Auf der Suche nach der verlorenen Frechheit

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Wo sind die Zeiten geblieben, wo man noch hart diskutieren, den Gegner herausfordern und notfalls auch mal eine provokante Pointe oder einen schlechten Witz über den Anderen manchen durfte? Aus und vorbei? Wir verkommen zu einer hysterisch plärrenden Gesellschaft von beleidigten Weicheiern, die sich wegen jeder Kleinigkeit ungerecht behandelt fühlen und reflexartig überall „Diskriminierung“ orten. Beispiele gefällig?

_von Felix Baumgartner

Schwulenfeindlicher Dieter Bohlen

Alfons Haider, den ich persönlich kennenlernen durfte und ihn auch sehr schätze, mokierte sich kürzlich über eine Aussage von Pop-Titan Dieter Bohlen. Der DSDS-Juror, bekannt für seine direkte Art und seine kreativ formulierten Beleidigungen, ist nach Meinung von Alfons Haider zu weit gegangen. In der letzten Folge der Casting-Show beschrieb Bohlen die Gesangskünste eines Kandidaten mit: „Ich fühle mich gerade wie eine Kerze im Hintern von Elton John! Ich bin dahingeschmolzen.“

Alfons Haider glaubte, sich in diesem Moment verhört zu haben. Seine Fassungslosigkeit über diese angeblich „schwulenfeindliche“ Aussage teilte er danach auf Facebook und stellte in seinem Posting die Frage: „Herr Bohlen (…) sind Sie dumm oder einfach ein Arschloch?“

Rassistischer Markus Lanz

Elyas M’Barek, einer der beliebtesten deutschen Schauspieler, warf Moderator Markus Lanz vor kurzem in einem Interview Rassismus vor. Bei einem längst vergangenen Gespräch während der Sendung Wetten, dass? 2013 fragte der Moderator Elias M’Barek, ob er wirklich römisch-katholisch sei und wie es sein könne, dass er kein Wort Arabisch spreche. Er habe doch einen tunesischen Vater. Das ist Rassismus – findet M’Barek. Einmal begonnen, geht es dann auch munter weiter. In einem weiteren Interview beschwerte er sich, dass er wegen seines Nachnamens einst keine Wohnung bekommen hatte oder dem Club P1 in München fernbleiben musste. Den Gipfel der M’Barek’schen Empörung gab es dann bei einer Laudatio, die Jana Pallaske vor der Überreichung der Goldenen Henne für Herrn M’Barek hielt. Sie habe seinen Nachnamen am Anfang komisch gefunden, sagte sie damals. Witzig fand der Schauspieler Elyas M’Barek das allerdings nicht. Schließlich habe er wegen seines Nachnamens in der Vergangenheit Nachteile gehabt. An dieser Stelle sei die Frage erlaubt, wer von uns hatte in seiner Vergangenheit keine Nachteile? Egal wegen was, so ist halt das Leben. Aber nicht nur Schauspieler und Künstler beschweren sich, nein auch Magazine wie der Stern.

Talk-Show-Provokateur der alten Schule: Klaus Kinski. Bild: Hans Georg Pfannmüller [CC BY-SA 3.0 de (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)]

Frauenfeindlicher „Wetten, dass?“- Moderator

Und wieder einmal war es Markus Lanz, der in einer Wetten, dass?-Sendung über die Stränge schlug. Eine Gruppe von 16-jährigen Cheerleadern wettete, fliegend zehn Kleidungsstücke in fünf Meter Höhe auf einer Wäscheleine aufhängen zu können. Den Teenies gelang ihr Kunststück, und Lanz fügte an: „Wenn ihr richtig gut seid, werdet ihr da oben auch noch bügeln.“ Frauenfeindlicher und sexistischer geht’s nicht mehr. Böser, böser Lanz.

Die „Deutschen“ sind eine Köter-Rasse

Aber es geht auch anders. Besonders dann, wenn Beleidigungen von Migranten-Seite kommen. Es ist gar nicht so lange her, als ein Migrant die Deutschen als Köter-Rasse bezeichnete und von der Staatsanwaltschaft Hamburg Recht bekommen hatte. Ja, ich musste diesen Satz auch zwei Mal lesen. Die Begründung, und das müsst ihr euch jetzt auf der Zunge zergehen lassen: „Deutsche“ können als Kollektiv gar nicht beleidigt werden, weil es so etwas wie „Deutsche“ nach herrschender Ideologie gar nicht gibt. Ergo ist es keine Beleidigung. Man darf die „Deutschen“ als Köter-Rasse herabwürdigen. Gut, mich überrascht dieses Urteil auch nicht, denn spätestens nach dem letzten Kuh-Urteil eines Richters in Österreich und dem damit verbundenen „Verhaltenskodex“ bei der Begegnung mit Alm-Kühen, ist die Frage nach dem Geisteszustand gewisser Mitmenschen eine durchaus angebrachte.

