Am Wochenende trägt Leipzig wieder schwarz: Musik und Kultur beim XXVII. Wave-Gotik-Treffen

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Wie in jedem Jahr treffen sich an Pfingsten wieder zahlreiche Freunde dunkelromantischer Klänge aus aller Welt zum inzwischen 27. Wave-Gotik-Treffen in Leipzig. Auch wenn die außergewöhnliche Veranstaltung vom Kommerz nicht gänzlich verschont geblieben ist, findet man dort doch immer noch eine alternative und stille Protestkultur, die sich gegen die zunehmende Beschleunigung, Egalisierung und Quantifizierung aller Lebensbereiche wendet.

Das Wave-Gotik-Treffen (WGT) ist natürlich in erster Linie ein Musikfestival, doch das Programm geht weit darüber hinaus – denn das besondere Flair machen nicht zuletzt die vielen kleinen und größeren Kulturveranstaltungen, Buchlesungen, Vorträge und Ausstellungen aus, die in jedem Jahr geboten werden. Was 1992 als kleine Veranstaltung mit einer Handvoll Bands und etwa 2.000 Besucher im damaligen Eiskeller im Leipziger Stadtteil Connewitz begann, zieht heute regelmäßig bis zu 20.000 Menschen aus aller Welt an. Und es ist durchaus auch die Suche nach einem romantischen Refugium in gänzlich unromantischen Zeiten, die viele in die sächsische Metropole zieht.

Selbst wer sich nicht der schwarzen Szene zugehörig fühlt – den Gothics, Gruftis oder wie auch immer man sie nennen möchte –, wird sich dem mystischen Zauber der schwarzen Pfingsttage nicht entziehen können. Manche Leute reisen von weit her an, nur um sich die oft fantasievoll gekleideten Besucher anzusehen, sie zu fotografieren oder durch das Heidnische Dorf am Torhaus Dölitz zu flanieren, wo man auch ohne das obligatorische „Bändchen“ hineinkommt, das ansonsten der einzige Türöffner zu den vielfältigen Veranstaltungen ist. Die Straßenbahnen sind erfüllt mit dem Duft von Patschuli, in der gesamten Stadt dominiert von Freitag bis Montag die Farbe Schwarz.

Hier ein paar Impressionen aus dem letzten Jahr:

Den ganzen Tag über – und natürlich auch in der Nacht – ist eigentlich immer irgendwo was los. Frühaufsteher können sich in der Kult-Kneipe Sixtina in der Sternwartenstraße nahe des Wilhelm-Leuschner-Platzes mit einem gepflegten Absinth-Frühstück verköstigen, während es sich für jene, die später aufstehen, weil sie bis spät in die Nacht durch die Clubs gepilgert sind, eher empfiehlt, zur Stärkung im Heidnischen Dorf einzukehren, wo bei Mittelalter-Musik in diversen Schänken nicht nur eine einzigartige Variationsbreite an Met-Sorten kredenzt wird, sondern auch frischer Mutzbraten und andere rustikale Kost. Wer derlei fleischliche Gelüste ablehnt, findet ein paar hundert Meter weiter an der Agra-Halle in Markkleeberg, wo abends die großen Hauptkonzerte stattfinden, einen immer gut besuchten Stand mit dem leckersten vegetarischen Essen weit und breit.

Musikalisch wird auch in diesem Jahr wieder eine große Bandbreite geboten – von Synth- und Futurepop, Elektro, Industrial und Noise über klassische Gothic- und Darkwave-Musik bis zu Postpunk, Coldwave, Düsterrock und Black Metal. Freunde des Neofolk kommen im Volkspalast (so heißt der Eventpalast auf dem Gelände der Alten Messe immer noch beim WGT) und im Schauspielhaus auf ihre Kosten. Die einzelnen Bands und das Gesamtprogramm findet man auf der Internetseite des WGT.

