Arthrose – dieses Volksleiden aufhalten und behandeln

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In Deutschland sind inzwischen 20 Millionen Menschen von Gelenkbeschwerden betroffen. Fünf Millionen davon leiden an Arthrose. Ging man früher davon, dass es vorwiegend Ältere und Sportler trifft, so leiden heute zunehmend auch schon jüngere Menschen. Arthrose kann viele Ursachen haben. Umstritten ist, ob Arthrose sogar heilbar ist. Dass man diese Abnutzungsprozesse jedoch verlangsamen kann, darüber herrscht weitestgehend Einigkeit. Zum einen helfen physiotherapeutische Übungen, zum andern nimmt die Ernährung einen hohen Stellenwert in der Vorbeugung ein. Insbesondere ist die Versorgung mit Vital- und Mineralstoffen in Teilen der Bevölkerung unzureichend. Mangel kann zu Gelenkerkrankungen führen.

Als ich in jungen Jahren meine Ärztin bat, mir mein Knie „fit“ zu spritzen, sagte sie nein. Ich litt an einer schmerzhaften Verletzung, die von einem verkürzten Oberschenkelmuskel herrührte. Sie erklärte mir damals, dass das Kniegelenk eines der kompliziertesten unseres Körpers sei und ich bei Schädigungen dieses Gelenks später zwar die Treppen heraufkäme, aber nicht wieder herunter. Ein künstliches Gelenk könne niemals das Original ersetzen. Entweder ständige Schmerzen oder eine dauerhafte Bewegungseinschränkung wären die Folge. Ich solle mich lieber schonen und mit gymnastischen Übungen meine Muskulatur wieder auf die normale Länge bringen. Sodass das Knie wieder seinen „Job“ tun könne, ohne mit Schmerzen zu signalisieren, dass irgendetwas nicht stimme und mich damit zur Zwangspause verurteilte. Damals war ich über das Veto totunglücklich, verpasste ich doch dadurch eine ganze Saison, Meisterschaften inklusive. Hartes Training und alle Mühen umsonst!

Heute bin ich meiner Ärztin dankbar. Gerade im Sport werden unsere Gelenke stark beansprucht. Im Alter könnten sich daher stärkere Abnutzungserscheinungen zeigen, die bis zum Totalausfall führen. Eine der typischen Gelenkerkrankungen ist die Arthrose. Allein mehr als fünf Millionen Menschen sind in Deutschland davon betroffen. Es trifft dabei vor allen Dingen ältere Menschen. Erhebungen gehen davon aus, dass mindestens zwei Drittel aller über 65 Jährigen in Deutschland davon betroffen sind. Manche von ihnen werden alt ohne jemals die fürchterlichen Symptome spüren zu müssen. Darüberhinaus leiden etwa 20 Millionen Menschen in Deutschland an Gelenkbeschwerden, insbesondere in den Knie- und Hüftgelenken. Außer Senioren und Sportlern sind mittlerweile immer öfter auch junge Leute betroffen.

Es klingt banal, wenn man Arthrose in Deformation, also Veränderung des Gelenks übersetzt. Was damit verbunden ist, lässt sich nur erahnen, wenn man mit Betroffenen spricht. Es können alle Gelenke betroffen sein, am häufigsten jedoch wird es Knie und Hüfte treffen. Man spricht davon, dass es weltweit die häufigste Gelenkerkrankung ist. Genauso wie es unterschiedliche Ursachen für die Arthrose gibt, genauso vielfältig sind die Therapieansätze. Da insbesondere die chirurgischen Eingriffe und das Einsetzen von künstlichen Gelenken eine ganze Industrie reich gemacht hat, ist die Skepsis um den Erfolg solcher Operationen angebracht.

Fest steht nur eines, meist ist die Arthrose mit starken Schmerzen verbunden, die zumeist auch noch dauerhaft anhalten. Darunter Leidende sind oftmals bereit, vieles auszuprobieren, nur um von den Schmerzen erlöst zu sein. Häufen sich dann noch die Erfahrungen, dass trotz der OP der Schmerz bleibt, greift Ratlosigkeit um sich.

