Es wäre zum Lachen, aber man muss befürchten, dass sie selbst dran glauben. Ausgerechnet die Amadeu Antonio-Stiftung, die einseitigen Online-Denunzianten, die den „Nazi“-Begriff auf alle Regime-Opposition (beispielsweise „Elitenfeinde“) ausgeweitet haben, die in Broschüren zur Beschnüffelung auffordern (zuletzt in einer Kita-Broschüre, in der Erziehern gezeigt wird, inwieweit Kleidung oder Greta Thunberg-Frisur auf ein rechtslastiges Elternhaus verweist), die von Jugendlichen ein Wiki namens „Neue Rechte“ erstellen ließ, das angebliche Kontaktschuld von Parteien und Individuen (zu sogennaten „Rechten“) aufzeigen sollte. Selbstredend schweigt die Stiftung zu allem Hate Speech wie auf pseudolinken Seiten wie Indymedia und Antifa-Verbrechen eisern. Aber jetzt, wo die AfD es einmal umgekehrt macht, schreit die Stasi-Inquisition 2.0 auf.

    _ von H. Beiermark

    Die AfD hatte kürzlich eine Internetseite eingerichtet, den „Blick nach Links“, der über linke Ideologie, deren Hintergründe und Folgen unter den Schlagworten „Aktuelles“, „Ideologie, „Linke Gewalt“, Linksstaat“, „Netzwerke und Geldgeber“ sowie „Initiativen gegen Links“ informiert. Auch Leser können Themenvorschläge einreichen (COMPACT-Online berichtete). Auf Twitter folgte jetzt die Reaktion der Amadeo Antonio-Stiftung: „Die Berliner #AfD hat ein Hetzportal namens #BlicknachLinks gestartet. Es geht um nichts anderes, als Initiativen, Engagierte, Presse und Politiker*innen zu diffamieren. Die geistigen Brandstifter haben auch nach #Lübcke keine Hemmungen, Hass zu schüren.“

    Ließe man „AfD“ weg, könnte man den Text für eine Selbstbeschreibung der Stiftung halten. Auch der ermordete Walter Lübcke wird mal wieder instrumentalisiert. Nun plant aber besagte AfD-Seite gar keine Denunziation von Individuen, wie die Schlagworte zeigen. Und der Artikel aus der Berliner Zeitung, zu der die Stiftung in ihrem Tweet verlinkt hat, bringt außer Häme ebenfalls keine Beweise für diese Behauptung. Aber er enthält einen Hinweis, den die Amadeu Antonio-Stiftung gar nicht gerne gelesen haben dürfte.

    Die Berliner Zeitung zitiert nämlich eine Initiatorin dieser Website, Beatrix von Storch, mit den Worten. „Der linke Gesinnungsterror wird nicht nur geduldet, sondern subventioniert.“ Und fährt paraphrasierend fort: „Ziel sei es, durch die Berichterstattung Aufmerksamkeit zu erreichen und letztendlich eine Streichung der Finanzierung zu erreichen. Welche Berliner Organisationen fallen aus Sicht der AfD in die Sparte „linksextrem, Finanzierung streichen“? Auf Nachfrage wurde zum Beispiel die Amadeu-Antonio-Stiftung genannt, ebenso wie die Mobile Beratung gegen Rechts, das Landesprogramm Demokratie und das Antifaschistische Pressearchiv und Bildungszentrum.“

    Ja, was wäre, wenn die Hobby-Inquistoren eines Tages die Steuer-Knete entzogen bekämen, weil zu vielen Bürgern klar wurde, was für einen antidemokratischen Irrsinn sie mit ihrem Erarbeiteten finanzieren?…

    COMPACT 7/2019 kann man am Kiosk kaufen, als Druckausgabe bestellen – oder bei COMPACT-Digital+ online lesen.

    ***COMPACT-Magazin, Ausgabe Juli 2019: Nach der Umvolkung droht Deutschland jetzt die Dummvolkung, und wieder ist das bunte Partyvolk ganz vorne mit dabei. Die Schätzchen, die 2015 an den Bahnhöfen die selbst ernannten Syrer mit Teddybären willkommen hießen, leiden unter derselben Neurose wie die Herzchen, die 2019 Konsumverzicht zur Klimarettung fordern. Die Krankheit heißt nationaler Masochismus: Weil wir wegen Holocaust und Co. auf ewig als Tätervolk verdammt sind, müssen wir uns jetzt für die Rettung der Welt opfern, also halb Afrika bei uns aufnehmen und gleichzeitig die fossile Energieversorgung einstellen. Hier bestellen!***

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