Auch die Mittelalter-Elektro-Band Heimatærde tritt in diesem Jahr beim WGT auf:

Das weltweit größte Festival der schwarzen Szene hat eine Vorgeschichte, die bis in die Spätzeit der früheren DDR zurückreicht. Ende der 1980er Jahre bildete sich in Leipzig eine lose Szene junger Leute heraus, die sich, in Anlehnung an die damals im Westen bereits etablierte Wave- und Gothic-Subkultur, schwarz kleideten, die Haare toupierten, Musik von Gruppen wie Depeche Mode oder The Cure hörten und sich zum Tanz trafen. Von der Stasi als „feindlich-negative Elemente“ beobachtet, waren die Ost-Gruftis vielfach Repressalien seitens des SED-Staates ausgesetzt. Stasi-Chef Mielke sah in der neuen, für ihn so unerklärlichen Jugendkultur, die so gar nicht der verordneten sozialistischen DDR-Heiterkeit entsprechen wollte, einen derart gefährlichen Hort der Subversion, dass er die Anwerbung von Spitzeln anordnete, um die Szene von innen heraus zu zersetzen.

Davon zeugt auch in diesem Jahr die Sonderausstellung „Gruftis, Punks und Co. – Alternative Jugend im Visier der Stasi“, die die Gedenkstätte Runde Ecke im früheren Gebäude der Leipziger Stasi-Bezirksverwaltung am Dittrichring. Zahlreiche Exponate, darunter Auszüge aus Stasi-Akten, anonymisierte Fotos, oftmals durch persönliche Erpressung abgerungene Einverständniserklärungen zur IM-Tätigkeit, aber auch statistische Daten des MfS über die zahlenmäßige Verbreitung der Gruftis in der DDR, bieten den Besuchern einen ebenso interessanten wie erschreckenden Einblick in die Schnüffelwut des DDR-Geheimdienstes. Ergänzend dazu liest am Pfingstsamstag um 14:00 Uhr und um 16:50 Uhr der Autor Sascha Lange aus seinem Buch „Behind the wall – Depeche Mode Fankultur in der DDR“ im Central Kabarett am Markt, wo bei dieser Gelegenheit auch der gleichnamige Dokumentarfilm gezeigt wird.

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Zumindest für Teile der schwarzen Szene gilt, dass sie mit ihren neoromantischen Zügen auch eine Art stille Protestkultur gegen die zunehmende Beschleunigung, Egalisierung und Quantifizierung in allen Lebensbereichen bildet. Das gilt insbesondere für die Stilrichtung des Neofolk, dessen Anhängerschaft in vormodernen Sehnsüchten schwelgt und eine starke Resistenz gegen die postmoderne Konsum- und Massengesellschaft entwickelt hat. Ähnlichkeiten mit der Jugendbewegung der zwanziger und dreißiger Jahre liegen auf der Hand, was sich nicht zuletzt auch im Kleidungsstil der Hörer widerspiegelt. Bei der ruhigen und fast schon meditativen Neofolk-Musik dominieren akustische Gitarren und Schlagwerk, sie transportiert eine ins Melancholische gehende Lagerfeuerromantik, in den Texten vieler Gruppen haben überliefertes Brauchtum, Legenden und Sagen eine herausragende Bedeutung.

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Doch selbst wenn sich viele Anhänger der Neofolk-Musik als Teil einer identitätsbewussten Gegenkultur verstehen, so hat dies wenig zu tun mit der althergebrachten Rechts-Links-Gesäßgeographie. Manche Künstler wie der Luxemburger Jérôme Reuter mit seiner Band ROME, die in diesem Jahr im Volkspalast zu sehen ist, dürften sogar eher „links“ zu verorten sein, so wie auch die Urväter des Genres von Death in June und Sol Invictus dem Trotzkismus beziehungsweise der Punk-Szene entstammten. In der Regel setzt man in der schwarzen Szene viel Wert auf Individualität und geistige Freiheit. Das gilt auch für die Liebhaber neofolkloristischer Klänge, die sich ungern in ein politisches Korsett pressen lassen wollen.