Dumme Witze auch von Medieninhabern

Dumme Witze oder anzügliche Bemerkungen kommen täglich und überall in unserer Gesellschaft vor. Auch Medien machen gerne mit. So haben kürzlich zwei Oe24-Moderatorinnen im dortigen Promi-Talk über Leonardo Di Cabrio und seine „Neue“ gewitzelt, weil sie erst 23 Jahre alt ist, und wortwörtlich gesagt: „Leonardo steht halt nur auf Frischfleisch.“ Schön, wenn Frauen andere Frauen als „Frischfleisch“ abqualifizieren. Das wird normalerweise den Männern vorgeworfen. Jetzt tun es auch die Frauen – der Emanzipation sei Dank.

Aber gut, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, denn der Oe24-Chef der beiden macht es ja auch immer wieder gerne vor. So hat Wolfgang Fellner erst kürzlich in einer seiner Sendungen die amtierende Miss Austria, Daniela Zivkov als „Betthupferl“ angekündigt. In einer anderen Oe24-Sendung, mitten in der Wahl-Nacht zu den amerikanischen Mid-Terms-Wahlen, moderierte Fellner die Wahlergebnisse gemeinsam mit seiner Co-Moderatorin an und witzelte: (…) dass sie gemeinsam die Nacht verbracht haben, aber leider nur im Studio.

Finde ich das gut? Nein. Müssen wir als moderne Gesellschaft dagegen vorgehen? Ebenfalls nein. Etwas mehr Gelassenheit würde uns allen nicht schaden. Wir leben in einer „Empörungsgesellschaft“ und fühlen uns gut, wenn wir andere kritisieren oder herabwürdigen können.

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Ich war in der Schule immer der Kleinste. Ja, sogar kleiner als das kleinste Mädchen und bin deshalb oft gehänselt worden. Habe ich mich darüber geärgert? Ja, natürlich. Habe ich mich diskriminiert gefühlt? Nein, im Gegenteil. Ich habe deshalb andere Fähigkeiten entwickelt. Ich war im Sport einer der Besten und hatte immer eine große Klappe. Genau darum war ich auch in jeder Klasse Klassensprecher und später, beim Militär, Soldatensprecher.

Wie oft bin ich in diverse Diskotheken nicht reingekommen! Na und? Dann bin ich eben in eine andere gegangen. Auch dort gab es hübsche Mädels, Musik und Alkohol. Ich wäre im Leben nicht draufgekommen, weinerlich die Welt für das verantwortlich zu machen. Heute darf ich in jeden Laden der Welt rein und habe mehr erlebt als hundert Menschen zusammen.

Und genau so geht es auch Schauspieler Eliyas M’Barek und Alfons Haider.

Alles ist gut

Der Text erschien erstmalig unter dem Titel „Etwas mehr Gelassenheit würde uns allen guttun“ hier: http://www.allesroger.at/artikel/etwas-mehr-gelassenheit-wuerde-uns-allen-guttun

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17 Kommentare

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    In besseren Zeiten wurde nicht soviel Sex in die Öffendlichkeit gezerrt, der blieb privat und wurde als solches geschützt! Auch sog. "soziale Netzwerke" in denen man sich ohne in die Augen sehen zu müssen, beschimpfen oder gar verleumden konnte, gabs nicht. Das war besser so!
    Discotheken oder Clubs, angefangen mit Beatclubs, gehörten zur Kategorie der Spelunken, wo Leute, die auf sich hielten, nicht reingingen! Da war man eher stolz, wenn die einen nicht haben wollten, weil die einen im Zweifelsfall für einen Polizeispion hielten!
    Heute ist leider alles umgekehrt! Was anständig ist, ist gewissen Leuten nicht aufregend genug und was sich eigendlich nicht gehört ausprobierenswert. Und dann wundert man sich, wenn Jugendliche Drogen nehmen, kriminell werden; nur alles ohne Regeln und jeden Verstand! Werden die etwas älter gehen sie zu den Grünen, sich Verbote geben lassen und Andere dazu zwangsbekehren – die Strukturen verpaßt bekommen, die man in Kindheit und Jugend so sehr vermißt hat!
    In Europa heißt Freiheit eigendlich Solidarität in Amerika schon immer individuelle Handlungsfreiheit ohne Regeln. Das ist also direkte Folge der Amerikanisierung!

