Früher sagten DDR-Staatsmedien den Bürgern, dass der Faschismus nur im kapitalistischen Westdeutschland überdauert habe, im Sozialismus hingegen wohnten die Guten. Heute erzählen uns die Staatsmedien, dass die Nazis im dunklen Osten leben, der Westen hingegen sei antifaschistisch. Ja, was denn nun?

    _von Susanne Aster

    Das Gute an diesen turbulenten Tagen ist, dass sehr viel an die Oberfläche gespült wird, was zuvor unerkannt im Verborgenen schlummerte: Freunde, Nachbarn, Kollegen, die einst dachten, dass sie sich ganz gut verstünden, stehen sich nun gegenüber, getrennt vom wieder aufgerissenen Ost-West-Graben.

    Seit Chemnitz ist der Ruf des Ossis ruiniert, wird er vom Wessi als „zurückgeblieben“, „rassistisch“ und „unerzogen“ abqualifiziert. Ja, er ist „unerzogen“ – aber nur im Sinne der Alliierten-Gehirnwäsche. Grund: Der Ossi genoss das Umerziehungsprogramm der Sowjets.

    Wer damals im Osten life dabei war, kann sich vielleicht erinnern: Schon im Kindergarten wurde einem unermüdlich ins Gehirn gehämmert, dass man als Ossi der „Gute Deutsche“ sei. Man sei schließlich Kommunist, während die bösen Wessis ihrem kapitalistischen Faschismus jenseits der Mauer frönten. Ja, Ihr habt richtig gelesen: Der Wessi war damals der böse Faschist! Deshalb fehlt es dem Ossi auch an Schuldbewusstsein gegenüber der finsteren Vergangenheit. Der Russe, damals noch Sowjet, hatte ihn reingewaschen, und das entbehrungsreiche Leben, das sich wie lebenslanger Knast anfühlte, gab dem Ossi erst recht die Gewissheit, dass man seine Strafe wirklich abgesessen hatte.

    Hinzu kommt, dass der Ossi sich problemlos vorstellen kann, dass Medien propagandistischen Mist erzählen, dass die Regierung lügt und dass man bespitzelt und überwacht wird. Vor allem weiß er, dass man ständig in einer ideologischen Blase lebt, die man aber erst als Blase erkennt, wenn sie platzt. Viele hielten die DDR-Blase für völlig real und der Wahrheit entsprechend, bis sie plötzlich – und die Mauer fiel plötzlich – mit einer anderen Wahrheit konfrontiert wurden.

    Der Ossi ist also keineswegs zurückgeblieben; er ist im Gegenteil um eine Erfahrung reicher als der Wessi, der immer noch glaubt, dass seine ideologische Blase absolut den Tatsachen entspräche. Dass der kalte Krieg noch einmal derart ausbricht, wurde von westlichen Konstrukteuren bei der Planung wohl nicht mitberechnet. Das Resultat ist ein wahrhaft komödiantisches Szenario: Spiegel-Reporter, die nicht verstehen, warum sie in Chemnitz verprügelt und als „Fake News“-Macher beschimpft werden. Ossis, die nicht zusammenzucken, wenn man sie als „Nazi“ beschimpft – und natürlich der Stoß vom Wahrheitssockel, wenn man die ultimative West-Wahrheit als „betreutes Denken“ abwertet. Der „überlegene“ Wessi muss sich gerade fühlen, als wäre sein Ostzögling in die Pubertät gekommen.

    Und wie geht es weiter? Um einen Ehekrieg zu schlichten, sollte man sich bekanntlich in die Schuhe des Anderen stellen. Vielleicht möchte der Wessi diese Erfahrung mal nachholen: völlig arm, unfrei und bespitzelt, aber dafür der „Gute“ zu sein? Vielleicht treibt deshalb die momentane Entwicklung in Richtung Linksdiktatur? Vielleicht steckt in diesem Verhalten der unbewusste Wunsch, die Nazischuld ebenfalls loszuwerden? Vielleicht sollten wir mal therapeutisch die geographischen Seiten wechseln, die Mauer wieder hochziehen und die Wessis mit Frau Merkel allein lassen. ich bin mir sicher, das würde viel zur Aufklärung beitragen!

    COMPACT-Infopaket: Solidarität mit Sachsen!

    * Schwerpunktausgabe „Der Osten leuchtet – Was der Westen lernen kann.“ (COMPACT 5/20217)
    * Dossier „Aufstand der Sachsen – Ein rebellisches Volk“ (COMPACT 11/2017)
    * 20 x Aufkleber „Der Osten leuchtet“ mit dem herrlichen Dresden-Panorama
    * Aktuelle Ausgabe von COMPACT-Magazin

    Für 7,85 Euro (Sie sparen 9 Euro im Vergleich zur Summe der Einzelpreise!)

    Das Infopaket können Sie hier bestellen.

    Wir dürfen uns durch die Politik nicht spalten lassen! Die Sachsen sind ein mutiges Volk, das bei der friedlichen Revolution 1989 voranging – und das auch heute allen von der See bis zu den Alpen, von der Oder bis zum Rhein ein Vorbild ist.

    Kommentare sind deaktiviert.