Andrea Nahles will große Änderungen – bei der SPD und sich selber

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Die Hardcore-Hartzerin Andrea Nahles, neue Fraktionschefin der SPD, verriet jetzt, was sie als künftige Oppositionsführerin an sich selber und der SPD verändern will. Fazit: Man darf beruhigt sein. Mit ihr kommt die SPD garantiert nicht aus dem Tief.

Auch wenn die neoliberale SPD unter Schröder keinen Klientelverrat begangen und sich nicht überflüssig gemacht hätte, sie stünde jetzt kaum besser da. Allein schon wegen ihres Personals. Wen hat diese Partei nicht alles in die erste Reihe gestellt: Sigmar Gabriel, Ralf Stegner, Martin Schulz, Heiko Maas und jetzt Andrea Nahles.

Die wird nicht mehr in aller Stille Hartz IV-Empfänger durch zunehmende Entrechtung und idiotische Menschenversuche quälen (COMPACT berichtete). Nein, die 47jährige-Fraktionschefin und baldige Oppositionsführerin hat dem wirtschaftsliberalen Wochenmagazin Die Zeit verraten, was sie an sich und der Partei ändern will.

Liest man die Überschrift – „Andrea Nahles: ,Ich bin bereit, mich zu verändern – da, wo es notwendig ist.'“ könnten Gutwillige für eine Mikrosekunde hoffen, dass irgendein Berater ihr den Kurswechsel verordnet hat. Stattdessen beweist die Politikerin erneut, dass soziale Brutalität und personelle Banalität sich wunderbar ergänzen.

Also, was will sie an sich selber ändern? Nahles: „Das fängt schon damit an, dass ich nun wieder stärker nach Äußerlichkeiten bewertet werde: Kleidung, Haare, all diese Themen, die kommen, sobald eine Frau an der Spitze steht. Ich bin aber bereit, diese Rolle anzunehmen, mich herauszufordern – und mich auch zu verändern, da, wo es notwendig ist.“ Schöne Kleidung und Haare? Ja, das dürfte viele sozial Schwache wieder zu SPD-Fans machen. Ähnlich wie bei Martin Schulz: Bevor der als Kanzlerkandidat antrat, musste er zehn Kilo abnehmen, was sich für die Partei voll ausgezahlt hat…

Außerdem, so lässt Frau Nahles wissen, habe sie mit jedem Job etwas dazugelernt. Ach nein, wirklich? Jetzt aber müsse sie „die ganze Bandbreite der Politik“ bewältigen. Arme Andrea, ist das nicht zu viel für dich?. Auch an Rhetorik und Stimme wolle sie noch feilen. Okay, vielleicht erhält dadurch ein prekärer Sprachlehrer den ersehnten Ein-Euro-Job?

Soweit, so aufschlussreich. Und welche Metamorphosen soll „ihre“ Partei durchlaufen? „Die bittere Wahrheit ist doch: Wir haben kein klares Profil!“, jammert Nahles. Das stimmt, aber das ist auch dein Werk, liebe Andrea: siehe oben.

Dann aber holt Nahles aus zur großen Vision: „Für mich lautet die Botschaft: Raus aus dem kleinen Karo!“ Die SPD müsse „grundsätzlicher“ werden (was heißt das?) und „ein Ort großer gesellschaftlicher Debatten sein“. Debatten? Worüber? Über den digitalen Kapitalismus eines Jeff Bezos, dem Gründer von Amazon. Der und seinesgleichen wollen nämlich Monopole schaffen, Branchen vereinnahmen und neue Spielregeln durchsetzen. Das ist doch schlimm.

Das stimmt. Aber wieso hat deine Partei darüber nicht debattiert, als sie, gemeinsam mit Merkel, die europäische Bevölkerung via „Freihandelsverträgen“ mit Kanada und den USA beglücken wollte? Nein, Nahles Haltung zum digitalen Kapitalismus ist ebenso glaubwürdig, wie die plötzliche soziale Ader des EU-Veteranen Schulz. Aber gut so. Nach Ralf Stegner ist Nahles die zweitbeste Wahl, um die SPD weiterhin unten zu halten. Da, wo sie hingehört.

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