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    HERBERT WEISS am

    Da lob ich mir den Jiri Haiduschka, der sich später den Familiennamen "Haider" zugelegt hatte. Doch der ist leider tot. So wie manche alten Kämpen, die so manches mal im Bunten Tag vom Leder zogen und sich dafür ab und zu einen Ordnungsruf einhandelten. Und damit war die Sache gegessen.

    Hoffentlich bleiben uns Dieter Bohlen und Felix Baumgartner (und natürlich das Compact-Team) in ihrer geistigen Frische noch lange erhalten!.

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    Witz erfordert Geist, der erkennt, was schief läuft. Und der dessen Richtung überzeichnet, dass er es auch dem "trockenen" begreiflich machen kann. Begreiflich, sonst geht’s nicht.
    Zensur ist da sehr hinderlich. Mehr sag ich nicht,sonst endet der Spaß.

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      Begreiflich hab ich ungenügend definiert.
      Also: Wenn jeder morgens so viel Mist neben seinem Brötchen finden würde, wie er durch Steuern gezwungen wird zu kaufen, wär schnell Schluss mit der anonymen Bestellung per Wahlkreuz. So ungefähr eineinhalb Kuhfladen (grob geschätzt).
      Wir sind ja nicht in der Wüste, wo Kamerkeldung gerne für Wärme sorgt, derweil Greta sich erhitzt.
      Jetzt geh ich zum Himbeer SCHNAPS mit Kirschen.

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    Jeder hasst die Antifa am

    Bei den Altparteien sind statt Diskusion und Fakten,Hetze und Verleumdung zu Ihrer Politik geworden. sie sind wie die Ratten je mehr sie in die Enge getrieben werden um so wilder beissen sie um sich.

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    Manchmal stosse ich in Keller und auf’m Dachboden auf alte Fernsehzeitschriften aus den 1990ern:Und stelle fest, obwohl es damals weniger Fernsehsender gab, war das Programm vielfältiger. Heute werden meist ständig die gleichen Filme wiederholt.
    Auch das Personal ist deutlich schlechter:
    Kompetente und respektvolle TV-Ikonen wie Joachim Fuchsberger oder in den 1990ern Erich Böhme gibt es heute nicht mehr, weshalb ich solche Talksendungen auch nicht mehr einschalte.
    Wir sind früher mit solchen Sendungen auch gelassener umgegangen:Was sich ein Klaus Kinski seinerzeit geleistet hat – solche Talkgäste wünsche ich mir heute!

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      PRO "FÜR" CONTRA am

      Nicht umsonst gibt es die Sendung "PRO & CONTRA" seit vielen Jahren nicht mehr.
      Gleiche Chancen für jeden.
      Das neue Muster der Medien ist das gleiche,wie in der Politik.
      Entweder 4:1,oder 5:0 ! Also immer PRO, und kaum CONTRA,weil jedesmal diffamiert oder abgewürgt.

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    Also der Lanz ist solch ein fieser schmieriger Kotzbrocken, den darf man auch unter der Gürtellinie angreifen, da trifft es nicht den Falschen.
    Ja, Klartext fehlt. Deswegen immer wieder eine Bereicherung was man im Videobereich trifft. Wer ihn noch nicht kennt, ein rhetorischer Hammer, der seinen linken Gegenduellanten ungespitzt in den Boden rammt: Gerald Grosz. Sein regelmäßiger Widerpart, der grünen- und sozenaffine "Doktor" Sebastian Bohrn-Mena sieht immer uralt aus. Grosz hat die richtige Position (pro IB, gegen den schleimigen Soros-Dumbo Kurz und die Merkel, die Krampkarre und die Grüninnen hat er gefressen und gibt ihnen volle Breitseite wie ich mir das auch in Deutschland wünschen würde). Noch besser als Curio. Unbedingt auf Youtube mal ansehen!

