreserven eine geeignete Option zum Stopfen von Haushaltslöchern wäre. Die Frage war aufgekommen, nachdem die Zeitung La Stampa berichtet hatte, dass die italienische Regierung so etwas erwäge, um ihre umstrittenen Haushaltspläne realisieren zu können. Diese werden von der EU bemängelt, da das Defizitziel verfehlt wird.

    Banco d’Italia „ausräumen“

    Doch damit nicht genug: Salvini griff die italienische Notenbank laut Financial Times direkt an und meinte, man müsste die Banco d’Italia, ebenso wie die Consob, die Börsenaufsicht des Landes, „null reduzieren“. Andere Medien schreiben, der Lega-Politiker habe gefordert, die Zentralbank „auszuräumen“. Der Innenminister fordert, so die Financial Times, dass „Betrüger“, die italienischen Sparern Verluste zugefügt hätten, „lange Zeit im Gefängnis landen“ sollten.

    Hintergrund dieser Äußerungen ist der Skandal um die Bank Popolare di Vicenza und die Veneto Banca, die 2017 in Konkurs gingen. Die Vermögenswerte der Institute wurden seinerzeit an den Konkurrenten Intesa Sanpaolo veräußert – zu einem symbolischen Wert von einem Euro. Die Spitze der italienischen Zentralbank segnete die Transaktion damals ab und zockte damit geradezu mit dem Geld von Kleinanlegern. Wegen der Aktion werden demnächst drei von fünf Aufsichtsräten der Banco d’Italia zurücktreten. Salvini und sein Ministerkollege Luigi Di Maio von der Fünf-Sterne-Bewegung haben jedoch dafür gesorgt, dass 1,5 Milliarden Euro zurückgelegt werden, um das Geld der Sparer zu schützen. Dies wird wiederum von der EU-Kommission gerügt, die dadurch geltende Regeln verletzt sieht.

    Mit Salvinis Ankündigung, die Zentralbanker stärker an die Kandare zu nehmen beziehungsweise die Banco d’Italia möglicherweise sogar einzustampfen, hat sich die Auseinandersetzung zwischen der Finanz-Lobby und der Regierung in Rom weiter verschärft.

    Die Machenschaften der Zentralbanken und der Finanz-Mächte hinter den ihnen – die alten Dynastien der Rockefellers und Rothschilds, JP Morgan und Goldman Sachs und andere – ist Thema der aktuellen COMPACT-Spezial „Finanz-Mächte. Kriminalgeschichte des Großen Geldes“. Mit diesem Standardwerk haben Sie einen Schlüssel auch zum Verständnis der aktuellen Krisen.

    Ein Inhaltsüberblick:

    Dunkle Dynastien
    Fugger, Rothschild und Rockefeller

    Diskrete Clubs
    Freimaurer, Illuminaten und Bilderberger

    US-Notenbank
    Papiergeld, Imperialismus und Krieg

    Blut-Banker
    JP Morgan, Goldman Sachs und die EZB

    Heuschrecken
    George Soros, BlackRock und andere Hedgefonds

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    20 Kommentare

    1. Die jeweilige Regierung eines Volkes hat das letzte Wort über das Vermögen des Volkes und gibt das Geld heraus, fells dieses geldwirtschaft hat. So war das schon bei den alten Pharaonen. Banken sind erst gegen Ende des Mittelalters entstanden, jeden Menschen möglichst zu Bankkunden zu machen, gibt es erst seit gut 40 Jahren und die Ausgabe des Geldes vom Staat auf Banken zu übertragen (Zentralbanken, FED) seit gut 100. Damit stehen 100, bzw. 500 Jahre 7000 Jahren Menschheitsgeschichte gegenüber.
      In Italen sind seinerzeit (15./16.Jh.) die Banken entstanden, (hat angebl. Marco Polo nach seinen China-Aufendhalten das Papiergeld schmackhaft gemacht) wurden nun in ihrer heutigen Machtkonzentration als antidemokratisches (kein Mensch wählt Banker!) Sabotageelement der Demokratie von Italien erkannt und Salvini möchte am Liebsten den Fehler der damaligen norditalienischen Stadtstaaten rückgängig machen!
      Richtig, die Einsicht – aber alle, die bequem davon gut leben sind dagegen! Dabei hätten wir ein weiteres Problem los, wenn alle Banker zu Fachkräften umgeschult würden!

    2. Na zum Glück sind die Italiener nicht so zimperlich

      Wenn sie merken dass man mit leeren Versprechungen keinen Lebensunterhalt bezahlen kann…wird dieser Clown schnell wieder verschwinden

      Hoffen wir für Italien dass ihm keine Zeit bleibt die Staatskasse zu verbrassen

      • Auch Ihnen empfehle ich, Herrn Prof. Dr. Heiner Flassbeck ( Ökonom )im Internet zuzuhören, damit Sie wissen, wer die EU in diese Situation gebracht hat und vor allem Frankreich und Italien.
        Nämlich Deutschland.
        Hören und lernen Sie.