Video der Neofolk-Band ROME:

Der Philosoph und Publizist Baal Müller, selbst regelmäßiger Besucher des Leipziger Wave-Gotik-Treffens, schrieb einmal über das Festival: „Das einstige Szenetreffen ist längst ein großes Volksfest, bei dem jeder mitmachen kann. Und doch fällt eines ins Auge: Es ist ein Fest der europäischen oder – angesichts der Teilnehmer mit ostasiatischen Wurzeln –, der von europäischer Kultur geprägten Jugend.“

Tatsächlich trifft diese Beobachtung auch im 27. Jahr des WGT-Bestehens immer noch weitestgehend zu. Das heißt allerdings nicht, dass andere Menschen unerwünscht wären. Das Publikum zeichnet sich nämlich durch ein hohes Maß an Toleranz und Offenheit aus – und das selbst in Zeiten, in denen solche eigentlich positiven Tugenden leider überstrapaziert werden.

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Über den Autor

Daniell Pföhringer, Jahrgang 1973, stammt aus Bayern, wuchs in Hamburg auf und studierte dort Politikwissenschaft, Soziologie und Kulturwissenschaften. Seit einigen Jahren lebt er als Unternehmer und freier Publizist in Dresden. Seit Juni 2017 arbeitet er für COMPACT.

35 Kommentare

  1. Falls es von Belang ist. Mein erstes WGT besuchte ich 1995. Auch ich stehe seit langer Zeit der Veranstaltung sehr kritisch gegenüber und besuche seit langem nur einzelne Veranstaltungen. Was einst als Treffen für Gleichgesinnte, Gedankenaustausch und der Freude an der Musik gedacht war, ist längst ich sehe es seit langer Zeit so, zu einem Karnevalistischen Schaulaufen verkommen. Und somit ist die einstige Abgrenzung und Besonderheit des Ganzen dahin. Und auch nur aus diesem Grunde gibt es soviele Szenen innerhalb dieser Szene mit einer Vielzahl an Musikarten und Lebens- Denkweisen die allesamt mehr oder weniger erfolgreich versucht haben dem System ( Kommerzialisierung / Hamsterrad) zu entfliehen. Große Ausnahme ist wohl der Neofolk, dem in der BRD wohl keine Allgemeinvermarktung angedeihen wird. Und zu guter Letzt , ist die Auseinandersetzung mit der eigenen Sprache, Historie, Kultur und Glaubensfragen aller Art ein Verdienst den weder die eine noch die andere Musikkultur derart für sich beanspruchen kann wie es Gothic/Wave & Folk tut.

  2. Selten habe ich hier solch subjektiv unhinterfragte Kommentare gelesen.
    Besonders Sie Herr " Sokrates", sondern herablassend ihre oberflächlichen Plakativen ab und sind somit nicht besser als die dümmliche sogenannte " Antifa",denen nichts zuwider ist als die Sicht der Anderen.
    Man muss nicht alles mögen, man darf verabscheuen… doch Argumente wären doch recht interessant. Besonders die NWO – Satanismus Keule würde ich im Kontext des WGT gern erläutert wissen. Danke.

    • Ach Ronja,(hoffentlich heißen Sie nicht wirklich so,passt für eine Schäferhündin) so wichtig wie Sie nehme ich den Quark doch gar nicht. Bezüglich Argumente müssen Sie sich bitte an M.Theren wenden, in dieser Sache gestatte Ich mir völlige gefühlsmäßige Subjektivität. Mal nachrechnen, 1995- 2018= rd. 23 Jahre, + geschätzte mindestens 15 müssten sie jetzt mindestens 38 sein,eigentlich sollten Sie den Jugendquatsch hinter sich haben. Stimmt,nichts ist mir so zuwider wie die falsche Sicht von Anderen,aber zu Antifa-Anarchos besteht da nur eine Paralelle,die sich meiner Linie nie nähert.

    • Karl Blomquist am

      @Ronja
      Wie man Trolle erkennt
      Wir erinnern uns ans Quellenstudium im Geschichtsunterricht:
      Wem nützt die Quelle?
      Wem zu nützen gibt sie vor?
      Analog:
      Wem nützt der Troll?
      Wem zu nützen gibt er vor?

