Anschlag auf Merkel

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Während ihres Besuchs in Prag kam es zu einem versuchten Attentat auf die deutsche Bundeskanzlerin.

_von Max Z. Kowalsky

Offenbar kam es am Donnerstag auf dem Weg vom Prager Flughafen zum Treffen mit dem tschechischen Ministerpräsidenten Bohuslav Sobotka zu einem Anschlagsversuch auf Angela Merkel. (1) Der Fahrer eines schwarzen Mercedes versuchte, sich in die Autokolonne einzureihen. „Der Fahrer des Mercedes weigerte sich, den Befehlen aus den Polizeiautos zu gehorchen, welche die deutsche Kanzlerin begleitet hatten“, erklärte Polizeisprecher Josef Bocan. „Er versuchte, um jeden Preis sich der Wagenparade anzuschließen und schnitt ein Polizeifahrzeug ab, das versucht hatte, ihn zu stoppen. Er hielt erst an dann an, nachdem die Polizei ihn gewarnt hatte, dass sie bereit seien, ihn zu erschießen.“

Einem lokalen Nachrichtenportal zufolge wurde im Wagen des Fahrers ein Schlagstock, ein Kanister Tränengas, Zementblöcke und Handschellen gefunden. „Der Mann wurde in Gewahrsam genommen“, sagte der Polizeisprecher. Er stünde unter Verdacht, einen „Versuch unternommen zu haben, Gewalt gegen einen Beamten auszuüben“. Dank des professionellen Einschreitens der Polizisten „befand sich Angela Merkels Leben nicht in Gefahr. Der Vorfall wird derzeit von Prager Kriminalbeamten untersucht.“

Im Vorfeld von Merkels Stippvisite in Prag waren nicht weniger als sechs öffentliche Proteste angekündigt. Dementsprechend war der Weg entlang Merkels Autokolonne von wütenden Demonstranten besetzt. „Merkel muss weg“, riefen sie auf Deutsch und hielten Schilder hoch, auf denen „Prag gehört den Tschechen“, „Weg mit Merkel, weg mit Islam“ oder „Merkel tötet Europa“ geschrieben stand.

Das tschechische Volk lehnt den von Merkel angetriebenen EU-Umsiedlungsplan von muslimischen Asylforderern mehrheitlich entschieden ab. Tschechiens Präsident Miloš Zeman ist erklärter Merkel-Gegner: „Manchmal komme ich mir vor wie Kassandra, die davor warnt, das Trojanische Pferd in die Stadt zu holen“, warnte er im Januar. „Aber ich bin zutiefst überzeugt, dass das, womit wir es hier zu tun haben, keine spontane Fluchtbewegung ist, sondern eine organisierte Invasion.“ (2)

(1) http://www.mirror.co.uk/news/world-news/assassination-attempt-on-angela-merkel–8706692
(2) http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-01/milos-zeman-tschechien-praesident-fluechtlinge-integration-abschiebung

Über den Autor

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Max Z. Kowalsky, Jahrgang 1979, bestreitet sein Dasein als Privatdozent im schönen Genf. Seit 2015 schreibt der studierte Slavist für COMPACT.

 

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