Was passiert bei einer Arthrose?
Gelenke sind dazu da, zwischen unseren Gliedmaßen bewegliche Punkte einzubauen, sie miteinander zu verbinden. Stießen dabei nur die Knochen aufeinander, wäre nach kürzester Zeit einer der beiden Knochen deformiert, zerrieben. Um Bewegung dennoch zu ermöglichen und das möglichst ein Leben lang, hat die Natur den Knorpel erfunden, mit dem die Gelenkflächen übereinander gleiten. Neben dem Knorpel spielen Bänder, Sehnen und Muskeln noch eine entscheidende Rolle. Die Bänder halten und die Muskeln sorgen für die notwendige Straffheit und Flexibilität. Am Ende ist es ein ausgeklügeltes Zusammenspiel von Gelenken, Bändern, Sehnen und Muskeln. Dank über 140 Gelenken, die zum Teil eine Belastung von bis zu 1,5 Tonnen aushalten, kann das Bewegungswunder Mensch laufen, tanzen, springen und Purzelbäume schlagen.

Bei Arthrose baut sich der Knorpel ab. Dieser Prozess ist weitgehend altersbedingt. Knochenbrüche oder Bänderrisse, die mitunter weit zurückliegen, können den Knorpelabbau oft beschleunigen, weil sie unbemerkt zu Fehlhaltungen führen. Auch Gelenkverletzungen mit den damit verbundenen Einblutungen können den Knorpel schädigen. Man merke: Blut ist Knorpelgift. Arthrose muss nicht, kann aber sehr unangenehm schmerzen.
Ob sich das Fortschreiten der Arthrose stoppen lässt, wird in der Fachwelt zumindest diskutiert. Dass eine Verlangsamung erreicht werden kann, ist dagegen unbestritten. Solange noch Knorpel da ist, kann er mit sanfter Bewegung wie Radfahren, Gehen oder Schwimmen gezielt ernährt werden: Wie ein Schwamm saugt er Proteine aus der Gelenkschmiere auf. Manche Experten gehen sogar soweit, dass der Knorpel sich weitestgehend regenerieren kann.

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Ähnlich wie mir meine Ärztin seinerzeit bestimmte Übungen empfahl, um den verkürzten Muskel zu behandeln, ist es auch bei fast allen Gelenkerkrankungen. Der Stützapparat muss gestärkt werden. Die Arthrose-Expertin Petra Bracht hat gemeinsam mit ihrem Mann Roland Liebscher-Bracht in ihrem Buch „Die Arthrose-Lüge“ ein großes Kapitel mit speziellen Übungen eingebaut. Man braucht der Autorin nicht in allen Punkten ihres Bestsellers folgen, die Übungen jedoch sind ein starker Ansatz und werden sogar von Kritikern gelobt. Schon dafür lohnt sich die Lektüre.

Dies bringt uns zu einem sehr allgemeinen Ansatz. Unsere moderne Lebensweise führt oft zu einem Bewegungsmangel oder zu einseitigen Belastungen. Woraus Schonhaltungen und Meidbewegungen resultieren. Welche wiederum zu Veränderungen an Sehnen und Muskulatur führen. Dadurch werden Bewegungseinschränkungen und Ausweichbewegungen dauerhaft, was zu ungewohnten Belastungen in den Gelenken führen kann. Welche dann wiederum reagieren, z. B. durch eine verstärkte Abnutzung des Knorpels. Bei Übergewicht werden diese Probleme zudem noch verschärft.

Physiotherapeuten können Übungen zeigen, um die Stützmuskeln rund um das Gelenk wieder aufzubauen. Eine Gewichtsreduktion entlastet zusätzlich die Gelenke und vermindert zudem die Entzündungen im Körper. Dass gerade für sinnvolle Übungen Liebscher-Bracht zu empfehlen sind, hatte ich oben schon erwähnt.

Vorbeugen aber wie?
Wenn es in der Schulter knirscht, im Knie knackt oder die Hüften morgens steif sind, muss es sich nicht zwingend um eine ernsthafte Erkrankung handeln. Dennoch ist es ratsam, solche Gelenkbeschwerden nicht zu verharmlosen. Früh erkannt können die Krankheitsverläufe von Arthritis, Arthrose und Co. günstig beeinflusst und ein Fortschreiten der Gelenkzerstörung verhindert werden. Noch wichtiger als die Früherkennung ist jedoch die Vorbeugung. Einerseits mit den oben erwähnten Übungen, mit einem Bewegungsausgleich in der Freizeit zu einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit im Büro und andererseits nimmt die Ernährung einen immer wichtiger werdenden Teil ein. Zum einen, weil viele der wichtigen Mineral- und Vitalstoffe in unserer Nahrung nicht mehr ausreichend vorhanden sind. Zum anderen, weil unsere Ernährungsgewohnheiten sich verändert haben. Fertiggerichte und stark verarbeitete Lebensmittel können lecker schmecken. Fraglich ist, ob die dringend benötigten Mineralstoffe und Vitamine in ausreichender Menge vorhanden sind.