      Jeder darf seine Meinung vertreten, und wir alle dürfen uns auch irren. Aber wenn sich die Diskrepanz zwischen vorgeblicher Auffassung und der (beabsichtigter) Wirkung allzusehr häuft, müssen wir einen Troll vermuten.

      • Dunkel ist der Rede Sinn. Jedenfalls ist aber klar,wie man Schwachköpfe erkennt.Sie wiederholen beharrlich über Jahre den gleichen Schwachsinn,wie z.B Herr…äh..XX…,na Ihr wißt schon.

      • Besonders die Bemerkung über männliche Katzenfreunde weiter unten….kann man noch mehr Vorurteile haben??

      • Thor,man kann,aber was auf langjähriger,persönlicher Erfahrung beruht ist nun mal das genaue Gegenteil eines Vorurteils,unordentliches Denken führt zu unordentlichem Umgang mit Begriffen und dies zum Blödsinnreden.

  3. Katzenvater am

    Sokrates:
    Selten so einen Schwachsinn gelesen, habe keinen Bock (Satanssymbol) darauf einzugehen…

  4. Nach meinem zwangsläufig oberflächlichen Urteil handelt es sich um einen Kacka, der sehr gut zur heutigen Jugend und sehr schlecht zum heiligen Pfingstfest passt.

  5. Aristoteles am

    Das Ereignis gehört einerseits in die Rubrik ‚Ganzjahreskarneval‘ in der BunTesrepublik.

    Andererseits ist auch abstoßend der Ultra-Konservatismus mancher,
    die das Spektakel als Jugend- und Älterengestörtheit abtun.

    Das Bedürfnis vieler Menschen nach Ausbruch aus dem globalistischen Bunt-Grau-Brei
    wird gleichzeitig von diesem Brei eingesaugt und zu einem Tüpferchen kanalisiert:
    Das Ventil nimmt den Dampf aus dem Kessel und zieht den wenigen Wachen den politischen Zahn.

    Spitzel werden sehr wahrscheinlich auch von der BRD an den entsprechenden Stellen eingesetzt.
    Da sollte man sich nichts vormachen – sie schwirren auch in den Schulen, Universitäten, Redaktionen und Vereinen herum.
    Wo ‚Deutsch‘ oder ‚Germanisch‘ die Grenze der Touristenattraktion und des Sufferlebnisses überschreitet,
    werden die Agitatoren und Medienhuren sofort einschreiten.

    Insofern hat das Ganze auch etwas Eskapistisches, das – so gut es die Zensur und die staatliche Repession erlaubt – nach außen drängt. Da gewährt die BRD zumindest den Spielraum der SHOW.
    Dass die Teilnehmer dennoch zum Teil auch mehr Tiefe spüren,
    Sehnsucht nach Gemeinschaft, Spiritualität, Religion (hier und da) suchen –
    man kann das Ganz auch als ZEICHEN deuten.

    Ich finde es gut, dass Compact da den Horizont öffnet.

    • Mensch,Aristotel,soviel Hirnschmalz ist das Phänomen doch gar nicht wert.

  6. Spätestens beim Stichwort Leipzig-Connewitz müßte man eigentlich mißtrauisch werden.

  7. Finsterste Finsternis. Pfingsten ist ein Christliches Fest. Kaum einer weiß was dies bedeutet, weil es unter den Teppich gekehrt wird. Hauptsache Feiertag. Ähnliche wie am Reformationstag, Helloween. Wo bleibt eigentlich der Aufschrei der Kirchen. Bei den Muslimen wäre sicher eine Gleichsetzung eines Feiertages mit so einem Festival verboten. Aber wie immer hört man von den Kirchen dazu nichts. Hauptsache die Ökumene fördern.