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      up side down am

      Der Herr Lanz ist einer der schlimmsten und aggresivsten Medienverfechter der Merkel Diktatur.
      Er hat wesentlich dazu beitragen,das damals der Hype ,den die Piratenpartei hatte,abrupt endete.Er hat keine Skrupel,und keine Spur von Menschlichkeit gegenüber anders denkenden.
      Er sollte in die Politik gehen,weil er auch nur Politik macht.
      Man kann nur jedem raten,der sich ihm stellen will,schlagfertig zu sein,und auf viele Suggestiv fragen schnell mit einer Suggestiv frage zu antworten.Herr Reil hat hoffentlich dazu gelernt. Das gilt aber auch für andere Talkshows !

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    Jürg Rückert am

    Was kann der Böhmermann dafür, dass er so frech ist?
    Was kann die Gretamaus dafür, dass man sie liebt?
    Was kann die Merkelmietz dafür, dass sie gewählt ist?

    Die Leute tun, als ob die Blödheit ein Vergeh’n ist!
    Man soll doch froh sein, dass es so was Blödes gibt!
    Und dass es immer bei den Wählern gern geseh’n ist, …

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    Jürg Rückert am

    Herr Haider, was ist daran schwulenfeindlich (die Kerze im Hintern …)?
    Vor etwa 20 Jahren kam ein schwuler Adventskalender auf den Markt. Zwei Tage vor Weihnachten Fensterchen auf: zwei nackte Schwule beim Analverkehr. Einige Tage zuvor ein Schwuler mit einer Adventskranzkerze im Hintern usw. Soll ich Ihnen eine Kopie schicken? Wer regte sich darüber auf? Ich und sonst niemand!
    Warum ist es kein rassistisches Denken, wenn der Papst den Europäern vorwirft, sie wären deshalb eine Mörderbande, weil sie keine Fährverbindungen nach Afrika einrichteten?
    Es geht alles mal anders herum: Wir leiden an Autorassismus statt an Rassismus. Wir rutschen in eine Diktatur all dessen, was früher unten war. Der Rechtsanspruch des Unteren ist es, dass es eben mal unten war und deshalb jetzt Anspruch auf Herrschaft habe.
    Die Mäusefängerin von Schweden tutet, und das Volk wimmelt ihr nach.

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      "Mäusefängerin von Schweden" … ich glaub größere Tierchen.
      Wenn ich weiter denke globalistische ***fängerin um frei nach Pack Gabriel …

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      Das Wort "Rassismus" ist ein globalsozialistischer Kampfbegriff. Wie alles von Übel ab den 80er Jahren eingeführt, seit die grüne Pest aufstieg.

      Sehen Sie sich mal den Film "DIe Abenteuer des Rabbi Jacob" mit Louis de Funes von 1973 an, in der deutschen Synchro ist dort von "Rassenfanatiker" und nicht von "Rassist" die Rede und das kommt auch tolerabel als eine Sicht von vielen und nicht als verteufelt-teuflisch rüber wie das von den Drahtziehern der Überfremdung eingefädelten Wort "Rassismus". Die obersten Einfädler waren in den 80er Jahren die (F)DGB-Gewerkschaften.

      Auf dieselbe Art wurde in einer konzertierten Aktion Ende der 90er Jahre das Wort Ausländer gegen das Wort "Migrant" ausgetauscht, auch da wieder die üblichen Drahtzieher: Grüne, Gewerkschaftsbonzen, Rote, Kirchenpäderasten, gleichgeschaltete Linksmedien.

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        Vor etwa 10 Jahren abermals der Sprachgebrauch des Linkskartells innerhalb weniger Wochen gedreht, die Moslems werden nur noch "Muslime" genannt. Dasselbe Framing wie seit 2015 die Begriffe "Flüchtling" oder gar "Schutzsuchender".

        Es bleiben Illegale, Glücksritter, Messerstecher, IS-Terroristen und SchAtzsuchende!

        Wir dürfen einen Dreck auf linke Sprachregelungen geben, nicht nur bei Negern und Zigeunern, bei Ausländern und Illegalen und selbstverständlich illegalen Ausländern, bei Moslems nicht oder Musels oder Mohammedanern. Jegliches PC-Ansinnen muß durch massive Mißachtung beantwortet werden! Auch Schreiben vom selbsternannten "Presserat" gehören sofort in die Mülltonne!

        (Compact: Es wäre schön, die Zeichenzahl auf 2000 zu verdoppeln. Manche Beschreibung geht nicht im SMS-Stil)

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      Alle Türken aus Deutschland raus oder? Dann haben wir das moslem Problem nicht

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    Rudolf Spaniel am

    Achtung Bundeswehr !
    Entfernt bitte diese Kommunisten-Groko.
    Den SED-Hosenanzug nicht vergessen

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