    3. Wenn die Lega wirklich die Zentralbank ausräumt und die 2451,8 Tonnen Gold auf den Markt schmeißt, sehe ich ein neues goldenes Zeitalter der Nekropolenkultur aufziehen. Jeder mittelständische Unternehmer wird sich eine Goldmaske für seinen Sarkophag aus Carrara-Marmor als besonderes Schmuckstück in seiner Mastaba zulegen. Der Goldüberzug meiner Pyramide auf dem Süllberg soll bis Cuxhafen strahlen und die Elblotsen überflüssig machen!

      • heidi heidegger an

        *grrmpff* Königswasser, baby! Flockys *Dankbarkeit am Been* ist noch stärker als K.wasser und auflöst Pyramiden mitoderohne Gold widde-wills, ey! in 2020, yo!

        • heidi heidegger an

          uhund 20 Jahre später/mann hats zu was gebracht und braucht (hihi):

          [ Gerhard Polt: Beim Titelhändler … & Die Adoptionsgebühr ]

        • heidi heidegger an

          deine Archtiktektin, Gabi! sie bekam in 2010 den Günter Fack äh Strack-Preis vom Studio Hamburg. magst dazu was schreiben, häh? ;-)

        • heidi heidegger an

          OT: ah*! und mein englisch-vastehender aufmerksamer @Soki..geh’-komm, d e n-grüss’-ich-so! jeder Foristenfilosof ist (auch) ein Mensch und S. ist ein Forist, also ist S. ein Menschenfilosof. :-)

    4. Direkter Demokrat an

      Echte Staaten haben keine ‘unabhängige Notenbank’, denn echte Staaten haben die Kontrolle über ihr Geld. Die Firmenkonstukte, die die EU bilden, werden dagegen von den privaten Notenbanken kontrolliert. Dieses System ist u.a. dafür verantwortlich, dass es in der BRiD Hartz IV gibt und die Infrastruktur langsam verfällt.

      • Das ganze EU-und €-Kartell wurde doch nur durch und für das Establishment und die Finanzoligarchen geschaffen.
        Das was wir hier haben,incl. Globalisierung,ist die größte Mafiöse Struktur der Welt.
        Und jeder weiß,was mit jemandem passiert,der bei der Mafia aussteigt.
        Wir sehen jetzt,wie GB aus dieser Mafia aussteigen will,und wie diese Mafia darauf antwortet.
        Leider gibt es keinen so großen Betonklotz für GB.

    5. Möchte an dieser Stelle das COMPACT-Sonderheft empfehlen. Es gibt einen guten Überblick. Und es zeigt z.B., daß die Superreichen praktisch durchweg Kriegs- und Krisen- und Spekulations-Gewinnler sind.

      Viele fragen sich: was bringt jemanden dazu, Milliarden und noch mehr Milliarden anzuhäufen? Klar ist, daß er diese Gelder niemals in Konsum stecken kann. Bleibt also nur eine Antwort: er will Macht ausüben. Und genau das geschieht in der realen Welt. Ein Multimilliardär kann kein lupenreiner Humanist sein, sondern er ist in erster Linie ein machtbewußter Egoist! Namen brauche ich hier sicher keine zu nennen.

    6. Da ist Mal einer der nicht nur politisch daherredet, er handelt auch noch und zwar für sein Volk.

    7. Salvini, Lavini, Schlumpfinie, ….. bei unwichtigen italienischen Politikern merkt man sich nicht den Namen… die Halbwertzeit von durchschnittlich einem Jahr ist viel zu gering. ₩ $…

      • Jeder hasst die Antifa an

        Deine Halbwertszeit auf diesen Seiten von Compact wird wohl auch sehr gering sein.

      • HERBERT WEISS an

        Das mag für den Durchschnitt gelten, du Schlaumeier. Fakt ist – Salvini tut etwas für sein Land, im Unterschied zu den vielen Nullen und Dummschwätzern, die bisher dort ihr Unwesen trieben. Und deshalb wünsche ich ihm viel Erfolg!

    8. Herr Salvini wird feststellen, dass weder bei der FED oder der Bank of England noch die Menge an Gold in physischer Form da ist.

      • Direkter Demokrat an

        Das Gold ist schon da, nur nicht an dem Ort, wo es sein soll. Die kartellbesitzenden NWOler haben es sich unter den Nagel gerissen, wie sie auch das deutsche Gold rechtswidrig gestohlen haben.

      • Stark zu befürchten !
        Dominique Strauss-Kahn – kann da Vergewaltigungsvorwürfe von singen.