Geht man davon aus, dass bei vielen Gelenkerkrankungen auch entzündliche Prozesse eine Rolle spielen, so sind diese möglichst zu vermeiden bzw. diesen vorzubeugen. Oft ist unsere Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen nicht ausreichend. Eine Übersäuerung des Körpers durch einen Mineralstoffmangel kann für eine Schädigung der Gelenke ebenso verantwortlich sein wie eine ständige Überlastung der Gelenke durch übertriebenen Sport oder Fehlstellungen.
Was viele nicht wissen: Neben regelmäßiger Bewegung kann auch eine ausgewogene Ernährung zur Gelenkgesundheit beitragen.

Versorgung mit Vital- und Mineralstoffen
Besonders relevant ist dabei eine ausreichende Versorgung mit Vitalstoffen, insbesondere Selen, Zink und die Vitamine E und C. Nicht weniger wichtig ist Magnesium, das in Verbindung mit Vitamin B6 die freien Radikale daran hindert, den Gelenkknorpel anzugreifen und dadurch die Entstehung von Gelenkerkrankungen zu fördern.

Jedenfalls ist in unserer Bevölkerung nicht nur ein starker Vitamin-D-Mangel zu konstatieren, sondern noch viel gravierender ist der Mangel bei Kalzium und Magnesium. Dabei ist den wenigsten bekannt, dass Magnesium ein wahrer Entzündungshemmer ist. Liegt ein Magnesiummangel vor, können auch Vitamin D und Kalzium nicht richtig verarbeitet. werden.

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Beispielsweise kann eine ausreichende Zufuhr von Magnesium dabei helfen, eine Arthrose gar nicht erst entstehen zu lassen. Als achthäufigstes Element der Natur spielt Magnesium eine wichtige Rolle in der Entwicklung jeglicher Art von Leben auf der Erde. Ein beständiger Magnesiummangel ist für den menschlichen Körper nicht ohne schädliche Auswirkungen zu verkraften. Dieser Mangel kann nicht nur zu Krämpfen, Herzbeschwerden, Schwindelgefühl, Osteoporose und gesteigerter Müdigkeit führen, sondern auch die Gesundheit der Gelenke beeinträchtigen.
Reicht nämlich das Magnesium in der Nahrung nicht aus, holt sich der Körper dieses aus seinen eigenen Mineralstoffdepots, zu denen unter anderem auch der Gelenkknorpel gehört. Die Folge sind Gelenkschmerzen und Bewegungseinschränkungen. Um diese Symptome zu vermeiden, empfiehlt es sich, den Bedarf an Magnesium stets zu decken. Mindestens ein Viertel unserer Bevölkerung ist inzwischen von diesem Mangel betroffen.

Bei Magnesiummangel ist eine zusätzliche Einnahme sinnvoll
Da Magnesium für den Körper generell nur in kleinen Mengen verwertbar ist, kann es bei einem bereits bestehenden Defizit schwierig sein, sich leerende oder schon leere Speicher zu füllen. Besonders jetzt ist die Einnahme entsprechender Nahrungsergänzungsmittel angeraten.

Eine erhöhte Zufuhr empfiehlt sich auch für Lebenssituationen, die mit einem höheren Magnesiumbedarf einhergehen, zum Beispiel anhaltender Stress, körperliche Anstrengung, regelmäßiger Alkoholkonsum, in der Wachstumsphase, während der Schwangerschaft und der Stillzeit sowie bei Erkrankungen wie Diabetes, Fibromyalgie, Schilddrüsen-Überfunktion oder Herzleiden. Gleiches gilt für die Einnahme von Medikamenten wie Protonenpumpenhemmern, Abführmitteln und Diuretika (Wassertabletten), welche die Magnesiumausscheidung erhöhen.

Inwieweit Magnesiumpräparate bei bereits vorhandenen Gelenkproblemen helfen können, ist bislang noch nicht ausreichend erforscht. Allerdings entdeckte das Department of Epidemiology der School of Public Health an der Universität von Kalifornien (UCLA, Los Angeles) bei einer Studie an rund 3.700 in der Menopause befindlichen Frauen, dass die Personen, die mehr Magnesium über die Ernährung aufnahmen, eine deutlich geringere Konzentration von Entzündungsindikatoren wie CRP (C-reaktives Protein), TNF (Tumornekrosefaktor) und IL6 (Interleukin-6) aufwiesen. Zumindest bei entzündlichen Gelenkerkrankungen ist somit eine Wirksamkeit zu vermuten.