    • Aristoteles am

      Der alte Versuch, Christentum und Heidentum gegeneinander auszuspielen.
      Mal von Seiten der Heiden,
      mal von Seiten der Christen.
      Das Pascha-Fest, aus dem das christliche Osterfest hervorging,
      war ursprünglich ein Frühlingsfest und mit der nationalen Geschichte/Mythe Israels verbunden.
      Pfingsten gehört seinerseits in eine numerologisch-kalendarische (möglicherweise astronomische) Reihenfolge (Schawuot) und wurde christlich mythisiert.

      • Der alte Versuch,Unwissen gegen Wissen "auszuspielen".Aristotel,es scheint,daß es mit ihnen zuende geht,geistig. Zwischen Wahrheit und Irrtum,richtig und falsch,Himmel und Hölle passt nicht mal eine Rasierklinge,ist kein Raum für "Toleranz".

    • @Dartagnan: Sie sprechen mir aus der Seele. Allerdings bekomme Ich meinen Hinweis,daß es nicht mehrere echte Kirchen,nur eine,gibt,hiernicht unter,seltsam, seltsam.

  8. Katzenvater am

    Michael Theren:
    Satanisch-pervertierte NWO-Jugendsubkulur = Gothics. O Luzifer, was für ein Klischee und Vorurteil. Ich selbst war bei den ersten WGT-Treffen schon als bekennender Gruftie am Start und ich selbst bin Compact-Magazin-Abonnent der ersten Stunde. Finde den Fehler bei den geäußerten Verschwörungstheorien. Weder huldige ich Satan, noch opfere ich Tiere (bin ethisch begründeter Vegetarier), noch bin ich todessehnsüchtig. Dafür bin ich Linkspatriot, lese wie gesagt Compact und höre schwarz-morbide Klänge. Zudem trage ich so lange schwarz, bis es etwas dunkleres gibt (-;

    • Würg,da kommt ja so ziemlich alles zusammen. Habe noch nie einen männlichen (äußerlich) Katzenfreund erlebt,der sich nicht früher oder später als falscher Fuffziger entpuppte. Vegetarier war A.Hitler auch,vegetarische Diät macht eben friedlich.Satan nicht huldigen,Luzifer aber anrufen,sehr logisch. Linkspatriot passt,Patrioten nannten sich die "DDR"-Roten bei bedarf auch. Brauchen wir nicht. Auch ohne Infiltrantenstrom wäre dieses Land dringend zu reinigen. Allerdings,Schwarz trage Ich auch gern,ist nämlich die stärkste Farbe,weil sie dem Schmutz m längsten widersteht und deshalb nicht so oft gewaschen werden muß.

      • Lügen haben kurze Beine am

        Die Unterwäsche regelmäßig wechseln und waschen, auch mit Spitze verziert o.ä. Erst die Unterwäsche reinigen, dass ist dringend, bevor blabla Land reinigen.
        Für eine Typveränderung genügt ein Hauch von rot und fünf Zacken.

      • @den Kurzbeinigen:Seltsame Unterwäsche tragen Sie. Und halten gewaschene Unterwäsche für wichtiger als ein gewaschenes Volk.Wie die Mehrheitsgesellschaft.

    • Michael Theren am

      es heißt ja auch Vorurteil und nicht Vorvermutung – nach meiner konkreten Erfahrung sehen jedenfalls die Typen die bei uns auf dem Friedhof Katzen "opfern" und den Kumpel von Jesus anrufen aus wie Goths….

      Da gibt es sicher auch ganz Liebe darunter aber der Schritt von der Villa Diodati zu Bohemian Groove, von Houellebecqs Elementarteilchen zu Marc Dutroux (um ´mal so richtig vom Leder zu ziehen) ist nur ein sehr kleiner….

      Aber ein Lackmustest wäre z.B. ein intaktes und nachhaltiges Familienleben mit eigenen Kindern, wie steht es da bei Euch?

    • Lügen haben kurze Beine am

      Die Roben der Frauen finde ich eine Augenweide! Viel Spass, sonniges Wetter.