Zusammenfassung
Unsere moderne Lebensweise bringt es mit sich, dass wir uns oft zu wenig bewegen. Stundenlanges Sitzen am Schreibtisch oder vor dem Computer führt zu einseitigen Belastungen, woraus Schonhaltungen resultieren. Diese wiederum führen zu verkürzten Sehnen und Muskeln, in dessen Ergebnis Gelenke geschädigt werden können. Hinzu kommt, dass bei fortschreitendem Alter natürliche Abnutzungserscheinungen auch an unseren Gelenken zu konstatieren sind. Um diese Prozesse zu verlangsamen oder gar zu stoppen, sind Übungen zum Training der wichtigsten Muskelgruppen, die regelmäßige Dehnung von Bändern und Sehnen eine gute Vorbeugung. Der zunehmende Mangel an Vital- und Mineralstoffen beeinträchtigt neben vielen anderen Beschwerden auch die Gesundheit unseres Bewegungsapparates, insbesondere der Gelenke. Der wichtige Knorpel wird schneller abgebaut. Gestresste und ältere Menschen gehören zu den Risikogruppen für Mangelernährung.

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8 Kommentare

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    HERBERT WEISS am

    Als unser Kanute mal unserem Lehrmeister die Krankschreibung seiner beiden Ruderer-Kameraden überreichte, die sich beim Training etwas zu sehr verausgabt hatten, kommentierte dieser das mit den Worten: "Ja, ja, aber wenn ick sage ‚Sport is Mord!‘ schwärzen die mir beim Trainer an!"

    Ein anderer Aspekt ist die alltägliche Erwerbstätigkeit. Hatte mal nach einem Wechsel meines Arbeitsplatzes die Aufgabe, gewaschene Keramik (Trägerkörper für Widerstände) auf großen Sieben in die Trockenschleudern zu bewegen. Das ging mächtig auf`s Kreuz. Daher spannte ich bewusst die richtigen Rückenmuskel an, um so meine Wirbelsäule zu entlasten. Dann ging’s.

    Kann daher der Autorin nur zustimmen. Auch Vitamin E ist dabei recht hilfreich.

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    heidi heidegger am

    wüsste nicht..damals zu Zeiten der Kubakrise gab es "deine" GRÜNEn noch nicht, und damit also auch keine Impfgegner der Krankheit, von der man dumm&infertil werden kann, tsstss+aukidauki

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      heidi heidegger am

      *uups*, das obige war gedacht für: [Jeder hasst die Antifa am 21. April 2019 19:20Du hast doch keine Arthrose sondern Ziegenpeter Aukidauki]

  3. Avatar
    Jeder hasst die Antifa am

    Die größte Volkskrankheit in Deutschland ist nicht die Arthrose sondern die Altparteien.

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      heidi heidegger am

      bell nitt. d-d-das ist digital-PortalForum hier auch für den *mighty Mittelstand (gehobäään und so auch)* also heidi&Kalli..und kein K.blatt wohl:

      [ Kopfnuss Kalli – sowieso ] /watch?v=pqkJBsWQlso

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    heidi heidegger am

    Dokta hh rät zu konservativen Therapieverfahren, etwas Physiotherapie und viel Schmerzmittel(n). Zeigen diese nicht die gewünschte Wirkung, können operative Maßnahmen folgen. Diese reichen von der Korrektur von Fehlstellungen bis zum Einsetzen eines Kunstgelenks. Magnesiumwickel sind nie verkehrt und bittschön auf eine ausgewogene Ernährung mit Bärlauch-Kimchi zu achten, um etwaiges Übergewicht abzubauen.

    Unabhängig von der jeweiligen Behandlungsmethode ist das aktive Mitwirken der Patientinnen wichtig für den Therapieerfolg bei Arthrose. Die Betroffene muss sich ausreichend auf schonende Art bewegen, um Gelenk und Knorpel zu unterstützen, und auf regelmässigstes Gassigehen achten. ²W(er?) sich daran hält, hat gute Chancen, den Gelenkverschleiß zu bremsen oder sogar zu stoppen.

    ² die weibliche Schreibweise von *Wer* wäre *Wie* oder *Wies* oder ämm????

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