  9. Fridolin Semmelweiss am

    Gothic läßt sich nur sehr schwer nach "Rechts" zerren – digital-web-meinungstechnisch;

    Es ist in der Wurzel surreal – and definitely independent !

    Aber versuchen kann man es natürlich… Warum nicht … wenn es irgendwas bringt.

    Ist halt mysteriös – die schwarzen Roben, der in Textilien konservierte schwarze Spot, Hohn und Ironie,
    der in existentiellem Sarkasmus des menschlichen Dahseins getränkt wurde.

    Da werden sicher viele wild daher-assoziieren … all very mystery !

    Versuchen irgendein Argument herauszukitzeln, welches man in Waidmannsmanier dahinter vermutet könnte. Stochern in trüben Altwasser – ob nicht doch irgendwo eine übersehene Kröte den Kopf rausstreckt …
    vielleicht ein vergessenes, verbotenes Symbol offen austrägt.

    und dann Vollstreckung !

  10. Fischer's Fritz am

    Herr Elsässer, sofort Ihr dunkles Gute-Laune-T-Shirt überstreifen und nichts wie hin. 🙂

    • heidi heidegger am

      und dazu zentimeterdick nivea-creme in’s antlitz gestrichen, hihi. und die haare nach hinten geklatscht: der Graf! der Graf! *rofl*

  11. Michael Theren am

    "Schönheit" liegt im Auge des Betrachters, für mich ist es ein Festival der von der NWO satanistisch-pervertierten Jugend, denen statt echter Wurzeln ein nihilistischer Cocktail serviert wird und statt kultureller Rückbindung und Verantwortung, mit Ausblick auf die Zukunft, ein disneygemäßer Weg in den Abgrund geboten wird.

    • Vielleicht etwas zu streng gegenüber den vielen unbedarften Doofen,die einfach gedankenlos mitmachen. Aber cum grano salis liege Ich da,welch Wunder, mit M. Theren und sogar mit dem Tischler Erich Mielke,dem die Generalsuniform immer wie ein Hohn um den Bauch knitterte, auf einer Linie.

  12. Sachsendreier am

    Ich habe letztes Jahr die Bildergalerie im MDR-Blog echt genossen. Obwohl mir selbst niemals in den Sinn käme, mich für derartige Kleidung zu begeistern, ja die gar zu tragen, schaue ich mir die Teilnehmer des Gotik-Treffens zu Pfingsten sehr gern an. Vielleicht liegt es daran, dass man auf ewig Anerkennung empfindet für kreative Menschen, wenn man selbst jahrzehntelang seine Kleidung selbst gemacht hat. Also viel Erfahrung darin hat, was die oftmals äußerst aufwendigen Kostüme zum herum Flanieren ihren Herstellern an Mühe und Kosten abverlangt haben. Sicherlich auch etliche schlaflose Nächte, wenn man so zurück denkt, wie es war, als man seine Kleidung nebenbei anfertigte und ansonsten im Laufrad fest steckte. Also, ich wünsche allen Teilnehmern von Herzen schönes Wetter, damit sich der enorme Aufwand in dieser Hinsicht lohnen wird, also die tollen Sachen nicht verregnet werden.

  13. heidi heidegger am

    wenn ich diät gehalten hätte, wäre ich als Bela Lugosi hingegegangen. und GABI als Vampirella(?)-Buffy ämm..

    [ Bauhaus – Bela Lugosi’s Dead (Original) ]

    zacknweg

    • heidi heidegger am

      und hier der ultimative kommentar zum 14.4mio mal (haha!) geklickten song:

      "This song makes you 1% more gothic each time you listen." LOL+*lachenimhalsbleibensteckt*

      • heidi heidegger am

        ausserdem ist Daniell P. schuld, dass bei mir *forensik auch kommen kann*: gerade ich so beim LIDL avocados kaufen gewesen und dazu die ganze zeit vor mich hingebrummt/halblaut: *belalugosisdead-undead-undead-undead-undead*..auweia!, die arabischtürkischen miteinkäufer kuckten ämm ölaügig? ja-irgendwie so..harhar

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